Beiträge von juchten

    noch ein Wort, es gibt immer Stunden des Zweifelns, die kann man nicht von außen erhellen, da muss man selbst was tun.


    Dieses Forum ist nicht nur eine virtuelle Geschichte wie sonstwo, wo man sich schnell aus dem Staub machen kann.
    Man hält es nicht für möglich, hinter den Nicks stecken wirklich richtige Menschen. Und ein Teil dieser Menschen trifft sich zweimal im Jahr, abgesehen von vielen kleinen persönlichen Besuchen.


    Hier schläft und schlummert nichts, das Forum lebt, und wenn man mal nicht so schön dauerberieselt wird, dann ist trotzdem alles in Bereitschaft, sonst wären jetzt nicht ruckzuck 4 Seiten voll geschrieben worden.


    In einem anderen Forum hättest Du eine Lesebestätigung von einem Moderator bekommen und der hätte hinter deinem Nicks dann auf -enter- gedrückt und deinem Wunsch wäre dann sofort entsprochen worden.


    So, ich hoffe, die Tragweite deines Schreibens ist langsam hier zu erkennen.


    Falls noch weitere Glaubenszweifel bestehen, der nächste Termin für ein Treffen steht. Du hast also über 8 Monate Zeit diese "Pilgerreise" anzutreten.
    Christoph Kolumbus hat weniger Zeit gebraucht einen König davon zu überzeugen seine Fahrt zu sponsoren und drei Schiffe startklar zu machen.


    Viele Grüße


    Roman

    natürlich hat sich seit damals einiges geändert, heute diskutiert man ja z. B. darüber, ob es sich um einen Kriegseinsatz handelt wenn Soldaten in einem fremden Land mit Panzern fahren und beschossen werden.


    Einem Frontsoldaten war damals klar, dass er fast hundertprozentig in die Situation kommen wird, dass er sein Leben mit der blanken Klinge verteidigen muss. Damit ist ja schon fast die Form vorgegeben,
    die Klinge muss Schaden verursachen, das geht nun mal am besten mit einer spitzen Klinge, egal ob die Klinge mein ist oder von einem anderen Soldaten stammt.


    Wenn man sich einmal eine Handwaffensammlung von damals betrachtet, gemutet das einen schon an finsteres Mittelalter. Schlagkeulen mit Nägeln beschlagen, Dolche aus spitz geschliffenem Armierungsstahl usw..


    Jetzt sollte man sich darüber Gedanken machen, was ist ein Tactical-Messer?
    Zuerst erscheint die Munitionskisten-Aufhebelfraktion, ich bin nicht mehr so update, wieviele Kisten müssen dann noch von Frontsoldaten aufgehebelt werden?
    Hebeln mit einer Messerklinge, von mir aus, aber das geht mit einem niedriglegierten Stahl von 1917 genauso gut wie mit einem "Allesmachmesser".
    Wenn ein Werkzeug alles machen soll, dann heißt das Ende Kompromisse. Das ist ein schönes Wort, für mich bedeutet das, es kann nichts richtig.


    So könnte ich jetzt weitermachen, aber ich bin kein PR' ler für Grabendolche.


    Tactical bedeutet für mich, mein Messer muss in dunkler Stunde "Hier" rufen wenn alles andere versagt hat oder nicht mehr einsatzfähig ist. Und seid mir jetzt nicht böse, da würde ich auf die Erfahrung der alten Frontsoldaten von vor 100 Jahren vertrauen, egal unter welcher Fahne sie gedient haben.


    Moderne hin, Moderne her, der menschliche Körper hat sich nicht geändert. Oder lasst es mich einmal so sagen, wenn ich in den Weltraum will, dann vertraue ich zuerst mal auf die Erfahrungen eines Astronauten und nicht auf das Gespräch eines Astronomen, der eine war nämlich an dem Ort, von dem der andere faselt.


    Viele Grüße


    Roman

    wir sind Kinder unserer Zeit, welcher anderen auch? Bei uns wird die Zahnbürste jedes Jahr neu erfunden, wieso also nicht Messer und Stähle?


    Stähle waren damals keine Glaubensfrage, man musste auskommen mit dem was zur Verfügung stand. Wenn ich das Büchelchen von Böhler Stahl von 1919 lese, dann vermute ich einfach, dass es ein circa 0,6 prozentiger Kohlenstoffstahl war.


    Neuauflage, dafür sehen die alten Kämpfer einfach nicht brachial genug aus. Messer müssen heute immer so aussehen, als hätte die ein Comiczeichner erfunden, Pragmatiker des Nahkampfs mit blanken Waffen fehlt wohl der Bezug zu Captain America.


    Viele Grüße


    Roman

    das Messer sollte spitz sein und schneiden und man soll sich nicht soviele Gedanken darum machen müssen, man sollte sich besser Gedanken um eine gesunde Heimkehr machen.


    Das ganze "Hochgehype" von Kampfmessern aus Übersee ist meines Erachtens total aus dem Ruder gegangen. Wie soll ein Tacticalmesser aussehen, so wie die Messer aus dem 1. WK z. B., nie wieder war der Feindkonakt direkter und mit Handwaffen geführt worden.


    Ich weiß, das Moderne ist immer besser, aber wenn das Bessere nie solchen Bewährungsproben ausgesetzt ist wie das Bewährte, wie soll es dann das Bessere sein?


    Die Vietnam-Kampfmessern der Amis waren wenigstens noch ein Hingucker, heute klatscht man 2 Plastikschalen auf eine PM-Stahlschiene und lässt den Rest von ein paar schwindsüchtig aussehenden PR-Bübchen machen. Das reicht eigentlich nicht.


    Viele Grüße


    Roman

    ich habe auch schon so gedacht, nichts mehr los und nur Verkaufsanzeigen.
    Ich habe momentan nur ein Handy und ein Laptop trudelt erst die nächsten Wochen ein, deshalb bin ich etwas schreibfaul.


    Aber, den Kopf in den Sand stecken bedeutet nicht die Lösung gefunden zu haben, sondern das Hinterteil ungeschützt zu lassen.


    Und es besteht kein Grund zum Weinen, 3 Seiten Post in nicht mal 24 Stunden, also, geht doch.


    Viele Grüße


    Roman

    Ich machs kurz, 2 Leatherman, eins seit 20 Jahren im Einsatz, auch in der Schmiede, bis jetzt keine Beanstandungen. Übliche Kontaktspuren mit Maschinen, das ist aber kein Kriterium.
    Gut, Schärfe könnte ein bißchen länger halten, sonst fällt mir nichts ein.


    Viele Grüße
    Roman

    Bitte keine Anfrage für einen Rettungsversuch, zum Schweißen ist mir das alles viel zu nah an der Klinge und danach kann ich nicht mehr ruhig schlafen. Ein Stück Gewindestab an einen vorhandenen Erl anschweißen, ja, aber so nah an der Klinge bei so wenig Material, das ist im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß.


    Das Teil ist, oder war ein Dekostück, nur sollte man es dann dazu schreiben. Diese Bauart mit diesen Mini/Krüppel-Erlen findet man gewöhnlich bei Besteckmessern. Aber ich habe auch schon Fertigklingen derartiger Bauweise gesehen, die geistern ständig in der Bucht rum.


    Viele Grüße
    Roman

    Rostträgheit, was ist das überhaupt für ein Begriff? Wenn ich das in der Suchmaschine eingebe kommen ellenlange Messergespräche. Die erste zitierfähige Internetstelle ist ein Auszug aus dem Buch -Die Edelstähle-, aber da wird das Wort Für kupferlegierten Stahl benutzt.


    Also, ich lasse mich gern belehren, wo ist eine zitierfähige Textstelle, wo man nachlesen kann was explizit mit -rostträge- gemeint ist.


    Kibo, Du verstehst mich falsch. Ich weiß, daß Stähle zuerst geschmolzen werden, nach der Schmelze kommt die Weiterverarbeitung, eine davon ist die pulvermetallurgische Herstellung von Stahl.


    Von CpmD2 habe ich gar nichts geschrieben, und ich weiß nach Ausführungen der Firma Uddeholm, das bei Ihnen (und nicht nur bei ihnen) hergestellter D2 schon in der Schmelze nicht zum optimalen neigt.
    Deshalb hätte es mich ja interessiert ob die Weiterverarbeitung im pulvermetallurgischen Verfahren Verbesserungen gebracht hat. Und wenn Du darüber brauchbare Informationen hast, dann wäre ich dankbar.


    Ansonsten ist mir D2 schnuppe.


    Viele Grüße
    Roman

    "D2 wird übrigens auch schmelzmetallurgisch hergestellt"......................alle Stähle werden zuerst geschmolzen, flüssig singen kann man sie nicht.


    Ansonst, was Carbonstähle sind, wer macht denn diese Einteilung, wie nennt man denn einen Stahl, der 1 % Kohlenstoff und 1 % Mangan hat, Manganstahl oder Kohlenstoffstahl? Und primär geht es bei chromlegierten Stählen nicht um Korrosionsbeständigkeit, sondern um zusätzliche Härte. Ob ein Stahl mit 8 oder 12 % Chrom legiert wurde hat keinerlei Bezug zu Korrosionsfragen, sondern dient dazu eine gewisse "Kohlenstoffeinschnürung" zu erzeugen, um eine sehr hohe Härte zu erzielen.


    Uddeholm hat schon vor Jahren Probleme bei D2 eingeräumt und den Sverker21 empfohlen. Ich sehe bei diesen Stählen keinerlei Vorteile, es ist vielmehr erwähnenswerter, dass die Pulvermetallurgie in der Zwischenzeit auch Fortschritte gemacht hat, die Gefüge immer feiner werden und die Verteilung der Legierungen immer gleichmässiger werden.


    Und Kibo, wenn die Pulvermetallurgie beim D2 nichts gebracht hat, dann würde ich gern mal eine Quellenangabe haben.


    Viele Grüße
    Roman

    bei einem solchen Szenario werden alle im Einschlaggebiet sterben, die Glück haben sofort, die anderen später. Ich gehe davon aus, dass man sich die Wirkung einer solchen Waffe gar nicht vorstellen kann und alle Infos darüber bestenfalls geschönte Lügen sind.
    Hier wird die Versorgung der Bevölkerung schon bei viel kleineren Schadensfällen versagen, man braucht dafür gar keine nuklearen Gefechtsköpfe, wenn einer den Strom abstellt sind wir am Ende.


    Viele Grüße
    Roman

    Alex,
    auch das habe ich schon ausprobiert. Das Bürsten mit einer Messingbürste bringt auch auf einer kalten Klinge einen schwachen Messingauftrag zustande, warm ist es noch ein bißchen besser.
    Bilder habe ich momentan keine zur Verfügung, werde aber noch welche auftreiben.


    Viele Grüße
    Roman

    Lukas, das ist nicht wirklich die solide Arbeit zum Jahresabschluss, das ist eine andere........


    Alex, es sieht gut aus, mehr nicht. Es ist wirklich nur zum Ausprobieren, heute Nachmittag hatte ich ein bißchen Zeit und während ich eine Pfeife in der Schmiede rauchte ist das rausgekommen........


    Emil, jetzt deine Antwort. Das war natürlich eine Vorsatztat, nur hat der Moment gefehlt, heute nachmittag hat es gerade dazwischen gepasst. Also, folgende Anleitung, auch aus dem chat.


    Man nimmt Kupferpulver und löst es in warmen Eisen3Chlorid auf, diese dampfende Masse bringt man mehrmals auf die Messerklinge auf und wischt sie immer wieder ab, zum trocken abwischen und gleichzeitigen polieren hat sich Bimsmehl gut gemacht. Das Endresultat ist eine Kupferätzung auf der Klinge.


    So, noch für Vorsichtige, ich zähle mich dazu. Dieser dampfende Ätzbrei sieht total ungesund aus, das ist er hundertpro auch. Das ist ein rein optischer Effekt, die Klinge auf den Fotos bleibt auch nicht so, die wird wieder bis aufs Klingenmaterial poliert. Das ist auch einer der Knackpunkte der Kupferoberfläche, sie ist geringsten mechanischen Belastungen nicht gewachsen.


    Viele Grüße
    Roman

    guten Tag,


    aus einem Gespräch in unserem Chat geboren, ein Versuch eine Klinge zu "verkupfern". In Amerika soll es in Mode gekommen sein, Bilder habe ich im Chat auch gesehen. Ich bin, um es im Vorfeld direkt zu sagen, ziemlich skeptisch was Kupfer auf einer Klinge betrifft, essen zubereiten würde ich mit dem Teil nicht.
    Aber, auch hier gibt's ein -aber-, es sieht irgendwie urtümlich aus, immerhin etwas.


    Aber seht selbst.


    Viele Grüße
    Roman

    ich habe nur versucht zu erklären, dass der CPM M4 gewiss ein formidabler Stahl ist, nur dass hohe Legierungszusätze einer Messerklinge nicht wirklich auf die Sprünge helfen, aber dass Abwechslung auch auf diesem Gebiet durchaus ihren Platz hat.


    Ansonst versuche ich es immer wieder, die Texte so ausfallen zu lassen, dass sie über das Maß von "Super, will ich auch haben", oder "ist bestimmt ein gutes Messer" ein wenig weiter führen. Irgendwann und irgendwo sollte doch der Grundgedanke des Forums, ein Fachforum zu sein, seinen Ausdruck finden. Ein bißchen längerer Text ist dann manchmal dieser persönlichen Auffassung geschuldet.
    Viele Grüße
    Roman

    viel hilft viel, das könnte man fast als Überschrift für die einzelnen, immer wieder in Mode kommenden, Stähle nehmen. Der hier besprochene Stahl ist ein Schnelldrehstahl, Schnelldrehstähle als Messerklingen zu benutzen ist nichts neues, macht sich aber immer wieder gut.


    Wenn man einen Stahl wie den C125W zur Messerklinge formt, dann hat man schon ein ordentliches "Schneideisen" in der Hand, legiert man einen derartigen Stahl derart wie den CPM M4, dann hat man auch ein ordentliches "Schneideisen" in der Hand. Gut, so einfach kann man es nicht stehen lassen, aber es bleibt ein Fakt.


    Eine Klinge wird durch "sattes" Zusetzen von Legierungen nicht zum Supermesser, es ist halt aus aufwendiger hergestellten Stahl gemacht. Aber wir sind ja bei den Schnelldrehstählen gelandet. Die Herren Taylor und White, Pioniere in Sachen schnell drehender Stähle, haben bei der Firma Bethelem Steel Stahlgeschichte geschrieben. Erstmal war es möglich, dank hochlegierter Stähle und ausgefeilten Wärmebehandlungen endlich einmal auf einer Drehbank Höchstbelastungen zu realisieren, ohne dass die Schneideisen "wegtropften".
    Es ist auch noch gar nicht so lange her mit den Drehstählen, sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und die besagten Drehbankvorführungen konnte man damals auf der Weltausstellung in Paris, wir schreiben das Jahr 1900, bewundern.
    Für Ingeieure war das fast interessanter als die elektrische Glühbirne.


    Kommen wir auf den CPM M4 zurück, selbst wenn dieser Stahl nur z. B. 0,8 Prozent Vanadium mit auf den Weg bekäme, ist er immer noch ein "satter Brocken" was Legierungszusatz betrifft, mit der Menge an Wolfram und Vanadium ist er den Anforderungen, die sich bei großer Geschwindigkeit und der dadruch entstehenden Hitze, bestens gewachsen.


    Jetzt könnte man natürlich den Vernünftigen spielen und herablassend Äußerungen darüber machen, ob ein solcher Stahl überhaupt für eine Messerklinge nötig ist. Auf der einen Seite sagt man, vielleicht zu schnell, ja, auf der anderen Seite kann man aber auch sagen, wieso nicht?
    Durch seine ausgeklügelte Verteilung der Legierungen und seine Herstellung kann man daraus selbstredend eine Messerklinge machen, ob sie dann wirklich in dem Sinne besser ist als eine Klinge aus 1.2550 wird sich zeigen. Marginale Unterschiede wird man vielleicht feststellen, wobei ich dafür auch keine Hand ins Feuer legen möchte.


    Aber wie gesagt, Gefallen macht schön. Ich warte immer noch auf Klingen aus den pulvermetallurgisch erzeugten ASP-Stählen von Erasteel, aber vielleicht ist das dann doch zuviel des Guten.


    Viele Grüße und Freude mit deinem Messer
    Roman


    ps: wenn wir schon stahlgeschichtlich unterwegs waren, die nur im Flüsterton besprochenen Ausscheidungshärter, heute -Maraging-Stähle- genannt, wurden schon von Herrn Rapatz in seinem Buch "Die Edelstähle" besprochen, in der Ausgabe von 1942.

    hallo Thomas,


    ich machs mal kurz, das gabs mal, aber jetzt nicht mehr, zumindest nach meinem Wissensstand. Es gibt natürlich Messer die ungefähr hinkommen, aber entweder zu teuer oder nicht so wie Du dir das vorstellst.
    120 mm Klinge aufwärts ist bei Foldern selten geworden, heutzutage gerade, wo man Messerchen mit einem Wort wie "groß" in Verbindung bringt.
    Du kommst fast exakt 40 Jahre zu spät, bei einem Schulausflug nach Nancy habe ich solche Messer gesehen. Klappmesser mit Hornbeschalung, 4" bis 6" Klingen, sahen sehr gediegen aus, aber soweit ich mich erinnere hätte ich gern eins gekauft, aber die passten damals auch nicht zu der mitgeführten Geldmenge eines Siebzehnjährigen auf einem Schulausflug.


    Passt zwar nicht in deine Beschreibung, kommt aber wenigstens mit der finanziellen Vorstellung überein, ein altes Cold Steel Vaquero in XL. Ich habe seit Jahren eins in der Tasche, die Zahnung ist schon weggeschliffen, aber es ist ein gutes Klappmesser in der Größe. Damals wurden sie noch im Land der Samurais gemacht und der Stahl ist VG1 und gesamt in der Hosentasche nicht so sperrig wie die neuen CS.


    Viele Grüße
    Roman