Beiträge von Micha M.

    Mal provokant gefragt: Wenn Du sowieso davon ausgehtst, hier seien eh nur ein paar wenige Hansels unterwegs, die ihre drei Messer sowieso nur auf dem Sofa bespielen und von deren Sachverstand eh keiner profitiert - was suchst Du dann hier?


    Im TF findet ein Ideen- und Erfahrungsaustausch zwischen vielen Teilnehmern statt, darunter auch hauptberufliche Messermacher, erfahrene Messerhändler und Anwender mit jahrzehntelanger Erfahrung. Eine ganze Reihe der Mitglieder kommt aus Berufen, in denen Messer als Einsatzwerkzeug regelmäßig verwendet werden und sind sowohl von ihrer Sachkunde als auch ihrem beruflichen Background her durchaus in der Lage, sich ein paar nicht allzu dumme Gedanken über die Konzeption eines Einsatzmessers zu machen.


    Mehrere der Mitglieder hier haben übrigens auch schon für den gewerblichen Bereich oder auch für eine ganze Reihe individueller Anwender professionelle eigene Entwürfe gefertigt oder sich an so etwas beteiligt. Mehrere von uns stehen in regelmäßigem und teilweise intensivem Kontakt mit z.T. mehreren renommierten Messermachern oder Herstellerfirmen.


    Ich finde es also ein wenig anmaßend, dem TF hier den Wert der Fachdiskussion abzusprechen, selbst aber so zu tun, als habe man selbst sozusagen das Wesen der Kampfkunst natürlich voll erfaßt, ob man nun in irgendeinem Stil Ghost Dog oder Hush-Puppie sein mag, ist mir bei dieser Respektlosigkeit herzlich wurscht.


    Für mich selbst kann ich zumindest sagen, daß ich trotz langjähriger Beschäftigung mit dem Thema aus dem Meinungsaustausch mit anderen Mitgliedern hier fortwährend dazulerne. Wer das anders sieht und seine Teilnahme hier nur als Bühne für vollmundige Statments betrachtet, sollte das vielleicht einmal (selbst-)kritisch überdenken.


    Ist das aber so - fließt hier, zumindest auch, Erhellendes im Sinne eines "Think Tank"- zusammen und ist für einen Hersteller als sofortige und kostenlose Information zu Publikumsresonanz und Meinung erfahrener Anwender auch abrufbar, steht es der Fa. E. natürlich immer noch frei, das zur Kenntnis zu nehmen oder nicht, erst recht natürlich, daraus Folgerungen zu ziehen. Zumindest darüber nachdenken sollte man aber, zumal, wenn man ansonsten die Frage nach eigener Äußerung offenbar eher unter betriebswirtschaftlichen als unter funktionalen Aspekten bewertet hat.


    Intensive Auseinandersetzung mit der Modellgestaltung anderer Hersteller hat in meinem Fall übrigens durchaus schon zu Modifikationen von Modellen geführt oder Hersteller bewogen, sich mit bestimmten Gestaltungslösungen zumindest auseinanderzusetzen, einige Teilnehmer hier haben aber noch weit gefestigtere Verbindungen zu einzelnen Herstellern. Es hat sogar auf Betreiben von Forumsmitgliedern schon eigene Modelle renommierter Hersteller gegeben - und wird sie geben.


    Natürlich ist es legitim, sich auch intensiv in einem Thread mit einem Modell hier im Forum auseinanderzusetzen. Daß das in diesem Fall mit ein wenig mehr "Herzblut" erfolgt, ist nachvollziehbar: Tony ist hier Ehrenmitglied, eine Selbstverständlichkeit, daß man ihm dann optimale Abläufe wünscht und sich mit den entsprechenden Produkten intensiv auseinandersetz, oder nicht?


    Es hat der Diskussion sicher nicht gut getan, teilweise in eine Grundsatzfrage abzudriften, ob "Tactical in Leder darf". Wir sind aber immer wieder zu der konkreten Frage zurückgekehrt, was von der hier konkret angebotenen Lederscheide gehalten wird. Darüber setze ich mich hier gern intensiv auseinander, mit mehr Interesse als zu Fragen irgendeiner "wurmbunten Irgendwasklinge" oder Messerbeschreibungen "an Walpenisknochen" oder sonstigen an grausige Speisekarten erinnernden Themen von andernorts...
    Und ich befasse mich damit mit der gleichen Akribie, für die hier auch Platz z.B. für Messer des hochgeschätzten Andrew Jordan ist, von dem auch nur eine Handvoll von Teilnehmern hier ein eigenes Messer besitzen. Es ist hier trotzdem keinen in den Sinn gekommen, die Jordan-Freunde hier darauf anzuhauen, warum sie sich mit ihren "teuren Exotenzacheln" so aufspielen. Weil es nicht so ist, sondern wir uns hier im Detail mit diesen Themen gern befassen!


    Also bitte mal eine Spur sachlicher hier und mit ein wenig mehr Respekt vor der Meinung der anderen Teilnehmer!

    Ja, und die haben die dann in einem Butterbrotbeutel mit sich rumgetragen? Was meinst Du, wie viele Jordans Kytac "eingekleidet" hat :) Oder die entsprechenden Macher in NL usw.


    Noch einmal: Es soll hier nicht um eine Grundsatz-Glaubensfrage gehen, ob man ein Tactical in Leder führen darf.
    NATÜRLICH darf man das.
    Es geht aber darum, ob die angebotene Lederscheide zu diesem Messer paßt.

    Übrigens: Nicht grundsätzlich IRGENDEINE Lederscheide oder eine mit allerlei Nachbearbeitung optimierte oder die bestmöglich ausgestattete bewerten, bitte, sondern die vorgestellte Scheide, mit der das Messer angeboten werden soll!


    Edit (Gerade vergessen...):
    Jackknife, Du hast profunde Kenntnisse über Jordan-Messer. Soweit ich weiß, wird das Commander in einer ausgezeichneten Kombischeide angeboten, bei der auf eine Kydexscheide eine Cordura-Tasche aufgesetzt ist. Selbst die vom Schnitt her eher nostalgischen Big Chiefs wurden nicht in Leder eingekleidet, sondern bekamen regelmäßig hervorragende Kydex-Scheiden von einem Custom-Macher.


    Warum wohl?

    Oh, natürlich kann man basteln...Die Frage ist doch aber, warum man die Anforderungen an einen gewissen Entwicklungsfortschritt, den man ja auch an alle anderen Gebrauchsgegenstände stellt, nicht folgerichtig gerade auch an einen Gegenstand stellen sollte, der den Anspruch erhebt, ein modernes professionelles Ausstattungsteil zu sein.


    Mit der gleichen "Logik" könnte ich natürlich moderne Unterhaltungselektronik ohne Bedauern hinter mir lassen, weil ich mit einem Volksempfänger ja auch Radio hören kann und das ja auch zwei Generationen meiner Vorfahren glücklich gemacht hat...oder auf all die kleinen Fortschritte meines modernen kleinen Autos verzichten, weil fraglos Willy's Jeep den leidensfähigen GI ja auch um die ganze Welt gekutscht hat.


    Die Konzepte der Scheiden des KA-BAR Combat, natürlich auch der Randalls, der SOG Bowies oder des Al Mar SOF Attack stammen aus den 40er bis 70er Jahren, oft noch aus weit früherer Zeit. Seitdem hat sich die Entwicklung nicht nur von Autos und Fernsehern deutlich bewegt, sondern eben auch Ansprüche und auch Erkenntnisse im Bereich moderner militärischer Ausstattung. Schaut Euch doch mal an, welchen Aufwand Firmen wie Extrema Ratio mit der Entwicklung nicht nur von Messern betreiben, sondern z.B. auch mit der ständigen Verbesserung von bis ins kleinste Detail durchgeplanten und optimierten Tragesystemen.


    DAGEGEN konkurrieren entsprechende neue Angebote, nicht gegen die Möglichkeit, eine Lederscheide natürlich mit Panzertape und Kabelbindern irgendwie an eine Weste zu pappen.

    Klingenrücken: Einer der Gründe ist Gewichtsreduktion des Messers mit geringsmöglicher statischer Schwächung. Viele militärische Pflichtenhefte setzen restriktive Obergrenzen für das Gewicht einzelner Ausrüstungsgegenstände, hier kann schon ein Unterschied von 20 g über die Beschaffung (mit-)entscheiden. In den Bereich können - je nach Vorliebe und Messerkampfstil des Anwenders - aber z.B. auch Rückenzähne für "Trapping" und "Weiterführen" besser eingelassen werden als in einen Bereich voller Rückenstärke. Auch zum Schaben ist dieser Bereich nicht unpraktisch.


    Ich vermute aber in der Gewichtsreduktion den Hauptaspekt, hinsichtlich des M.P.C., bei dem das ja ähnlich gestaltet wurde, hat mir ER das ausdrücklich bestätigt. Zumindest beim M.P.C. halte ich das für einen der Bereiche, an dem eine Modellüberarbeitung ansetzen und diesen Bereich zugunsten einer Daumenmulde oder Daumenauflage umgestalten sollte.


    Beim Batoning (Schlagholzverwendung) ist primärer Auftreffpunkt der volle Bereich vor diesen Mulden im Fulcrum-Rücken, beim richtigen Knüppel geht das dann schadlos.


    Haumessereinsatz: Für das Batoning sind Masse und Vorderlast weniger relevant als für Hacken mit dem Messer allein. Bushcrafter sind ja oft weit kürzer und leichter als die 15 cm / 300 g des Fulcrum C.


    Wird Hacken ohne Schlagholz bevorzugt, finde ich die Klingenlänge und die Masse - sowohl absolut als auch hinsichtlich des Schwerpunkts - ziemlich suboptimal. Vorderlastigere, nach vorn ggf. gleich hohe oder sogar verbreiterte Klingenformen wie bei Kukir, Golok oder bei ähnlicher Klingenlänge wie beim Fulcrum meinetwegen einem der diversen "Tracker"-Messer bringen da deutlich bessere Ergebnisse.


    ER bietet als Arbeitsmesser - diese Funktion gehört ja dazu - längere und schwerere Modelle an, das Fulcrum - vor allem das kompaktere Fulcrum S - sind hier ein deutlicher Kompromiss zwischen Führigkeit, Kampfmessereignung und Werkzeugtauglichkeit. Das neue ONTOS ist bei vergleichbarer Länge deutlich stärker in der Hackleistung.


    Persönlich ziehe ich für das Hacken ohne Schlagholz Messer zwischen 7,5 und 10 Zoll Klingenlänge (19-25 cm) vor, wie z.B. Becker BK-7 oder BK-9, Ontario-Rangerknives RD-7 und RD-9 oder das Ontario Marine Raider Bowie.
    Das würde alles bei ER-Produkten eher dem kleinen Kukri, dem Golem oder dem Harpoon entsprechen, nicht dem Fulcrum.

    Sorry, das stimmt so nicht, Jackknife. Das GTK ist 15 mm kürzer und hat auch eine andere Griffkontur als das GEK. Wir wollen doch nicht hoffen, daß der Hersteller ernsthaft ein Profi-Tool in IRGENDEINE Scheide hineinwürgt...

    Natürlich kann man nachkaufen oder selbst bauen. Es gibt ja einige Kydex- und übrigens auch Lederprofis im Interessenbereich, die da hervorragende individuelle Lösungen bereitstellen können. Natürlich hab ich mir auch schon für einige Messer nachträglich Scheiden bauen lassen.


    Aber ganz nüchtern: Das muß man dann von Beginn an eben bei der "Kalkulation" des Käufers berücksichtigen und sich nicht überlegen, ob das Messer zum preis von x für das Messer gegen Mitbewerberangebote vernünftig konkurriert, sondern zum Preis von x plus y für eine ordentliche Scheide.


    Falls das kein Optionsmodell wird, sondern ein Hinzukauf, hat man auch das unbefriedigende Gefühl, Geld für eine Scheide mitausgegeben zu haben, die man nicht brauchen kann.


    Und selbst bei einem Optionsmodell des Angebots muß sich dann die als EINE Lösung angebotene Lederscheide der vergleichenden Kritik sowohl mit dem anderen Modell als auch allen anderen von Mitbewerbern angebotenen Modellen stellen.


    Natürlich kann man das so anbieten: "Einfachausstattung" Lederscheide, gegen "kleinen Aufpreis" Kydex. Das machen Autohersteller ja auch so und spekulieren darauf, daß der Kunde eh das eine oder andere Extra hinzukauft, welches Fahrzeug wird schon in der für den absoluten Grundpreis enthaltenen Ausstattung bewertet.
    Aber selbst die Basisversion muß störungsfrei und zuverlässig fahren und sich in ihrer baulichen Zuverlässigkeit und der Stimmigkeit des Gesamtmodells mit den Konkurrenten messen.


    Ich stimme Dir zu, Jackknife, alter Wandersmann, und bin wie Du auf unserem Interessenweg an allerlei Beispielen dieser von Dir angesprochenen Art vorbeigewandert, hab allerdings auch manche aus genau diesem Grund sozusagen verärgert am Wegesrande unberührt liegenlassen - und mich wirklich JEDES Mal über die Zusatzkohle geärgert, falls es bei der Customscheide nicht um einen Spezialwunsch ging, sondern nur um das Erreichen eines vernünftigen Grundlevels.

    Mir auch, obwohl ich die etwas schräger eingesenkten Radien von Martin von BS noch lieber mag. DIE Zähne beißen wirklich höllisch! Ich finde aber die Detailgestaltungen von Rich und auch seinen Mut zu etwas ungewöhnlicheren Formen immer wieder lohnend anzuschauen und sehr inspirierend.

    Hier noch zwei Karambits aus Rich's aktueller Fertigung:
    Ein Modell 8 mit bösem Wellenschliff-Rücken und ein Modell 10 in der Custom-Ausführung, hier ebenfalls mit scharfem Rücken.




    Beide Messer wurden in 3/16 Zoll Stärke aus 154CM hergestellt.

    Kleiner Nachtrag: Die Möglichkeit, bei offenem Tragen eine Cordura-Schlaufe zu verwenden, soll natürlich nicht den Wert eines TekLok in Frage stellen. Das wäre dann z.B. bei höherem verdecktem Tragen des Messers die bessere Alternative, in diesem Größenbereich sind fast alle meine Messer für verdecktes Tragen mit einem TekLok ausgestattet. Das bietet dann z.B. ohne Zusatzmontagen die Möglichkeit, das Messer tipup statt tipdown am Gürtel zu tragen und auf engem Raum und unauffällig unter Westenrändern, Jacken usw. hervorzuziehen.
    Vielseitigkeit bei den Trageweisen wie bei den Befestigungsmöglichkeiten ist der große Vorteil der hier vorgestellten Scheide - das ermöglicht sowohl gleichwertig das offene wie das verdeckte Tragen als auch das Tragen an allen "gängigen" professionellen Tragepositionen (u.a. Brust, Koppel, Oberschenkel, Einsatzstiefel) und schnelles Integrieren in andere Tragesysteme (MOLLE-Westen, takt. Beinholster, Ausrüstungsholster mit Beinriemen usw.


    In der Einsatzausrüstung möchte man ja nicht auch noch diverse Spezialscheiden mitführen - außerdem finde zumindest ich es immer ein wenig ärgerlich, das gewünschte Tragespektrum auch noch durch die Zusatzinvestition in weitere Scheiden abdecken zu müssen. Ich habe andere sehr gute Einsatzmesser, die z.B. verdecktes Tragen mit der "Standardscheide" nur sehr schlecht zulassen oder nur ENTWEDER auf MOLLE-Kompatibilität oder TekLok-Montage ausgelegt sind - beim GTK wird das anders sein.

    Das RoughGrip-G10 des Herstellers hat eine hervorragende Haptik, die Anhaftung am Griff ist der an gerautetem Alu imo deutlich überlegen. Wegen der geringeren Auflagefläche der Hand an Griffmaterial aufgrund des ausgeräumten Griffs sollte dieser Vorsprung mitgenommen werden.
    Gerade die Nylonschlaufe statt einer starren Verbindung ist ein wichtiges Praxiserfordernis. Viele professionelle Anwender würden ein größeres Messer mit einer starren Befestigung nicht im Einsatz tragen wollen, da auf engem Raum, in Fahrzeugen, beim Überwinden von Hindernissen usw. ein "Festlegen" des unteren Messer- bzw. Scheidenteils sonst unerwünscht am Koppel hebelt. Stabile Einsatzkoppel, auch mit anderer Ausrüstung belegt, lassen ein derartiges Schwenken nur sehr begrenzt zu - die Folge kann ggf. sogar ein Aufhebeln des Loks und Verlust des Messers bzw. Beschädigung der Achse des Loks sein. Eine Gewebeschlaufe läßt diese Bewegungen, die in jedem Einsatzgeschehen vorkommen können, problemlos zu. Bei richtiger Dimensionierung der Schlaufe (nicht ZU lang) entfällt auch ein zu starkes Anheben der Scheide beim Ziehen des Messers.
    Durch die Kombination von Hohlniet und Schlitz ergibt sich eine Vielzahl flexibler Montagemöglichkeiten sowohl für TekLoks als auch für MOLLE-Loks, aber auch Beinriemen, die im Praxisgebrauch oft verwendeten Kabelbinder usw. Durch die Kombination von Schlitz und Loch hat man keinen einzelen fixen Montagaabstand wie bei zwei Löchern, sondern eine Bandbreite von Abständen, in die so ziemlich jede sinnvolle Befestigung paßt.


    Tony's Team hat sich da so allerlei Gedanken gemacht...

    Hab auch schon von 6 Monaten gehört...
    Während immer mal wieder Jordan-Jagdmesser aus Sammlerbestand auftauchen, sind auch nach meiner Erfahrung Angebote aus seiner "Military"-Serie sehr selten. Ein oder zwei Scouts oder OPOS habe ich in den letzten zwei Jahren in Erinnerung, ein Raven - das ist nicht soo viel. Aus diesen Überlegungen hab ich hier seinerzeit auch sofort gepostet, als mir ein Bekannter ein Raven angeboten hat und ich nicht selbst zugreifen konnte/wollte. War nach zwei Tagen weg, glaube ich...
    Ein Commander oder ein Raven geistern mir schon auch seit einiger Zeit durch den Kopf, aber bisher hab ich es nicht über die Preishürde geschafft :)

    Mich erinnert das ein wenig an die "unsterbliche" Diskussion über D2 als Stahl für große Messerklingen - und die Enttäuschung der Verfechter der Ungeeignetheit, wenn dann diese Messer bei manuell erzeugbarer Belastung, vernünftiger Dimensionierung und ordentlicher Wärmebehandlung doch nicht zerscherben wie China-Porzellan...


    Rein statisch schwächt eine Bohrung sicher die Maximalbelastbarkeit, das ist bei der Bohrung für die Griffverschraubung der ERs ja auch schon häufiger diskutiert worden. Ich hab aber noch keines kaputt bekommen. Andererseits kenne ich auch Klingenbrüche bei viertelzölligem Vollmaterial.


    Ich hab noch von keinem Jordan-Messer gehört, das durch Einsatzbelastung gebrochen wäre - weder in der Klinge noch im Erl. Einschließlich des Raven, mit dem Arjen vom Marinekommando mal einen Stacheldrahtverhau kurz- und kleingehackt hat. Zudem liegen die Bohrungen relativ mittig im Griff, nicht in der besonders empfindlichen Zone kurz hinter dem Parierelement, wo der gesamte Hebeldruck des Griffs bzw. der Klinge ansetzt. Mit dieser Art von Austarieren habe ich auch einige eigene Erfahrung im Umgang mit Messern von BS - auch hier "ohne besondere Vorkommnisse".


    Außerdem macht jackknife auf mich auch nicht den Eindruck, er sei nur in einigen Texten recht handfest :), der wird dem Messer im Gebrauch wohl auch nichts "geschenkt" haben.


    Kurzum: Nach der "reinen Lehre" stimme ich JAG zu, glaube aber nicht, durch eigene manuelle Belastung in Grenzbereiche vordringen zu können, in denen sich das praktisch auswirken könnte. Daher beneide ich jackknife um das tolle Messer und erinner mich bei allem "Eisen", das durch meine Hände gegangen ist, noch immer voller Freude an den Tag, an dem ich mal ein Commander und ein Big Chief befummeln durfte :)

    Das ist richtig schön geworden. So gefällt einem doch sogar ein "normales" Jagdmesser.
    Wie immer eine sehr saubere und ansehnliche Arbeit.
    Hinsichtlich der Damastklinge bist Du absolut zu bescheiden - mal eben so nebenbei geschmiedet sieht anders aus :)

    Heioooo! (...sozusagen...).


    Hier mal was von Rich für die Freunde der Kompaktbauweise :)


    Der kleine Freund ist allerdings auch viertelzollstark - dabei viereinhalb Zoll lang bei einer zweizölligen Klinge.





    Vielleicht sollte ich Rich mal fragen, ob kleinere Interessenten mit längeren Bärten einen Rabatt bekommen :)

    Bei den Blauen werden gerade zwei verkauft, aber nicht dieses Modell. Da beide Firmen in den USA sitzen, denke ich mal, das ist der Production-Nachbau des originalen Maniord-Entwurfs. Hab das Bild ja auch auf seiner HP gesehen...

    jackknife: Bin froh, daß Du Dich nicht hochgenommen fühlst, war absolut auch nicht so gemeint, hab nur Deine "Steilvorlage" angenommen.


    Hatte eine Zeitlang ein Karambit im Trageversuch als EDC. Bis auf das Schneiden auf einem Schneidbrett, das man ja z.B. mit einer Hawkbill-Klinge auch nicht optimal hinbekommt, geht wirklich sehr viel. Man darf ja nicht vergessen, daß diese einwärts gebogenen Klingen in vielen südlichen Ländern eine DER Arbeitsmesserformen sind. Es gibt z.B. in Italien viele stark einwärtsgebogene bäuerliche Arbeitsmesser, in vielen anderen Ländern auch. Das mit der "Hippe" war ja nicht nur scherzhaft. Streng genommen zeichnet sich ein Karambit ja auch durch den Ring aus, nicht durch eine genau definierte Klingenform. Denk mal an einige Karambits mit gerader Klinge....Und der Ring bringt Griffsicherheit - nicht nur im Kampf, sondern auch bei nassen Händen, ungünstiger Arbeitshaltung usw. So einem Messer - wenn man es eben mag - möchte ich also nicht den Alltagsnutzen absprechen.


    Daß es "daneben" auch noch für andere Dinge - bei entsprechendem Anwendungsstil - recht gut geeignet ist, hast Du selbst ja nicht in Zweifel gezogen :)


    Beste Grüße!

    jackknife: Natürlich kann ich Dir das erklären!


    Das brauche ich immer, wenn ich in meine grünen Gummi-Gärtner-Clogs schlüpfe und ausgelassen über den Balkon hüpfe, um meiner Liebsten ein Rosmarin-Zweiglein für einen gar leckeren Lammtopf abzuschneiden - und rückenscharf muß es sein, damit ich das Handgelenk nicht drehen muß, wenn sie ruft "Ich brauch zwei!"
    Auch zum Mähen würzigen Schnittlauchs für das Quarkbrot taugt die kleine Hippe im Balkonbeet, wo die Sense sozusagen gärtnerischer Overkill wäre, benachbarte Blümelein mitkappen würde und mir viel Mecker meiner Holden eintrüge.
    Nur zum Rosenstutzen nehm ich natürlich mein Fairbairn-Sykes, das nach den berühmten britischen Hofgärtnern benannt wurde.
    Ist das nicht putzig, das könnte ich auch woanders posten :)