Beiträge von juchten

    ich werde ein einfaches Bier nehmen, vielleicht etwas schottischen Hustensaft dazu. Heute war Samstagmittag und schönes Wetter, zwei Motorräder waren zu schnell, aber sie werden es überstehen. Ich hoffe, daß alle Mädel und Jungs, die auf zwei Rädern unterwegs sind, mit gesunden Gliedern den Christbaum sehen werden. Das gleiche gilt natürlich auch für alle auf vier Rädern.


    Einen schönen Abend


    Roman

    Eckhard, wenn Du mich sehen könntest, dann würdest Du mich mit offenem Mund sehen. Ich finde keine sinnvolle Steigerung für perfekt, das Messer ist wie immer meisterlich geworden. Mehr kann ich eigentlich nicht sagen, perfekt.


    Viele Grüße


    Roman

    die Klinge ist aus Blattfederstahl geschmiedet, allem Anschein nach dürfte es in der Qualität zwischen C 60 und C 75 liegen. Der Test einen Nagel zu durchtrennen ist keineswegs, wie Du schon anführst, ein Beispiel für die Qualität eines Stahls, wohl aber sieht man wohin das Anlassen geführt hat. Selbst Messer die bei einem solchen Test leichte Beschädigungen davontragen sind oft noch gebrauchtstüchtige Klingen. Der "angeschlagene" Rundstahl ist einfacher st37 Baustahl. Nach dem Anlassen schlage ich die Klinge mehrmals seitlich an den Fuß des Ambosses, übersteht sie das gibt es normalerweise keinen Grund sie nicht zu montieren. Ein Stahlseil zu durchtrennen ist zwar eine publikumswirksame Sache, aber es gibt Stahlseile die durchtrennt kein Messer mehr, und wenn überhaupt kann man es danach in die Tonne werfen. Der Flextest wird bei dieser Schneide nicht zum Tragen kommen, außer man benutzt eine nicht zu kleine Rohrzange und einen Schraubstock.
    Viele Grüße
    Roman


    PS: Nachtrag, jetzt verstehe ich was Du meinst, diese nach "Macken" aussehenden Stelle auf der Schneide sind Abrieb der Nägel, ich versuche ein besseres Bild zu machen.

    Oft kann man beobachten, daß gerade der Bösewicht in Büchern oder Filmen eine nicht unerhebliche Wirkung auf den Betrachter hat. Die Beispiele sind endlos, von der Nibelungensage mit dem grimmigen Hagen bis in die heutige Zeit mit solchen Verkörperungen wie diesem Doktor und der bleichgesichtigen FBI-Ermittlerin, gibt doch gerade die Figur dieses Herrn mit seinen guten Manieren, aber extrem abstrusen Charakterschwächen, den Filmen erst die richtige Spannung. So ergeht es mir, ich bin ein Fan von Science Fiction-Filmen muß ich vorausschicken, auch mit diesem passionierten Jäger aus einer anderen Welt. Na gut, optisch nicht gerade ein Hingucker, aber seine Bewaffnung ist wirklich vorbildlich, Strahlenkanone auf der Schulter, Atombombe in der Unterarmmanschette, eingebaute Klingen aller Arten, teleskopierbaren Lanzen und einer Peitsche, für die der Waffenschein bei einer Behörde auf einem Nachbarplaneten der Wega beantragt werden muß.


    Aber jetzt zu dem Eigentlichen. Beim Schmeiden einer Bowieklinge ging der Stahl einen Weg, der nicht im Einklang mit dem stand was eigentlich anstand. Es wurde zwar im weitesten Sinn eine Bowieklinge, aber sie ist wohl ein bißchen futuristisch ausgefallen und würde vielleicht auch in einem Oberschenkelholster dieses geifernden Bösewichts passend wirken. Das sind jetzt ein Bilder von dem fast fertigen Messer, die endgültige Politur und die Griffbeschalung fehlen noch.
    IMG01122.jpg so sah es aus nach dem Schmieden und Glühen
    IMG01125.jpg das Anlassen, es handelt sich um einen Stahl der so etwas mitmacht, bei den üblich verwendeten Stählen führt das selbstredend auf den Weg in die Tonne
    IMG01123.jpg der Zustand nach dem ersten Abschleifen
    IMG01121.jpg in der Hand
    IMG01127.jpg die Nagelprobe und die Spuren in einer dreiviertel Zoll dicken Eisenstange, alles ohne Beschädigung an der Schneide


    Das fertige Messer zeige ich auch, eine Beschalung aus Aluminium habe ich mal verworfen, das ist mir dann doch zu "sciencefictionmässig", aber dunkelgrünes oder schwarzes Micarta sind vielleicht schon passender.


    Viele Grüße


    Roman

    der Morgen ist die wahre Tageszeit, alles schläft und schlummert noch, da hat man seine Ruhe. Frage mich wieso hier niemand mal die Tür zusperrt, ist wohl auch gut so, eine Tasse Kaffe mit braunem Zucker, dann vielleicht eine Kleinigkeit essen, wenn es geht jetzt nicht schon rohes Fleisch.
    Roman

    es freut mich natürlich sehr, daß Euch die Messer gefallen, über Lob ist ja kein Mensch erhaben. Aber eigentlich werde ich erst wie immer beruhigt schlafen, wenn sie ihren Mann stehen wenn sie gebraucht werden. Ich bin gewiß kein Pessimist, aber über ein bißchen Beruhigung ist auch keiner erhaben.
    Viele Grüße und Dankeschön
    Roman

    ich finde so etwas praktisch, man hat auf kleinstem Raum mit sehr wenig Gewicht eine Schneide zur Hand. Der Stahl ist Ansichtssache, aber damit kann man sich auch arrangieren, obwohl ich keine Bestellhemmung hätte wenn es aus 440C wäre (wenn auch nicht mehr modern, aber fast total korrosionsfest). Ansonst ist es augenscheinlich perfekt gemacht, was will man mehr? Da hat auf jeden Fall der Macher alles gegeben um es ansehnlich zu machen, sauber abgesetzte große und kleine Bohrungen, Fingermulde, zweiseitig angeschliffene Rückenpartie, Daumenrillen (soweit ich das sehe sogar mittig geteilt), eine Schneide mit Spitze, mehr geht ja gar nicht auf dem vorgegebenen Platz, das Ganze dann in einer praktischen Scheide untergebracht. Bei aller Reduzierung auf das Wesentliche eines Messers sieht es immer noch wie ein kleines Schmuckstück aus.
    Viele Grüße
    Roman

    einen schwarzen Kaffee bitte, aber bitte nicht aus so einer südländischen "Kaffeeturboverschäumereimaschine", der schmeckt mir genausowenig wie dieser Traubentresterschnaps den man teuer als Grappa verkäuft und sich über die blöden Ausländer totlacht. Früher hat man das Zeug übrigens gebrannt und dahin abgegeben wo es hingehört, in die Industrie, aber als Pfeifenreiniger macht es auch eine gute Figur.
    Genug gelästert, mein neuer PC-Platz


    So, jetzt gehts weiter, bis später
    Roman

    wie steht in der Vinlandsaga? -Gesagt ist wie gefurzt, das kann man nicht zurücknehmen-.
    Ich bleibe bei einem Kaffee, ich gehe mich danach ins Bett legen, heute Abend ist wieder Antreten.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Aber an einem Kloster in der Schweiz steht auch am Portal: "Barmherzigkeit gehe vor gerechter Strafe"

    ich schütte mir mal einen Kaffee ein, der noch in der Warmhaltekanne von gestern steht. Ich glaube, eine kleine Pfeife mit Shag könnte ich jetzt rauchen, ich vergaß, richtigen Shag gibts doch nicht mehr, dann eben Virginia Nr. 1. Ich muß mir wieder Capstan bestellen, St. Bruno gibts ja nicht mehr, dafür haben wir jetzt Mentholzigaretten und McDonald. Früher ging man in Luxemburg in ein Tabakgeschäft und dort lagen bestimmt 15 verschiedene Sorten Navy Flake, heute vielleicht noch eine. Früher wurde mehr geraucht und mehr gesoffen, trotzdem schafften es die meisten über siebzig zu werden ohne Rückenprobleme zu bekommen oder jemals zu wissen was ein Psychotherapeuth ist. Man ging abends ins Bett und war müde vom Arbeiten, ein Viez und ein Schluck aus der Weihwasserflasche und man konnte in unbeheizten Zimmern ohne Doppelverglasung schlafen, die Eisblumen an den Scheiben waren wunderschön im Winter. Wenn ich allein bin fange ich an zu faseln, ich werde wirklich ein alter Mann, hehe, aber keine Beschwerden (bis auf diesen offenen Zahn, der ist aber auch bald fällig), ab und zu ein Schluck von dem schottischen Hustensaft und abends ein Glas Roten. Wenns so noch dreißig Jahre bleibt ist alles gut.
    Roman

    mir gefällt das Messer sehr gut, vor allem handlich. Über das Loch zum Feuerquirl kann man zwar geteilter Meinung sein, aber es stört ja nicht. Der Stahl macht sich bestimmt auch gut, wieso auch nicht.
    Viele Grüße
    Roman

    vielleicht war alles ganz anders.
    Die Leute bei Gerber haben sich Gedanken um eine funktionale Scheide gemacht und egal was sie dabei zeichneten war entweder außerhalb des Kostenrahmens oder es hatte immer wieder einer etwas zu nörgeln. Da fiel einem alten Designer, er ist wohl 29 Jahre alt (kann sich aber an einen alten Handwerker in der Nachbarschaft erinnern), die passende Lösung ein. Er beauftragte den Lehrling in der Schlosserei einfach umlaufend um die Scheide ein paar Öffnungen anzubringen, das wars. Sollen sie doch das Ding so und mit dem festmachen wie sie es wollen, Möglichkeiten gibts jetzt genug.
    Der Rest war Händewaschen und den Spruch von Pilatus kommen lassen.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Das Ding kann man sogar mit der Klebepistole irgendwo anbringen.

    was heißt hier keine Augenweide, Du hast doch gehärteten Stahl mit einer Schneide und einer Spitze versehen und einen Griff angebracht, das zeichnet normal ein Messer aus, so macht man das schon seit der Zeit als die ersten findigen Burschen so etwas wie Eisen und Stahl machen konnten. Wenn Du mit Augenweide jetzt allerdings den kosmetischen Kram meinst, da kann man sich immer einen abbrechen, es so machen daß es anderen gefällt (obwohl es einem dann manchmal selbst nicht gefällt) oder Polituren oder sonstwas bis in den Bereich des Abziehens mit einem fuselfreien Tuch treiben. Wenn das die ersten sind, dann sehe ich es so, daß alles im grünen Bereich ist, jedes Messer mehr geht einem auf jeden Fall immer leichter von der Hand.
    Viele Grüße und weitermachen
    Roman

    VG10 hat cirka 14 % Chrom, damit ist er eigentlich relativ korrosionsträge, Eisen3Chlorid macht ihm nichts, Schwefelsäure vermutlich auch nichts. Es geht ja vermutlich mehr um die Trennlinie zwischen der Schneidlage und den aufgelegten Layern, je nachdem was das ist geht eben alles nicht. Was bliebe wären die Stahlkiller auf den Plan zu rufen, Kupfersulfat z. B,, aber zum Ätzen taugt das nur dahingehend daß man relativ schnell Lochfraßkorrosion staunend feststellen kann. Entsprechende Tests was die Korrosion betrifft findet man bei Fuchsknives, es ist schon erstaunlich daß selbst die Schwergewichte unter den Chromstählen bei verschiedenen Korrosionsmedien in die Knie gehen, aber 440C selbst die schlimmsten Stahlschädlinge unbeschadet übersteht.


    Eisen3Chlorid ist eigentlich die richtige Substanz, selbst blankpolierte Klingen zeichnen bei Kontakt in Sekundenschnelle, aber die Voraussetzung ist eben das Fehlen von Chrom. Vermutlich ist deine Klinge einfach nicht durch solche Säuren zu beeindrucken, und die, die Wirkung zeigen würden, die zerstören die Klinge. Übrigens, dieses halbstündige Bad in Eisen3Chlorid ist wirklich nicht zu empfehlen, Klingen die nicht korrosionsträge sind zeigen danach eine feine und ebenso häßliche Korrosion, die genau der letzten Schleifrichtung folgt, dann heißt es auf ein Neues.


    Viele Grüße


    Roman

    die Zeit ist ja eine Erfindung des Menschen, also können wir sie auch drehen wie wir wollen, es ändert zwar an gar nichts etwas, aber Unsinniges ist ja immer modern. In Anbetracht der Tatsache daß der Chef noch am Arbeiten ist genehmige ich mir mal einen Kaffee und eine Pfeife stramm mit Virginia gestopft. Was ein Mist, ich würde lieber am Spey stehen und auf die Aufsteiger hoffen.


    Roman

    das Messer gefällt mir, es wird immer wieder Eckpunkte geben an denen sich die Geschmäcker ein bißchen reiben. Was das "Reiben" betrifft, ich bin fest davon überzeugt daß es ein absolut gebrauchstüchtiges Messer ist, wenn du das Messer genauso haben wolltest ist im Prinzip alles akzeptabel. Was das handwerkliche betrifft, da gibt es wohl nichts wo man sich reiben kann, es macht einen einwandfreien Eindruck, bei einer leichten Kooperation seitens Markus wundert mich das auch nicht.


    Die Oberflächenstruktur ist herzerfrischend, das macht es auf jeden Fall einzigartig. Was die Musterungen betrifft, ich bin wirklich aufgrund des Schreibens von RealShadow ein bißchen an alte Zeiten erinnert worden. Diese sehr plastischen Darstellungen stammen wohl augenscheinlich von einem der Tempel in Kajuraho, ich konnte mich persönlich 1987 von diesen "Möglichkeiten menschlichen Beisammenseins" beeindrucken lassen, obwohl ich zugeben muß daß mir für solche akrobatischen Möglichkeiten einfach hier und da ein paar Gelenke fehlen.


    Wo war ich, achso, das Messer, ich hoffe es geht weiter mit dem nächsten.


    Viele Grüße


    Roman