Beiträge von Bergmann

    Als Mark Twain noch lebte wurde folgendes Zitat von ihm überliefert:
    „Die Nachrichten über meinen Tod sind stark übertrieben.“


    Ähnliches scheint für Strider zu gelten.
    Auf Knifecenter treffen immer wieder neue Modelle ein.
    Beim Stahl scheint es Änderungen zu geben. PSF27 und PD1 sind die neunen Fixed- Stähle.
    Außerdem gibt es jetzt die kleinen Klassiker aus Titan oder als Brieföffner in G10.


    Die Homepage
    http://striderknives.com/ gibt es auch noch.


    Wurde Strider übernommen ? Ist Mick nicht mehr dabei ?
    Weiß jemand was darüber ?

    Habe einmal im Yukon Territory eine 2 wöchige Kanutour unternommen, landschaftlich natürlich alles andere als eine Wüste.
    Der Sand am Fluss, den ich so nie als wesentlich wahrgenommen habe, ist doch irgendwie in die Kydex meines Fällkniven A1 black gelangt und ich war erstaunt über die Auswirkung auf die schwarze Beschichtung.
    Von daher denke ich mir, dass es in einer Sandwüste noch stärker sein würde.


    Da unter der neuen „Classic Linie“ nicht näher definierte Altmodelle wiederauferstehen können ist preislich noch Luft nach oben vorhanden.


    Es gibt nur mehr nummerierte und limitierte Stückzahlen und die Spezialität liegt darin, dass man nicht weiß, ob es sich tatsächlich um den ultimativen Last Production Run des DB-(L(D)) handelt oder nur um eine einzigartige Sonderserie (macht +50 bis 100$).
    Zum Strider Logo kommt noch das in Sammlerkreisen hochangesehene MSC Logo hinzu (+ ??? $).
    Ein großartiges Finish, zB. Flame, almost invisible Stripes etc. (+ ??? $) grenzt die alten von den neuen Modellen ab.


    Flankieren kann man das Ganze mit Mythen und Legenden.
    Angehörige aus Spec Ops Einheiten, die aus nationalen Sicherheitsinteressen nicht genannt werden dürfen und offiziell auch nicht existieren (normale GI´s wären zu profan), verdanken dem Vorgänger- Grundmodell ihr Leben oder konnten im entscheidenden Moment bei highly classified Missionen mit Hilfe ihres Messer den entscheidenden Turnaround herbeiführen.
    Ein Spezial- HT-T mit 7mm Rückenstärke hat Mastersergant Joe Smith aus Pennsylvania bei einem Talibanangriff gerettet, da es ein Projektil aufgehalten hat.
    Die Doppelagentin Lui Qui konnte in Nordkorea mit einem SA in einem Verteilerkasten Kabel durchtrennen, sodass das Atomprogramm für mindestens 6 weitere Monat verzögert wurde.


    So wird aus einem ehemals gutdurchdachten innovativen Operatortool aus Serienfertigung eine Legende im höheren Preisbereich und schließlich ein Kultobjekt im High End Custombereich mit teils (jahre)langer Wartezeit. Wem es gelingt so ein Teil tatsächlich zu kaufen kann very proud sein und dies dann im Internet als besonderen Glücksfall mit einem dazu passenden Hintergrund posten.


    Obwohl heute der 1. April ist bin ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Post tatsächlich völlig frei erfunden ist ;-).
    Der „worst case“ wird so aussehen, dass alles wie gehabt unter MSC weiterläuft. Nicht nur der Maschinenpark muss weiterbeschäftigt werden.

    Die Ära von Strider als „Destruction Tools“, umgangssprachlich auch als sharpened prybar bezeichnet, hat somit das Ende erreicht.


    Micha hat den Messerkauf und das Habenwollen als rational-nichtrational-irrationale Kombination beschrieben, basierend aus dem Gesamtpaket aus Firmen-Nimbus, eigener Wunschvorstellung, Design-Vorlieben und Praxisnutzen. Strider war auf diesem Gebiet stark.


    Der Hype war teilweise auf den Knappheitsfaktor zurückzuführen, obwohl zumindest die Fixed einfach zu produzierende CNC Serienmodelle waren.
    Micks markige Sprüche, dass zB. die Stahlsorte egal ist, da die Nutzer die Unterschiede ohnehin nicht bemerken, galten als cool und wurden akzeptiert.


    Wichtige Multiplikatoren wie AJAX, der ehemalige Strider Botschafter, wurden schlecht behandelt.


    Dies und mehr nahm man in Kauf, bzw. haben die Marke in diesem speziellen Fall als "bad as Marke" sogar gestärkt.


    Offensichtlich hat sich der Markt geändert.


    Im Custom Bereich wird sich dieses Geschäftsmodell wohl nicht halten können.
    Exklusives Design wird wohl im Vordergrund stehen, welches sich noch weniger Messerfans leisten werden können oder wollen.

    @ knaller 5


    Vielen Dank für den Hinweis, das Problem mit einem runden Griff ist auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Meine zarten Bürohände sind mit einem SOG Griff bereits überfordert.


    Seit ein paar Jahren bin ich von den Vorteilen von Cargo Pants ( Hosen mit Taschen an den Oberschenkeln) überzeugt. Darin lassen sich wichtige Gegenstände störungsfrei tragen. Eine Alternative wäre auch eine Angler- oder Reporter- weste, doch bisher konnte ich mich damit noch nicht anfreunden. Eine kleine Hüfttasche reicht auch und kann zusätzlich zu einem Rucksack getragen werden.


    @ Beisser


    Stimmt. Dabei fällt mir ein, dass FKMD auch ein paar Modelle mit einer Survival Box in der Scheide anbietet.


    Habe eine kleine Maxpedition Tasche meist im Rucksack mit der ich im Notfall ein oder 2 Nächte durchstehen könnte. Wollen würde ich das nicht. Wäre aber interessant dies mal zu testen.


    https://www.polymathproducts.co.uk/ kannte ich bisher nicht, nur SOL http://www.surviveoutdoorslonger.com/ , da gibt es auch funktionale Notfallsausrüstungen.
    Die ganz kleinen Kits mit den winzigen Inhalten sind eher was für Profis. Für Amateure die zB. bei einer Kälte zittern und in Problemsituationen Koordinationsschwierigkeiten haben sind größere Firesteels etc. einfacher zu bedienen.

    Die schlechte Nachricht:
    Clint Hollingworth beschreibt in seinem Buch „Wildernes Survival Knives“


    https://www.amazon.de/Wilderne…ilderness+survival+knives


    dass das Konzept der Hohlgriff- Survivalmesser, möglichst viele Survivalutensilien im Griff zu haben, nur in wenigen realen Fällen funktioniert, da bei harter Beanspruchung Griff und Klinge getrennte Wege gehen.
    Bestenfalls Modelle von „one piece construction“ Herstellern a la Chris Reeve erfüllen den Belastbarkeitsanspruch.


    Die gute Nachricht:
    Der Gedanke, wichtige Survivalgegenstände im Messer zu haben ist grundsätzlich theoretisch gut, praktisch und zielführender ist es besser, diese zu Gunsten der Stabilität um das Messer herum, sprich an der Scheide, zu befestigen.


    Hollingworth´s Minimalaustattung seiner Wildernes- Survivalscheiden sind daher Umwicklungen
    mit Paracord (zB. für Shelterkonstruktionen)
    und Draht (zB. für Fallen).


    In weiteren Zwischen- und Ausbaustufen können Wasserentkeimungstabletten, Schleifstein, ein zweites kleines flaches Fixed für feine Arbeiten, Feuerstahl inkl. Zunder, Alufolien... dazukommen.


    Um dies zu erreichen und zu optimieren bastelt er an seinen Scheiden rum oder lässt sich welche anfertigen.


    Die Erweiterung der Scheide mit Paracord und oder Draht ermöglicht zusätzliche Tragemöglichkeiten, will heißen zB. auch horizontal, oder ein um die Schulter Hängen (optional inkl. Holster dafür).
    Glaube, Ajax hat mal geschrieben, dass er sein Difensa öfters mal an einer Schnur um den Hals und die Schulterachsel trägt.


    Damit zur Frage nach dem Sinn.


    In den meisten Fällen reicht es, wenn das Survivalmesser inkl. Zubehör im Rucksack getragen wird. Es gibt jedoch Situationen,


    a wo dies nicht optimal ist (zB. wenn bei einer Bootstour das Gefährt kentert und mitsamt Gepäck verloren geht -> man hat bestenfalls nur mehr das was am Körper ist / war -> die Notfallausrüstung ist weg)
    b wo ein Rucksack ein Tragen des Survivalmessers am Gürtel nicht ermöglicht und der Zugang zum Messer ohne Absetzten und Aufmachen möglich sein soll
    c in denen Geschwindigkeit zählt und daher Ballast rasch abgeworfen werden können muss
    d in denen es notwendig sein kann, sich ganz schnell vom Rucksack unfreiwillig trennen zu müssen (zB. bei einer Flussüberquerung)


    Letzteres ist dem Autor bei einer Flussüberquerung in den Cascade Mountains bei einer Tour im Juni passiert. War nicht lebensbedrohlich und er konnte am nächsten Tag wieder vorzeitig den Ausgangspunkt erreichen, aber er konnte die Nacht erträglicher bei einem Feuer trocken und zusätzlich gewärmt in einer Rettungsfolie mit einer Suppe mit Brühwürfel, die er in einer Art starken Alufolie gekocht hat, verbringen.


    Fazit
    Finde die Anregung, die Scheide des Survivalmessers zu erweitern und sich alternative Tragemethoden auszudenken zumindest überlegenswert, wichtige Ausrüstungsgegenstände am Körper und nicht nur im Rucksack bei bestimmten Touren zu tragen für sinnvoll oder gar notwendig.

    @ Knaller 5


    Vielen Dank für Deine aufschlussreichen Antworten.
    Dachte bisher, der einzige Unterschied bei den Trailmaster Modellen wäre der Stahl.
    Der ballige San Mai III Schliff sollte gegenüber einem reinen Flachschliff ein zusätzlicher Schutz gegen (Mikro-) Ausbrüche sein.


    Äste mit 10 cm Durchmesser finde ich nicht ohne.
    Unser Weihnachtsbaum im Wohnzimmer hat einen Stamm- Durchmesser von max. 10 cm.

    Seitdem ich begonnen habe Messer nicht mehr zu sammeln, sondern zu nutzen bin ich zu der Einsicht gekommen, dass eigentlich 5 Messer ausreichend sind. Das Fixed für alle Fälle kann es nicht geben, allerdings gibt es Kategorien und da reicht jeweils ein Exemplar.


    Was sind Eure Top 5 bis maximal 10 Messer, welche Kategorien habt ihr, was sind die Gründe Eurer Wahl ?


    Meine Favoriten


    1. EDC Mission MBK Ti: klein, leicht, stabil, 100% nicht rostend, Wellenschliff der zB. Gurte durchtrennen kann
    2. Outdoor / Bushcraft / Wildernes Survival Fällkniven A1 Pro: schneidet, schnitzt, hackt, batoned sensationell und ist ultrarobust. Nachteile: sieht nicht tacticool aus und ist aufgrund der Robustheit etwas schwer.
    3. Urban Survival Mission MPD Ti: ein leichter sharpened Prybar zum Hebeln und mit Serrations die zur Not alles Mögliche durchtrennen können
    4. Fighter und, da nicht verwendet, reine Sammlung Cold Steel Tai Pan San Mai 3



    Fazit
    Sogar vier Messer sind ausreichend, wenn ich nur eines haben könnte würde ich beim A1 Pro bleiben.

    Vielen Dank Elric für die TS GS Erklärung.


    Meine persönliche Meinung als minimaler Strider Konsorte: Thickstock mit Hohlschliff macht keinen Sinn und passt nicht zusammen.
    Ein „fragiler Brecher“ ist wie eine Dreiviertelglatze, wobei der kümmerliche Rest als Langhaar mit Dauerwelle getragen wird.

    Wodurch unterscheiden sich die klassischen Tiger- Stripes von den neuen (?) Ghost- Stripes ? Wurde die Korrosionsanfälligkeit dadurch herabgesetzt ? Sind Ghost- Stripes ein Stonewashed- Finish welches mit Farbstreifen übermalt wurde ?

    Dass das Design eines Dolches als one singele purpose tool von den Gestaltungsmöglichkeiten her begrenzt ist erschient mir logisch. Abgesehen von der Länge gibt es dünne Klingen für exzellente Penetrationsfähigkeit (zB. Suppressor), mittlere für eine gewisse „Slashfähigkeit“ wie das Tai Pan und ganz breite Klingen in Blattform wie bei dem Smatchet, wobei dies wieder zu Lasten der Penetrationsfähigkeit geht.


    Aus diesen Gründen hätte ich das „wahre Innovationspotential“ beim Material gesehen.
    Schnitthaltigkeit ist wohl sekundär, wichtig ist Schärfe (zur Not auch mit Serrations), Stabilität und absolute Nichtpflegenotwendigkeit im Sinne von Korrosionsbeständigkeit.
    So gesehen wäre eine (Beta) Titan Klinge der USP geworden. Das später herausgebrachte Romeo two hat dieses Konzept verwirklicht, ein Romeo one in Titan Ausführung wird es leider, laut Dietmar Pohl, aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht geben ;( .

    @ Kibo


    JEIN


    Eine Frage der Geometrie.
    Wenn´s ums Holzschnitzen geht ist ein 15€ Mora einem typischen 200 € + Strider vom Einsatzzweck her haushoch überlegen (außer das Strider hat einen ausgeprägten Hohlschliff und oder ist dünn wie das ED).
    Ein Fällkniven S1 Pro kann ebenso exzellent schnitzen, hat aber eine Bruchfestigkeit von 300 kg, was händisch wohl nicht erreicht werden kann.

    @Micha
    bewundere Deine Geduld und die stets erneut fundierten, ausführlichen Antworten auf (sehr) oft nahezu gleichlautende gestellte Fragen.


    Allgemein habe ich nach vielen Jahren den Eindruck, dass bei Anfängern ohne spezielle Vorlieben für Marken oder Design so gut wie jedes Messer ab einer Minimum Preislage passt.
    Uneingeschränkt kann man Fällkniven empfehlen, inkl. einer minimalen Pflege ESEE. Dann geht es nur mehr um die gewollte Größe um das richtige Modell zu finden.


    Wer Böker oder FKMD... kauft macht auch keinen Fehler. Wer sich für Messer tatsächlich interessiert wird sehr schnell wissen was er warum will.

    Romans Vergleich mit einem Kampfhund hat mich an eine Aussage des berühmten Outdoor- Autors Rainer Höh erinnert, der sinngemäß schrieb: „ einen Grizzly mit einem Messer abzuwehren gleicht dem Versuch einen D- Zug mir einer Fliegenklatsche zu stoppen“.


    Als elternbedingt passiver Saurierparkbesucher kann ich von der Größenordnung her zur zweckmäßigen Vorbereitung, zB. gegen einen Carnotaurus, daher als präventives Training empfehlen, mit einer Nähnadel gegen ein wütendes Nashorn anzutreten.

    Nach etlichen Jahren eine weitere Definition von James Morgan Ayres (mit dem ich letzte Woche Kontakt hatte):


    „A tactical knife is an all purpose knife useful for everyday tasks according to your needs an that will serve as an emergency tool in extreme situations and as an emergency weapon at need.“


    Dies gilt unabhängig von der Umgebung (Wildnis oder Urban). Bei ausgeprägten Survival Messern ist die letzte Eigenschaft, im Gegensatz zu einem Tactical, unwichtig. Wichtig ist es ein Messer zu haben, das für den Alltagsgebrauch (kochen, Pakete öffnen...) geeignet ist und in Notfällen stark genug ist für Batoning, zu hebeln, Blech zu schneiden...
    Daher die Forderung scharf und robust.