Beiträge von Daywalker

    Andy, Du hast ganz Recht. Ich hab ja Beides. Vitrinen CRK und "Benutzer CRK". Für mich macht es daher wenig Sinn, alle zu benutzen. Um zu wissen wie sich ein Sebenza oder Mnandi im Gebrauch schlägt, hab ich diese Beiden:


    21, Wilson Combat, Insingo, 19 by Jedi, auf Flickr



    Mnandi, Snakewood, Ladder, 18 by Jedi, auf Flickr



    Deren Spuren erzählen halt MEINE Geschichte mit diesen Beiden, wenngleich wenig "abenteuerlich". Ein zweites, drittes, viertes Sebenza zu benutzen steigert nicht die Erkenntnis. Aber wie gesagt. Ich kenne diese Diskussion schon und da wird mit Schubladen gearbeitet. "Vitrinen-Poliertuch-Muschi" oder "User". Dass ich beides bin wird gern unterschlagen, stört mich aber nicht. ;)


    Viele Grüße,

    Die Bilder sind perfekt wie immer....die Darstellung ist technisch beeindruckend wie das Ergebnis.


    Und am Ende finde ich es schade, dass Du es "refurbishen" lassen.


    Das ist ein fast 30 Jahre altes Messer, ein Stück Reeve-Geschichte - aber eben auch ein Gebrauchsmesser mit 30 Jahren Nutzungs-Geschichte.
    Du hättest es so lassen sollen, gereinigt natürlich...und es dann einfach weiter in die Tasche stecken, froh über die Gebrauchsspuren, die Dir dann jede Furcht vor nem weiteren Kratzer vom Tragen genommen hätten.
    So sieht es jetzt wieder aus wie direkt aus der Fabrik...perfekt, aber eben auch einigermaßen steril.
    Mir hats mit den Kratzern besser gefallen :)


    Hi Micha! Ja, diese Diskussion gibt es immer wieder und ich glaube, dass ist eine höchst individuelle Entscheidung. Ich sehe das so: Wären es MEINE Gebrauchsspuren gewesen, hätte ich es nicht machen lassen. Ganz klar. Denn dann hätte jede "Narbe" eine Geschichte, die mit mir verbunden ist. Aber so? Ich weiß nicht mal wie viele Vorbesitzer das Messer hat. Da finde ich das mit der "Geschichte" ziemlich unspannend. Nur weil jemand ein Messer lieblos behandelt hat, stecken nicht zwangsläufig tollen Gebrauchsgeschichten dahinter. Das ist mir etwas zu romantisch gedacht. Vielleicht nur profane Geringschätzung dieses Messers. Was weiß ich? So ist es wieder hergestellt, wie es mal die kleinen Hallen von Chris' Werkstatt verlassen hat und das wiederum gefällt mir. Aber, jeder wie er mag.


    Viele Grüße,
    Stefan

    So. Hier nun die Bilder des restaurierten Original Sebenza. Unfassbar, was die hingebracht haben! Bin begeistert! 1 Kratzer war zu tief um ihn weg-zu-satinieren, denn dann hätte man wie gesagt die Grafiken angegriffen. Die Stelle befindet sich oberhalb der Nummer. Aber das stört mich nicht weiter, ja gibt dem Messer sogar einen Hauch vintage Charm.


    Original, P131, 08 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 09 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 10 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 11 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 12 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 13 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 14 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 15 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 16 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 17 by Jedi, auf Flickr

    Hallo zusammen,


    heute möchte ich Euch mitnehmen, auf eine kleine Zeitreise und gleichzeitig eine Geschichte erzählen, über die sagen wir "Renovierung" eines alten Sebenza.


    Die chronologische Entwicklung des Sebenza liest sich wie folgt:


    Es begann ungefähr 1989, 1990. Die historischen Daten sind nicht immer ganz perfekt, wie mir Anne Reeve einmal erzählte. Denn als sehr kleine Firma hatte man andere Dinge zu tun als exakt über alles Buch zu führen. Die ersten Sebenza wurden im Nachgang als H-Sebenza bezeichnet. "H" für "Handmade". Denn sie waren komplett ohne größere Maschinen, geschweige denn CNC Maschinen, gefertigt. Alles wurde von Hand gefertigt. Die Titangriffschalen sind bei den H-Sebenza dementsprechend dicker, als bei den nachfolgenden Maschinen gefertigten Griffschalen und jedes H-Sebenza bekam eine fortlaufende Nummer.


    Als man bei CRK das Gefühl hatte, dass man erfolgreich sein kann mit dem Sebenza, wurde 1991 die erste CNC Fräse angeschafft und endlich konnte man die Stückzahl etwas erhöhen und zumindest ein Bisschen "industriell" arbeiten, anstatt wie ein custom maker. Das war damals für diese kleine Firma eine erhebliche Investition, wie Anne erzählt. Wie sie sich ausdrückte "we entered into the scary world of computer controlled machines".


    Sie wussten damals natürlich noch nicht mit Gewissheit, ob dieses finanzielle Risiko des investments in Maschinen sich auszahlen würde. Die erste CNC Maschine bildete auch die Grundlage der heute noch aktuellen CRK Philosophie, mit möglichst engen Tolleranzen zu fertigen, um maximale Qualität und Funktionalität sicherzustellen und das Ganze eben konstant reproduzierbar. Das geht eben nur mit Maschinen. Die Sebenza aus diesem Eintritt in die maschinelle Fertigung wurden einer gewissen Logik folgend nun "Production" Sebenza genannt und die ersten paar hundert Exemplare bekamen darum anstatt eines "H" nun ein "P" oben beim CRK Logo eingefräst, wieder mit einer fortlaufenden Nummerierung. So enstand der Name P-Sebenza. Hier begannen erste Mißverständnisse, denn das "P" wurde manchmal, unbewusst oder bewusst (auf Marktplätzen), als "Prototype" interpretiert, was falsch ist.


    Die Titanschalen wurden nun beim P-Sebenza etwas schlanker und das Klingenprofil wurde nochmals leicht verändert. Immer noch wurden die Klingen damals "hand ground". Die CNC Maschine hat nur das Klingenprofil ausgeschnitten. 1996 wurde dann der Maschinenpark nochmals qualitativ und quantitativ erweitert. Wie oben geschrieben, bekamen die ersten paar hundert Exemplare das "P" und daneben eine fortlaufende Nummer. Nach einiger Zeit fand man bei CRK, dass die fortlaufende Nummer mit weiter fortschreitender Produktion keinen Sinn macht und so entfiel die Nummer. Wann genau und wie viele Exemplare nummeriert wurden, darüber gibt es keine Aufzeichnungen. Bisher habe ich keine "P" Sebenza mit höheren Nummern als im 200er Bereich gesehen. Ich denke viel mehr als 300 werden es nicht sein. Aber das kann ich nicht ganz exakt sagen.


    Nach einer weiteren Zeit wurde dann auch das "P" weggelassen und nur noch das Reeve Logo eingefräst. Trotzdem war es immer noch das erste Production Modell, nach dem H-Sebenza. Weil das "P" und die fortlaufende Nummer irgendwann im Prozess weggefallen sind, ist die Bezeichnung "P-Sebenza" als Modellbezeichnung eigentlich nicht korrekt. Dieses erste Modell nach den handmade Sebenza heißt eigentlich korrekt "Original Sebenza".


    Dem Original Sebenza folgte dann 1996 das Regular Sebenza, mit einer zum ersten Mal deutlich abweichende Linie/Design von den ersten beiden Modellen, dem H-Sebenza und dem Original (P) Sebenza. Heute recht beliebt, kam das Regular gar nicht so übermäßig gut an, weshalb man in 2000 das Classic Sebenza einführte und beide zusammen, Regular und Classic, bis 2008 parallel fetigte und anbot. Das Classic nahm die ursprüngliche Formensprache des H-Sebenza und des Original Sebenza wieder auf und gab Diese dann an das 2008 eingeführte Sebenza 21 weiter.


    So weit der kleine historische Exkurs, auch weil es da immer wieder zu Verwechslungen kommt. Irgendwann gegen Ende letzten Jahres fand ich ein nummeriertes Original Sebenza auf einer französischen Auktionsplattform für Outdoor und Jagdbedarf. Schlechte Handybilder und eine recht optimistische Zustandsbeschreibung seitens des Verkäufers bewegten mich zum Kauf. Als es bei mir eintraf war dann doch die Enttäuschung recht groß. Klar. Bei einem Sebenza aus den 90ern kann man damit rechnen, dass es daherkommt wie frisch aus dem Laden. Aber wie Ihr anhand der nachfolgenden Bilder glaube ich erkennen könnt, herrschte eine gewisse Uneinigkeit zwischen mir und dem Verkäufer, über den Begriff "Top-Zustand" ......


    Original, P131, 01 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 02 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 03 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 04 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 05 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 06 by Jedi, auf Flickr



    Original, P131, 07 by Jedi, auf Flickr



    ?( :thumbdown:



    Das war gelinde ausgedrückt eine Unverschämtheit. Nun. Der Verkäufer hätte es zurückgenommen. Aber erstens kommt einem so ein historisches Exemplar nicht sehr häufig vor die Füße und zweitens wusste ich ja, dass die handwerklichen Fähigkeiten bei CRK hervorragend sind und man sich durchaus um vintage CRK kümmert. Also hab ich mich gegen ein Retounieren entschieden, die obigen aussagekräftigen Bilder an Anne und an Tim gemailt und um deren Einschätzung gebeten. Die beiden haben die Bilder dann mit ihren Spezialisten angeschaut und wir hatten dann eine sehr nette Kommunikation zu dem Messer. Am deren Ende stand dann die diferenzierte Aussage "wir denken wir können da deutlich was herausholen, möchten aber auch darauf hinweisen, dass wenn einige Kratzer zu tief sind, wir sie nicht raus-satinieren können ohne die Grafik zu beschädigen. Okay. Fair enough, wie der Ami sagt.


    Wir hatten dann noch vereinbart, dass ich das Original Sebenza im März mit zur IWA bringe und den beiden persönlich übergebe. So geschah es dann auch und das Warten begann. Auch weil das Sebenza zusammen mit dem Messestand und -equipment die Rückreise antreten sollte, was natürlich dauert.


    Ich glaube irgendwann im April meldete sich Anne dann bei mir und meinte "Dein Sebenza" ist da! Kurz danach nahm dann Alycia vom CRK customer service mit mir Kontakt auf und es wurde Schritt für Schritt besprochen, was sie können, was sie nicht können und was ich haben möchte. Super!


    Noch zwei technische Anmerkungen: Die Grafiken an diesen alten Sebenza stammen noch von "the man himself", also von Chris. Damals gab es noch keine Lisa bei CRK, die erst später kam, von Chris angelernt wurde und bis heute das Thema "Grafiken" bei CRK auf ein neues Niveau gehoben hat. Gut zu wissen, dass Lisa sich um die Grafiken auf meinem Sebenza kümmern sollte. Eine wahre Künstlerin. Außerdem muss man wissen, dass die alten Klingen aus ATS34 gefertigt sind und es sowohl diese Klingen als auch den schönen alten Daumenpin nicht mehr gibt. D.h. die wenigen feinen Kratzer auf der Klinge meines Exemplares konnte/wollte CRK nicht behandeln. Denn dazu müssen sie den alten Daumenpin aus- und wieder einpressen und das Restrisiko, dass hierbei die Klinge einen Riss bekommt, das wollen sie nicht nehmen.


    Ich wurde dann auch gefragt, ob ich möchte dass sie die doch stark verblassten Grafiken neu anodisieren. Wie gesagt. Mit einer Lisa bei CRK war das eine leichte Entscheidung. Lockbar-Seite und Kanten neu strahlen sowieso. Klinge neu schärfen auch. Eigentlich haben sie bei CRK die alten Schrauben mit den polierten Köpfen auf der einen und der Inbusöffnung auf der anderen Seite, nicht mehr. Seit einigen Jahren haben die Schrauben ja Inbusöffnungen auf beiden Seiten. Aber sie haben wohl ein Bisschen in den dunklen Ecken des Lagers gewühlt, oder in irgendwelchen Schublade und so hat mein Sebenza auch neue alte Schrauben bekommen. Nun war also das "refurbishment" Programm abgesprochen und ich musste wieder warten. Hier noch der Hinweis, dass CRK unterscheidet, zwischen dem kostenlosen "spa service" und dem aufwendigen Restaurieren, dem "refurbishment", was nicht kostenlos ist.


    So. Ich glaube hier geht mir gleich der Platz aus. Darum die Bilder des restaurierten Sebenza in der nachfolgenden Antwort.

    Letztes Jahr haben wir ja schon einmal den Kurs gemacht. Da waren wir auch schon in der neuen Werkstatt. Aber sehr viel älter dürfte sie nicht sein. Vielleicht 3 Jahre oder so. "Grünauer Platte" merke ich mir :D


    Viele Grüße,

    Hallo zusammen,


    ich hatte ja von dem Messerbaukurs bei Richard Kappeller in Salzburg berichtet:


    Ein fixed (mit Hilfe) selbstgebaut - Messerbaukurs bei Richard Kappeller


    Hier nun die "richtigen" Bilder von meinem mit Unterstützung durch Richard Kappeller angefertigtem Messer. Noch mal kurz zu den Materialien. Der Damast ist von Damasteel. Das Muster nennt sich "Thor". Die Griffschalen sind aus Thuya. Ganz besonders schön finde ich das obere filework, welches sich bis in den Klingenrücken hineinzieht. Durch das Untermaß der Griffschale im oberen Bereich kommt es besonders gut zur Geltung. Der "Thor" Damasteel hat eine fantastische Zeichnung. Dass man das Muster auch so gut auf den schmalen Seiten, also auf dem Klingenrücken und auf der Unterseite erkennen kann ist bei Damast immer auch Glückssache. Bei manchen Mustern sieht man kaum etwas. Hier kommt es wunderbar zur Geltung.


    Viele Grüße,
    Stefan


    Thor Damasteel & Thuya, 01 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 02 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 03 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 04 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 05 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 06 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 07 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 08 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 09 by Jedi, auf Flickr


    Thor Damasteel & Thuya, 10 by Jedi, auf Flickr

    Hier findet Ihr die Preise zu seinen Kursen und ein paar Indikationen, in welchen Regionen sich die Materialkosten bewegen können:
    Kurse Richard Kappeller
    Bei meinem Messer sind die Materialien natürlich im oberen Bereich angesiedelt, mit Damasteel, Thuya Holzschalen und den Mosaikpins. Insbesondere der Damast, der am Ende nach der Länge des Messers berechnet wird, haut bei meinem Messer natürlich rein. Am Ende bin ich auf 400€ Materialkosten gekommen.
    Wenn man jetzt hergeht und sagt "für 400€ Material plus 300€ Kurskosten" hättest Du ja auch gleich ein Busse kaufen können", dann würde ich sagen dass man die Rechnung so nicht aufmachen kann. Denn das Erlebnis so etwas innerhalb von 2 Tagen mit Unterstützung selbst gebaut zu haben, etwas über die verschiedenen Herstellungsschritte und die Materialverarbeitung gelernt zu haben, lässt sich so nicht 1:1 in Euro fassen.
    Viele Grüße,

    So kommt das Messer dann aus dem Säurebad:

    WIP 2018, 18 byJedi, auf Flickr


    Die Griffschalen werden mit Reiniger eingesprüht, der etwas einziehen darf und dann kann der Schutzlack abgewischt werden:


    WIP 2018, 19 byJedi, auf Flickr


    Nun wird nur noch mit sehr feinem Schleifpapier gearbeitet und ganz vorsichtig das Damastmuster herausgearbeitet sowie ggf. letzte Stellen an den Griffschalen beschliffen. Dann macht Richard an jedes Messer am Bandschleifer eine Schneidfase und seine Mitarbeiter schärfen die Messer dann auf Steinen. Am Ende noch den Griff geölt und fertig ist das mit Unterstützung eines erfahrenenen Messermachers gebautes Messer. Ich sage bewusst nicht "mein selbstgebautes Messer". Das wäre anmaßend. Denn ohne die tatkräftige Unterstützung und das Übernehmen der kritischen Arbeitsschritte durch Richard würde ich das nicht hinbringen.


    WIP 2018, 20 byJedi, auf Flickr


    WIP 2018, 21 byJedi, auf Flickr


    WIP 2018, 22 byJedi, auf Flickr


    WIP 2018, 23 byJedi, auf Flickr


    Die Bilder sind vom Handy, hier im Hotel auf dem Balkon. Ich werde das Messer dann noch mal "richtig" abfotografieren und dann vorstellen.


    Ich hoffe es hat etwas Spaß gemacht. Freue mich über Feedback


    Viele Grüße,
    Stefan

    Am nächsten Morgen schaut es dann so aus:

    WIP 2018, 10 byJedi, auf Flickr


    Also, Ihr ahnt es, wieder ne Runde schleifen. Dieses Mal am gehärteten Messer .... Auch das obere filework muss gereinigt/beschliffen werden:

    WIP 2018, 11 byJedi, auf Flickr

    WIP 2018, 12 byJedi, auf Flickr


    Griffschalen weiter anpassen, wie oben beschrieben, Vorder- und Oberseite bereits in Form bringen und Oberflächen fein schleifen:


    WIP 2018, 13 byJedi, auf Flickr


    Kleiner Sprung durch den Time Tunnel. Griffschalen mit Pins wurden mit dem Erl verklebt. Halbe Stunde warten. Teilnehmer machen am Bandschleifer das grobe bündig schleifen der Griffschalen mit dem Erl. Bei mir wie beschrieben nur die Griffunterseite, weil die Schalen oben nicht bündig mit dem Erl stehen. Dann übernimmt wieder Richard und macht am Bandschleifer die Feinarbeit. Gibt dem Griff die richtigen Rundungen, an den richtigen Stellen und schaut, das alles stimmig ist. Bin immer wieder begeistert, wie virtuos er das Messer samt Griff am Bandschleifer "tanzen" lässt, es dreht und hin- und herwiegt, bis die Formen stimmen. Die Teilnehmer übernehmen jetzt wieder die Feinarbeit:


    WIP 2018, 14 byJedi, auf Flickr


    Wenn alles fertig und der Messergriff zum Handschmeichler gestriegelt wurde, werden bei den Damastmessern die Griffschalen mit einem lack eingepinselt, der sie beim Ätzen vor der Säure schützt. Man sollte bereits beim Auftragen mit dem Pinsel sehr exakt arbeiten, weil Schutzlack der auf den Damast kommt an den Stellen eben das Ätzen des Damast verhindert und somit letztlich des Hervortreten des Damastmusters. Man lässt den Schutzlack 10 Minuten trocknen und dann kann man die Schutzlackreste an versehentlich am Damast bestrichenen Stellen vorsichtig mit der Klinge eines Teppichmessers abkratzen. Dann geht es in das Säurebad:


    WIP 2018, 15 byJedi, auf Flickr


    WIP 2018, 16 byJedi, auf Flickr

    WIP 2018, 17 byJedi, auf Flickr

    Anmerkung 2: Wie lautet dieser Spruch ich glaube eines amerikanischen Generals? In dem Moment wo man auf dem Schlachtfeld auf den Feind trifft, ist der Schlachtplan hinfällig. Das geht einem auch bei so einem Kurs so. Wie Ihr an meiner Zeichnung erkennen könnt, wollte ich eigentlich auch unten am Griiff filework machen. Siehe oben, das war dann zeitlich nicht umsetzbar. Außerdem wollte ich Griffschalen aus Kamel- oder Giraffenknochen und hab mich dann vor Ort für Thuya umentschieden.


    WIP 2018, 09 byJedi, auf Flickr


    Abends dann das Härten. Hier noch mal Bilder vom letzten Kurs:

    WIP,-19 by Jedi, auf Flickr


    WIP,-20 by Jedi, auf Flickr


    WIP,-21 by Jedi, auf Flickr


    Das war Tag 1. Jetzt Entspannen:


    WIP 2018, 24 by Jedi, auf Flickr


    WIP 2018, 25 by Jedi, auf Flickr


    Das Schnitzel mehr als verdient.

    Hallo zusammen,


    letztes Jahr war ich bereits zusammen mit einem guten Freund beim Richard Kappeller, in Salzburg, zu einem 2-tägigen Kurs für ein fixed. Das hatte uns so viel Spaß gemacht, wir waren sehr zufrieden mit der sehr gut organisierten Veranstaltung, der tollen Werkstatt und vor allem vom Know How und der tollen fachlichen Unterstützung bei der Umsetzung der Teilnehmer-Projekte, dass wir dieses Jahr unbedingt wieder hin wollten. Davon abgesehen sind wir seit 5, 6 Jahren Stammgäste in einem wunderbaren Hotel am Rand von Salzburg (Grünauerhof, in Wals) und fahren 1, 2 Mal im Jahr für ein verlängertes Wochenende dort hin. Der Kurs für fixed läuft Freitag und Samstag, ist also optimal in so einem verlängerten Wochenende unterzubringen.


    Viele Teilnehmer der Kurse (so um die 12 Teilnehmer sind immer dabei) sind Neulinge im Thema "Messermachen", manchmal auch Neulinge im Thema "Messer" überhaupt. So einen Messerbaukurs per Gutschein zu verschenken scheint immer mehr Zulauf zu finden und so sind eben auch komplette Anfänger mit dabei. Macht aber nix, denn die 2 Tage sind gut organisiert und Richard mit seinen 2, 3 Mitarbeitern nehmen alle gut an die Hand und führen sie Schritt für Schritt durch den Bau eines Messers und greifen natürlich bei kniffligen Schritten ein, übernehmen Diese. Denn niemand soll mit einem Mißerfolg nach Hause gehen und ich denke das ist auch gut so. Alle haben ihr Erfolgserlebnis, haben Spaß gehabt und nicht Wenige kommen wieder. Das Konzept geht auf. Wenn man bei Richard auf der Homepage den Kursplan anschaut, dann bietet er den 2-tätigen fixed Kurs im Schnitt 3 Mal im Monat an und die Kurse sind fast immer ausgebucht.


    Los geht's mit einer kleinen Vorstellungsrunde und dann erzählt Richard etwas zum Ablauf der 2 Tage, zu Messerstählen und Bauarten und führt die Teilnehmer einmal durch die Werkstatt und erläutert die Maschienen und Arbeitsplätze.

    WIP 2018, 01 by Jedi, auf Flickr


    Kurzer Rundblick in die Werkstatt (hatte ich beim letzten Mal schon gezeigt):

    WIP,-01 by Jedi, auf Flickr


    WIP,-02 by Jedi, auf Flickr


    WIP,-03 by Jedi, auf Flickr


    WIP,-04 by Jedi, auf Flickr


    WIP,-05 by Jedi, auf Flickr


    Zweiter Raum, mit Arbeitsplätzen für Messerschleifkurse, Lederscheiden, Gravieren und Holzuschnitt:


    WIP,-06 by Jedi, auf Flickr


    Zurück zu diesem Kurs. Ziel des ersten Tages ist es, bis ca. 17:00h die Klingen fertig zu haben, so dass sie gehärtet und am nächsten Morgen vor Beginn des zweiten Tages angelassen werden können.


    Schablone auf den ausgesuchten Stahl übertragen. Ich hatte mich dieses Mal für das Muster "Thor" von Damasteel entschieden, den Richard für mich bestellt hatte.


    WIP 2018, 02 by Jedi, auf Flickr


    An der Bandsäge ausgesägt und grob am Bandschleifer in die Form gebracht. Dazu die Löcher für die ausgesuchten Mosaikpins gebohrt:


    WIP 2018, 03 by Jedi, auf Flickr


    WIP 2018, 04 by Jedi, auf Flickr


    Das Anbringen des Flachschliffes übernimmt der Meister, damit hier nix in die Binsen geht:


    WIP 2018, 05 by Jedi, auf Flickr


    Schaut dann so aus:

    WIP 2018, 06 by Jedi, auf Flickr


    WIP 2018, 07 by Jedi, auf Flickr


    Man erkennt die vertikalen Frässpuren des Bandschleifers, die nun durch eine fröhliche Runde Schleifen in Längsrichtung rausgebracht werden müssen:


    WIP 2018, 08 by Jedi, auf Flickr


    Griffmaterial auch ausgesucht und schon mal gebohrt für die Mosaikpins und etwas in Form gebracht. Denn den geschwungenen vorderen Teil kann ich ja nicht mehr gescheit in Form bringen, wenn die Griffschalen mit dem Erl verklebt sind.


    Anmerkung 1: In der Regel werden die Griffschalen bündig mit dem Erl verarbeitet, so dass man die am Erl verklebten und gepinten Griffschalen dann am Bandschleifer bündig miteinander verschleift. Da ich aber im oberen Bereich filework gemacht habe, den man natürlich auch etwas von der Seite sehen sollte, konnten meine Griffschalen mit der oberen Kante des Erl micht bündig sein, sondern mussten ca. 2mm tiefer enden. Ergo musste ich auch die obere Seite/Kante der Griffschalen schon vorarbeiten, bevor sie mit dem Erl verklebt werden. Auf der Griffunterseite sollten die Griffschalen zu Gunsten eines angenehmen Griffes bündig mit den Erl verschliffen werden. Außerdem hat mein Zeit nicht gereicht auch noch an der Griffunterseite filework anzubringen.



    Oh man, über Geschmäcker darf man bekannterweise streiten, aber mit dem Damast sieht das noch besser aus.

    Man weiß halt nicht ob es so kommt. An seinem Inkosi hat Tim auch schon ein halbes Jahr eine Damasteel-Klinge. Hat er mir auf der IWA in die Hand gedrückt. Jetzt zur Blade Show haben sie dann davon (Inkosi mit Damasteel-Klinge) eine begrenzte Stückzahl für die Messe gemacht. Ob das Inkosi irgendwann einmal in Serie mit Damasteel-Klinge zu kaufen sein wird, weiß ich nicht. Gleiches gilt für das Impinda. Das oben ist nur sein Proto, mit dem er solche Sachen ausprobiert.


    Die Damasteel Klingen schlagen bei den Fans ein wie eine Granate. Weil die Muster einfach viel stärker ausgeprägt sind, als bei den Serien-Damastklingen von Devin Thomas und Chad Nichols. Die Mustervielfalt ist bei Damasteel auch größer. Aber ich blicke nicht ganz durch, was Tim da macht. Da ist einerseits dieses typisch amerikanische Festhalten an US-Zulieferern und dann baut er testweise Damastklingen eines europäischen Herstellers an seine Prototypen.


    In Kürze kommt ja das USN Treffen und da wird es wohl auch wieder eine Sonderauflage (vermute Inkosi oder Impinda) mit Damast geben, dann aber mit Chad Nichols Damast.


    Viele Grüße,
    Stefan

    Kein Problem. Gern :)


    In der Regel hat man bei einem CRK folder kein Thema mit einer nicht mittigen Klinge. Ich sage bewusst "in der Regel", weil erstens niemand ist perfekt und zweitens mag ich es nicht, irgendeinen Hersteller mit Superlativen wie "passiert nie" zu glorifizieren. Es gibt in den Foren/sozialen Netzwerken immer wieder mal einen Fall, wo das vorkommt. Also auch der Qualitätskontrolle bei CRK durchrutscht und wie immer bei allen Dingen: Kein CRK Käufer würde in einem Forum schreiben "wie geil, mein Sebenza hat eine mittige Klinge!" ..... weil es eigentlich die Erwartungshaltung an ein CRK ist. Wenn das dann in einem Einzelfall mal nicht so ist, dann ist die Aufregung im Netz immer groß und der Niedergang der Qualität bei CRK wird beschworen. Da muss ich dann immer schmunzeln. CRK macht so um die 15.000 Messer im Jahr und davon sind sicher 80% folder. D.h. die vielen tausend Käufer die kein Thema mit einer nicht mittigen Klinge haben kommentieren diesen Umstand natürlich nicht. Darum ist die Aufregung oft unverhältnismäßig, wenngleich ich es nachvollziehen kann wie ärgerlich es ist wenn es einen trifft.


    Oft kann man das Thema beheben, in dem man alle Schrauben am Messer löst und in unterschiedlicher Reihenfolge anzieht. Muss man halt rumprobieren. Es kann mal sein dass da beim Zusammenbau eine Art Verspannung entstanden ist, die dafür sorgt dass die Klinge leicht aus der Mitte läuft. Das kann man durch diese Methode beheben. Wenn das nicht funktioniert, dann muss das Messer eingeschickt werden. Denn dann ist es ein echter Fehler in den Fertigungstolleranzen oder ein Problem mit den washern und das kann man beim Sebenza nicht selbst beheben.


    Einschicken würde ich persönlich aber nur machen, wenn die Klinge gravierend schief steht. Minimalst aus der Mitte juckt mich nicht. Hab ich nur bei einem meiner Sebenza und das ist ein KnifeArt exclusiv, mit der Voll-Carbonschale. Bei diesem Modell ist die Wahrscheinlichkeit höher dass es passiert. Anne Reeve hat mir das mal so erklärt, dass aufgrund des Materialmixes Titan auf der lockbar side und Carbon auf der presentation side, die Kräfte die vom lockbar im geschlossenen Zustand auf die Klinge ausgeübt werden, von der gegenüberliegenden Carbon Schale nicht komplett "gehalten" werden. Für unsere Maßstäbe ist Carbon bockhart, aber im Vergleich zu Titan zieht es eben doch den Kürzeren. Muss nicht, aber kann. Ist nicht bei jedem KnifeArt so, kann aber auftreten. Messer kann man einschicken und CRK kann es richten. Sagt aber ausdrücklich, dass sie nicht garantieren können dass dieser Effekt nicht zurückkommt.


    So. Aufsatz Ende :D


    Viele Grüße,
    Stefan

    Schade!


    Lässt sich der Klingenstand, sofern erforderlich, justieren?

    Servus! Was genau meinst Du mit KlingenSTAND? Das bushing beim Sebenza sorgt ja dafür, dass die Pivotschraube beim Anziehen nicht die Klinge stärker zwischen die Griffschalen klemmt, sondern die Hülse, welche die Pivotschraube umgibt. Dadurch ist der Klingengang immer gleich, egal wie fest oder wie lose die Pivot angezogen wird. Beim Inkosi - ohne bushing - kannst Du über das Lösen/Anziehen der Pivotschraube den Klingengang marginal beeinflussen. Wobei das Ganze durchaus Grenzen hat. Denn die Pivot zu stark zu lösen führt irgendwann zum Klingenspiel. Logisch. D.h. beim Impinda wirst Du mit der Pivotschraube ebenfalls einen gewissen Einfluss auf den KlingenGANG ausüben können. KlingenSTAND interpretiere ich als die Lage der Klinge im Griff, im eingeklappten Zustand. Das beeinflusst man sowieso nicht über das bushing. Oder was genau meinst Du?


    Viele Grüße,

    ...... und Du als "Bastel-Wastl" bekommst wieder ein Reeve, welches Du zerlegen und wieder zusammenbauen kannst, ohne Sorge zu haben dass es danach nicht mehr funktioniert.


    Bei mir persönlich sind die slipjoint mental irgendwie immer mit eher klassischen Materialen verbunden, a la GEK, Northwood und Co. Daher spricht es mich als plain Jane Variante noch nicht an. Ich bin aber sehr sicher, dass da noch einiges kommen wird. Sowohl mit Grafiken als auch mit Holzinlays. Dann reden wir noch mal :D


    Viele Grüße,
    Stefan