Ob's nun lizensiert oder ein Rip-Off ist, kann und will ich nicht beurteilen, stattdessen ein kurzer Erfahrungsbericht.
Leider hab ich das ESEE 3 grad nicht greifbar, aber aus der Erinnerung heraus gleicht es dem schon sehr. Das Messer ist schwer, gefühlt grifflastiger als das ESEE, der Griff ist wie beim ESEE relativ klein. Unterarmrasur ohne Probleme. Der Aufdruck "China" lässt keine Zweifel an der Herkunft aufkommen.
Beim genaueren Hinsehen fiel mir dann auf, dass die Beschichtung auf einer Seite an der Schneide teilweise recht schlamping aufgebracht war. Ich schnappte mit also einen Haselstecken und fing an ihn anszuspitzen. Nun ist Hasel nicht grad das härteste Holz, trotzdem fing die Beschichtung an abzublättern.
Neugierig geworden nahm ich ein herumliegendes Steakmesser und das Ergebnis von ein bisschen schaben ist auf dem Foto (halbwegs gut) zu sehen. Auf der Rückseite wo die Beschichtung keine offensichtlichen Fehler aufwies, lies sie sich auch mit dem Messer abkratzen.
Verwendung bei der Lebensmittelzubereitung (einschl. rote Arbeit) verbietet sich damit für mich automatisch, solang noch Reste der Beschichtung auf der Klinge sind. (Und das wird noch lang sein, weil ich zu viele gute Messer hab, als das ich auf das USMC jemals zurückgreifen müsste).
Das kurze Haselintermezzo tat der Rasurschärfe übrigens keinen Abbruch, was zwar noch nichts über die Qualität des 440C (wenn's denn wirklich einer ist) und sehr wenig über die Schnitthaltigkeit sagt, aber ich hatte diesbezüglich schon schlechtere Messer.
Die Scheide macht einen brauchbaren bis guten Eindruck, Plastikeinsatz ist vorhanden, in der Fronttasche hat ein Leatherman Charge Platz, Rückseite mit Molle-Befestigung, Linkshändergeeignet.
Alles in allem ein Messer, das ich nicht vermisst hätte, aufgrund des Preises aber wohl für manchen eine Alternative zum 3x so teuren ESEE.
Und man kann's ja auch positiv sehen: Das ESEE schaut nach nem Jahr Outdoor noch aus als käm's frisch aus dem Karton, wohingegen das USMC schon nach ner Viertelstunde Batoning den Eindruck erweckt, als hätte der Besitzer von Vietnam bis Irak alle Kriegseinsätze damit durchgestanden. 