Beiträge von juchten

    die Arbeit sieht sehr gut aus, vor allem hat man mal "Fleisch" zum nachschärfen, die meisten kleineren Messer verlieren ja direkt ihre Facon wenn sie mal ein paar Monate richtig benutzt werden und regelmässig geschliffen werden. Bei der Breite hätte man fast an 6 mm Dicke denken können, aber das ist wohl Geschmackssache, 1 mm mehr auf der ganzen Flanke heißt ja auch Gewicht mehr. Auf jeden Fall finde ich die Idee, wie auch die Umsetzung gelungen. Der Stahl von Böhler ist auch immer eine sichere Bank.
    Viele Grüße
    Roman

    Kaffee nehme ich mit. Was ein Morgen, die Stare machen einen Höllenlärm, dabei haben sie doch alle meine Kirschen fressen dürfen, was noch? Undankbares buntschillerndes Gesindel, sie sollen bloß aufpassen, in Mathilde Erhardts -Ilusstriertes Kochbuch- von 1904 gibts ein paar leckere Rezepte um diese Banausen in ein leckeres Brätchen zu verwandeln. Gerade nach dem übermässigen Verzehr von Kirschen sollen sie besonders schmackhaft sein.
    Lukas, alles Gute für deinen "ersten Schultag", das ist ein sinnvolles Unterfangen ein Studium zu beginnen, halt vor allem durch.
    So, wo sind wir stehengeblieben, wohnt einer vielleicht in der Nähe von Isny im Allgäu, ich werde mich übermorgen dorthin begeben und bestimmt abends Zeit haben.
    Viele Grüße
    Roman

    für mich auch einen Kaffee, Rammstein geht in Ordnung, das ist ja sozusagen deutsches Liedgut, diese jammernden Sprechgesänge die von irgendwelchen Leuten mit viel zu groß geratenen Jacken und schief sitzenden Mützen an brennenden Mülltonnen runtergelabert werden gehen mir nicht ab. Die singen nur von ihren Problemen, anstatt "abzuhängen! würden die besser mal was arbeiten, aber das ist das nächste Problem, für qualifizierte Arbeit zu dumm, für einfache Arbeiten zu faul.
    Egal, Kaffee schmeckt, gestern Finger in Bandschleifer gehalten, neues Design an der linken Zeigefingerkuppe.
    Bis später
    Roman
    PS: Hendrik, Micha hat definitiv keine großen Hände, ich eigentlich auch nicht, sie sind nur ein bißchen dicker, und von Edelstahltotenköpfen weiß ich nichts.

    das ist zwar in meinen Augen ein gewagter Griff, aber wenn man sich so etwas in den Kopf gesetzt hat ist es außerhalb jeder Kritik. An deiner Stelle würde ich mir eine Pappschablone von dem Griff im Maßstab 1:1 machen und mit ihr im Wald spazieren gehen. Im betreffenden Wald würde ich mir einen Ast aussuchen, der die vorgegebenen Konturen hat und ihn einfach abschneiden, dann die Schnittstellen mit Ponal oder etwas ähnlichem versiegeln und mal ein paar Wochen trocknen lassen, dann noch einen Monat im Auto im Sommer, der steht ja vor der Tür. Im Anschluß Rinde entfernen, in die gewünschte Passform bringen und einstielen. Das ist auf jeden Fall stabiler als die ganzen "aus dem Brett heraus Schneiderei".
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, die Wikinger haben schon so Passteile für ihre Schiffe gesucht, vermutlich war es überhaupt in der damaligen Zeit effektiver sich den passenden Ast oder Baum auszusuchen als von Hand etwas komplett in Form zu bringen. Stabiler als gewachsen geht eigentlich nicht.

    super geworden Robert, ich staune immer wieder wie die Klingen sich verwandeln vom gehärteten Rohling bis zu den schönen Messern auf den BIldern.
    Viele Grüße
    Roman

    ich mache es mir einmal ganz einfach und stimme jedem zu, egal ob Tung-, Danish- Oliven- oder Leinöl, ich habe von jeder Seite Gutes gehört von diesen Ölen, wir haben also freie Auswahl, es gibt bestimmt noch jede Menge Öle oder sonstiges was gut brauchbar ist. Aber ich bin gezwungen von Leinöl zu reden, das habe ich nämlich immer in der Werkstatt stehen.
    Man kann es leicht kochen und dann warm auftragen (draußen kochen!), man kann es einmal auftragen oder nach Abwischen zwei- oder dreimal. Es kann gemischt mit Terpentinersatz im Verhältnis 1:1 aufgetragen werden, dann zieht es gut ein, man kann es auf erwärmtes Holz auftragen oder auf dem Holz erwärmen. Wenn es ungezieferfest werden soll, zuerst ein bißchen Boraxsalz in Wasser auflösen und den Stiel damit einstreichen, nach dem Abtrocknen die kleinen Holzfasern, die dann durch die Feuchtigkeit abstehen, abschmirgeln und wieder mit Leinöl einstreichen.
    Wie geschrieben, ich plädiere genauso für die anderen Öle, aber das Leinöl ist eben immer greifbar. Bienenwachs habe ich vergessen, damit reibe ich meist zum Schluss ab.
    Viele Grüße
    Roman

    Holz ist mitnichten Blödsinn. Natürlich ist ein Stahlrohr stabiler, dagegen kann man gar nichts sagen, aber davon abgesehen wird es niemals griffig werden, weil Stahl keinen Schweiß aufnehmen kann und sich immer kalt anfühlt. Zudem sind die wenigsten Leute im Besitz eines Schweißgerätes um eine Stahl/Werkzeugstahlverbindung bindend zu schweißen.
    Vor allem hat Holz durch seine ureigene Art die Möglichkeit Schläge mit einem Werkzeug zu absorbieren und nur abgeschwächt an die Hände weiterzugeben, etwas was Stahl ohne Schockverlust einfach an die Hände weitergibt. Wenn ich mir vorstelle, daß ich Hamerstiele aus Eisen hätte müßte ich sie im Auge des Kopfes entweder mit Urethan einkleben oder federnd lagen. Zu guter letzt spielt auch das Gewicht eine Rolle, Ein Hammerstiel aus Esche in der Länge wie ich sie brauche kommt zwischen 200 bis 250 Gramm, ein Vierkantrohr (ich hatte gerade kein passendes rundes gefunden) von 32 cm Länge, weder lang noch stabil genug, kommt auf 700 Gramm, so wird ein 1200 Gramm Hammer mit Schweißnaht gut und gern zwei Kilo schwer mit der Wirkung eines 1200 Gramm Hammers und dem Endeffekt daß ich damit ein nicht brauchbares Werkzeug in der Hand halte.
    Über Fiberglas kann ich nichts sagen, es gibt Leute die schwören darauf und ich will es auch gern glauben, bloß wo bekommt man die Dinger her, ich habe nur Einzelstiele in China gefunden.
    Viele Grüße
    Roman

    ich würde es halten wie Maik es vorschlägt, alte Feile (evtl. Härteprüffeile) oder 1.3505, der kommt auch ziemlich hin.
    Viele Grüße
    Roman

    es gäbe wohl eine Möglichkeit, wenn man schnellbindendes Epoxyd in einer Sprayflasche bekommen würde, das Zeug aufspritzen, versuchen die Lösungsmittel nicht einzuatmen und voila, man ist relativ gefeit gegen scharfe Klingen, vorausgesetzt es sind die üblichen "Flitschen" von Leuten, die ihre Sätze meist mit "Ey Alter" beginnen. Ich sehe naturgegeben mit dem neu gestalteten Outfit Probleme eine schnellere Gangart anzuschlagen, das Ganze gemahnt mich an Robotergestalten aus den Science Fiction Filmen der 50er Jahre.
    Kevlar bzw. Aramid aus der Flasche schließe ich mal aus, das Zeug ist ja so schon schwer genug zu bearbeiten um es einigermaßen lichtstabil zu bekommen, geschweige denn in flüssiger Sprayform. Mit einem Wort, ich halte das Ganze wirklich für eine Großstadtlegende, der Begriff hat mir sehr gut gefallen Hendrik, wobei ich zugegebenerweise mit Großstadtlegenden keine große Erfahrung habe.
    Viele Grüße
    Roman
    PS: Es gäbe da natürlich noch eine Möglichkeit, die Kellerräume in Langley. Ich glaube ich habe da so eine Virginia-Farm-Boy Legende gehört, das Zeug gibts wirklich nach Angaben der Maisbrotverzehrer, es steht im Raum 4, auf dem Regal neben den Dosen für "Mehr Intelligenz für Leute, die Sätze mit Ey Alter" beginnen.

    1.3505 und 1.2210 wären auch denkbar und würden auch funktionieren, sie liegen ebenfalls in der gleichen Klasse. Wenn Du ein Stückchen 1.3505 brauchst für ein Rasiermesser kann ich es Dir gern zukommen lassen, den habe ich immer da.
    Was Damast betrifft, da müssen wir unterscheiden zwischen Dekor- oder Leistungsdamasten. Bei einem Damaststahl aus Kohlenstoffstählen und Eisen, saubere Verschweißung vorausgesetzt, wird sich nichts verbiegen, es kann sogar zu einer Verbesserung der Schneideigenschaft hinsichtlich der Zähigkeit kommen.
    Viele Grüße
    Roman

    ein Rasiermesser!
    Was soll man sagen, das ist ein hehres Unterfangen. Das Rasiermesser ist einer Druckschnittbelastung ausgesetzt, die man sich fast nicht vorstellen kann. Herr Rapatz sieht das in seiner eigenen nüchternen Art, er geht "von dem rohen Vergleich aus, daß eine Rasiermesserklinge größerer Druckbelastung ausgesetzt ist als die von hochbeanspruchten Teilen von Arbeitsmaschinen." Im gleichen Kapitel wird ein Stahl für Rasiermesserklingen vorgeschlagen, der einen Kohlenstoffgehalt von 1,2 bis 1,4 % Kohlenstoff hat und einen Chromgehalt von cirka 0,5 %. Das Anlassen soll bei 200 bis 250 Grad erfolgen, wobei Schäfer in seinem Buch -Die Werkzeugstähle und ihre Wärmebehandlung 1922- auch ein Weglassen des Anlassens in Möglichkeit zieht.
    Jetzt wirst Du dich eben auf die Suche machen müssen nach einem geeigneten Anbieter, willkommen im Club. Wenn Du C 75 willst, Oellerstahl hat ihn im Angebot in 4 mm Dicke, wenn Du z. B. 1.1545 suchst, dann wirst Du fast nur Rundstahl vorfinden und wenn Du einen Stahl wie C125 suchst, dann fast gute Nacht, vielleicht bei einem Sägeblatthersteller. Die andere Möglichkeit wäre eine alte Feile aufzutun, da gibt es manchmal welche, die in dieser Liga arbeiten.
    Die Rasiermesser werden grob in Form geschmiedet und dann geschliffen, das kann so gut wie kein Mensch mehr, aber ich lasse mich da nur allzu gern belehren. Vor allen Dingen ist eine ganz feine Wärmebehandlung gefragt, denn die Spitze einer Rasiermesserschneide soll die "Nagelprobe" bestehen, es soll sich seitwärts leicht verbiegen lassen und wieder zurückfedern ohne zu brechen.
    Viele Grüße und gutes Gelingen
    Roman

    sie gefallen alle, wobei das große mir schon gut ins Auge sticht, hoffentlich nie sprichwörtlich. Das hat so eine gewisse orientalische Anlehnung, da werde ich immer schwach.


    Also, härten lassen, Monturen anbringen und dann sind wir alle gespannt.


    Viele Grüße


    Roman

    absolut saubere Arbeit, sogar das innenliegende schwarze Futterleder mit vernäht, alle Nähte in der Flucht und sauber gestochen, beispielhaft.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Falls jemand einmal solche mattglänzenden Kanten braucht, einfach eine Tuchscheibe auf die Poliermaschine oder eine schnellaufende Bohrmaschine spannen, gut mit dunklem Polierwachs präpariern und die Kanten solange (dauert nicht lange) polieren bis man leicht angesengten Ledergeruch wahrnimmt, das Wachs ist dann heiß eingezogen und hat diese teuer aussehende glänzende Oberfläche. Nebenbei nimmt sie auch auf lange Zeit keine Feuchtigkeit auf.

    ich weiß gar nicht ob ich hier etwas schreiben darf, weil ich gar kein Strider habe, aber wenigstens schon ein paar in der Hand hatte, deshalb versuche ich das auch so nüchtern wie möglich zu machen.


    Beim Bau eines Klappmessers wird es immer Konzessionen geben, wir haben es schließlich mit Mechanik zu tun und die bedingt hier bewegliche Teile. Diese Teile bestehen fast immer aus verschiedenen Materialien, ergo wird es auf Dauer bei jedem noch festen Verschlussmechanismus zu kleinen Toleranzen kommen. Diese kann man natürlich mit justierbaren Verriegelungen insoweit beeinflussen, daß man immer eine spielfreie Verriegelung hat. Aber Metalle die aufeinander reiben, bzw. auch auf Teflon oder ähnlichen Lagern laufen, werden irgendwann einem natürlichen Verschleiß unterzogen, es gibt immer irgendwelche Partikel in den Zwischenräumen die auf Dauer ihr zerstörerisches Werk tun. Wir werden wohl damit umgehen müssen, aber das ist jedem von uns bekannt.


    Wenn man von Anfang an einen stabilen Verriegelungsmechanismus baut und das Klingenspiel stramm einstellt ist zumindest für eine gewisse Zeit davon auszugehen, daß man auf der sicheren Seite ist, wenn sie sich auch schwerer öffnen lässt. Wenn wir das Maß der Stabilität bei einem Klappmesser anlegen sehe ich an erster Stelle nicht den verwendeten Stahl oder leicht- oder schwergänige Mechanismen, sondern die Problematik der Klingenaufhängung. Je mehr Stahl man um die Bohrung für die Klingenachse hat, mit einer gleichzeitig groß dimensionierter Achse, gelagert in stabilen Aufhängungen, desto stabiler, aber auch massiger fällt das Prodkukt dann aus. Ich will gar nicht wissen wie es bei vielen Klappmessern unterhalb der Klingenachse aussieht, das ist nämlich einer der Punkte wo man das Material sparsam verteilen muss, um im zusammengeklappten Zustand nicht übermässig Stahl der Klingenwurzel aus dem oberen Griff herausragen zu lassen.


    Die Konstruktion eines Klappmessers wird immer Konzessionen beinhalten, egal wer sie baut, auch werden wir fortan damit leben müssen, daß ein Klappmesser bei starkem Gebrauch ein Verbrauchsgegenstand ist. Das liegt aber in der Natur der Sache, ein Messer ist bei starkem Gebrauch kein "Ewigkeitsartikel", allein das Nachschärfen wird es irgendwann dahin bringen daß es nicht mehr einsatzfähig ist, weil die Schneide so keilförmig wird (gerade bei dicken Klingen) daß es nur mühsam spalten kann anstatt zu schneiden. Aber dann stehen wir ja vor dem freudigen Zustand ein neues Messer kaufen zu dürfen.


    Noch etwas zu der Stabilität der Stähle, es ist in meinen Augen oft eine mühselige Diskussion wie stabil eine Klinge ist, sie sind alle aus gehärtetem Stahl und keins ist unzerstörbar. Früher, als man die ausgeklügelten Methoden der Härteprüfung nicht hatte wurde, um einen Stahl zu testen, ein Stück Vierkantstahl mit Markierungen versehen und immer wieder verschieden gehärtet und jeweils an den Markierungsbereichen abgeschrotet. Wir reden jetzt von Vierkantstahl mit einem Zoll Seitenlänge, das Teil was sich am schwersten abschroten ließ und den saubersten Bruch zeigte, bei dieser Wärmebehandlung blieb man dann. Wann ist denn eine Klinge stabil und wann nicht, es ist doch müssig sich darüber Gedanken zu machen, wenn selbst ein Stück Vierkantstahl in dieser Dimension zu teilen ist. Wir werden auch hier immer Kompromisse machen müssen, aber dafür haben wir ja genug in Klingen verbauten Stahl zur Verfügung. Dazu nur ein Beispiel. Vor ein paar Tagen habe ich ein Bowiemesserchen aus Wälzlagerstahl (1.3505) geschmiedet und es so gut wie es mir möglich ist selektiv gehärtet und dann mit einer normalen Arbeitsschärfe versehen. Es hat klaglos vierzöllige Nägel gespaltet und beim seitlichen Schlagen an die Ambosskante ging auch nichts zu Bruch. Das Hacken, so weit es möglich ist mit einer vier Zoll Klinge, in die Kante eines 120 kg Klotzes aus gehärtetem Stahl hat es auch mit kleinen Blessuren überstanden. Selbst das Einspannen mit der Schneide nach oben in den Schraubstock und das Traktieren der Schneide mit einem Hammer bewirkte Schäden, die man innerhalb kürzester Zeit wieder wegschleifen konnte, allerdings dauerte das Nachschleifen der Hammerbahn länger. Als sie dann im Schraubstock so eingespannt wurde daß die Hälfte der Klinge herausschaute und einem Schlag mit dem Hammer auf die Klingenflanke riss sie zu Dreiviertel ein. Auch hier wie bei jedem anderen Stahl, irgendwann kommt der Moment wo das Material nicht mehr kann.


    Wo legt man also die Messlatte für Stabilität an? Aber ich denke, da hat jeder sein eigenes Maß und das ist gut so.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Vielleicht sollte man wirklich mal eine Klinge aus Brecheisenstahl schmieden, einen Versuch wäre es wert, hart genug für eine Messerschneide ist er ja.

    endlich kann ich Dir mal widersprechen Micha. Dieser 1095, ich nehme jetzt mal, weil wir uns ja nunmal geografisch im DIN-Land befinden als deutsche Ausgabe den 1.1545, ist gar kein so billiger Stahl mehr. Das liegt womöglich daran, daß die unlegierten Kaltarbeitsstähle zur Zeit wenig gefragt sind, es ist durchaus nicht so einfach diese Stähle aufzutreiben. Ich lasse jetzt einmal einzelne Fachanbieter für Messermaterial weg und rede von den Stahllieferanten.


    Die Stähle C 60 bis C105, ich nenne sie jetzt einfach mit alter Bezeichnung, werden langsam rar und sind vor allem nicht "mundgerecht" aufzutreiben, oft nur als Quadratmeter große Bleche oder als Rundmaterial. Der Preis liegt, wir wollen ja beim Thema bleiben, bei 1.1545 beim doppelten von 1.2842. Aber es ist kein Grund lange sparen zu müssen, das Kilo 1.2842 kommt cirka auf 2,50 Euro.


    Was das Messer von Tops betrifft will ich keinem zu nahe treten oder mir den Mund verbrennen, aber es ist doch ein Messer was sich übergangslos in diese Erscheinungsform der Bushcraftmesser einordnet. Sie haben alle einen etwas schlankeren Kochmessergriff mit einer Klinge die mehr als nur ein bißchen an die Messerkultur unserer skandinavischen Freunde erinnert. Aber anscheinend bewährt sich doch immer wieder klassisches, was letztendlich auch oft logisch erscheint.


    "Klingenphilosophisch" ist das Ganze übrigens gar nicht so verwunderlich. Was hat man nicht alles für Messer in den letzten dreißig Jahren gesehen, die Klingenformen wurden anscheinend immer neu erfunden, vom Miniringmesser bis zu Messerns mit Sägen auf dem Rücken, Klingen aus den scheinbar speziellsten Stählen (Hauptsache nicht auftreibbar), die Formen haben Kapriolen geschlagen. Das ist mitnichten eine Kritik meinerseits, das bringt das alles mit sich, es gibt doch nichts Schöneres als immer neue Formen und Materialien zu besehen und zu bestaunen.


    Und jetzt diese Bushcraftmesser, irgendwie drängt mir (das ist natürlich subjektiv) der Verdacht auf, daß es sich, wie die englischsprachigen so schön sagen -back to the roots-, bewegt. Auch das vorgestellte Messer ist die Reduktion auf das Wesentliche was man braucht, ein händischer Griff und eine Klinge mit der man vor allem schneiden, und auch mal stechen kann. Holzspalten läßt man anscheindend außen vor, wir haben ja alle Heizung und die Wälder befinden sich anscheinend, nicht nur wie hier bei mir, in einem Zustand wo man das Feuerholz nur aufheben muss.


    Ich finde, das Messer sieht eigentlich gefällig aus, nur diese ganzen Schriftzüge auf den Klingen finde ich ein bißchen unnötig, aber wie es gefällt.


    Viele Grüße


    Roman


    PS: Dieses verfluchte Moramesser habe ich übrigens auch, in einer unmöglichen grünen Plastikscheide (die das Messer sicher hält) mit einem unmöglichen grünen Griff zu einem unmöglichen Preis, aber es läßt sich gut schärfen und wird teuflich scharf, es liegt auch in nassen Händen hervorragend, es ist..................was schreibe ich gerade, das gibts ja alles gar nicht.

    wieso eigentlich Messer, das scheint irgendwo eine begründete Frage zu sein, aber selbst bei einfacher Betrachtungsweise ist sie keine Frage, genauso könnte man fragen -wieso atmen-?
    Das Messer ist das einzige Werkzeug, daß uns immer begleitet hat, egal zu welcher Zeit und zu welchem Zweck. Die ersten Jäger haben mit ihren Flintsteinklingen die Jagd auf die gefährlichsten Tiere aufgenommen, sie waren bei allen Schlachten und Völkerwanderungen dabei, egal ob zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes oder auf einem Schiff. Die Astronauten hatten Messer dabei, es gibt kein ähnliches Werkzeug daß uns Menschen vom Anbeginn der Zeit so treu gedient hat, es ist die Reduktion alles technischen, begrenzt auf einen Griff und eine Schneide mit Spitze. Es gibt sie in allen Formen und Arten, es gibt Messer um Felle zu trennen, es gibt Messer für die Chirurgen, es gibt Messer für Kutscher, für Jäger und was weiß ich nicht alles, sag mir ein Mensch mal ob ein Bierkrug oder Tante Heidis milbenverseuchter Orientteppich zu so etwas fähig ist. Es fällt keinem Menschen mit Verstand ein sich in die Wildnis zu begeben mit einem Briefmarkenalbum oder einer Jugendstillampe.
    Wir werden uns niemals von ihnen trennen, das geht gar nicht, das ist so etwas wie Evolution, uns trennt nur eine Mauer und eine Heizung von der Wildnis, die Messer ruhen vielleicht öfters, aber wenn die Mauer und die Heizung weg sind, dann ist dieses Stück Stahl das einzige auf das man sich verlassen kann.
    Viele Grüße
    Roman