Beiträge von Micha M.

    Für mich bei noch vergleichbarem Preis auch eindeutig interessanter als das neu aufgelegte Street Bowie mit seinem aufgespritzten Griff, der nicht 42a-konformen Klingenlänge und vor allem der gewohnt-ärgerlich-klapprigen Boltaron-Scheide!


    Und andererseits ist es eine Nummer größer als das (in D drastisch zu teure!) Street Beat.


    Sehr interessantes Messer! :thumbup:
    Vielen Dank für die Vorstellung!

    Auch geöffnet, siehe z.B. Review bei Edgeobserver...


    http://www.edgeobserver.com/benchmade-bedlam-860/


    Kleineres Klingenspiel im geschlossenen Zustand ist ja eher eine kosmetische Frage, darüber gab es ja in der Vergangenheit immer wieder mal Anmerkungen...


    Aber irritierend ist schon, das auch über ein geöffnetes Messer dieser Qualität zu lesen - es ist ohnehin merkwürdig, daß Klingenspiel gerade bei den ansonsten hochgelobten Marken Benchmade und Emerson immer wieder thematisiert wird.


    Will die Messer übrigens nicht schlechtreden - was ich bei Deinem Besuch gesehen habe, erschien mir makellos! Daher interessieren mich ja die Erfahrungen der Besitzer, die hier die Messer präsentieren, die sie offensichtlich sehr schätzen.

    Und was ist denn nun bei all Euren Lieblingsfoldern und Nordwinds toller Sammlung mit den immer wieder auftauchenden Berichten über Klingenspiel, insbesondere horizontales? Das liest man ja immer wieder - zuweilen auch in Reviews erfahrener Anwender....Moderne Sage, Einzelfall, überwundenes Problem - oder so in Kauf genommen wie stumpfe Strider??

    Cog, das mit dem Reifenlassen kenn ich auch - das ist auch klasse bei den "Hammerstielen", die man dort bekommt, ebenfalls einer luftgetrockneten Wurst.....


    Wurst und Käse sind im Harz wirklich ein Genuß, wenn man etwas Traditionelles erwischen kann:


    Wenn wir im Herbst/Winter dort sind, mag ich sehr gern den Grünkohl (...der dort komischerweise Braunkohl heißt...) mit Bregenwurst – und ganzjährig natürlich frisches Bauernbrot mit Schlackwurst oder auch mit Knackwurst, einer unsäglich fetten, aber mindestens ebenso delikaten, mit Thymian gewürzten Spezialität. Und einer meiner Favoriten ist das Zwiebelfleisch (...am liebsten von Fleischer Leiste aus Bettingerode, der auch himmlische Knackwurst macht...), das hau ich mir da regelmäßig schon zum Frühstück rein…
    Außerdem lecker und sehr praktisch beim Wandern sind die "Harzer Knüppel" von Koithahn aus Hattorf – und natürlich echtem Harzer Käse (nicht den abgekupferten Produkten mit und ohne Listerien) von der Käserei Gropengießer in Westerhausen


    Wir waren auch schon mal im Kloster in Walkenried, Kniesteressen mit viel Hausmacher Wurst, anschließend Klosterbesichtigung bei Kerzenschein....


    Sehr gute Leberwurst dort, außerdem "Eichsfelder Stracke" (eine Art Mettwurst), ziemlich gehaltvolle Knackwurst, Sülzwurst...

    Es gibt ja nicht ZUFÄLLIG soviele und unterschiedliche Gestaltungen, bei Foldern z.B. auch Modelle ganz unterschiedlicher Größe, mit geraden oder gemuldeten Griffen, verschiedene Verriegelungssysteme und unterschiedliche Arten von Öffnungshilfen.


    Ein Messer in dieser Preislage würde ich keinesfalls kaufen, ohne einen gewissen Vergleich zu haben. Und auch nicht, ohne einmal konkret ausprobiert zu haben, ob mir das anvisierte Modell denn nun nicht nur auf Bildern, sondern auch in der eigenen Hand zusagt. Ich war im Laufe der Jahre schon von einigen im Net oder in Zeitschriften gesehenen Messern sehr angetan - die dann aber in der Hand nicht "zu mir gesprochen" haben. Bei einem 1000-Euro-Custom wäre das sehr frustrierend....


    Bei dem Preis würde es sich auch auf jeden Fall lohnen, vorher erst einmal das Serienmodell von CRKT zu kaufen, das es für wirklich kleines Geld gibt - und einmal zu schauen, ob die Grundkonzeption des Messers denn konkret was für Dich als individuellen Anwender ist.


    Zum Messer selbst: Ein hoch anerkanntes Modell und eines der Lieblingsmesser eines in den Kampfkünsten hochgeschulten Personenschützers aus meinem Bekanntenkreis. Pat Crawford und Bob Kasper als Gestalterduo stehen sowohl für profunde handwerkliche als auch ausgezeichnete anwendungstechnische Erfahrung - da ist auch nach meiner Auffassung etwas sehr Brauchbares herausgekommen. Auch als normales Gebrauchsmesser finde ich das Modell wirklich gelungen - aber bei einem derart teuren Custom gehört dann schon ne Menge "Gelassenheit" dazu, es auch für die Schneidaufgaben zu verwenden, für die man das bereits für unter 40 Dollar erhältliche Serienmodell bekommen kann....

    Deine handwerklichen Fähigkeiten scheinen meinen etwa zu entsprechen. Das heißt, wenn Du eine Glühlampe einschraubst und nicht danach Rauchschwaden aus Deinen verkohlten Haaren steigen und Deine Augen zu etwas mit der Konsistenz hartgekochter Eier durchgaren und/oder die ganze Stadt für mehrere Tage in tiefer Finsternis versinkt, kannst Du Dich also auch mit Luftschlangen und Champagner feiern lassen :)


    Sicher ist es auch einer genaueren Prüfung wert, ob Deine Berufswahl und die Krise der deutschen Metall-Schwerindustrie in einem gewissen Kausalzusammenhang stehen könnten.... 8)


    Sei getröstet: So hätte das Messer nach ner Zeit des Einsatzes bei der Arbeit eh ausgesehen, tu einfach so, als würdest Du es schon seit Jahren entsprechend verwenden, dann fällt es keinem auf... ;)

    "Dieser Tony" ist unser Ehrenmitglied Tony Lennartz, dessen HP man mit dem Suchbegriff "Anton Lennartz" - wie in der Überschrift dieses Threads angegeben - schon mit dem ersten bei Tante Google aufgeführten Link erwischt :)


    NOCH einfacher ist es sicher, es über das Banner zu versuchen, das unten auf der TF-Seite verlinkt ist...


    Bütterchen allein essen geht aber schon, oder?? ;)

    Grenni, das geht in diesem Fall schon, weil es nicht ganz identische Trageweisen sein müssen.
    Bei den schwarzen Sachen würde ich das Messer dann mit der Schneide nach vorn tragen und reverse fassen und ziehen, der Ziehwiderstand hält das Messer zwar gut, läßt aber auch ein Ziehen ohne Druck auf die Daumenauflage der Scheide zu.....


    Und im geliebten Kontotarn kommt es klassisch tipdown mit der Schneide nach hinten an den Hosenbund oder ans grüne Koppel....


    Außerdem hab ich ja ne gewisse Auswahl und trage nicht selten ein "Zweitmesser" - also könnte es dann eventuell auch in konventioneller Trageweise einfach auf die linke Seite rüber bei schwarzen Sachen :)

    Centurio, natürlich ist es allein DEINE Schuld! :) DAS Ding wollte ich einfach haben....


    Heute ist es angekommen - und ich bin schwer angetan von dem sehr handlichen Messer mit dem unhandlichen Namen, das ich in meinen Bestand aufnehmen konnte....



    Einige Daten haben wir ja schon zusammengetragen (Gesamtlänge 257 mm - ich komme allerdings nur auf 255 - , Klingenlänge 115 mm, Klingenstärke 4 mm, Gewicht 181 g, Klingenstahl AUS-8, Platine Stahl, 2. Rahmenseite G10 ohne Liner),
    hier noch mal als Ergänzung:


    Rahmenlänge/-breite max. 33 x 140 mm
    Stärke (Clip, Rahmen, Klingenachse/Zusatzsicherung) 14/10/13 mm
    Stahlplatine und G10-Griffhälfte haben je ca. 3 mm Stärke der Spacer dazwischen ca. 4 mm


    Der Clip wird von CRKT als "one-position-clip" bezeichnet, ich habe die winzige Schraube auch nicht gelöst, weil er für mich auf der richtigen Seite sitzt, ich bin aber ziemlich überzeugt, daß man den mittig hinten auf der Griffhinterseite aufgeschraubten Clip auch auf die andere Seite umsetzen können muß...
    Für Linkshänder würde dann allerdings der recht stramme Framelock angesichts der erstaunlichen Werksschärfe des Messers beim Schließen zur Mutprobe :)


    Das Messer kommt erstaunlich scharf (mühelos rasierscharf) aus der Box - und schreckenerregend spitz. Seine Abkunft vom Hissatsu kann der Pieker nicht verhehlen, die Spitze ist aber noch ein wenig bissiger als bei meinem Fixed...


    Trotz der sehr schlanken Bauweise hat man aufgrund der Griffhöhe genug in der Hand, die Handlage, ob in Handschuhen oder in der bloßen Hand, gefällt mir ausgesprochen gut. Insgesamt ist der Rahmen für eine satte Handlage einfach groß genug - und das ganze Messer auch:



    Hier mal ein Größenvergleich mit anderen großen Foldern und zwei kleinen Messern: Das Otanashi-Noh-Ken ist größenmäßig sehr gut vergleichbar mit dem ER Nemesis Folder und mit dem großen Gerber AF Combat Folder, der auch fast aufs Gramm das gleiche Gewicht, jedoch einen deutlich stärkeren Griff hat (16/21 mm).
    Ein SAK oder auch ein Spyderco / Perrin Street Beat sehen gehen solche großen Folder fast schon "verzwergt" aus.


    Im Vergleich zum fixen großen Bruder erkennt man aber doch, daß das Otanashi-Noh-Ken bei gut dimensionierter und wirksamer Klinge doch diskreter geführt werden kann als das Fixed, dessen Klingengeometrie weitgehend übernommen wurde:



    Die texturierte Oberfläche der G10-Griffhälfte in Verbindung mit der "Fingermulde", die beim geschlossenen Folder den scheibenförmigen, abnehmbaren Klingenheber umfaßt, wirken für mich übrigens im Ersteindruck sogar vertrauenerweckender für den festen Grip bei einem kraftvollen Stoß als die Griffgestaltung beim Fixed - das ich wenig Kundigen bei entsprechenden Durchstichversuchen im Gegensatz z.B. zum Fairbairn-Sykes NICHT überlasse....


    Hier einmal drei In-Hand-Bilder (Relation: Handschuhgröße 8, also kleine Hand!), beginnend (als kleine Verbeugung vor Michael Janich :) ) im Fechtgriff...



    James Williams, dem berühmten amerikanischen Sashimi-Schnellkoch, der die Hissatsu-Reihe als Sushi-Aufspießhilfe für stäbchenunkundige Europäer entwickelt hat, da ein Buckelsmesser natürlich die zarten Schöpfungen zermatschen würde (....jeder Messerkundige kennt natürlich diese Herkunft und Verwendungsbestimmung von Hissatsu und Heiho....), würde natürlich der Hammergriff hier besser gefallen...



    ...am besten aber wohl der Reverse-Griff....



    Was MIR ausgesprochen gut gefällt: Man kann den Griff beim geschlossenen Messer wegen der schlanken Bauweise und niedrigen Klinge sehr gut und kraftvoll komplett umfassen. Zumindest bei meiner geringen Handgröße ragen dann vorn und hinten noch gute Stücke aus der Hand, für Kubotan-Techniken sollte es aber auf jeden Fall auch bei einer SEHR großen Männerhand bei 14 cm Grifflänge reichen :) Bei sehr festem Umfassen spürt man dann ein geringes Nachgeben des G10, der aber insgesamt ausreichend stabil wirkt und beim geschlossenen Messer natürlich auch noch durch die dahinterliegende Klinge zusätzlich stabilisiert wird. Ein Kubotan ist übrigens - auch da wird mir jeder Kundige zustimmen - natürlich ein Tool zum Knacken von Walnüssen.....


    Der Klingengang ist ein wenig fest, mit ein wenig "Mitschwung" aus dem Handgelenk öffnet das Messer aber flüssig genug, verstellen wollte ich also bislang nichts. Wave-open ist tipup wie tipdown einfach möglich. Die Zusatzsicherung läßt sich zufriedenstellend bedienen, besser von der Seite übrigens als von oben, wo man hinter eine ziemlich kleine Kante drücken müßte (der kleine Quer-Knopf am Bedienhebel ist nach innen gesetzt, um ein Hängenbleiben nicht zu provozieren).


    Beim geöffneten Messer "möchte" der Daumen im Fechtgriff entweder in die Mulde der Zusatzsicherung (was in beiden Hebelpositionen möglich ist) oder auf den Klingenheber und findet dort auch gute Positionen.


    Alternativ kann man das Messer auch weiter hinten fassen, das Griffende in den Handballen stützend...Dafür findet sich dann auf der Griffoberseite ein wenig zurückversetzt noch eine weitere gerade Daumenauflage.


    Insgesamt macht das Otanashi-Noh-Ken auf mich einen wirklich guten Eindruck, Handlage und Handling sagen mir sehr zu, das Messer läßt sich sehr diskret tragen trotz seiner Eigenschaft als "Full-Size-Folder", die Klinge erscheint im Ersteindruck für den Anwendungsbereich sehr wirksam und begrüßte mich rasierscharf und einfach höllisch spitz.


    Das ist allerdings KEIN hebelgeeignetes Brachialwerkzeug zum Betonblock-Popeln und insofern weder als Einsatz- noch als Gebrauchsmesser-EDC als mißbrauchertragendes Allzwecktool zu verwenden ....das wird die Spitze nicht hinnehmen und ist auch nicht dafür gemacht.


    Wer allerdings wie gesagt einen wirklich leistungsfähigen Sushi-Piekser sucht, für den habe ich mit dem Otanashi-Noh-Ken hier eine Empfehlung auszusprechen :)

    Sehe ich ebenso, schon seit vielen Jahren. Habe ja auch schon bei Scheidenentwicklungen mitwirken dürfen und stets vertreten, daß eine ordentliche Scheide sozusagen ein Drittel des Gesamtnutzens des mitgeführten Messers ausmacht, zuweilen eher die Hälfte.


    Ein unbequem oder nicht in einer passenden / möglichen Trageposition mitführbares Messer wird man eher nicht dabei haben - im Einsatzfall wird man es nicht ausreichend schnell und sicher ergreifen und in Anwendung bringen können. Was nützt der beste Stahl, wenn man nicht dazu kommt, damit zu schneiden? :)