Beiträge von Micha M.

    Ich finde den Vorschlag aus folgendem Grund problematisch:


    Man KANN auch ein sechszölliges Gebrauchsmesser mit einem gut viertelzölligen Skelettgriff bauen - AndreasJ hat uns so etwas gezeigt, mit sehr sorgfältig gerundeten Kanten (bzw. insgesamt gerundeten Schmalseiten), ähnlich Reeve oder Spartan Blades. Aber auch dann werden eine Menge Anwender sich bei längerem Gebrauch über die Hebel-, Prell- und Verwindungskräfte wundern, die ein Messer dieser Größe in so einen Griff überträgt.


    Und beim Neckie waren die Kanten nur gebrochen, die Schmalseiten waren nicht insgesamt gerundet....Das so wie Andreas oder Reeve zu machen, wäre für ER zusätzlicher Aufwand - und ein Kostenfaktor.


    Praktisch wäre so ein Griff für die meisten Anwender dann auch wieder keiner, sondern nur ein Full Tang als Träger für Custom-Griffe oder mindestens eine Wicklung....Dann haben wir aber wieder einen "vollwertigen" Griff - und da ist für mich kaum etwas bequemer in der Anwendung, als der Gummigriff der ERs.


    Außerdem "brauche" ich für ein offen zu tragendes Survivalmesser den Vorteil des Ganzstahlgriffs eher nicht, kaum aufzutragen - so etwas macht sich aber bei einem diskret zu tragenden meinetwegen Viereinhalbzöller sehr praktisch, bei dem auch Prellschlag und Hebeln nicht solche Probleme machen wie beim größeren Messer....

    1095 Cro Van ist eine relativ "untechnische" Bezeichnung für das Material, das viel bekannter als "0170-6C" geworden ist und tatsächlich der Stahl war, aus dem die u.a. Camillusfertigung der Becker-Modelle hergestellt war - aber auch die "Carbon V"-Klingen der CS-Messer!


    0170-6C heißt nach der Norm AISI 50-100 B und wurde seinerzeit von der US-Firma Sharon Steel hergestellt und an diverse US-Messerhersteller verkauft. Das ist das Material, das ursprünglich auch als (Sharon-)"Carbon V" bekannt und geschätzt wurde.


    Die seinerzeitige Zusammensetzung ergibt sich aus dieser Tabelle:


    http://www.zknives.com/knives/steels/0170-6.shtml


    Zugesetzt wurden danach insbesondere Vanadium, Chrom, Nickel und Molybdän.


    Nach dem Konkurs der Firma Sharon Steel 1988 war das Material noch patentgeschützt, der danach hergestellte (Camillus-) "CarbonV", ebenfalls unter den technischen Bezeichnungen 0170-6C bzw. AISI 50-100B, wurde ohne Nickelzugabe mit folgenden Zusätzen hergestellt:


    http://www.zknives.com/knives/steels/0170-6c.shtml


    Nach meiner Beobachtung der eigenen Verwendung meines Camillus-Becker BK-9 im Direktvergleich mit 1095er-Campknifeklingen (wie z.B. beim Ontario Marine-Raider Bowie) steht das Material in puncto Schnitthaltigkeit dem 1095 keineswegs nach. Das BK-9 aus diesem Material hat sich bei mir ausgezeichnet bewährt.

    Den Vogel hatten wir doch schon mal, seinerzeit mit einem 440C-"Strider"


    Wenn der mir "Guten Morgen!" wünscht, schau ich erst mal auf die Uhr, ob es nicht schon Nachmittag ist...

    Nachdem es ja dann gestern Postbote Klötenkötter auch zu mir geschafft hat, wurde das ZT 0301 in die "Familie" aufgenommen :)


    Sooo groß finde ich es übrigens nicht, die Einschätzung als "Riesenpanzer" oder "besonders klobig" ist wohl eine Frage der Relation zum sonstigen Folder-Bestand....



    Alle anderen abgebildeten Folder sind größer, der wuchtige Eindruck des 0301 entsteht wohl primär aus seiner Klingenhöhe, ähnlich wie beim BS MOZ, dem es ohnehin ein wenig ähnelt...


    Gegen die großen CS-Folder (hier mal das schlanke, aber immerhin 6 Zoll klingenlange Ti-Lite) wirkt das 0301 jedenfalls wie ein Kompaktmodell, das "Klack" der großen ER-Folder ist noch ne Stufe satter als das des ZT :)



    Die hier kürzlich kleidungsbezogen aufgeworfene Frage, ob Tiger Stripes noch zeitgemäß sind, beantworten wir mal hinsichtlich Eisenwaren ungewohnt textarm mit: Jaaaaaaa! :)



    (Falls sich wer über das Billig-Karambit wundern sollte: Das Ding ist handlicher als fast alle anderen Karambit-Folder, die ich bislang probiert habe, bei meinem ist der Klingengang optimal, Probleme mit der Verriegelung hatte ich bislang nie...)

    Herzlichen Glückwunsch, Toni!


    Neben Gesundheit wünsche ich Dir auch weiter viel Kreativität und Erfolg beim Messermachen. Was Du uns bislang hier zeigst, gehört zum Überzeugendsten in der Szene. Diskutiert man mit Dir über Details, merkt an zweierlei: 1. Ein feiner Kerl, 2. Einer, der weiß, worüber er spricht.

    Das stimmt, diese Materialvariante stammt aus dieser Zeit - ob nun zum Sparen von Devisen oder aus politik-/kriegsbedingten Rohstoff-Verknappungen kann ich dabei nicht sagen.
    Jedenfalls fertigen auch sehr erfahrene Messermacher - z.B. Wally Hayes - Messer aus diesem Material.


    Ich habe hier mit dem "Ursus" ein zehnzölliges großes Camp-Knife von Blade-Systems auf Herz und Nieren geprüft, auch im Direktvergleich mit Vertretern aus 5160, 1095 usw.
    Die Performance, insbesondere auch im Spannungsfeld zwischen Elastizität / Prellschlagunempfindlichkeit und Schnitthaltigkeit hat mich voll überzeugt.


    Sprich doch einmal Martin von BS zu diesem Material direkt an, er hat sich intensiv damit beschäftigt und ausgezeichnete Messer daraus gebaut.

    Sorry, aber wie sollen 10 mm Stärke am Rücken bei Viertelzollstärke des Blechs denn zustande kommen?


    Wobei bei dieser Messergröße Viertelzoll ohnehin meine Wahl und alles drüber eher Overkill wäre...


    Martin von BS hat mir aus diesem Material ähnlich große Messer gebaut, das funktioniert bestens!


    Wünsche viel Freude und viel Erfolg beim Messerbau!

    Ist überhaupt kein Problem :)


    Ich trage einige Messer in Kydexscheiden tipup, also mit dem Griff nach unten. Du mußt auch nicht befürchten, daß das Messer bei abrupten Bewegungen herausfällt.


    Das Spyder-Hole (die lochförmige Öffnungshilfe) bietet - wie von Nokloss schon erwähnt - einen perfekten "Einrastpunkt" für die Scheide.


    Allerdings vermute ich, daß Du eher zu einem eigenen Messer tendieren wirst, wenn Du es hier lange genug "aushältst" - und das dann auf der Parka-Brusttasche zusätzlich zum Endura trägst :)


    Auch das Befestigen an der Parka-Tasche ist kein Problem, das kann man schon gut mit einem normalen Clip machen, wie ihn z.b. die Spyderco-Fixed aufweisen. So etwas kann man auch etwas länger bauen und ggf. noch innen verstärkend mit Starkklett ausrüsten, um seitliches Kippen zu verhindern...

    Die Mulde würde ich ein wenig flacher gestalten, nur ein wenig...
    Auf die Riffelung würde ich gar nicht mal ganz verzichten wollen, aber sie sollte moderater sein. In die Mulde drückt man dann ja die empfindliche Daumenkuppe, da wird eine zu kantige Riffelung schnell unbequem.


    Spannend! :thumbup:

    Ich hab manchmal das Gefühl, N690 kriegt durch seine Verbreitung und Akzeptanz ein wenig so ein "Massenwaren"-Image ab wie sein "Cousin" 440C. Das Material ist für mich in keinem seiner Einzelmerkmale ein Überflieger, in der Summe der Eigenschaften aber imo gut geeignet für den Einsatzmesserbau. Die Kompromisse zwischen Preis, Schnitthaltigkeit, Nachschärfbarkeit, Elastizität, Pflegeleichtigkeit "stimmen" für mich einfach in diesem Anwendungsbereich.


    Von Klingenbrüchen hab ich da nur in einem Zusammenhang gehört: Bei den zunächst wohl zu hoch gehärteten ersten Kukris von ER. Ansonsten haben meine ERs mittlerweile einige Gebrauchsjahre auf dem Buckel, ohne mich diesbezüglich enttäuscht zu haben. Okay, wenn man eine fein ausgeschliffene Schneide mal zu sehr gequält hat, hab ich auch schon ne Scharte im Nemesis gehabt - aber das war im tolerablen Bereich und selbstverschuldet...


    Für mich wirklich ein ordentliches Material für ein Arbeitsmesser

    Ein frommer Wunsch, Idox, daß dann keiner meckern würde :)
    Das würde voraussetzen, daß sich jeder als Sieger jeder Abstimmung wiederfindet - was unmöglich ist.
    Also kriegt KEINER genau das, was er gern hätte - und alle motzen wie immer :)


    Anregungen ja, Brainstorming ja - Projektplanung als basisdemokratisches Kollektiv für jeden Einzelschritt nein!