Bundespolizist darf man ja so nicht werden 
Und zynischerweise wird das dann noch damit begründet, man sei ja "Erstkontakter" gegenüber ausländischen Mitbürgern, da solle ja kein schlechter Eindruck entstehen.....Dass deren Großeltern eher von deutschen Schergen in penibel ordentlichem Erscheinungsbild Typ "Spießer-Muttis Lieblingsschwiegersohn" ermordet wurden, spielt ja keine Rolle...
Staatsbürger in Uniform, die man dann noch "zivilgesellschaftlich" als "Dienstkleidung" verschwurbelt? Freier Geist der 68er-Generation, zu der die jetzt altersmäßig so langsam ausscheidenden Entscheidungsträger ja meist gehört haben? Nix davon, deutsche Spießer-Sehnsüchte feiern fröhliche Urständ.
Heute hat man als aufgeschlossener Mensch zwar singende vollbärtige Transvestiten toll zu finden und über unterschiedliche kulturell geprägte Erscheinungsbilder entzückt zu sein - nur schon als Zugbegleiter oder Streifencop muß man ja "ordentlich" und "seriös" ausschauen, was auch immer das bedeuten mag.
Natürlich bürgen konservativ-konventioneller Bekleidungsstil und am besten noch Krawatte für Seriosität und Gesetzestreue: wie bei den Herren Hoeneß, Madoff, Homm, Zumwinkel, den Horden "ordentlich" gekleideter Steuer-CD-verewigter Rechtsbrecher und den meist betont bürgerlich-spießig daherkommenden Kinderschändern....Aber vielleicht hat man ja diesen Blickwinkel bei Innenministerien eher nicht?? Woher sollen die das auch wissen?
Ich finde es beklemmend, daß die Politik ständig davon schwafelt, man müsse aus der Vergangenheit seine Lehren ziehen, insbesondere aus der deutschen Vergangenheit - trotzdem kann man nicht nur, was "Seriosität" angeht soll man sogar eher ausschauen wie Heydrich als wie Dutschke...
Unsere Gesellschaft wendet sich von der Freiheitsliebe und -suche voriger Jahrzehnte erschreckend ab, verzichtet widerspruchslos auf Privatsphäre, wenn man das pauschal mit Schutzinteressen begründet, läßt sich lieber das Feierabendbier in der S-Bahn verbieten, als darauf zu bestehen, dort den Randalierern konsequent in den Arsch zu treten. Sie läßt sich lieber kontrollieren und gängeln, sich die Taschenmesser aus der Tasche ziehen, statt darauf zu bestehen, daß in puncto Jugendkriminalitätsbekämpfung weniger gelabert und mehr getan wird. Und die Neigung zu spießigen Vorstellungen zu einem individuellen Erscheinungsbild ist heute sogar bei jungen Leuten wieder weit verbreitet, wenn sich da die Elterngeneration an die Kämpfe der Jugend um Jeans und lange Haare erinnern, mögen sie es wohl kaum glauben.....Es ist wohl leider kein Klischee, daß viele deutsche Michel sich im Zweifel dann doch ganz gern kommandieren und uniformieren und in den Gleichschritt bringen lassen.....
Kompliment, Firesteel, ist toll geworden! 