Beiträge von Tony Lennartz

    Das 2. Halbjahr 2011 war für mich eine eindrucksvolle Zeit des Leidens und des Lernens. Rückenschmerzen plagten mich, daraufhin tauschte ich den Renaissancesessel vor meinem PC mit einem geeigneten Stuhl aus. Ein Heilpraktiker diagnostizierte mittels meiner Iris u. verkündete, dass ich kerngesund sei, ich wäre nur etwas übersäuert. Hach, war das `ne feine Nachricht. Die "Übersäuerung" wurde schlimmer und lästig, also ich in die Klink zum Check - up. Diagnose: Nur noch 28 % Power in der Pumpe. Ich hatte wohl zuviel Stress erlebt und eine schwere Infektion verschleppt (Disziplin, eisern sein etc.= Bullshit). Nun hatte ich den Schlamassel. Also begab ich mich mit unheimlich viel Bammel zum Uni - Klinikum wo man meinen Brustkorb tranchierte um eine neue Aortenklappe und 2 Bypasse einzusetzen. Nach 10 Std. wurde ich wach u. kam aufgrund meiner guten Konstitution nicht erst auf die Intensivstation sondern sofort in die normale Abtlg. Auf dem Weg dorthin sah ich am Ende eines Flures schemenhaft einen Kerl, welcher da stocksteif und militärisch grüßend stand. In meinem nachlassenden Narkosewahn zweifelte ich an der Realität des Bildes und sinnierte ob ich überhaupt lebe und ob es so etwas wie ein Soldatennirwana "die große Armee" gibt. Jedenfalls stand da ein alter, ehemaliger Stuffz. zu dem ich seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, der aber von der Maßnahme irgendwie erfahren u. sich auf den Weg gemacht hat. Diese offenkundige Loyalität gab mir einen wichtigen moralischen Schub, denn durch meine inflationäre Partnerbeziehung war ich ziemlich deprimiert. Jedenfalls habe ich mich in`s Zeug gelegt und wurde nach 10 Tagen in die Reha - Klinik entlassen. Meine obskur- aggressiv gewordene Freundin habe ich von dort "in klar vernehmlicher Tonart" wirklich weggejagt. Natürlich hatte ich derartig viel mit mir selbst zu tun, dass ich ca. 6 Wochen meine Kundschaft vernachlässigte aber mittlerweile läuft es besser als vorher. Obwohl ich erst in der letzten Dezemberwoche meine Termine veröffentlichte bin ich bis einschließlich Mai bereits ausgebucht. Mein Messershop läuft auch, mit steigender Tendenz, ziemlich gut und ich bleibe am Ball. Gesundheitlich habe ich mich sehr gut regeneriert u. ich merke von Woche zu Woche, dass es besser wird, Gewicht und Hautfarbe sind wieder ok. Psychisch sind manchmal noch Schwankungen da aber die Fachschaft sagte mir das sei normal. Für mich ist das manchmal äußerst unangenehm aber auch da werde ich mich durchbeißen.
    Ich danke „Ajax“ und „Bigbike182“ für deren kameradschaftliche Initiativen und Euch allen für euer Verständnis. :thumbup:


    Bis die Tage & see You,
    Tony

    Trotz der gelungenen Lederscheide würden wir ohne entsprechende Nachfrage sicher keine Kydexscheiden anbieten. Der jeweilige Nutzen ist vom jeweiligen geplanten Einsatzspektrum abhängig. Aber..........vive la difference oder auf rheinisch: Jeder Jeck ist anders, wir respektieren das und versuchen entsprechend zu handeln.

    TwoZero,


    Das Griffstück des GEK 2000 hat weniger Masse als Griff einer halbzöllige Wasserpumpenzange. Bei Letzterer macht sich Niemand Gedanken über Kälte, da diese, bereits nach Sekunden durch die Handwärme verschwindet. Genauso verhält es sich beim GEK 2000. Diese "Benachteiligung" gegenüber den klassischen Griffstücken habe ich mir in der Planungsphase reiflich überlegt, dabei bewogen die erkannten und für mich verwertbaren Vorteile mich letztlich doch zur jetzigen Bauart, welche u.a. auch zuläßt, das ein Lkw das Messer überrollt, dabei nimmt der Lkw eher Schaden als das GEK 2000, auch bei Kälte.

    Hi Bergmann,
    wieso "ohne Fischen?" Heißt das, Du würdest mit dem Multitool ansonsten Fische versorgen? Besser nicht. Bei dieser Arbeit handelst Du dir mit einem unkomplizierten Folder bereits nachhaltige Geschmacksverzerrungen ein, sodass Du auch nach Wochen noch damit rechnen mußt, dass dein frisch geschnittener Schwarzwälder an den Schneidstellen penetrant nach deinem ehemaligen Fischfang riecht u. schmeckt. Ein Multitool macht aufgrund seiner vielen Teile, Scharniere u. Ecken den Job im Ergebnis eher noch schlechter. Das ist doch alles mit viel zu viel Nacharbeiterei verbunden, von der Hygiene ganz zu schweigen.

    da ich draussen keine technischen Geräte mitschleppe und ich weder an Flora noch an der Fauna etwas zu schrauben hatte, belaste ich mich nicht mit diesen Dingen.
    Letztes Jahr schenkte Ragnar mir ein gebrauchtes Leatherman, seitdem liegt das Ding ungenutzt im Auto, ich glaube ich weiß auch noch wo.

    Wenn während des Drillvorgangs der Druck auf den Feuerbohrer nur leicht erhöht wird, rutscht die Schnur häufig und störend über den Bohrstab. Dieses Hemmnis unterbricht den Drillvorgang für Sekunden und damit erkaltet das vorher aufgeheizte Holz, entwertet also die ganze vorgeleistete Arbeit. Dieses Ärgernis läßt sich leicht mit einem Band vermeiden welches man an Stelle einer Schnur verwendet, da dieses auf dem Bohrholz über mehr Auflagefläche verfügt und somit stabiler haftet. Sämischgegerbte Lederriemen, schmale Cordura - Hundeleinen, flache Schnürsenkel etc. sind da hilfreich.

    Messer säubern = spülen benötigt Wasser und das schleppe ich zu dem Zweck nicht mit, sofern ich da draussen mit Bächen rechnen kann. Sollte ich Fisch damit verarbeitet haben oder Schweiß (Wildblut) oder Harz anhaften, so nehme ich Sediment vom Bachgrund und reibe damit die Klinge ab und spüle sie zugleich. Anschließend wische ich die Klinge einmal rechts u. einmal links am unteren Hosenbein ab. So verfahre ich seit dreißig Jahren und besitze, unabhängig von der Stahlart, kein flugrostiges Messer. Letzteres liegt vllt. auch am häufigen Gebrauch, da meine Messer niemals wochenlang nur rumliegen.

    @ Bergmann,
    für meine Schlafunterlage hole ich Fichtenzweige von max Daumendicke und diese schlage ich mit 1 - 2 schräg angesetzten Messerhieben ab (etwa so schräg wie der Metzger die Leberwurst schneidet), jeder rechtwinkelige Hieb bedeutet Energievergeudung + getrommele. Am gleichen Objekt würde Sägen wesentlich länger dauern.

    Bislang empfand ich den Wellenschliff am GEK 2000 als überflüssiges Schmankerl. Während der Konzeptionierungsphase hatte die Fa. Eickhorn auch den
    amerikanischen Markt im Auge und dort war die Tendenz zum Wellenschliff deutlich erkennbar, daher entschoß man sich auch diese Variante
    alternativ anzubieten. Seit Mitte 2008 habe ich immer noch den Prototypen des GEK 2000 mit durchlaufender Schärfe in heftigem Gebrauch. Die extreme
    Schnitthaltigkeit habe ich vorher bei keinem Messer erlebt, in sofern hält der Schärf u.- Schleifbedarf sich sehr in Grenzen. Sollte abseits
    ausgetretener Pfade ein Nachschärfen erforderlich sein, so muß dieser Vorgang ohne große Schwierigkeiten durchführbar sein, d.h. ein
    partieller Wellenschliff würde störend wirken. Der Wellenschliff wurde vielfach unmittelbar vor dem Parierelement positioniert. An gleicher
    Stelle ist die Kraftübertragung von der Hand auf die Klinge am deutlichsten spürbar, d.h. wenn ich einen daumendicken Stock schneide,
    so setze ich den Schnitt genau an der vorbeschrieben Stelle an, ist dort ein Wellenschliff eingebracht, so muß ich zwangsweise den Stock mehr
    zur Messerspitze rücken. Durch dieses Nachvorneschieben bilde ich einen Hebel zwischen dem Schneidepunkt und der Messerhand. Je länger ich
    diesen Hebel bilde, je mehr Kraft muß ich für den Schnitt investieren. Für manches Allroundmesser und einem reinen Rettungsmesser hat der
    Wellenschliff sicher seine Berechtigung. Bei meiner GTK - Konzeption ist der rückwärtige Wellenschliff zur Intensivierung der Waffenfähigkeit
    gedacht aber bei einem reinen Outdoorer würde ich einen Wellenschliff, aus vorgenannten Gründen, als störend empfinden.

    @ Bergmann, "Mittels Wellenschliff Äste absägen?" Dann sollte die Zahnung des Schliffs geschrenkt sein, ansonsten sitzt die Klinge nach 2 - 3 mm fest aber `ne geschrenkte Zahnung würde jede Messerscheide zerstören. Das geht also nicht. Wieso kannst Du das zur These erheben?


    Als 2011 die ersten GEK – EDCs im Handel waren, wurde die damalige Positionierung des Druckknopfes zu Recht bemängelt und wir haben daraufhin sofort reagiert und den Knopf um 3mm versetzt. Alternativen zu dieser Sicherungsweise, z.B. durch Sicherungsriemen lasse ich nicht zu. Solche Lösungen erfordern vor dem Messerziehen motorisch einen zusätzlichen Griffablauf und damit Zeitverlust. Da das Messer aber ergonomisch einfach und für den tatsächlichen Praktiker schnell in der Hand sein soll, haben wir die bestmögliche Lösung gewählt. Dass dabei mit der Zeit irgendwelche Spuren entstehen sollte genauso begreiflich sein wie die Patina an einer Lederhose.

    erst vorgestern hatte ich ein Telefonat mit einem Herren welcher berufl. in Moskau zu tun hat und ein GEK od. lieber ein GEK - EDC innerhalb seines russischen Wildnisgrundstücks nutzen wollte. Das Gespräch führte von Messern zu ballistischen Verteidigungswaffen und endete mit seiner Einladung an mich, falls ich im Raum Moskau zu tun hätte. Im Laufe des Gesprächs riet ich ihm zwecks fundierter Informationen bezüglich seiner Intersessen, doch auch im TF reinzuschauen, das "Blaue" kannte er bereits. So umfangreich das Telefonat auch war, er sagte nicht, dass er bereits ein EDC hätte, geschweige vom Druckknopfproblem. Irgendwie finde ich das alles etwas befremdlich.

    sofern ich draußen on Tour einen armdicken Stamm trennen muß, setze ich mein GEK mit einem Schlagholz ein, dabei ist bei gleichem Energieaufwand, aufgrund der rel. dünnen, flachen Klinge, die Eindringtiefe heftiger als bei jedem Beil. Alternativ kann ich das längere Holz zwischen 2 nebeneinanderstehenden Bäumen überbrechen. Auch Feuerchen kann eine trennende Wirkung haben. Trotz allem, Howie`s Beilchen, gefertigt von Mirko, ist schon etwas Feines, extrem leicht und hocheffizient.

    .............die erforderliche Stärke einer solchen Eislinse sollte etwa 7 - 10 cm betragen. Entsprechend größer muß der Durchmesser sein. Solches Eis läßt sich in Europas kalten Jahreszeiten sicher hie u. da finden aaaaber das Zeugs ist mit Lufteinschlüssen durchsetzt, ist zu milchig oder trübe, um damit nur annähernd den vielfach propagierten Zweck zu erreichen, ist aber `ne gute Geschichte für den Kindergeburtstag.


    Der absolute Hammer an dilettantischer Unverfrorenheit ist immer wieder das Campfeuer mit der "automatischen" Brandholzrutsche.
    1. Zwei Pfosten werden mit 1 m Abstand in den Boden getrieben u. paralleel zueinander wird an jedem wird Pfosten ein weiterer Pfosten schräg angelehnt.
    2. Nun wird die so entstandene schräge Auflage mit Brandholzstämmchen belegt und am unteren Ende wird ein Feuer angelegt.
    3. Nun sollten die Stämmchen eines nach den anderen diszipliniert verbrennen und nachrutschen.


    4. So lange Bäume od Sträucher die Umgebung zieren verbitte ich mir in meinem Umfeld, lärmend Pfosten in den Boden zu knüppeln.
    5. Das Feuer verbrennt die Stämmchen mittig, die zurückbleibenden, äußeren Enden verhindern jegliches nachrutschn.
    6. Sollte das Feuer derartig intensiv sein, dass es wunschgemäß das komplette Stämmchen verbrennt, so leckt die Flamme sich am aufgeschichteten Holz nach oben und der Ganze Haufen brennt ab.
    Also wie ich drehe u. wende bleibt egal aber die beschriebenen Ergebnissituationen sind unvermeidlich also nix geht aber wieso steht das überall in den "Fachschriften"? Bleibt letztlich nur der Verdacht, dass die Schreiberlinge Null Ahnung von der Sache haben, Hauptsache ein schmissiger Buchtitel der die Eltern dazu verführt ihrem Sohnemann so etwas unter den Weihnachtsbaum zu legen.
    Die Auflistung solchen Outdoor - Blödsinns könnte ich stundenlang fortsetzen.