Beiträge von Micha M.

    Bastinelli Raptor GT6



    Der Raptor GT6 ist sozusagen der „große Bruder“ des R.E.D., sein Griff ist ein wenig anders geformt, die Klinge ist etwas niedriger und länger, die Spitze ist mittelspitz statt Droppoint.




    Das Messer – für mich ein ausgezeichneter schneller, wendiger Fighter! – wurde hier genauer vorgestellt:



    Bastinelli Creations Raptor






    Es kommt – je nach Angebot – in Kydex UND Cordura, die Kydex ist m.E. nicht der Bringer, meine ist aber noch immer nicht zerschnibbelt, obwohl „Bastinelli“ seine Raptor-Kydexe erstaunlicherweise auf der Schneidenseite faltet und auf der Rückenseite nietet. Die Cordura ist aber ordentlich und eignet sich gut für offenes Tragen des Messers am Einsatzanzug.



    Während der R.E.D-Griff von Viper einen eher ovalen Querschnitt hat, ist der des Lionsteel-gefertigten GT6 eher kantengerundet-rechteckig. Auch die Mulden sind ein wenig anders gesetzt. Für große Hände oder in gepolsterten Einsatzhandschuhen ist das aber nicht schlecht, insgesamt ist für mich das GT6 eher der Raptor für offenes Tragen und Verwendung durch Einsatzkräfte….


    Die Handlage, insbesondere in Handschuhen, ist aber auch bei meiner „Kinderhand“ klasse….


    Auch hier wieder vorderer und hinterer Säbelgriff, dann reverse, immer aber sehr definiert in der Hand:






    Bastinelli R.E.D.



    Fangen wir mit dem R.E.D. aus Viper-Produktion an, für mich immer noch das gelungenste und wertigste Raptor-Serienmodell von Bastinelli, das ich den Lionsteel-Fertigungen der anderen beiden hier gezeigten Raptoren vorziehe. Auch die R.E.D. –Scheide ist übrigens besser als die der großen Raptoren. Für mich ein wirklich sehr gutes schneidfreudiges und EDC-taugliches Messer mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis!



    Noch immer würde ich mir ein Messer aus Viper-Produktion mit dem R.E.D.-Griff (der ausgezeichnet in meiner eher kleinen Hand liegt) und der längeren Raptor-Klinge wünschen!



    Das Messer habe ich gemeinsam mit anderen Anwendern hier vorgestellt:


    "Bastinelli Creations" R.E.D. Mid-Tech - das rockt!


    Cutter-Tag



    Hier noch einmal die Handlage. Das Messer lädt ausgesprochen zum Säbelgriff ein und gestattet hierbei eine „vordere“ und eine „hintere“ Haltung. Zuerst einmal wirkt der Griff mit seinen diversen Mulden ein wenig merkwürdig, Bastinellis Überlegungen erschließen sich aber sehr vielen Anwendern, wenn sie das Messer erst einmal in der Hand halten….




    Aber auch reverse paßt (mir) da alles:



    Das Messer trage ich üblicherweise tipup, montiert an einem BHB-Paddle.

    Die Messer von Bastien Coves aka „Bastinelli“, finden in unserer Runde ja mittlerweile sehr viele Freunde – vom Custom-Geheimtip hat er sich mit seinen Midtechs und Serienmessern auch eine breitere Bekanntheit und Fangemeinde erworben, spätestens mit dem R.E.D., das für mich d a s Serien-Fixed des letzten Jahres war.



    Trotz Abzügen in der Haltungsnote für seine zuweilen nicht gerade tollen Scheiden begeistert mich seine Formensprache bei einigen seiner Fixed – für mich ähnlich kreativ wie Laci Szabo – doch einigermaßen. An einigen Stellen des Forums haben wir schon Bilder seiner Fixed vorgestellt, gern möchte ich hier aber einmal einige Bilder seiner Fixed – neben den Serienmodellen gern auch von spannenden Customs! – zusammenstellen.



    Anfangen möchte ich selbst mit meinen Bastinelli-Raptoren aus Serienfertigung: Dem R.E.D., das mich an diese Marke herangeführt hat, dem GT6 und der schlanken, schönen Neuerwerbung, dem Raptor L „Lucy“


    Hier gleich mal die schöne „Lucy“ im Trio mit anderen schlanken Fighter-Schönheiten der Sechszoll-Klasse: oben Eickhorn / Lennartz GTK in einer nicht-serienmäßigen einschneidigen Version im Splash-Gewand von Martin von Blade Systems, unten das alte kleine Al Mar SERE-Fixed…



    Viel Spaß also beim Schauen – und laßt mich EURE Bastinellis sehen!

    Übrigens gibt es auch eine Studie, nach der Linkshänder eine statistisch deutlich geringere Lebenserwartung haben :)


    Genie hat halt seinen Preis :)


    Aber ich halte diesen Thread hier für interessant, denn es betrifft ja -wie gesagt- nicht nur Linkshänder, sondern auch Leute, die ein Messer gern mit verschiedenen Trageoptionen tragen wollen. Und da hat Serien-Leder deutlichen Nachholbedarf.
    Das macht mir eigentlich Lust, mal einen weiteren der großen Hersteller anzusprechen, nachdem es ja schon gelungen ist, Eickhorn diese Überlegungen zu vermitteln!

    Das ist nur bedingt eine Kostenfrage, glaube ich. Oft wird das einfach gar nicht bedacht.


    Das Problem zeigt sich übrigens nicht nur für Linkshänder, sondern auch, wenn man als Rechtshänder z.B. ein Messer hoch am Gürtel mit der Schneide nach vorn tragen möchte.


    Für die meisten Messer könnte man ziemlich problemlos und ohne nennenswerte Mehrkosten eine Scheide "seitenwahlfrei" gestalten, wie ich das nenne. Bei der Mitgestaltung der GTK-Lederscheide war mir z.B. dieser Punkt wichtig: Die Scheide ist unten symmetrisch, und das Sicherungsriemchen kann auch anders herum eingezogen werden. Gestaltet man die Scheide oben gerade und unten nentweder symmetrisch gerundet oder unten gerade (kastenförmig), kann man die meisten Messer seitenwahlfrei tragen. Die Scheiden für meine beiden Juchten-Messer "M1" und "Duke" sind z.B. so gestaltet...


    Übrigens sind auch nicht alle Kydex- oder Kunststoffscheiden "wendbar", eine ganze Menge sind stark einseitig gewölbt, einige auf der "Rückenseite" sogar glatt. Das trägt sich nicht so schön auf der "verkehrten" Seite :)

    Sieht auf den ersten Blick so aus, aber so recht glaube ich es nicht.
    Die Scheide entspricht nicht Martins Vorlieben, er schraubt viel lieber und macht zusätzuliche Montagelöcher.
    Die Random-Grooves im Griff sehen, wie soll ich sagen, irgendwie ein ganz klein wenig anders aus - und in den Schraubenlöchern scheint das Schalenmaterial innen heller, falls das nicht nur Lichteinfall oder Staub ist, Martins Material für Groove-Griffe ist in der Masse tiefschwarz.

    Ja, aus Kydex könnte man sowas schön falten und auf beiden Seiten um den Klingenrücken herumlegen und an der Daumenpin-Schraube befestigen.....


    Was mir an den Nachrüst-Lösungen besser gefällt als beim originalen Emerson-Hook ist der größer und höher ausgestellte Haken. Ich hab ja ein Kershaw-Emerson CQB 7K und hatte ein Bladetech Riptide, beide mit serienmäßigem Haken. Bei beiden ist der sehr dezent - und es "gelingt" mir bei beiden, sie aus meinen weiteren Feldhosentaschen ohne öffnendes Einhaken in den Saumwinkel herauszuziehen.


    Mein Kabelbinder-Ghetto-Wave hakt sich tatsächlich dort zuverlässiger ein.


    Bei Jeans mag das keinen Unterschied machen, hat das Messer mehr Platz, merkt man allerdings Unterschiede. Auch dieser Metallhaken hier ist ja höher und weiter ausgestellt....

    Hier einmal hochgeholt, weil ich die Tage eine technisch ansprechendere Nachrüstung gesehen habe, die Michael Hayn für ein Benchmade Mel Pardue gebaut hat:


    Haken wird an der Daumenpin-Schraube befestigt, liegt mit einer Kante oben am Klingenrücken auf und kann sich daher auch selbst bei gelockerter Schraube nicht nach hinten verdrehen....



    Bin aber eigentlich überzeugt, daß das auch funktionierten würde, wenn man die Schraube einfach fest genug anzieht und fixiert, das würde den Arbeitsaufwand reduzieren....


    Einen Daumenpin zum Nachrüsten habe ich schon mal als serienmäßiges Zubehörteil gesehen - so einen Nachrüst-Hook allerdings noch nicht, dieser hier ist ein Einzelstück...

    Ist aber arm, Balin - bei den Riesenweckern, die hier viele tragen, kann man doch sicher mindestens nen Leo II ausklappen :)


    Trotzdem sch....sich die besternten Schnüffelnasen ja wohl am allermeisten vor ner Casio F-91W in den Frack :)


    odee, bitte beachten: Es gibt Uhren mit einem eingebauten abrollbaren Draht, wie man sie aus einschlägigen Filmen kennt, tatsächlich. Die sind allerdings gleich doppelt verboten, nämlich als in einem Alltagsgegenstand verborgene Waffen und zudem als Waffen, die dazu bestimmt sind, durch Drosseln einen Menschen zu schädigen. Sowas sollte man also besser nicht aus dem Netz ordern....


    http://www.yourprops.com/Red-G…th-Love-1963-YP42333.html



    Es gibt hin und wieder noch mal Uhren mit ausklappbaren kleinen Taschenmesser-Klingen, wie z.B. die 1970 Sicura Safari Knife Watch. Die sind hier NICHT verboten, solange es den Messerklingen an eigener Waffeneigenschaft "mangelt".


    http://watchismo.blogspot.de/2…a-safari-knife-watch.html


    Vom Schweizer Hersteller "Artya" gibt es außerdem eine Uhrenarmband-Schnalle mit kleiner ausklappbarer Messerklinge:


    http://www.ablogtowatch.com/ar…tch-buckle-folding-knife/


    Außerdem gibt es mittlerweile diverse Uhrenarmbänder z.B. mit eingelegtem Handschellenschlüssel.
    Von so etwas rate ich - obwohl es nicht verboten ist - aber eher ab: Wird man nicht festgenommen, benötigte man ihn eher nicht, wird man festgenommen und das Ding wird gefunden, würde ich Dir im Anschluß eine wirklich gründliche Kontrolle spendieren, was Du an den unmöglichsten Stellen vielleicht doch noch verbirgst :)


    Eine integrierte Lampe ist da doch deutlich sinnvoller :)

    Hier mal noch ein paar Vergleiche, die die bisherigen Aussagen stützen:


    Fangen wir mal mit einem bewußt "unfairen" Direktvergleich an:



    Zwei Messer, für die ich sowohl Serien-Lederscheiden als auch Custom-Kydexscheiden besitze: Eickhorn GEK-EDC und Kizlyar Stalker II, beides übrigens Messer, die ich sehr schätze und regelmäßig verwende.


    Eickhorn: Die Serien-Lederscheide verdeckt mir zuviel vom Griff, ich trage das Messer zudem nicht nur cross. Die Custom-Kydex paßt zudem zu den Tarnklamotten sehr schön, in denen ich ja oft herumlaufe. Das alles hätte man bei Custom-Fertigung aber auch in Leder haben können. Die Köcherscheide von Roman für mein "Taiga" läßt wunschgemäß mehr vom Griff frei, kann cross ebenso gut getragen werden wie auf 3 Uhr und hält ohne Druckknopf des Messer rastend....Geht alles....Selbst Camo geht ja, Michl hat sowas schon gezeigt. Winkler aus USA ja berühmterweise bei seinen Winkler II - Knives auch....Getragen wird das GEK-EDC daher fast ausschließlich in der Kydex.


    Den Stalker trage ich fast immer tipup und ziehe das Messer nach unten ab. Erstens will ich bei dieser Trageweise festen rastenden Sitz (begreiflicherweise...ist ja eher peinlich, wenn einem mitten im Gespräch so ein Zachel neben die Stiefel fällt....), zweitens will ich keinen Sicherungsriemen lösen. Hätte sich aber beides bei einer Custom-Lederscheide so einrichten lassen.


    Einen Faktor möche ich aber noch erwähnen und belegen: die leidige Sozialakzeptanz. Kein Thema für Einsatzmesser (meint man so lange, bis man ministerielle Beschaffer bedenklich ihre Häupter ob der "martialischen" Anmutung "taktischer" Messer die gelehrten Häupter wiegen sieht....), ist aber zumindest für viele Anwender beim Fixed-Tragen im Arbeitsalltag oder dem offenen Tragen von "Wandermessern" im Outdoorbereich sehr wohl ein Thema!


    Nun seh ich selbst ja schon etwa so beruhigend und sozialverträglich aus wie ein Hunnensturm...immer dasselbe, freudig winkende Kinder, die sich gar nicht mehr einkönnen, weil sie den Weihnachtsmann beim Jagdausflug getroffen haben - und panische Mütter, die jeden camobunten und frevelhafterweise messer"bewaffneten" Langbärtigen für einen tschetschenischen Massenmörder halten.....Ich bin dumm, die Menschen sind dumm, beides ist schwer zu ertragen, aber wir müssen da durch :)


    Zurück zum Thema: Langjährige Erfahrung beim offenen Tragen von "Wandermessern", verschärft seit den leidigen 42a-Zeiten:
    Leder wirkt gewohnter, weniger "martialisch", weniger bedrohlich als Kydex. Tacticals - auch bei identischer Messergröße, Klingenkontur usw., wirken "bedrohlicher" als Retro-Stil oder traditionelle Fahrtenmesser, was selbst tatsächliche oder angebliche Fachleute immer wieder zu putzigen Bewertungen über Messer im Tactical-Look verleitet....




    Das GEK-EDC in Kydex löst, ceteris paribus (gleichem Träger, gleichen Plünnen) mißtrauischere Blicke und/oder Kommentare aus als dasselbe Messer in Leder.



    Bei Kydex wiederum ist die Farbe nicht unwichtig: Schwarz ist bedrohlich und böse, man faßt es nicht....Hellere Scheiden erregen weniger Mißtrauen.


    Trage ich "Wandermesser" wie das Linder Mark 1 (Ledergriff, Lederscheide), das Juchten "Taiga" oder das Eickhorn "Jagdmeister" (...öööh, Hunter), werde ich zuweilen sogar bei der Brotzeit von Passanten auf das schöne Messer angesprochen, eigene Helles oder oder Karesuandos oder Linders werden erwähnt....Beim Präsentieren von schwarz plastikgewandeten G10-beschalten schwarzhäutigen Tacticals passiert mir das eher nicht....beim RAT 3 mit freundlich-beigebraunem Griff und grüner Scheide aber schon...

    Ach, weiß ich nicht, Cowboy :)
    Würdest Du - je nach Messer, Tragesituation, sonstiger Ausrüstung usw. - sicher auch.


    Ich habe eine Reihe von Messern, die ich in Leder einfach viel stimmiger finde. Geschrieben hab ich das schon, hier auch mal mit "Bildbeweis"....



    Citadel Baltac, Blackjack 1-7 Commando, Al Mar SERE, SOG Recon Bowie, Juchten "Taiga, unten Juchten "M1"


    Die Neuauflage des Recon Bowie würde sich allerdings auch in Kydex nicht schlecht machen, zum Ledergriff und Messing-PE paßt aber Leder einfach stilistisch besser.


    Auch das hier würde in Kydex vermutlich eher merkwürdig aussehen...



    Juchten "Mountain Man"


    Übrigens sollte man sich nichts vormachen: Was man heute zuweilen ein wenig belächelnd als Retro-Tactical bezeichnen mag, hat keine Leistungs-Nachteile gegenüber tacti-coolem Plastik und muß dafür auch nicht zwingend schwarz sein....Ich habe so etwas schon vergleichend getestet :) Wer schon mal gesehen hat, was mit einem Juchten alles geht und wie perfekt die Haptik und Ergonomie ist, wird mir zustimmen.


    Andere Messer "gehören" jedoch für mich nach Stil, Tragesituation, sonstiger Ausrüstung usw. zumindest für meine eigene Anwendung eher in Kydex, wie die vorigen Messer eben eher in Leder gewandet "gehören" :)



    Extrema Ratio Fulcrum C in der Gen II - "Staubsauger"-Scheide, Eickhorn "SEK II" in customisierter Version mit Schalen und Kydex von Blade Systems, Blade Systems "Tiger", Raidops CQB F4, Blade Systems Raptor XL

    Nichts zu danken, das ist verdiente Anerkennung :thumbup:


    Du hast in unserer Runde mit Deinen so ästhetischen wie funktionalen Lösungen viel dazu beigetragen, Leder vom falschen Attribut "veraltet" zu befreien.


    Viele Wertungen dieser Art beruhen auf Erfahrungen mit der Unzahl mäßiger, technisch veralteter Serienscheiden. Scheidenbau ist ein Stiefkind der Serienmesser-Produktion. Man ist ja immer wieder erstaunt, wenn man mal eine wirklich intelligent gestaltete Serienscheide findet, die gut sitzt, seitenwahlfreies Tragen gestattet, unterschiedlich befestigt werden kann...


    Will man ein Messer diskret tragen und kennt ansonsten nur Lederscheiden, die nur EINE Trageoption gewähren und das Messer erst nach allerlei Sicherungsriemchen-Hampelei (vorzugsweise dann noch so, daß man beim Versorgen die Dinger dann zerschneidet) freigeben, hält man Leder eben für veraltet. Und das SIND solche Scheiden ja für bestimmte Messer auch. Man KANN aber eben auch anders :)


    Wenn man sich dann z.B. Scheiden von Dir anschaut, oder meine M1-Scheide von "Geronimo" Busch mit Seitenwahlfreiheit, Flexcord im Sicherungsriemchen und, und....Oder wenn man einmal ne gute Pancake-Lederscheide sieht, in der ein SOG Pentagon eingerastet sitzt, muß man neu bewerten!

    Michl, bei Deinen ausgezeichneten Arbeiten hast Du doch dieses Problem selbst oft genug durch eine Kombination verschiedener Materialien gelöst, um die jeweils besten Eigenschaften für die gewünschte Optik UND Trageweise herauszukitzeln :)


    Aber gerade die Kombi von hartem Scheidenkörper und flexiblem Gürteldurchlaß ist ja weit verbreitet und geht über Individuallösungen ja weit hinaus:


    Am bekanntesten ist ja sicher die bei US-Produkten verbreitete Lösung einer Kombi von Kydex- oder insbesondere auch Metallscheide und textilem Gürteldurchlaß, wie hier beim Eickhorn Dagger 2000 und beim Buck-Strider ML:




    Beim Buck-Strider ist das sehr gut gelöst: Die Scheide gestattet etwas diagonale Bewegung, sehr gut beim Sitzen usw., ist aber so breit und hart, daß das Messer nicht unkontrolliert pendelt, auch ohne Beinriemen. Das Messer selbt ist ja übrigens eh der Hammer :)


    Im Custom-Bereich macht z.B. "Kydex-Werner" schon seit geraumer Zeit textile Gürteldurchlässe, die in eine Kydex-Verlängerung eingearbeitet sind. Diese ist TekLok-kompatibel und modellübergreifend montierbar. Hier mal einer seiner Cordura-Gürteldurchlässe an der ebenfalls von ihm gefertigten Custom-Kydex für mein sehr geschätztes Becker BK9:



    Diese Scheide habe ich hier schon gelegentlich gezeigt, weil durch die intelligente Lösung mit 2 horizontal oder vertikal vorn oder hinten anbringbarer Kydexstreifen auch diverse Befestigungsmöglichkeiten der Scheide selbst bestehen - und vor allem auch von weiteren Scheiden/Holstern auf der Scheide (Lampe, Magazin, Piggy Back o.ä.).


    Bei kleineren Scheiden ist mir die diagonale Beweglichkeit manchmal sogar zu groß bzw. gänzlich unerwünscht. Da soll sich weder die Scheide beim Ziehen heben noch sich der Tragewinkel ändern. Dann lege ich so etwas bei kleineren Scheiden gern um und befestige es mit einem Kabelbinder, wie hier beim Peltonen Sissipuukko M95



    So sitzt es dann allerdings auch sehr flach und definiert am Gürtel...


    Damit die Diskussion aber nicht zu einseitig nur ums Kydex geht, hier auch mal eine weitere Erinerung daran, daß man auch Leder "andersherum" mit modernen Kunststoff-Tragevorrichtungen kombinieren kann, wie eben auch bei Michls toller TekLok-kompatibler Scheide und übrigens auch der TekLok-kompatiblen GTK-Lederscheide von Eickhorn.


    Mein Juchten "M1" trage ich - weil ich es gern ohne Koppel direkt in den Bund meiner meist gürtellos getragenen Hosen oder auch in die Außentasche meiner Kongo-Joppe einhänge - an einem BHB-Paddle:



    Übrigens: Hat eine Lederscheide keine Montagelöcher für ein TekLok oder passen diese nicht zur gewählten Tragevorrichtung, kann man in den allermeisten Fällen eine ebenso definierte Verbindung mit 2 kleinen Kabelbindern (...ich liebe die Dinger....) herstellen. Einfach durch die Montagelöcher der gewählten Tragevorrichtung und z.B. durch die rückwärtige Lasche einer Lederscheide ziehen, festzurren - und paßt! :)

    Man muß die Gürtelbefestigung ja nicht unmittelbar an den oberen Hohlnieten oder Montagelöchern ansetzen, wenn sie nicht ohnehin schon eine Verlängerung selbst aufweist, wie hier beim CRKT Hissatsu.



    Hier hab ich mit "Bordmitteln" (dem diversen Montagezeug, das bei den CRKTs aus meinem Bestand zusammengekommen ist) bei einem CRKT Kommer IFB mit einer Platte ebenfalls die Gürtelbefestigung bis auf Griffhöhe hochgesetzt.



    Und bei Custom-Scheiden hast Du eh alle Gestaltungsmöglichkeiten, die Du möchtest. Hier eine sehr große Scheide für ein offen getragenes Ontario Marine Raider Bowie, gemacht von "Kydex-Werner" Der Abstand zum Griff ist gewünscht. Übrigens kann man das Messer mit der Blackhawk-Gürtelklammer auch "kopfüber" tragen. Ich mach das mit diesem Messer zuweilen tipup auf 5 Uhr und verblüffe dann mein "Publikum" bei meinen Fortbildungsveranstaltungen durch ein vorher unter einer Rangerweste / Feldbluse unsichtbar getragenes Messer mit 10Zoll-Klinge :)



    Und hier eine Scheide mit einer Verlängerung für das TekLok, gefertigt von Martin Stierlin von Blade Systems:



    Der Abstand bzw. das leichte Abbiegen resultiert nur daraus, daß ich das TekLok nach innen gesetzt habe, weil ich diesen leicht schrägen Tragewinkel wollte, sonst würde die Spange eng und parallel zum Messer an der Scheide anliegen.


    So etwas kann man z.B. auch Einzel-Modell-übergreifend verwenden auch bei den meisten anderen Scheiden. So einen Adapterstreifen kann man mit TekLok-kompatiblen Bohrungen unten und oben herstellen (lassen), das paßt dann bei den meisten Scheiden. Praktisches Zubehör für kleines Geld....


    Mir ist sonst übrigens auch bei einigen Kydex-Scheiden der Sitz zu hoch, wenn das Messer auf 3 Uhr getragen wird und das TekLok unmittelbar am tief sitzenden oberen Nietenpaar befestigt wird :)

    Vergleicht man Kydex und Leder, darf man nicht zuungunsten des Leders den Fehler machen, "moderne" Features wie Teklok-Kompatibilität, Befestigungspunkte für diverse Trageweisen usw. sozusagen automatisch mit Kydex gleichzusetzen und bei Leder auszuschließen. All das kann man bei einer mit Bedacht gefertigten Lederscheide auch haben. Das gilt übrigens auch für ein spürbares Einrasten des Messers. Nur gibt es eben viel mehr gute Messer als gute Scheiden, und bei Lederscheiden haben die meisten Serienhersteller vor 60 oder 70 Jahren mit dem Denken aufgehört, die meisten jedenfalls.


    WAS da alles geht, wenn man Ahnung vom Messertragen hat, zeigen hier im Forum immer wieder unsere Lederspezialisten. Ich hab auch schon Teklok-kompatible Scheiden entworfen. Auch Durchstichschutz läßt sich durch Einsätze, Materialwahl oder auch intelligentes Nietensetzen im unteren Bereich auch bei Leder gut erzielen. Modern und funktional gestaltete Lederscheiden oder Waffen- oder Geräteholster passen sowohl konzeptionell / funktional als auch optisch selbst ans volle Ornat militärischer oder polizeilicher SEen.


    Andererseits MUSS eine Kydex - wenn sie gescheit gemacht ist - nicht klappern wie eine Bongotrommel oder Ziehgeräusche machen wie ein Horrorfilm-Sargdeckel. Guter Sitz, ggf. Fütterung, Reduzierung von Anstoßgeräuschen z.B. durch kreuzweises Durchführen von Paracord und/oder Anbringen von Dämpfungsmaterial - und ne Kydex macht keinen unerwünschten "Lärm" mehr.


    Hinzu kommt, daß nicht für jedes Messer und jeden Träger Faktoren wie Zieh- und Anstoßgeräusche überhaupt ein zu berücksichtigender Faktor sind. Ob für den Durchschnittsnutzer wirklich ein Faktor sein muß, wie die Scheide in den Tropen oder nach 30 Jahren auf dem Dachboden reagiert, ist für mich auch nicht sicher.


    Was für mich bleibt, ist also einmal die Frage der grundsätzlichen und der preislichen Verfügbarkeit. Für den Anwender dürfte für ein kleines bis mittleres Messer eine mit modernen Features gestaltete Lederscheide guter Qualität vermutlich etwas teurer sein als eine Custom-Kydex.


    Und es bleibt meist auch ein stilistischer Unterschied.Natürlich kann man auch viele Tacticals in modern gestalteten Lederscheiden tragen, das paßt auch stilistisch, man denke z.B. an Reeve oder so manche Custom-Lederscheide, die wir hier schon im TF gesehen haben. Bei aller Liebe zum Tactical-Look mag ich mir aber andererseits manche meiner Messer nicht in Kydex vorstellen. Auch das neue "Old Merc" habe ich ganz bewußt für diese Stimmigkeit in Leder gewanden lassen.


    Messer wie mein SOG Recon Bowie, mein Blackjack 1-7 oder insbesondere meine Juchten "Duke" "M1", "Taiga" oder "Mountain Man" wirken für mich in Leder einfach passender "eingekleidet". Und die Lederscheiden des"Duke" und des "M1", von Matthias "Geronimo" Busch gefertigt, oder die des "Taiga", von Roman "Juchten" selbst genäht, bewähren sich auch im praktischen Gebrauch ausgezeichnet.


    Die Frage mag ich also nicht "grundsätzlich" beantworten, sondern mache sie von verschiedenen möglichen Faktoren wie stilistischer Entsprechung zum Messer, tatsächlicher und preislicher Verfügbarkeit, konkrete Trageumstände des jeweiligen Messers, ggf. Sozialakzeptanz oder einfach auch mal Gusto im Einzelfall abhängig. Ich besitze mehrere Dutzend Messer in Kydexscheiden - aber auch etwa ein Dutzend in Lederscheiden, jeweils nicht als hingenommene "zweitbeste" Lösung, sondern ganz bewußt.

    Nicht ganz ungefährlich, diese Werbung mit der fast globalen Legalität....Was vermutlich stimmt, ist das Nichtbestehen von Besitzverboten in den allermeisten Ländern dieser Welt für dieses Messer. Nur geht es dem pflichtbewußten Touri darum nur sekundär, uns geht es ja eher um Führverbote und -einschränkungen. Und leider wird man wohl auch in Ländern mit besonders hysterischen Messervorschriften beim urbanen Führen so eines Messers dieselben Probleme bekommen, die man dort selbst dem harmlosesten Opinel- oder SAK-Träger macht.


    Auf dem Land ist alles anders, dort hat man die Vernunft offenbar in unserern Nachbarstaaten noch nicht komplett totverwaltet - aber in den Städten gibts muntere "Schwertjagd" bis herunter zum Nagelclipser. In GB, DK oder auch in Italien kann man da Dinge erleben, die kein vernünftiger Mensch mehr begreifen kann. ICH würde jedenfalls nach einschlägigen Erfahrungen das Teil NICHT in einer Innenstadt unter den Augen eines anzeigenjagenden Bobby oder Carabiniere zücken wollen....


    Zum Lansky: Das Messer hat angeblich ein wenig "Streuung" in der Fertigungsqualität, was bei dem Preis ja nicht verwundert. Insbesondere der Halt der Rückenfeder soll sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei den paar Euro lohnt aber auch das Zurücksenden an einen günstigen US-Händler absolut nicht mehr (die Dinger werden da für etwa 14 Dollar verbimmelt....). Hier ist es - bei aller sonstigen Liebe zum Schnäppchen durch Direktimport - also vielleicht nicht unklug, lieber mal doch auf 20 aufzurunden und inländisch zu kaufen, um ggf. kostenlos und einfach retournieren zu können...