Beiträge von juchten

    wenn irgendwann in der Zukunft ein Buch über die Geschichte des Messers geschrieben wird, dann bekommen natürlich auch Firmen wie Strider, ER usw. ein Kapitel. Diese haben eigentlich erst diese Symbiose zwischen Tanto und Furniermesser zu einem neuen Messerkonzept gemacht.
    Sie haben augenscheinlich Messerformen entwickelt die ihresgleichen suchen und ein gutes Maß Innovation kann man ihnen gar nicht absprechen. Das beweist wieder daß nicht nur Handwerk sondern auch Inspiration und irgendwo auch Kunst unsere Messer mit beeinflussen.


    Das ist gut so, sonst hätten wir ja immer noch die Messerformen der alten Jungs aus Sumer und keinen Grund uns hier zu unterhalten.


    Eigentlich will ich aber etwas zum Stahl schreiben, speziell zu den pulvermetallurgischen Stählen. Als Bob Loveless damit anfing pulvermetallurgische Stähle für seine Messer zu verwenden (ob andere es vor ihm taten weiß ich nicht) ging ein Ruck durch die Messerwelt. Das muß es sein, ich nehme mich gar nicht davon aus, Ausgang der siebziger schwappte das auch bis in die Provinz zu mir und ich dachte es tun sich neue Welten auf. Ich kann diese Stähle zwar schmieden, aber bin weit davon entfernt sie fachmännisch zu härten, also mußte ich auf die Wunderstähle verzichten und weiterhin den alten Krempel verschmieden.


    Aber irgendwie erscheint mir das ganze nach all den Jahren auch nicht der Stein der Weisen zu sein. Bob Loveless, ich verneige mich natürlich vor dem Können und dem Lebenswerk dieses Mannes, hat vermutlich einen Stahl gesucht der das höchstmögliche Potential damals hatte, wieso auch nicht. 154CM ist ein Superstahl, gar keine Frage, alle seine Brüder im Geiste sind es auch. Gemessen an anderen Stählen ragten sie in einem Diagramm der Leistungsfähigkeiten weit heraus. Vor allem hatten sie hinsichtlich der Korrosionsbeständigkeit, rostfrei war schon immer ein Zauberwort, derart Muskeln zugelegt daß man anscheinend an ihnen nicht vorbeikommt.


    Es muß einfach so sein, diese Superstähle (das ist keine Ironie) müssen hervorragendes Klingenpotential abgeben. Und das geben sie auch, Kritik war ohnehin immer schon unerwünscht, wer wollte schon etwas gegenteiliges von einem Messer hören daß mehrere hundert oder tausend Mark gekostet hat. Man hatte und hat sich immer schon gern arrangiert, wieso auch nicht.


    Das letzte was man gerade noch so zuließ in den höherpreisigen Sphären war D2, als0 1.2379. Mit 12 % Chrom konnte er gerade noch so mithalten, wie ein alternder Läufer der mit jungen Burschen laufen soll. Die Zauberworte waren und sind pulvermetallurgisch, korrosionsfest, ultrastabil, rasiermesserscharf, hohe Härte und lange Schneidenstandzeit. Dabei konnte anscheinend keiner der alten Stähle mithalten und man mußte sich schon schämen ein Messer zu besitzen daß braune Fleckchen bekam.


    Damit kann man leben, ich tue es in aller Bescheidenheit auch. Aber die Revolution frißt ja bekanntlich ihre Kinder. Irgendwann reichten diese Hochleistungsstähle auch nicht mehr, CPM war fast ein Kürzel für Eingeweihte, die Stähle dieser Firma Wundersachen.


    Damit kann ich auch noch leben, gönne ich doch jedem was ihm Freude macht. Aber eine Sache fällt mir schwer zu akzeptieren, diese Stähle sollen das beste sein was einer Klinge widerfahren kann. Dem ist aber leider nicht so. Wir können uns jetzt ewig über große und kleine Karbide unterhalten, über Schneidkantenausbrüche bei PM-Stählen, Microsägenschneiden und und und .... Fakt ist und bleibt, diese Stähle sind weitgehendst korrosionsfest, sie erreichen bei richtigem Schliff Rasurschärfe und behalten über einen langen Zeitraum eine gute Arbeitsschärfe. Lassen wir jetzt ganz das Gespräch von feinen Schneiden außer Acht, das können diese Stähe nicht erreichen und irgendwo ist es auch nicht Sinn der Sache. Aber eines sind diese Stähle nicht, extrem stabil.
    Das hört sich jetzt vermessen und ketzerisch an, aber jeder Stahl in dieser Dicke und mit diesem Rockwellgrad ist genauso stabil, letztendlich kann auch keiner einer Schiene die 7 mm dick ist und aus Baustahl besteht verbiegen. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, wenn man sie ein wenig höher härtet werden sie einfach instabil im Schneidenbereich, den Bereich einer feiner sehr harten Schneide ist ihnen verwehrt. Bis heute gibt es keinen Ersatz für ein Messer aus einem unlegierten Kohlenstoffstahl daß eine harte feine Schneide aufweist und auch noch über ausreichend Stabilität in der Matrix verfügt.


    Ich wage einmal den Satz zu zitieren, Stahl ist Stahl und verhält sich wie Stahl. Egal was man mit Stahl macht, wenn ich etwas von dem einem zuviel hineinpacke geht es immer auf Kosten von etwas anderem. Sobald ich Chrom hineinpacke in einer Höhe von über 12 % wird der Stahl weitgehendst korrosionsfest, aber nicht automatisch besser. Besser allerdings für seine ursprüngliche Bedeutung, als spezielle Maschinenbauteile, egal ob in Industrie, Luft- oder Raumfahrt, aber für eine Klinge? In dieser ihm ursprünglich zugedachten Verwendung sind sie auch in sehr hartem Zustand, also jenseits von HRC 60, hervorragend.


    Es gibt leider immer noch keinen perfekten Stahl, die einen, ganz jovial gesagt rosten und haben eine sehr gute Schneideigenschaft, die anderen rosten nicht und haben eben eine mittelmäßige Schneideigenschaft. Wenn man der Wissenschaft glauben darf, kein bis jetzt entwicketer Stahl hat eine derart feine Schneide wie Weißpapierstahl aus Japan, aber leider rostet der auch.


    Wie dem auch sei, wir werden uns auch weiterhin immer arrangieren müssen. Ob ich ein Strider aus s30v oder aus sonst einem PM-Stahl habe, es ist letztendlich egal und hängt vom jeweiligen Befürworter des jeweiligen Messerstahls ab. Es wundert mich eigentlich daß diese Firmen nicht auch einmal klassische Stähle für ihre innovativen Messerformen benutzen, sozusagen für die unverbesserlichen der Mode verschlossenen Anwender. Ich bin mir sicher, wenn ich ein Messer kaufe daß ein paar hundert Euro kostet, daß ich diesem auch die entsprechende Pflege zukommen lasse.


    Ich bin auch im Besitz von Messern die Klingen aus PM-Stählen haben, aber besser schneiden als ein gewöhnlicher Stahl tun sie nicht und länger halten sie die Schneide auch nicht. Aber alles egal, wir werden uns weiterhin über diesen oder jenen Stahl unterhalten, diskutieren und auch streiten, wo bliebe denn sonst der Spaß bei der Sache. Vor allem, wenn wir nicht weiterhin kritisch sind und immer wieder neues fordern, dann setzen sich diese Stahlerfinder auf einmal zur Ruhe und erfinden vielleicht nicht irgendwann den Stahl auf den wir alle warten.


    Viele Grüße
    Roman

    werter Nofhelfer,


    ich vermute Du bist hast mit deiner Lagebeurteilung ins Schwarze getroffen, besonders was Streife laufen betrifft.


    Aus polizeilicher Sicht gibt es zwei Arten von Menschen, solche die der Polizei Arbeit machen und solche die es nicht tun.


    Aus der Sicht des Bürgers gibt es zwei Arten von Polizisten, solche die draußen etwas für die Leute tun die sie bezahlen oder diejenigen die Bürostühle mit ihren Tuchhosen abwetzen um etwas für sich zu tun.


    Viele Grüße


    Roman

    wenn der Schöpfer mit mir gnädig ist, dann werde ich vielleicht so siebzig, achtzig Jahre alt. Wenn ich das recht bedenke habe ich in dieser Zeit wirklich keine Zeit mir irgendwelche Schmierblättchen von Hobbyjuristen durchzulesen und geschweige denn auch noch Gedanken darüber zu machen.


    Ich ersetze diese pseudorechtlichen Verwirrungen durch richtig sinnbeladene Lektüre, zum Beispiel Max und Moritz.


    Viele Grüße
    Roman

    Stefan hat Recht, Nagellack hält, ich weiß aber nicht ob es mittlerweile Lagellack aus Wasserbasis gibt, da hätte ich meine Bedenken. Solange der Nagellack nach Nitro riecht ist alles gut.
    Ersatzweise kann man vermutlich auch jeden schnelltrocknenden Klarlack nehmen.


    Muster aufkleben mit einer Heißklebepistole könnte nach gutem Entfetten auch gehen, die kann man auch wieder sauber abziehen.


    Gib doch einfach mal Hamon bei youtube ein, da sieht man etliche Kunsthamonerzeuger bei der Arbeit, die werkeln mit verschiedenen Sachen rum, das Ergebnis läßt sich sogar sehen. Und was mit einer Hamonlinie geht, das geht dann auch mit anderen Mustern.


    Allerdings ist es beim Benutzen durchaus möglich daß sich das oberflächlich Geätzte wieder verabschiedet, im Gegenzug zu einem richtigen Hamon, bei dem die zu sehenden Grenzbereiche zwischen auf Arbeitshärte gebrachtem Bereich und nicht durchgehärtetem Bereich im Material sind.


    Viele Grüße
    Roman

    meinem Vorredner muß ich Recht in allen Belangen geben. Die Aussparung ist zum Aufdrehen der Schäkelsicherung gedacht, dafür läuft diese Öffnung auch konisch zu um einen Großteil der normal gebräuchlichen Schäkelschrauben aufzudrehen.


    Das Messer ist doch als Klappmesser gedacht, egal was Du damit anstellen willst, es ist danach kaputt und der eigentliche Zweck, ein zusammenklappbares Werkzeug in der Tasche zu haben, ist hin.


    Wenn dich jemand fragt was man mit einem solchen Messer macht, dann gibt es doch Antworten genug ohne lügen zu müssen. Es eignet sich für Bastelarbeiten genauso wie ein Teppichmesser, es erlaubt Schnitte entlang von Linealkanten, man kann damit schnitzen, Seil schneiden usw..


    Wenn dein einziges Problem das rechtliche ist, dann sage ich einmal ganz jovial, pfeif drauf. Solltest Du wirklich einmal in eine Personenkontrolle kommen wo es zu Durchsuchungen der dort anwesenden Leute kommt werden auch Schweizer Taschenmesser sichergestellt. Bist Du allerdings einer von denen die schon rein äußerlich rufen: "Seht ihr alle was ich für ein gefährlicher Glatzenmann oder dunkelhäutiger Gangsterrapper, oder wie man die auch alle nennt, bin, dann wirst Du hundertprozent links gemacht und ein falsch zusammengedrehtes Alupapier vom Kaugummi geht auch mit in die Asservatenkammer.


    Also, ich mag dieses ganze rechtliche Gesudere (ich finde diesen Ausdruck super, danke Martin) sowieso nicht, das dürfte ich eigentlich gar nicht sagen, aber irgendwo steht doch etwas von einem freiheitlichen Rechtsstaat. Ich bin diese ganze Gängelei von irgendwelchen Marionetten der Hochfinanz mit lächerlichen Gesetzesentwürfen langsam leid, wirklichkeitsfremd ist schon ein gelinder Ausdruck. Wenn wir das ganze einmal auf die Realität reduzieren, es interessiert diejenigen für die eigentlich das Gesetz gedacht ist einen "Scheißdreck". Für das Wort entschuldige ich mich hiermit offiziell, es ist normal nicht meine Art solche Ausdrücke zu gebrauchen, aber ich habe es einfach mal aus geführten Gesprächen mit diversen Straftätern zitiert.


    Ansonsten kann ich dir natürlich nicht verbieten dein Messer auszugießen, zusammen zu dengeln oder, jetzt fällt mir das eigentliche beste ein, verschweißen, in jeder Schlosserei kannst Du dir das Harpy zusammenschweißen lassen. Das ist eine runde Sache, mit Ewigkeitscharakter sozusagen.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: Wenn Du das Ding dabei hast und Du wirst wirklich einmal kontrolliert, und Du bist nur einmal einschlägig erfasst in der EDV, dann ist es weg, ob mit festgeschweißter oder klappbarer Klinge.

    jetzt reichts mir auch.


    Ich bin ein Freund von Geheimniskrämerei wenn ich bei den Geheimniskrämern bin, aber nicht wenn ich eine Zielperson bin. Das habt Ihr euch ja lustig ausgedacht, ein Messer vom Stapel lassen, dabei gut essen und vermutlich den ein oder anderen alten Whisky trinken, und das natürlich an einem konspirativen Ort mit heimtückischen Lächeln und Gedankengut.


    Soviel zu den objektiven Dingen, soweit so etwas überhaupt objektiv sein kann. Auf der anderen Seite geht nichts über die Freude an der Spekulation und dem Satzbeginn: "So könnte es aussehen, aber.....".
    Ich glaube das nennt man einfach Vorfreude.


    Doch lasst mich einmal spekulieren, wieso nicht, man lernte mich einmal jede Sache auch von der unmöglichsten Betrachtungsweise her zu sehen.
    Das Beispiel war immer dieser indische Fotografenlehrling und sein Meister. Der Lehrling sollte enfach die beste Aufnahme des Taj Mahal machen, so war der Auftrag seines Meisters. Der Lehrling fing an und sein Meister ließ ihn gewähren. Nach einigen Tagen sagte der Lehrling stolz zu seinem Meister: "Meister, ich habe das Taj Mahal aus tausend verschiedenen Perspektiven fotografiert, da ist bestimmt das Bild dabei das Du suchst."
    Der Meister erwiderte ganz gelassen: "Junge, jetzt machst Du das tausendundeinste Bild aus der Position die Du noch nicht eingenommen hast, das ist das Bild das ich suche."


    Wir müssen also ganz andere Wege gehen um hinter das Geheimnis dieser Verschwörer zu kommen.


    Dieses Messer wird, natürlich alles nur Spekulation, vermutlich eine Klingenlänge um die sieben Zoll haben und nicht viel breiter als anderthalb zoll sein. Dies entspräche ungefähr den noch gerade in militärischen Bereichen geforderten Klingenmaßen für ein brauchbares Kampfmesser, vereint mit einer gewissen Wucht was noch kleinere Hackarbeiten ermöglicht, die Dicke könnte sich auf cirka fünf bis sechs Milimeter belaufen. Wenn wir schon von Postenklau reden gehe ich von einer zweischneidigen Spitze aus, zumidest aber einen angeschliffenen Messerrücken im Spitzenbereich. Da Tony ein sehr pragmatischer Mensch zu sein scheint, ich bitte untertänigst um Verzeihung für diese Beurteilung eines Mannes den ich nicht persönlich kenne, gehe ich davon aus daß dieses Messer eine nicht direkte Dolchform hat, sondern eine mehr schneidenbezogene Klingenform. Die Spitze könnte sich mehr im Bereich eines Gebrauchsmessers befinden, vielleicht ein wenig mehr dolchmäßig als sein gewöhnlich benutztes Messer.
    Eine Rückensäge schließe ich aus.


    Ich rate weiter, es ist ein Design daß schon länger "in einer Schublade liegt", irgendwie assoziiert das Griffschalen, wieso, ich weiß nicht recht, es ist so ein Bauchgefühl. Tony hat bei seinem bekannten Messer ja einen Skelettgriff, zwar mittlerweile leicht beschalt wenn ich das so sagen darf, aber irgendwie werde ich den Gedanken an einen Flacherl mit Schalen nicht los.


    Ein Parierelement in Form eines zusätzlichen Bauteils schließe ich einfach mal aus, es könnte sich im Bereich -Integral- bewegen um größtmögliche Stabilität zu erreichen. Eine Fangöse am unteren Griffabschluß rücke ich auch immer mehr in den Bereich des Möglichen. Die Beschalung wird vermutlich aus einem feuchtigskeitsresistenten Material bestehen, Micarta liegt nach, aber auch eine Art gummierter Griff käme wohl in Frage.


    Bei der Scheide gehe ich von etwas multifunktionalen aus, vermutlich eine Kydexgeschichte mit verschiedenen Trageweisen.


    Wie gesagt, die Gedankengänge dieser konspirativen Elemente sind schwer nachzuvollziehen, vor allem für jemanden der keinen von ihnen persönlich kennt. Erschwerend kommt noch das ganze Potential an guten Ratschlägen dazu, das diese drei von anderen konspirativen Elementen rund um den Globus eingeholt haben.


    Wenn ich einmal alles in die Waagschale werfen darf, dann sehe ich ein sehr nüchternes funktionales Messer vor mir, eine Reduktion auf den reinen Gebrauch jedweder Art. Ich werde den Gedanken nicht los; nein, falsch; es erscheint vor meinen geistigen Augen irgendwie ein Messer das weit entfernt an das Command II von Gerber erinnert, allerdings mehr in einer funktionelleren allgemeingebräuchlichen Form.


    So, alles natürlich noch nicht einmal ein Gerücht, reine Gedankenspinnerei. Vermutlich sieht das Messer ganz anders aus, aber ein bißchen laut denken darf man ja noch.


    Zumindest eine Gutenachtgeschichte die das Warten ein wenig verkürzt.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: Den Beitrag von Ajax habe ich gelesen, er erscheint in dem Moment wo ich meinen absendete, aber aus Gründen der Ehrlichkeit ändere ich keine meiner Spekulationen, ich wüßte es zwar dann allein, aber einer wüßte es dann, das reicht um unehrlich zu sein.

    nur ganz kurz, unterhalb von cirka 880 Grad Celsius spricht man von hexagonalem Alpha-Titan, ach, was schreibe ich überhaupt hier; fange ja schon an zu faseln.


    Andersrum, normales Titan ist für Klingen untauglich, man kann es sich grob wie Aluminium vorstellen, natürlich hat es viele wichtige Eigenschaften, aber als Klinge ist es ein Furz.


    Dieses Beta-Titan ist eine ganz andere Liga, es ist wie die Metallurgen immer so schön sagen, kubisch raumzentriert, also besteht es auch aus kleinen Würfelchen wie Stahl. Es wird auch gehärtet wie Stahl, also warm gemacht und abgeschreckt, aber egal was sie damit anstellen, im Gegenzug zu einem richtigen Messer bleibt es immer ein Behelf für spezielle Situationen.


    Auch wenn die Seals damit ihre Brötchen schmieren muß es immer noch kein gutes Messer sein, aber das ist wie gesagt immer abhängig vom Verwendungszweck und Einsatzort. Zumindest kann man davon ausgehen daß es sich im Gegensatz zu richtigem Stahl um ein Produkt handelt daß man getrost als korrosiosfest betrachten kann. Ich kann mir auch gut vorstellen daß man in der Gegend wo sich diese Jungs immer aufhalten ein Messer braucht daß mit wenig Pflege auskommen muß.


    Aber genug gefaselt, egal was sie anstellen mit dem Beta-Titan, viel härter als 50 hrc dürfte es nicht sein.


    Viele Grüße
    Roman

    leider kann ich nur von Erfahrungen mit dem Rasiermesser berichten die schon gut zwanzig Jahre zurückliegen. Der Grund ist ein ganz pragmatischer, ich trage einen Bart.


    Nachdem ich damals müde war mir dauernd Wechselklingen zu kaufen und es auch oft vergaß sahen die Ergebnisse mit einer gebrauchten Rasierklinge nicht immer ausgehhähig aus.
    Kurzerhand hatte ich mir in einem Fachgeschäft in Mainz ein Rasiermesser von Horstator, einen Streichriemen mit Abziehpaste und Seife und Pinsel zugelegt.
    Soweit so gut. Der erste Versuch endete naturgegeben desastös. Ich habe zuerst Blut und Wasser geschwitzt als das Messer in den Einsatz kam, dann hat sich das Schwitzen verzogen und ich habe nur noch still aus dem Gesicht vor mich hingeblutet. Aber ich war wie viele tapfere Leute einfach nur dickköpfig und habe weitergemacht. Nach ein paar weiteren Rasuren hat sich alles eingespielt und es ging mit immer weniger Blut ab bis es dann sehr gut ging.


    Dann kam wie erwartungsgemäß Phase 2, man glaubt die Sache zu beherrschen und man versucht schneller zu werden. Nungut, die Schnitte die dann ins Fleisch gingen waren zwar seltener, dafür tiefer, aber das hat auch aufgehört und ich war sehr zufrieden mit der Arbeit des Messers.


    Ich kann es nur empfehlen, es geht schnell und sauber und erinnert immer ein bißchen an frühere Zeiten. Auch sollte man irgendwann einmal über den Kauf eines Abziehsteins für ein Rasiermesser nachdenken. Diesbezüglich kann man sich beraten lassen, es gibt sogar eine Diskussionsplattform dieser nostalgischen Rasierer wo man sicher noch den ein oder anderen Tip abstauben kann.


    Die klassische Naßrasur war vor über zwanzig Jahren ein paar Enthusiasten vorbehalten, manche nannten diese Leute auch damals Selbstverstümmler (was mir absolut einleuchtete nach den ersten Rasuren), aber es werden was man so hört immer mehr.
    Auch ist mittlerweile wieder ein richtiger Markt für diese Art der Rasur entstanden, anscheinend macht es Spaß und Stil hatte es schon immer.


    Ich sehe es einmal so, es ist ein kleiner Schritt zurück in die Zeit wo Werte noch Wert hatten, ein gutes Rasiermesser begleitet seinen Benutzer ein Leben lang und es ist kein Vergleich zu diesen Rasierern mit Wechselklingen die auch irgendwo ein Sinnbild unserer Wegwerfgesellschaft sind.


    Manchmal, ich muß allerdings wirklich das Wort manchmal noch einmal nennen, hat man das unglaubliche Glück auf dem Flohmarkt noch Handwerkszeug eines richtigen Friseurs oder besser gesagt Barbiers von früher kostengünstig zu erwerben. Ich habe schon wunderschöne Rasierschaumschalen und -messer gesehen, aber wieso sollte ich sie kaufen, ich habe ja mein Messer immer noch und pflege es obwohl ich mich schon zwanzig Jahre damit nicht mehr rasiere.


    Abschließend kann ich nur noch einfügen, es ist ein Messer und keine Apparatur mit Wegwerfwechselklingen oder dem Geräusch eines aufgeschreckten Hornissenschwarms. Diese Messer haben sich bis heute behauptet, das ist auch schon etwas, aber wie sollte man Wechselklingenrasierer oder elektrische Verirrungen mit etwas vergleichen daß sich schon seit Jahrtausenden bewährt hat.


    Viele Grüße
    Roman


    PS: Ich vergaß, bei kleinerer Blessuren beim Rasieren hilft ungemein ein Alaunstein, er wirkt adstringierend und stoppt mehr oder minder zuverlässig kleinere Blutflüsse, man will ja nicht wie früher auf jeden kleinen Schnitt ein Stückchen Zeitungspapier pappen. Der Zeitungspapierschnipsel hilft zwar auch, aber irgendwie sieht man damit lächerlich aus.

    das habt ihr vier doch augenscheinlich gut hinbekommen, mein Lob an euch und an die beiden Herren Schmiede.


    Was mich erfreut ist daß ihr anscheinend die Schienenstücke der Rohlinge aufgeschweißt auf einer Stange bearbeiten konntet. Es wird manchmal einfach von Profis vergessen wie sehr man sich als Schmiedebeginner abplagen muß um einen Messerrohling mit einer normalen Schmiedezange zu halten und zu bearbeiten.


    Die Ergebnisse lassen sich auf jeden Fall sehen, leider ward ihr so leichtsinnig damit zu beginnen, es wird euch nicht mehr loslassen.


    Viele Grüße und Freude beim Schmieden
    Roman

    was man auch gut gebrauchen kann ist das "Opas Messer" von Roselli, es dürfte selbst dem verstocktesten nordischen Polizisten nicht als Ausrüstungsgegenstand einer Invasionsarmee erscheinen, zudem kommt es aus dem Norden.


    Es läßt sich hervorragend damit schnitzen und auch die ganzen anderen Sachen damit machen, allerdings liegt es ein paar Euro über 60 Euro, dafür ist es aber hervorragend verarbeitet und man kann es mit jedem Stein vom Wegesrand wieder schärfen. Das Messer gibt es meines Wissens auch mit einem etwas längeren Griff, man glaubt es kaum, die Griffverlängerung verlangten professionelle Elchjäger.


    Viele Grüße und Spaß im Urlaub
    Roman

    hier muß man ja aufpassen das man nicht zwischen die Mühlsteine der Gesinnungen gerät.


    Primär zum Thema kann ich nur sagen das der genannte Schmied hier augenscheinlich eine sehr gute Arbeit abliefert zu einem erfreulichen Preis. Wenn ich vor der Wahl stünde mir eine Franziska machen zu lassen wäre die Wahl gefallen.


    Was die Arbeit im Forst betrifft, da gehen die Meinungen noch weiter auseinander. Ich kenne Forstarbeiter die lassen nichts über Fiskars kommen, die anderen nichts über Ochsenkopf, oder wieder andere lassen sich eine Axt genau so machen wie sie sich das Werkzeug vorstellen. Wieder andere, das sind wohl die Pragmatiker, besinnen sich darauf das wir Motorsägen zur Verfügung haben die die Arbeit mit einer Axt fast überflüssig macht.


    Eine Franziska macht auf mich, ich muß vorausschicken daß ich kein Gutachter für historische Waffen bin, im Prinzip gar nicht den Eindruck daß man mit einem solchen Beil/Axt gut arbeiten kann. Mit einer Beilschneide die sich auf einem solchen langen Gehäuse befindet könnte ich nicht richtig arbeiten, für mich sieht das primär nach einer Waffe und nicht nach einem Werkzeug aus.


    Obwohl ich Äxte und Beile schmiede bin ich doch im Besitz eines Tomahawks von CS, ich weiß nicht aus welchem Stahl das Teil gemacht ist, es interessiert mich auch nicht, ich finde es ist ein lustiges Beilchen das nichts krumm nimmt. Dafür daß es bei den Chinesen gemacht wurde,die auch erst seit Beginn der Schmiederei Waffen herstellen, gar nicht mal so schlecht.


    Was mich allerdings zum absoluten Bauern stempelt, ich wußte nicht daß man für 60 Euro nur eine halbe Jeans bekommt, das heißt ja das eine Jeans 120 Euro kostet, also 20 Euro teurer als eine Hose aus Deutschleder, dabei ist die Deutschlederhose was Belastbarkeit betrifft in einem anderen Universum angesiedelt als so eine Jeanslumpen.


    Viele Grüße
    Roman

    wie man sieht, auch von Hand geschmiedete Klingen stehen den Werken der High-End Philosophie nicht so viel nach.


    Ein Ausbruch an der Schneide finde ich zwar ein wenig befremdlich, aber was ist schon perfekt? Das das Strider nach Gebrauch noch Papier schneidet ist im Prinzip auch zu erwarten, s30v hat zwar eine mikroskopisch betrachtet mittelmäßige Schneide, aber diese hält dieser Stahl eben mit der ihm eigenen Verbissenheit.
    Zudem ist der Vergleich der beiden Stähle keineswegs unfair, beide Stähle sind geschmiedet, der Federstahl von Hand, der s30v industriell bevor er ausgeliefert wird.
    Auf das Strider hätte man bei diesen Maßen ruhig einen richtigen Griff schrauben können, billige Macheten haben auch richtige Griffe und den Jungs von Strider wäre bestimmt etwas besseres als bei den billigen Macheten.


    Viele Grüße
    Roman

    Das Messer macht wirklich einen herzerfrischend gebrauchstüchtigen Eindruck.


    Was mir sofort ins Auge fällt ist diese Hohlkehle die von dem Schliff am Klingenrücken schräg abgesetzt wird, das verleiht der Klinge ein wirklich zackiges Aussehen. Mit 6,5 mm ist die Klinge auch ausreichend dimensioniert um einen auf 60 hrc gehärteten s30v wohl zu behüten. Der Griff passt, mehr kann ich dazu nicht sagen.


    Es geht mir hinsichtlich der Scheide wie Chris, die sieht wirklich nicht nach Massen-, sondern nach Maßanfertigung aus. Den oberen Teil der Scheide als Köcher zu gestalten und den unteren Teil rechteckig auslaufen zu lassen ist ein Hingucker. Das Bild wird im wahrsten Sinne abgerundet durch die Konturennaht die dem Verlauf der Klinge folgt. .


    Viele Grüße und viel Freude mit diesem Spitzenmesser
    Roman

    Chris, es liegt keineswegs an irgendeiner Dummheit, die Verriegelung der Werkzeuge ist nicht gerade ein Schöpfungsakt gewesen, aber sie halten wenigstens.
    Saschwo, ich kann mir zwar nur sehr vorstellen wie eine Zange abbrechen kann, aber was ist schon unmöglich.


    Was bleibt einem da übrig, sich einfach das Ding aussuchen das einem am besten in der Hand liegt und was einem gefällt.


    'Viele Grüße
    Roman

    ich habe jetzt seit ungefähr zehn Jahren ein Supertool von Leatherman.


    Es funktioniert immer noch, es läßt sich auch noch ohne Probleme bedienen.


    Dieses Werkzeug, und das ist es wirklich, mußte bei mir auch als Werkzeug herhalten. Die Schneidebacken der Zange haben fast alles klaglos durchtrennt, von einfachem Kupferdraht bis zu Stacheldraht und Nägeln, nur bei rostfreiem Federstahldraht haben sie kapituliiert, die entstandenen Kerben mußte ich rausfeilen.
    Die Schraubendreher haben ihren Dienst bis zum heutigen Tag durchgestanden, obwohl sie selbst manchmal fast verdreht wurden.
    Über die beiden Klingen kann ich nicht viel sagen, sie lassen sich gut schärfen und schneiden alles, von Kabeln, Dachpappe mit Schieferbelag und auch beim Auftrennen von dem ein oder anderen Schloß beim Wild machen sie alles mit.


    Die Säge funktioniert auch klaglos und hat ebenfalls von Eschenstangen für Hammerstiele bis zu Geweihstangen alles geschnitten und ist immer noch scharf.


    Mit dem zusammengeklappten Teil habe ich Nägel behelfsmäßig eingeschlagen und aufgeklappt mit der Zange nach vorn fungierte es als Keil den ich mit dem Hammer benutzte. Danach gingen die Werkzeuge mal ein bißchen schwerer aufzuklappen, das gab sich aber wieder.


    Wenn es irgendwann mal wirklich seinen Dienst aufgeben sollte werde ich mir wieder eins kaufen, die anderen sind vielleicht nicht schlechter, aber bestimmt nicht besser.


    Viele Grüße
    Roman

    eins muß man den Messern einfach lassen die in die Richtung der Form der Scagel-Messer zeigen, sie sehen einfach schön aus.


    Zudem wirken sie einfach wie aus einem Guß, die Lederscheide ist auch passend. Klassischer kann ein Messer nicht mehr aussehen. Aber davon abgesehen machen sie auch den Eindruck daß sie auch zu dem taugen wofür sie eigentlich gemacht wurden.


    Viele Grüße und Freude mit deinem Messer
    Roman

    Bienenwachs ist immer ein guter Vorschlag für alle natürlichen Sachen, aber um Horn ein bißchen speckiger zu machen taugt es nur zum Teil, den guten Insekten fehlt einfach irgendwo der Speck bei der Sache.


    Die Hersteller sardischer Hirtenmesser empfehlen sowohl den Griff aus Horn und die Klinge mit Olivenöl einzureiben. Ich habe so ein Messer, selbst nach zehn Jahren ist es noch tiptiop, auch der Griff, dank Olivenöl.


    Horn ist normalerweise eine Geschichte für die Ewigkeit, aber es hat zwei Feinde, Wasser und schnelles trocknen, dann kann es zu Rissen kommen. Was dem sehr entgegenwirkt ist Jojobaöl, es ist rein natürlich, zieht gut ein, schützte auch die Metallteile und vor allem hat es einen Lichtschutzfaktor von cirks 4, es blockt also auch bei der Lagerung des Messers in der Sonne wenn es einmal zum äußersten kommt den Rissen vor.


    Was das Einreiben von den Mitteln betrifft, eine Bürste tut auf Horn bessere Dienst als ein Tuch, die Bürste kommt auch dahin wo das Tuch nicht hinreicht.


    Viele Grüße und Spaß mit deinem Messer
    Roman

    diese Diskussion ist ja schon so ein tränenreicher Akt wie auf irgendeinem Juristenstelldichein.


    Ich fahre jetzt im Sommer seit dreißig Jahren Streife. Alle Messer die ich bis heute sichergestellt oder beschlagnahmt habe waren bezugnehmend auf Straftaten die sich im Vorfeld ereigneten.
    Einfach so habe ich noch nie einen Bürger nach verbotenen Gegenständen oder sonstwas durchsucht, ich finde es langsam schon devot was sich manche abhalten nur weil irgendwelche selbst der Wirklichkeit längst entstiegene Politiker irgendein Gesetz beschließen.


    Das hält keinen Straftäter davon ab mit einem verbotenen Gegenstand oder einem nicht erlaubten Messer ein Vergehen oder Verbrechen zu begehen.


    Wenn ich der Meinung bin daß ich ein Messer mitnehmen will daß eine längere Klinge als 12 cm hat, dann nehme ich es mit. Solange wie sechzehnjährige Schnösel mit einem Balisong, das eindeutig ein verbotener Gegenstand ist, auf Partys gehen trage ich ein 10Zoll Bowie im Wald ohne irgendeinen Gewissensbiss.
    Da ja auch hier das Führen von Balisongs schon versucht wird plausibel zu erklären, mache ich mir keine Gedanken, vielleicht habe ich das mitgeführte Bowie ja unterwegs gefunden und trage es ein bißchen spazieren, oder ich gehöre einer Sekte an die nur mit großen schweren Messern ihr Essen zubereiten darf und damit die Klingen nicht entweiht werden müssen sie immer am Mann bleiben.


    Was Tantos mit geschrägten Meißelspitzen betrifft, sie sind total überbewertet, sie stechen nicht besser oder schlechter als sonst ein auf Stich ausgelegtes Messer, ein Ausbeinmesser sticht allemal besser.


    Ansonsten würde ich dieses Messer von Böker enfach so nicht sicherstellen, ein angeschliffener Schraubendreher würde bei mir mehr Verdacht erwecken.


    Achso, S&RT, ich bin übrigens einer dieser durchschnittlichen Polizeibeamten die mit der Gesetzeslage leicht überfordert sind. Ich weiß, wenn man das Staatsexamen in Jura in der Tasche hat ist es leicht auch den durchschnittlichen Polizeibeamten herunter zu blicken, aber trotzdem fühlte ich mich irgendwie nicht rechtsunsicher in den letzten Jahrzehnten. Wenn es Zweifel gab habe ich einfach mit dem uns alle zur Verfügung stehenden normalen Menschenverstand entschieden, das war nicht immer ganz richtig, aber meist auch nicht immer ganz falsch.


    Zumindest sah kein Staatsanwalt bis heute die Veranlassung ein Verfahren wegen -Verfolgung Unschuldiger- gegen mich zu eröffnen. Wenn mich jemand während meiner Arbeit auf diesen Tatbestand hinweist bin ich ihm allerdings sehr dankbar, lockert das doch das Gespräch erheblich auf und bringt ein bißchen Humor in meinen oft nicht lustigen Dienst.


    Viele Grüße
    Roman

    es ist keineswegs ein Horrorszenario was Micha dort schon mit sehr klaren Worten beschreibt, vermutich kommt es bei einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung zu viel Schlimmeren.


    Wenn der Strom und das Telefon ausfällt, mehr kann ich fast nicht mehr zu den Worten Michas hinzufügen, wer und wie verständigt man dann die Rettungskräfte die dienstfrei haben.


    Ich gehe im Fall der Fälle von einem Chaos aus, mehr kann ich dazu nicht sagen.


    Viele Grüße
    Roman