Beiträge von andre

    Mein Neuzugang, den ich an dieser Stelle vorstellen möchte. Es handelt sich um das Gerber LMF II Infantry. Ob dieses Messer offiziell bei Militär oder Polizei eingeführt wurde ist mir nicht bekannt. Allerdings existiert für die ASEK Variante des Messers eine National Stock Number, sodass auch bei diesem Messer eine dienstliche Ausgabe nicht ausgeschlossen ist. Das Messer gibt es in verschiedenen Farbvarianten. Coyote, OD-Green und schwarz. Der Literatur nach. wurde es in Zusammenarbeit mit einem ehemaligen Angehörigen der USArmy entwickelt, der im technischen Bereich Dienst verrichtet hat. Das Messer ist bedingt durch den massiven Knauf, dieser dient als Hammer und Scheibenbrecher, sehr hecklastig. Insgesamt macht das Messer einen robusten Eindruck. Meine persönliche Meinung , dieses Messer ist keine Schönheit, es kann nichts wirklich richtig gut, kann aber dafür von allem etwas. In meinen Augen handelt es sich somit um ein Messer, welches unter den heutigen Bedingungen ein gutes Feldmesser darstellt, da es vielseitig einsetzbar, preiswert und zuverlässig ist. Alles in allem ein wirklich gutes Werkzeug für den universellen Einsatz.


    Gefunden habe ich dieses Messer bei.
    -Pohl "Messer im Kampfeinsatz“; britischer Soldat; schwarz
    -K-ISOM Spezial 1/2013; Ausrüstung eines Fallschirmjägers der BuWe; braun
    -K-ISOM 6/2010; SEK Brandenburg; schwarz
    - K-ISOM 6/2011; Fallschirmjäger der BuWe; braun
    -K-ISOM 1/2012; Royal Marine; schwarz
    -K-ISOM 2/2014; SOF-Angehöriger; braun
    -K-ISOM 5/2014; Esten; schwarz
    -K-ISOM 5/2017; BuWe; schwarz


    andre







    andre

    Weiche jetzt nochmals etwas vom eigentlichen Konzept meiner Beiträge ab und möchte mal auf das unten gezeigte Messer eingehen. Bisher kannte ich dieses Messer unter der Bezeichnung „USMC Force Recon Knife“. Dieses Messer wurde während der Zeit des Vietnamkrieges verwendet. M. W. Silvey zeigt dieses Messermodell in seinem Buch „Knives of the United States Military in Vietnam“ erschienen im Mai 1997 und bezeichnet es dort als „Marine Recon Knife“. Diese Bezeichnung hat sich dann auch weitestgehend durchgesetzt. Das von mir unten gezeigte Messer stammt aus einer Serie die von Böker vertrieben wurde und nimmt bei den Gravuren auf der Klinge unmittelbar Bezug zur Marine Force Recon.
    In seinem 2016 erschienenem Buch „SOG Knives“ beschreibt derselbe Autor dieses Messer nun wie folgt (Google Übersetzung): „Dies ist kein SOG-Messer, aber es gibt eine offensichtliche Ähnlichkeit der Gusseisenbeschläge mit denen des SOG-Modells mit Eisenschutz.
    Dieses Messer trägt die Aufschrift "Kiffe Japan" und ist eine der wenigen Variationen des Messers. Ein anderer hat einen abgerundeten Knauf und einen glatten Griff, während ein anderer weiße Abstandshalter nach dem ersten und vor der letzten Lederscheibe im Griff hat.
    Das Messer ist kostengünstig hergestellt und hat im Vergleich zu den SOG-Messern eine eher dünne Klinge. Dieses Messer war Sammlern einst als Marine Recon Knife bekannt, aber die Zeit hat gezeigt, dass diese im Handel erhältlich waren. Die Scheide ist ziemlich dünn und hat das Messer normalerweise nicht überlebt.“
    Ich finde diese Erkenntnisse sind ein überaus interessanter Beleg dafür, dass selbst bei Messern in der jüngeren Vergangenheit immer noch Überraschendes zu entdecken ist.


    andre





    Zeige jetzt mal das David von Viper. Bei diesem Messer rate ich eher, als das ich einen Einsatz beim Militär belegen kann. Nichtsdestotrotz möchte ich es kurz erwähnen, da ich glaube, es in der K-ISOM 6/2015 bei einem Angehörigen des österreichischen Jagdkommandos entdeckt zu haben. Natürlich ist es auch möglich und nicht gerade unwahrscheinlich, dass es sich um ein Sepp von Oberland Arms handelt. Leider ist das Bild auch nicht so detailliert, dass eine definitive Aussage möglich ist. Vielleicht kann Nikko ja mal seine Beziehungen spielen lassen und näheres in Erfahrung bringen.
    Das von mir gezeigte Messer kaufte ich in Italien und der Verkäufer sagte mir, dass sich dieses Modell bei den in der Nähe stationierten Alpinis einiger Beliebtheit erfreut.
    Wäre schön wenn jemand noch Ergänzungen zu diesem Messer bei Militär oder Polizei hätte.


    andre



    Hier ein weiteres Pohl Force, welches mit ziemlicher Sicherheit privat von Militär- und Polizeiangehörigen beschafft wurde. Es handelt sich um das Romeo One Survival. Dieses Messer ist ein klassischer zweischneidiger Dolch. Ich persönlich bin ja nicht unbedingt der Fan von Dolchen als Einsatzmesser, aber es zeigt sich doch, dass der Dolch als „Dienstmesser“ immer noch Liebhaber findet und in einigen Bereichen auch durchaus sinnvoll ist. Einige der vorhergehenden Beiträge belegen ja eine große Tradition des Dolches beim Militär bis zum heutigen Tag.
    Ich möchte hier auch noch mal auf den Beitrag zu Dolchen hier im Forum verweisen.


    Dolche



    Das Romeo fand ich in der K-ISOM 5/2016 bei einem SEK-Beamten.
    Vorerst auch das letzte PF mit dem ich Euch malträtiere.





    Guten Tag strcat,


    vielen Dank für Deine Ergänzungen zu den Beiträgen. Allerdings ergeben sich für mich, also für jemanden der nie mit der Bundeswehr zu tun hatte, einige Fragen. So unter anderem die Frage, was Du mit der "Stan" meinst. Wenn ich die Suchmaschine befrage kommt dabei „Stärke- und Ausrüstungsnachweisung“ heraus. Dieser ist aber wohl schon seit dem Jahr 2000 nicht mehr obsolet und wurde quasi abgelöst.
    Ausgehend von dem was Du schreibst, sind ja wohl in dem von Dir erwähnten Dokument alle Ausrüstungsgegenstände im Detail beschrieben. Könntest Du also mal bitte schauen, ob im „Stan“ die Messer explizit mit Hersteller benannt werden. Weiterhin würde mich interessieren ob der „Stan“ für eine Fallschirmjägerkompanie drei Messer pro Mann auswirft. Wenn Du dann noch herausfindest, wo das Matrosenmesser mit Scheide verwendet wird wäre ich Dir echt dankbar.


    andre

    Schönen Dank für die ergänzenden Beiträge zu den nordischen Messern.
    Komme nun doch auf Messer von Pohl-Force. Da diese Messer und die Firmenpolitik im Forum ja recht kontrovers diskutiert werden, einige Worte vorab. Ich selbst besitze, mal schnell überschlagen, wohl neun Pohl-Force Messer. Diese Messer sind alle schon einige Jahre alt und waren zum Zeitpunkt des Kaufes in einem für mich durchaus attraktiven Preisbereich. Ich mag diese Messer auch heute fast alle noch und halte sie für Messer bei denen Preis-Leistung in guter Relation standen. Einzig mit dem Hornet wurde ich nie wirklich recht warm. Liegt daher als Exot in der Sammlung.
    Mit Einführung der Pohl-Force Messer wurden diese ja im Tactical Bereich recht werbewirksam in Szene gesetzt. Dazu kam, jedenfalls für mich, auch noch ein schönes taktisches Aussehen, sodass es nicht verwundert, dass diese Messer auch Einzug in verschiedene Militär- und Polizeieinheiten hielten. Eine offizielle Einführung ist mir bis dato allerdings nicht bekannt. Insbesondere das Alpha ist immer mal wieder auf Bildern zu sehen und soll daher auch den Anfang machen.
    Das von mir gezeigte habe ich im Handel erworben und es hat noch die 440C Klinge.
    Ich fand Bilder des Alphas bei:
    - Pohl „Messer im Kampfeinsatz“ Bundeswehr und US-Marine
    K-ISOM
    - Spezial 4 Kampfschwimmer Bundesmarine
    - 6/2010 gleiches Bild wie zuvor
    - 6/2012 Beamter einer polizeilichen Spezialeinheit
    - 1/2014 US-SOF Angehöriger
    - 2/2015 SEK Berlin
    - 4/2015
    - 1/2016 SEK Sachsen
    - 4/2017 SEK Sachsen


    andre


    Wenn man sich mit der Thematik „Messer beim Militär“ beschäftigt, kommt man an den nordischen Messern nicht vorbei. Puukko, Lapin Leuku und Co. gehören ja wohl mit zu den bekanntesten Messern unserer Welt und fanden somit, schon fast selbstverständlich, den Weg in die Streitkräfte verschiedener Länder, insbesondere natürlich in die Streitkräfte der Länder in denen diese Messer beheimatet sind.
    Belege finden sich bei; Pohl „Taktische Einsatzmesser, Steurich „Gebirgsjäger im Bild“ und in der K-ISOM 2/2010 findet sich ein Bericht über die finnischen Jäger, in welchem erwähnt wird, dass das Puukko allgegenwärtig ist.
    Beim Besuch des Militärmuseums in Oslo fand ich bei den dortigen Exponaten Belege für den Einsatz solcher Messer im Zweiten Weltkrieg und bei der UN-Mission in Somalia. Das in Somalia war ähnlich dem von mir gezeigtem Martini und wird als „norsk samekniv“ bezeichnet.
    In einem Roman fand ich Hinweise für die Beliebtheit solcher Messer bei deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg.
    In dem Roman von Hans von Oettingen "Bitte sterben zu dürfen" ist zu lesen::
    "Nein, Jeremin ging zur Theke, kaufte einen Finnendolch und ein Abzeichen (Anm.: Eismeerstraßeabzeichen), kehrte zu seinem Tisch zurück und steckte die Sachen in seinen Wäschebeutel."
    Ort der Handlung ist ein Soldatenheim in ROVANIEMI.
    Die von mir gezeigten sind, ein Knudsen aus Trondheim Norwegen, dieses Messer kaufte ich auf dem Flohmarkt, vielleicht kam es ja nach einer KDF-Reise hierher, es folgen zwei moderne Helle-Messer, dann ein Järvenpää mit Pferde- oder Rentierkopf, ist wohl ein Streitfall, als Knauf und zu guter Letzt ein Martini. Mein Großvater der nunmehr vor fast hundert Jahren die Weltmeere als Schiffszimmermann befuhr erzählte mir, dass er ein Finnenmesser mit Pferdekopfknauf trug und nutzte, einmal auf ziemlich unschöne Art wie er erzählte.
    In Helsinki findet sich das Puukko an zentraler Stelle in der Stadt.
    Zur Vertiefung des Themas empfehle ich den sehr schönen Thread „Puukko- kein alter Hut“.


    andre




    Micha,
    danke für die schöne Vorstellung zum Thema Emerson. Ich selber gehöre allerdings zu den von Emerson Enttäuschten. Nachdem die ersten Vorstellungen in den einschlägigen deutschsprachigen Zeitschriften erschienen, packte mich schnell die Begeisterung für diese Messer. Es war ja die Rede von kompromisslos, stabil und etliche Test sollten dies ja belegen. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich bereits das Timberline „SPECWAR“ welches diese Einschätzung ja durchaus belegt. Also kamen schnell ein CQC-7 und ein SPECWAR-Folder zu mir. Während das CQC-7 sich als recht zuverlässiges und brauchbares Messer darstellt, lag sein größter Fehler für mich darin, dass das Griffende sehr schnell die Hose schädigte. Daher sollte, wie beworben, der Clip umgebaut werden. Zwar sind in der Griffschale Bohrungen vorhanden, jedoch lässt sich der Clip, aufgrund der vorstehenden Klingenachse, nicht montieren. Das SPECWAR war zwar optisch sehr ansprechend und lag auch gut in der Hand hatte aber einen Liner der schon beim „scharf anschauen“ die Klinge nicht mehr hielt. Die Klinge selbst wackelte dazu auch noch wie ein Lämmerschwanz. Das Messer hat mich daher sehr schnell verlassen und die noch auf der “Will haben Liste“ stehenden Modelle Comander und PUK wurden nie beschafft.


    andre








    Micha,
    schönen Dank für Deine Ergänzungen zum Beitrag.
    Ich selber schweife dann auch mal etwas vom Thema ab und erzähle etwas zum A-F-Folder und den von mir verwendeten Vorgängern. Ich selbst habe schon immer ein Taschenmesser bei mir getragen, aktive Erinnerung fünf Jahre alt, möchte hier aber alles vor 1990 ausblenden.
    Daher war mein erstes wertiges Klappmesser ein Al Mar, Schuld ist Jan Bogers Survival Buch. Danach kam die größere Variante des gleichen Messers mit Neoprengriff. Dieses Messer löste sich irgendwie , zumindest was die Griffschalen angeht, auf und als Ersatz kam das mit Micartaschalen zu mir. Diese Messer waren und sind immer noch funktional und genügen allen Anforderungen an ein ständig dabei Messer.
    Mit dem A-F- Folder von Gerber kam das für mich erste praxistaugliche Einhandmesser, bitte jetzt keine Diskussion bis zum Weltkrieg, auf dem Markt, welches ich auch in der erwähntem „Thumb Break Scheide“ trug. Danach kamen Messer Messer mit Clip so richtig in Mode und verdrängten alles Andere, auch bei mir. Meine Favoriten waren dann AFCK und Stryder von Benchmade. Heute sind die immer dabei Messer allerdings Messer von Pohl, ER und Spyderco.


    andre





    An dieser Stelle mal der A-F Combat Folder. Dieses Messer wurde in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre recht werbewirksam vorgestellt und vertrieben. Generell lässt sich ja sagen, dass die Vielzahl von A-F Modellen schon ein eigenes Sammelgebiet sind. Es verwundert also nicht, dass diese Messer dienstlich und privat in die Streitkräfte gelangten. Aber zurück zum A-F Folder, für den A-F Combat Folder findet sich auf der Gerber Seite eine NSN-Nummer. Somit würde ich nicht ausschließen, dass dieses Modell dienstlich an die Streitkräfte der USA geliefert wurde (siehe auch Beitrag zum Nimravus).
    Bei Pohl „Messer im Kampfeinsatz“ finden sich Bilder“ ansonsten fand ich nur Bilder von Etuis mit Gerber-Logo.
    Das von mir gezeigte Exemplar stammt aus den Neunzigern. Es ist ohne zusätzliche Sicherung, ohne Clip und wurde mit dem sogenannten Thump Break Holster vertrieben. Darunter zwei Covert zum Vergleich.


    andre


    Heute gegen 09.15 Uhr entdeckt und irgendwie gleich entflammt. Gegen Mittag dann in meinen Besitz übergegangen. Ich kann gar nicht erklären warum mich dieses Messer so ansprach. Eigentlich ist es nicht wirklich Das was mich üblicherweise anspricht.


    andre



    Hallo Mighty Bob,


    sehr schönes Ensemble in der Vitrine und auch die Bücherecke ist sehr interessant.


    Micha,


    danke für die Ergänzungen zum Kukri. Das Modell welches ich zeigte ist auch sehr robust und wahrscheinlich auch gebrauchsfähig. Ich muss echt mal zusehen, dass ich irgendwo etwas ähnliches für die Sammlung finde.


    Nun noch ein weiteres Messer zum Thema das Duane Dieter CQD Mark 1. Dieses Messer wurde Pohl „Messer deutscher Spezialeinheiten, zur Folge beim SEK Brandenburg in geringer Stückzahl eingeführt. Da das Messer einen recht hohen Preis hatte wurden wohl nur wenige beschafft und das deutlich günstigere Eickhorn PRT VIII beschafft.
    Im Bild zu sehen sind die Version mit und ohne Glasbrecher und noch das kleinere Mark 2. Alle Messer wurden im Handel erworben.







    Ein Messer welches wohl auch ruhigen Gewissens als legendär bezeichnet werden kann. Das Kukri, ein traditionelles Universalwerkzeug und -messer aus Nepal. Das Kukri ist Bestandteil der Ausrüstung von Gurkha-Einheiten.
    Belege finden sich im Visier Special „Militärmesser“, hier bei einem jordanischen Soldaten, bei Stephens „Kampfmesser“, Boger „Elite- und Spezialeinheiten international“, Pohl „Messer im Kampfeinsatz“ und K-ISOM Ausgaben 5 und 6/2015.
    In der Ausgabe 6/2015 befindet sich ein umfangreicher Artikel zum Kukri. Bemerkenswert fand ich folgende Aussage im Beitrag: „Wurden früher an jeden Gurkha Soldaten zwei Exemplare ausgegeben, eines für Paraden und eines für den Felddienst, erhält derzeit jeder Gurkha der britischen Armee nur ein Parade-Kukri. Die Waffe für den Felddienst und Einsätze kaufen die Soldaten meistens bei Besuchen in Nepal bei lokalen Schmieden.“
    Das von mir gezeigte Exemplar erhielt ich leihweise von einem Arbeitskollegen. Es ist ein privat beschaffter Kukri, dessen Klinge mit den Abzeichen von Gurkhaeinheiten verziert wurde.


    andre