Beiträge von Micha M.

    Das war kein persönlicher Vorwurf an Dich, sondern nur eine Warnung, in welche Gefahr wir uns damit begeben, wenn wir hier dazu kommen, was man seinen Mitmenschen denn an "bösen" Gestaltungen noch "zumuten" kann.
    Was ist dann der nächste Schritt? Oookay, noch nicht verboten, aber "asozial"? Also lieber Mainstream?


    Ich will keinen Gleichschritt, aber mir ist es dabei eben egal, ob es einer auf Nagelsohlen oder Birkenstock sein soll. Das wollte ich damit sagen, und viele von uns sehen durchaus eine Entwicklung in unserer Gesellschaft, die diesen Gleichschritt durch sozialen Druck ebenso wirksam einfordert wie durch tumbe Vorschriften.


    Deine Überlegung kann ich nachvollziehen und habe hier ja auch schon in diesem Zusammenhang öfter mal auch meine Wahrnehmung angesprochen, daß z.B. traditionelle Gestaltungen, helle Materialien, schlanke Formen usw. anders wahrgenommen werden als mein Nemesis oder Otanashi. Aber man muß eben auch die Gefahr in solchen Entwicklungen sehen: Noch fällt mein Nemesis "oben heraus"....noch ein paar Jahre Anpassung, dann ist es das bös spitze Laguiole...und schließlich löst dann auch das SAK Panik aus, weil sich eh keiner mehr traut, ein Messer zu zeigen und Lehrerinnen in Panik das Amok-Kommando anrufen, wenn ein Schützling so ein "Schweizer Militärmesser" im Schulranzen hat...


    Ich weiß durchaus, wovon ich rede, keine Sorge. Und ich bin ja nicht in den Wald geflohen, um frei zu leben, sondern verdiene meine Brötchen (bzw. eher den Schinken, den ich drauflegen möchte...) in einer eher konservativen Verwaltung - und beiße mich weit abseits von Erscheinungsbild-Mainstream und über Jahrzehnte als "Messerjocke" verschrien mit mühsamer Überzeugungsarbeit durch statt mit maximaler Anpassung. Ja, das kostet. Aber es ist notwendig, um das Maß an Freiheit, das wir momentan noch genießen, nicht durch den ansonsten ohne permanenten Gegendruck dann immer mehr anwachsenden Gruppendruck und die zunehmende Abkehr von natürlichen und vernünftigen Betrachtungsweisen immer mehr und immer schneller einzubüßen.


    Natürlich ist das kein Aufruf zur OWi, daher auch jetzt nicht die Aufforderung, gefälligst weiter im Büro das Police 3 zu zücken :) Aber der Appell, im Rahmen des Zulässigen DAS zu verwenden, das Dir selbst am besten gefällt - und durch ein vernünftiges, vertrauenerweckendes Verhalten und unaggressiven und vernünftigen Umgang mit dem Werkzeug ebenfalls diese Überzeugungsarbeit zu leisten. Dazu bist Du doch intellektuell nach Deinen Beiträgen zweifellos in der Lage.
    Und nochmal ja, das klappt nicht immer, manchmal wird es Irritationen geben, manchmal wirst Du vielleicht sogar mal eine Art von Preis zahlen müssen - wie man ihn für jede Inanspruchnahme jeder Art von Freiheit zuweilen zahlen muß....

    Man kann sich auch aus lauter vorauseilender Rücksichtnahme selbst kastrieren.
    Das ist doch genau der Stil der Zeit.
    Und vor lauter "Political Correctness" spricht man dann nichts mehr aus, verschwurbelt alles....


    Und läuft möglichst mainstream herum, um nur niemanden zu "provozieren" - und geht mit seinen Gebrauchsgegenständen "besser" nur noch geheim um, um nur niemanden zu "erschrecken"...


    Ergebnis: Wer sich dann noch natürlich benehmen will, fällt auf, da ja alle anderen so wunderbar politisch korrekt aussehen, sprechen und sich benehmen. Und je mehr Leute sich immer mehr anpassen, umso niedriger wird das Level der Bewertung von Handlungen als "auffällig".


    Was man als "Rücksichtnahme" verkaufen will, könnte ja auch resignierter Vorschub für verdummt-spießig-bürgerlichen Alltagsfaschismus sein, der sich offensichtlich im Strickstrumpf ebenso wohl fühlt wie im Knobelbecher und gerade in unserer Gesellschaft - das Beste wollend, natürlich - wieder fröhliche Urständ feiert mit diesem ganzen Sumpf aus neu aufkommenden Bart- und Haarerlässen, Kleidervorschriften, abstrusen Benimmregeln und vor allem natürlich auch immer mehr grassierenden Denk- und Sprechverboten unter dem ach so wohlwollenden Banner politischer Korrektheit....

    Das wird man selbst erproben müssen, fürchte ich - diese tiefen Fingermulden werden von manchen geschätzt, von manchen abgelehnt. Der Griff meines Blade Systems "Tiger" oder meines Juchten "Duke" ist ja auch ähnlich geformt, und ich komme gut damit zurecht. Andere Anwender mit Vergleichsmöglichkeiten ziehen dann wieder beim Randall 14 den Border Patrol - Griff vor.....
    Ist also schwer zu verallgemeinern.

    Als ich den Suppressor gelobt hab, hat Maurizio von ER lächelnd erwidert: "It's difficult to make an ugly dagger". Vermutlich ist es auch schwierig, einen Randall 14 - Abkömmling zu bauen, der Leuten mit unserem Beuteschema nicht gefällt :) Aber ich stimme Dir durchaus zu, das Messer sieht wirklich gefällig aus.

    Denko-Upgrade:


    Mein Tanto-Zehnzöller "Denko" war ebenfalls zu einem Upgrade bei Roman...


    Hier ging es ebenfalls um eine Scheide, bislang habe ich das Messer ohne Scheide aufbewahrt. Zudem hat das Messer nun einen volleren Griff bekommen: Vorher war es lediglich unmittelbar um den Erl gewickelt, nun hat Roman Griffplanken aus Fasseiche unterlegt, traditionell gesichert befestigt und mit einer Wicklung versehen. Das Messer liegt nun noch besser in der Hand und läßt sich sehr bequem auch ziemlich dynamisch führen.


    Die Lederscheide ist so schön wie unverwüstlich und dem Messer wirklich angemessen. Bei diesem satten Farbton und der gediegenen Erscheinung der Oberfläche, die mit der Materialstärke und Verarbeitung einfach schlicht-schön harmoniert, brauche ich keine weitere Verzierung.


    Tolle Arbeit, vielen Dank, Roman! :thumbup:




    Des Rovers neue Kleider....



    Ich wollte mein "Rover" auch höher am Gürtel tragen können und habe daher eine Alternative zur ursprünglichen Scheide gesucht, die einen langen "Rücken" mit Gürtelschlitzen auf Höhe des Griffs hatte....Außerdem hatte das für mich wunderschöne Messer auch ein Kleidchen aus angemessen schönem Leder verdient.


    Daher hat Roman mir eine weitere Scheide angefertigt, aus einem beeindruckend robust-gediegenen langlebigen Leder, dessen Optik mir sehr gut gefällt. Es handelt sich um eine Steckscheide, die das Messer so gut hält, daß es bei verschiedener Einstecktiefe definiert sitzt und damit sowohl in der Scheide ähnlich einem Puukko als auch ähnlich einem Stiefelmesser getragen werden kann.





    Außerdem habe ich die ursprüngliche Scheide ein wenig modifiziert, den Rücken nach Befeuchten und Erwärmen umgebogen, hinten umgelegt und Ek-Knives-ähnlich mit Band angelegt. Das erhöht die Tragehöhe um mehr als eine Gürtelbreite, nun wirkt auch diese Scheide wie die angestrebte Boot-Scheide, und ich habe eine vollwertige Trage-Alternative:



    Roman hat meine Berichte über die - meinetwegen ein wenig romantische - Bevorzugung der alten Dawson-Spikes gegenüber den vielleicht alltags-praktischeren neuen Modellen verfolgt und findet offenbar selbst auch Gefallen an der alten Form. Als Ergebnis eines Chat-Geplauders über die schlanken Pieker hat er mich gestern mit einem tollen Duo überrascht: einer Droppoint-Version und einer für mich besonders reizvollen ganz neuen Version in seiner ganz eigenen Handschrift, letzteres vielleicht in Anlehnung an seine Vietnam-Bowies am besten als "Vietnam-Spike" zu bezeichnen :thumbup:




    Kleine, schlanke, praktische Messer, sehr gut zu tragen, vielfältig nutzbar...im Alltag, als Steak- und Brotzeitmesser.....und, und....:)



    Ich wüßte nicht, was als Neckie oder Boot Knife besser zu meinen Lieblings-Klamotten passen würde als der Vietnam-Spike, dem Roman netterweise dann auch gleich noch eine Camo-Kydex beigestellt hat.



    Ich war so überrascht wie erfreut und denke mal, mit meiner Begeisterung für das neue Projekt werde ich nicht lange allein bleiben...

    Kleiner Nachtrag: Nachdem mir der Halt in der Scheide ohne Sicherungsriemen zu gering war, hatte ich primär eine Custom-Kydex angepeilt. Ich möchte das Messer gern ziehen, ohne vorher eine Sicherung lösen zu müssen.


    Die Kydex ist nicht "abgeschrieben", vorerst habe ich mir aber beholfen, indem ich in die Scheide eines dieser kleinen starkklebenden runden Filzplättchen eingeklebt habe, die man normalerweise bodenschonend unter Möbelfüße klebt.


    Das habe ich gelegentlich auch schon bei anderen weichen Scheiden so gelöst, diese Plättchen halten sehr gut. Das Messer sitzt jetzt erheblich definierter in der Scheide.

    Hab ja ein gewisses sozusagen eher romantisches Interesse an robust-taktischen russischen Eisenwaren :)


    Daher jetzt auch im Zulauf: NOKS OSA-C



    Selbst auf russischen Händlerseiten zuweilen grauselige Kritiken, die nicht seltenes Aufkommen von Härtungsfehlern nahelegen, nach denen wohl manchen Kunden diese Messer bei Normalgebrauch zerscherbt sind wie weggeschmissene Wodkaflaschen....Selbst Liebhaber sprechen seit Jahren von "rustikaler" Verarbeitung, neben der die üblichen Chinakracher highendmäßig ausschauen - also, ganz ehrlich, kein Vernunftkauf.


    Bei meinem ist dann prompt nach ca. zehnmaligem Probeöffnen die Achsschraube rausgefallen, Jasmin hat sich schier ausgeschüttet vor Lachen. Mein Respekt vor den zähen, sturen "Iwans" wuchs fast noch ein wenig bei dem Gedanken, womit die den Großen Vaterländischen Krieg gewonnen haben :)


    Aber das messerhistorische Interesse war halt da, so einen Folder bekommen angeblich die Leibwächter des russischen Präsidenten als Geschenk zur bestandenen Ausbildung.

    Major, kann ich nachvollziehen, Du hast die Deutungen da ja nicht reingebracht. Auch wieder so ein Scheiß von Leuten, die sich viel zu wichtig nehmen :)...Da trägt man so ein praktisches Tuch und wird dann verdächtigt, ein Linker zu sein...oder ein Rechter, der linke Symbole verwendet...oder ein militanter Palästinenser....oder einer dieser wild ausschauenden US-Boys (die mit den stumpfsinnigen Anzügen sind ja vom FBI :) ), die die Araber-Terroristen per Drohne wegpusten...
    Ach, kann die Welt kompliziert sein, wenn mans drauf anlegt :)


    Ich halte es da eher mit dem großen amerikanischen Denker und Philosophen John Rambo, der die Frage nach dem Zweck des blauen Lichts genial-umfassend mit "Es leuchtet blau" beantwortete. Nehmen wir uns daran ein Beispiel :)


    Ich trag übrigens meist eher Netzschal....was weder auf eine Vorliebe für Netzstrümpfe hindeuten soll (zumindest wenn ich selbst tragen müßte) noch auf ein Hobby als Freizeitfischer...

    Weiß ich nicht....Ich bin eine Zeitlang sehr intensiv mit traditionellen Khukris umgegangen und hab sie mit modernen westlichen Modellen verglichen. Mit dem traditionellen Griff bin ich dabei nie SO warm geworden, weder mit dem Griffring noch den langen spitzen Knaufenden. Experten haben mir die traditionelle Haltung vermittelt, die jedoch einfach nicht den sonstigen gewohnten westlichen Handhabungsmethoden entsprach. MEIN Wunsch war schon damals so ne Art Crossover-Modell aus traditionell hergestellter Klinge, flacher Scheide statt traditioneller Chape und insbesondere einem eher "westlich" gestalteten Griff. Warum sollte man so etwas nicht modifizieren, das ist für mich kein "Verunstalten"...