Du tust mir leid, Chris....:)
Da bringst Du so viele Jahre der Erfahrung und der entwickelten Tücke darin mit, Messer grenzwertigen Belastungen auszusetzen - und jetzt wirkst Du wie ein hilfloser kleiner Bub, der ja so gern einen fetten Poller in der Fußgängerzone wegrollen würde...
Alles auf Deinem Testgelände hat gelitten, Bretterwände sind zerborsten, Gebüsche haben sich gelichtet, selbst der Tester zeigte zunehmende Ermüdungserscheinungen - nur ausgerechnet das Testobjekt steht inmitten von Verderben und Zerstörung so völlig unbeteiligt, daß man den Eindruck haben könnte, alles mögliche Andere sei da vielleicht getestet, vernichtet oder ansonsten mutwillig gequält worden, nur ganz sicher nicht dieses Monument an komplett unbeeindruckter und beinahe gelangweilt wirkender Stabilität. Sei ehrlich, nach Drehschluß hast Du ein wenig geweint, stimmt's??
Die Sache mit der Autotür, besonders die Schlußsequenz am Rahmen mit dem beeindruckenden Schlitz in der Tür, beeindruckt die "Szene", eben mit Ausnahme der Insider, die Romans Produkte kennen. Insbesondere, wenn man an bekannte Beispiele denkt, in denen aus anderen Messern prominenter Herkunft bei ähnlich abwegigen und mißbräuchlichen Belastungen recht hochpreisige Kämme geworden sind. Guuuut, es ist ja Rechtfertigung genug für diese Fälle, daß man das auch ganz bestimmt mit Messern nicht machen sollte....besser für den Blutdruck ist das allemal.....
Aber es ist eine Mordsgaudi, sich Roman vorzustellen, wie er - exakt so unbeeindruckt und in sich ruhend wie das niedliche Testmesser (...und auch vergleichbar stämmig, sorry, mein Freund :)...) - sich das anhört und gewohnt lakonisch erwidert: "Dann mach das halt trotzdem damit...".
Unsere gewohnten "ultrarobusten" Viertelzöller wirken natürlich gegen so ein Messer wie zierliche Federmesserchen....oder Kindermesser ("Spiel schön mit dem Fulcrum, Micha....")....oder eben hipper Vitrinenballast...
Und es macht mir fachlich und menschlich eine unerhörte Freude, wenn ich mir vorstelle, wie die diversen Vertreter arrivierter Hightech-Marken ihre Werbesprüche vom "Strongest Knife on Earth" und ähnliche amerikanische Superlative ablassen, mit "Superstahl" und einer Hightech-WB in berühmten Edelbetrieben geworben wird.....und da irgendwo im Saarland ein traditionell arbeitender Schmied an seiner Esse steht (...das MUSS nicht unbedingt heißen, verzweifelt eine Ahnenreihe zu bemühen oder technische Prozesse durch jahrhundertealte esoterische Rituale zu "erklären"....) und sich hinter diesem ganzen "neumodischen gehypten Kram" absolut nicht verstecken muß 
Ich werde Dein Video auch in den Thread verlinken, in dem ein neues TF-Mitglied auf der Suche nach etwas "richtig Belastbarem" eine Erlstärke von 14 mm anpeilt......Wenn ihn DAS HIER nicht überzeugt, daß man mit "nur" einem Zentimeter die Grenzen dessen, was ein schwaches Menschlein an Schabernack für Eisenwaren ersinnen kann, weit hinter sich läßt, soll er sich meinetwegen sein Einsatzmesser aus einem Geschützturm sägen lassen....
Deine Neuerwerbung hatte ich in Langgöns in der Hand und war schwer in Versuchung. "Unter uns": Natürlich ärgere ich mich jetzt tüchtig, es Dir nicht vor der Nase weggeschnappt zu haben
Doppelter Glückwunsch also...daß Du ein neues "Juchten" in den Bestand aufnehmen konntest UND daß Du wegen meiner blöden Zögerlichkeit zum Zug gekommen bist 
Mal sachlich: Natürlich kann man hier wieder die Frage aufwerfen, ob es denn ein so "dickes" Messer sein MUSS. Die mag ich gar nicht mehr allgemein beantworten, es gibt ja auch ganz andere Anwendungsphilosophien und Leute, die mit diesen anderen Ansätzen wunderbar klarkommen. Aber diese Messer zeigt wieder einmal, daß es zumindest so ein Messer sein KANN. Rasierscharf, sauber schneidend, nach diesen ganzen Mißbräuchen von auch technisch bemerkenswerter Schnitthaltigkeit, mit einer Belastbarkeit der Schneide, die einen Totalausfall bei realer Anwendung in den Bereich des Auszuschließenden bringt. Mit einer Durchschlagskraft, die bei gängigen Tätigkeiten eine kleine Axt zumindest bei entsprechend geneigten Anwendern komplett ersetzt.
Was hier wieder einmal hinsichtlich der Stabilität der Schneide und der Schnitthaltigkeit zu sehen war, ist sicher über den Einzelfall dieses Messers mit seiner "grenzwertigen" Klingengeometrie hinaus wieder einmal bemerkenswert - auch vor dem Hintergrund, daß Roman diese Ergebnisse NICHT unter Hightech-"Laborbedingungen" in Stickstoff-Atmosphäre, Hochvakuum und einer grad- und sekundengenauen Wärmezufuhr erzielt, sondern traditionell und mittels seiner Erfahrung.
EINE Bitte, Chris!, bittebittebitte!: EINMAL möchte ich das Ding geworfen sehen....wie es einschlägt und dann diese kostbare letzte Sekunde, in der man es noch in der Wand stecken sieht, bevor die Hütte einstürzt....