Hier mal noch ein paar Vergleiche, die die bisherigen Aussagen stützen:
Fangen wir mal mit einem bewußt "unfairen" Direktvergleich an:

Zwei Messer, für die ich sowohl Serien-Lederscheiden als auch Custom-Kydexscheiden besitze: Eickhorn GEK-EDC und Kizlyar Stalker II, beides übrigens Messer, die ich sehr schätze und regelmäßig verwende.
Eickhorn: Die Serien-Lederscheide verdeckt mir zuviel vom Griff, ich trage das Messer zudem nicht nur cross. Die Custom-Kydex paßt zudem zu den Tarnklamotten sehr schön, in denen ich ja oft herumlaufe. Das alles hätte man bei Custom-Fertigung aber auch in Leder haben können. Die Köcherscheide von Roman für mein "Taiga" läßt wunschgemäß mehr vom Griff frei, kann cross ebenso gut getragen werden wie auf 3 Uhr und hält ohne Druckknopf des Messer rastend....Geht alles....Selbst Camo geht ja, Michl hat sowas schon gezeigt. Winkler aus USA ja berühmterweise bei seinen Winkler II - Knives auch....Getragen wird das GEK-EDC daher fast ausschließlich in der Kydex.
Den Stalker trage ich fast immer tipup und ziehe das Messer nach unten ab. Erstens will ich bei dieser Trageweise festen rastenden Sitz (begreiflicherweise...ist ja eher peinlich, wenn einem mitten im Gespräch so ein Zachel neben die Stiefel fällt....), zweitens will ich keinen Sicherungsriemen lösen. Hätte sich aber beides bei einer Custom-Lederscheide so einrichten lassen.
Einen Faktor möche ich aber noch erwähnen und belegen: die leidige Sozialakzeptanz. Kein Thema für Einsatzmesser (meint man so lange, bis man ministerielle Beschaffer bedenklich ihre Häupter ob der "martialischen" Anmutung "taktischer" Messer die gelehrten Häupter wiegen sieht....), ist aber zumindest für viele Anwender beim Fixed-Tragen im Arbeitsalltag oder dem offenen Tragen von "Wandermessern" im Outdoorbereich sehr wohl ein Thema!
Nun seh ich selbst ja schon etwa so beruhigend und sozialverträglich aus wie ein Hunnensturm...immer dasselbe, freudig winkende Kinder, die sich gar nicht mehr einkönnen, weil sie den Weihnachtsmann beim Jagdausflug getroffen haben - und panische Mütter, die jeden camobunten und frevelhafterweise messer"bewaffneten" Langbärtigen für einen tschetschenischen Massenmörder halten.....Ich bin dumm, die Menschen sind dumm, beides ist schwer zu ertragen, aber wir müssen da durch 
Zurück zum Thema: Langjährige Erfahrung beim offenen Tragen von "Wandermessern", verschärft seit den leidigen 42a-Zeiten:
Leder wirkt gewohnter, weniger "martialisch", weniger bedrohlich als Kydex. Tacticals - auch bei identischer Messergröße, Klingenkontur usw., wirken "bedrohlicher" als Retro-Stil oder traditionelle Fahrtenmesser, was selbst tatsächliche oder angebliche Fachleute immer wieder zu putzigen Bewertungen über Messer im Tactical-Look verleitet....


Das GEK-EDC in Kydex löst, ceteris paribus (gleichem Träger, gleichen Plünnen) mißtrauischere Blicke und/oder Kommentare aus als dasselbe Messer in Leder.

Bei Kydex wiederum ist die Farbe nicht unwichtig: Schwarz ist bedrohlich und böse, man faßt es nicht....Hellere Scheiden erregen weniger Mißtrauen.
Trage ich "Wandermesser" wie das Linder Mark 1 (Ledergriff, Lederscheide), das Juchten "Taiga" oder das Eickhorn "Jagdmeister" (...öööh, Hunter), werde ich zuweilen sogar bei der Brotzeit von Passanten auf das schöne Messer angesprochen, eigene Helles oder oder Karesuandos oder Linders werden erwähnt....Beim Präsentieren von schwarz plastikgewandeten G10-beschalten schwarzhäutigen Tacticals passiert mir das eher nicht....beim RAT 3 mit freundlich-beigebraunem Griff und grüner Scheide aber schon...