Beiträge von Micha M.

    Wunderbare Diskussion :)
    Für mich das Highlight war die Preisrechtfertigung wegen der teuren Fracht bei Taiwan-Produktion.
    Das erinnerte ein wenig an die Kunst der Mineralölhersteller, bei jedweder wirtschaftlichen / politischen Entwicklung eine logisch saubere Ableitung für eine Benzinpreiserhöhung hinzubekommen :)
    Die Shipping-Kosten bei Seefracht liegen bei vielleicht einem Euro pro Kilo im Container, da muß natürlich bei dem Kilo-Nachkomma-Bruchteil, aus dem man dann den Klingenrohling macht, so ein Messer 200 Bucks teurer sein als Mitbewerber :)
    Die gleiche Geschichte schlucken wir ja schon seit Jahren mit Hype-Stahl. Auch da würde ich gern mal nachrechnen, wie groß, so auf die Klinge umgerechnet, der Tonnen-Preis auseinanderdriften muß, um die teilweise horrenden Unterschiede der Messerpreise zu rechtfertigen ....
    Halten wir also im Ergebnis fest, daß hier offenbar wieder einmal so ein Wunderwerk mit Tamahagane des letzten überlebenden Meisters gedengelt wurde, das dann portionsweise auf 1st-Class-Flugzeugsitzen unter liebevoller professioneller Betreuung wunderschöner kurzberockter Stewardessen nach Taiwan geflogen sein muß, weil das offenbar mehr bringt als das ansonsten auch immer mal wieder gern hochgehaltene "Proudly made in USA".


    Und die Antwort darauf? Na und? Noch einer der hippen Anzugtaschen- und Vitrinenfolder im Serien-High-End-Bereich....warum aufregen, die überschwemmen derzeit doch den Markt eh. Beispiele wurden hier schon zuhauf genannt mit BM und ZT, daneben aber mittlerweile auch einer Heerschar chinesischer Hersteller, die den Kunden seit ein paar Jahren zeigen, daß die "Stlider-Bastler" nicht nur Mulks auf den Malkt welfen....äääh....Murks auf den Markt....sondern Beachtlichess anbieten können, wenn man bereit ist, ihnen dafür 200 - 400 Bucks neben die Frühlingsrollen zu legen.


    Leute, der Markt ist doch VOLL davon, Vitrinen-Folder ohne Ende, alles sehr schön und nobel - und das wird derzeit offenbar doch viel mehr nachgefragt als sowas wie ein Police oder ein Snody Axis....


    Mal ehrlich: Auf diesem Markt kommt doch offenbar nach der Marktbeobachtung vieler Hersteller zumindest in ihrer jeweiligen Nische die Kohle nicht aus dem Einsatzoverall, sondern aus dem hippen Sakko, mag man US-geschmäcklerisch auch noch immer auf die Eliteninjasealteamchopperdown-Tour reiten. Ich hab ja schon mal gestänkert, daß ich zwar dieses ganze Spätzle-Forces-Geschnack in seiner US-hysterischen Ausprägung reichlich albern (und beim Bewerben von Gebrauchsmessern mit werbemotivierter Zwanghaftigkeit un-be-dingt als "Lastditchultimatebattlecombatkillallenemies-Tool" als rechtlich scheiß kontraproduktiv) halte, irgendwie aber auch die Spydie-Präsentationen im Stil von Versicherungswerbung oder College-Debatte auch nicht so "meins" ist :)


    Diesen Markt bedienen viele mit mittlerweile unüberschaubar vielen Produkten, und Spyderco bedient das mit Foldern wie dem Nirvana dann eben auch. Ganz ehrlich?: Ich würd das Ding nicht geschenkt wollen, wenn ichs nicht weiterverticken dürfte, ebenso wenig wie die ganzen aufgebrezelten ZTs, die für mich gegen ein 0301 nicht anstinken können, mag man da noch soviel Dekor und Hype-Stahl verbauen....
    Aber die Dinger werden gekauft, also werden auch immer wieder neue angeboten.


    Und wer von uns empört sich nun wirklich ehrlichen Gewissens darüber? Beobachtet doch mal, WELCHE Messer hier im Folderbereich noch "Ahhhs" und "Ohhhs" auslösen, welchen Preisdurchschnitt die Thread-Gegenstände haben. Wer hier dann noch vertritt, Hinderer und Reeve und edle Russen-Klappzachel seien ihm schnuppe, auch ein nicht zum Schneiden verwendetes Rockstead sei für ihn eher putzig als nützlich, der braucht schon ein gewisses Selbstbewußtsein und wird mit einem M16 vermutlich insgeheim als Schneid-Neanderl oder Dritte-Welt-/Dritte-Wahl-Anwender betrachtet :)


    Wir tauschen uns dann hier auf Ingenieurs-Niveau über die High-End-Eigenschaften dieser Klappschätze und ihrer exklusiven Materialien aus und überbieten uns mit Tabellenwerten über die astronomisch höhere Schnitthaltigkeit von irgendwelchen mit NASA-Methoden in Reinstraum-Umgebung in einer Kernschmelze gebrutzelten PM-Superstählen....um sie dann 4 Jahre später mit dem lapidaren Hinweis "...hat noch nie was geschnitten..." aus unserer Vitrine wieder abzustoßen.


    Und Ihr wundert Euch über nen Hochpreis-Spydie-Folder, der dann im US-VK irgendwo bei 430 Ocken rangiert??


    DAS isses doch wohl offensichtlich, das uns als "Gemeinde" der Messer-Interessierten noch hinterm Ofen vorlockt....

    Rolf, unbedingt richtig!


    Das hab ich vorhin natürlich vergessen:
    Es ist zur inneren Rechtfertigung von Lustkäufen eine große Hilfe, sich selbst als armes Opfer diabolischer Verlockung zu sehen (...so wie die Schwächen der Männer das Frauenbild der Katholiken erklären :) ).


    Mir selbst ist es eine große Hilfe, bedarfsweise natürlich nur verwerflichen Einflüsterungen verschlagener, abgefeimter Trolle erlegen zu sein



    Ich empfehle das Abspeichern des Bildes, das man dann bedarfsweise ausdrucken und den ruinösen Kontoauszügen nachheften kann :)

    Weiß ich alles nicht....


    Der Hersteller hat sich ja noch nie durch eine überdurchschnittliche Produktvielfalt ausgezeichnet, und aktuell scheint ja schon die Ankündigung, ein bereits bestehendes Modell geringfügig zu modifizieren (ja sogar: einfach mal andere Materialien für die Griff-Inlays zu verwenden...) bei den Fans hinreichende Begeisterung auszulösen.


    Natürlich kann man über die Modellpolitik wie über jedes andere Thema unterschiedlicher Meinung sein...Man kann sicher auch sagen, ein erfahrener Macher und Anwender habe da nun mal eine Form gefunden, die er für nicht mehr wesentlich weiter optimierbar hält und die Zigtausende seiner User glücklich macht. Völlig in Ordnung.
    Aber wenn das so ist, braucht man für die Reeves den Reeve eigentlich auch nicht mehr :)


    Ein wenig ästhetisch-optisch mal in diese, mal in jene Richtung aufbrezeln kann so etwas auch jemand anderes mit ein wenig Gefühl für Kunden-Präferenzen.


    Und bei hinreichender Qualität könnte man z.B. auch SOFORT wieder die Pläne der One-Piece-Modelle aus der Lade ziehen und mit Sicherheit Tausende davon unters Volk bringen, bei dem legendären Ruf dieser Messer.
    Einzige Voraussetzung wäre eine Garantie für die Qualität - und auch die hängt nicht an einer Person. Es ist beliebig, wer das mit einer entsprechenden Qualitäts-Garantie dann fortführen würde, und bei den für die Folder erzielbaren Preisen ist auch eine entsprechende Fertigung von weiteren Foldern oder eben Fixed kein "Hexenwerk", man darf das nur nicht aufweichen und aus Reeve einen im Anspruch wegbröckelnden Handelsnamen machen....


    Und Leute wie Bill Harsey, der für mich ein wesentlicher Faktor für die Fixed wie das GB usw. war, brechen damit ja nicht automatisch mit weg...


    Menschlich bleibt das dabei natürlich alles sehr schade. Die Leute, die von Begegnungen mit Reeve berichtet haben, schildern ihn durchweg ja als feinen Kerl...

    Ich glaube, die meisten aus unserem Interessenbereich kennen das, sogar auch als zwischendurch immer wieder mal eintretenden Zustand.


    Mir selbst ging es um den Jahreswechsel herum so.
    Ich kann mir einfach nicht mehr vormachen, eine "Einsatzmittel-Lücke" mit einem speziellen Messer noch schließen zu müssen, sowohl im allgemeinen Bereich wie dem von Messern für spezielle Situationen und Anwendungszwecke und -stile sind über die Jahre die "notwendigen" Positionen mit mehrfachem Overkill besetzt.
    Bei mir selbst kommt dazu, daß ich immer auch anwendungsorientiert gesammelt habe - und dann ist nun der Zustand erreicht, in dem man den zunächst sehr attraktiven neuen Aspiranten auch unter dem Gesichtspunkt bewertet, wegen des Tragens dieses Messers ein bestimmtes anderes aus dem bereits bestehenden Bestand zwangläufig n i c h t tragen zu können.
    Und wenn im Bestand Messer wie die von Juchten, Blade Systems, Al Mar, Wilson Combat, SOG, Extrema Ratio usw. sind, ist das durchaus ein Argument, das den Kaufanreiz für einen Neuzugang bremsen kann...


    Hinzu kommt, daß gerade bei regelmäßig auch benutzten Messern ein fast zwangsläufig eintretender Verlust einen Weiterverkauf aus dem Bestand zugunsten von Neuerwerbungen zuweilen wenig attraktiv macht. Außerdem gibt es so eine Art Murphy-Gesetz beim Messer-Weiterverkauf: Man wird immer gerade DAS Messer irgendwann vermissen, das man mal weitergegeben hat, während man selten bedauert, ein Messer im Bestand zu haben, das auch attraktive Mitbewerber hat :) Bei 3 oder 4 Messern, die ich im Laufe der Jahre weitergereicht habe, geht mir das sehr so, und 2 davon überlege ich bei Gelegenheit nochmals zu erwerben :)


    Man muß sich also zunächst davon freimachen, sozusagen zwangsläufig permanent eine lange Wunschliste zu haben - das hält andererseits den "Messer-Etat" in einem Zustand, vielleicht eben weniger Messer zu kaufen, dafür aber welche, die man sich früher eher nicht gegönnt hätte. Deine Liles sind doch ein guter Beweis :)


    Und dann muß man sich davon freimachen, einen Kauf damit zu begründen, man "brauche" das Messer. Wenn wir übrigens in anderen Bereichen nur die Dinge kaufen würden, die wir wirklich benötigen, wäre unser System längst zusammengebrochen, insofern ist ein hedonistischer Lustkauf nichts anderes als eine solidarische Mitbemühung um Fortbestand unserer Wirtschaftsordnung. Zumindest klingt das tröstlich, wenn die Kreditkartenabrechnung kommt und man sich fragt, ob man letzten Monat nur zu betrunken oder zu gierig oder einfach wahnsinnig war. Mehrfachnennungen sind auch hier möglich :)


    Also geht es jetzt nicht mehr um die Messer, die man haben "muß" oder "braucht" (...im Normalleben bliebe da neben SAK und Mora so erschreckend wenig Spielzeug übrig....), sondern um die, an deren Besitz man Vergnügen hätte, weil sie interessant und/oder schön sind, man gern einen bestimmten Stil ausprobieren möchte oder das Ding den Bestand einfach ganz hübsch abrunden würde.


    Und - mal ehrlich: Da ploppt doch in Internet-Zeiten durch die unzähligen Shops, die Bilder der Messermacher, das weltweite Angebot oder Wiederverkäufe von Sammlern auch bei relativer Sättigung noch genug auf, um immer wieder etwas zu finden, das man schon so fertig kaufen oder sich nach Gusto machen lassen "könnte".


    Ich war so um Weihnachten herum nach dem geschenkten Mercworx und etwa 20 Messerkäufen in 2015 auch erst mal hinreichend "satt". Aber auf Dauer? Jetzt Ü-Eier-Figuren sammeln oder Designerkrawatten kaufen? Oder sparen bei einer Entwicklung, die immer offener als europaweite Sparer-Enteignung wahrgenommen wird? Es ist ja nicht so, daß mit dem Kaufanreiz auch das Interesse am Thema komplett erlahmt. Und sich damit beschäftigen, ohne sich zuweilen mal z.b. mit einem Old School Tactical belohnen, nur weil man schon ein Dutzend davon hat? Die Vorstellung frustriert mich mehr als ein "Overkill" im Sammlungsbestand.


    In 2016 waren es daher vor allem "Lustkäufe" wie das des John EK G4, des A&R Korsar, des A-F 5.5 Century-Edition. Keines dieser Messer hätte ich funktional wirklich BENÖTIGT. Die KA-BAR-Version des Ek ist "für den Gebrauch" vermutlich geeigneter und praktischer und paßt besser zu meiner Ausrüstung als das G4. Aber ehrlich, das ist ein wunderschönes Ding, und es ist eine Freude, das in der Hand oder am Gürtel zu haben. Das muß reichen :)
    Und zwischendurch mal ein Chinakracher im Folder-Bereich wurde auch nicht aus funktionalen Gründen gekauft, wenn ich ehrlich bin. Da war deren Segment mit Messern wie dem M16-14 oder den beiden Kershaw-Emersons gut abgedeckt. Aber es macht mir Spaß, als Sekundärfolder jetzt zu Dark Camo oder zu A-TACS / Kongotarn auch nen Klapper in passendem Erscheinungsbild dabeizuhaben.


    Nachdem ich mich davon freigemacht habe, sozusagen automatisch ständig eine lange "drängende" Begehrlichkeitenliste zu haben oder Messer nur kaufen zu können, wenn ich sie "brauche", ist der Kopf wieder einigermaßen frei, und ich könnte aus dem Stand wohl eine Liste von 20 Kandidaten runterschreiben, an deren Hinzufügung zu meinem Bestand ich zumindest Vergnügen hätte und die ich für gute und ihren Kauf lohnende Messer halte.


    WAS das jeweils ist, das wechselt mit dem Alter und sich veränderndem Geschmack ohnehin. Momentan sind es häufig Old School - und Retro-Modelle, in diesem Sinne auch immer wieder gern mal ein Custom von Roman. Aber es sind auch immer wieder modern-tactical daherkommende Kandidaten dazwischen wie letztens das NK-3 von ER oder das T4000C, im Zulauf (wegen des verlockenden Preises bei Lamnia) auch das Fox Dart....


    Dafür kauf ich mir ja kein Smartphone :)

    Lach Du ruhig! :)


    Geh mal in so einen Laden, noch dazu mit meinem Erscheinungsbild....und verlange etwas zum Mobiltelefonieren, NUR dazu am besten....Ich bin ja so schon gewohnt, von den Leuten merkbar als wohl einigermaßen exotisch wahrgenommen zu werden....aber DANN!?


    "Ich möchte ein Telefon haben. Klein. Mit langer Akkulaufzeit. Man sollte es reparieren können - aber am besten nicht müssen, denn es sollte so robust sein, daß es kleinere Stürze überlebt. Wissen Sie, ich falle beim Stürmen schon mal auf die Nase oder werde umgeschmissen oder muß raufen....Sie verstehen!?....Es soll nur telefonieren....Nein, ich brauche kein Internet.....Haben Sie nicht vielleicht so etwas auch feuerverzinkt?"


    "Ein Seniorentele......"
    Die letzte Silbe erstirbt im von hipper Kleidung umschlossenen jugendlichen Verkäuferrachen, als Jasmins Blick auf ihn fällt und sozusagen schön körperlich wahrnehmbar warnende Zerlegelinien auf ihn projiziert....


    Der Gesichtsausdruck wechselt von angeekeltem Entsetzen aufgrund meiner Frage, so als hätte ich nicht ein Mobiltelefon gewünscht, sondern frittierten Säugling oder einen Schnellimbiss-Hamburger, der so aussieht wie in der Reklame, zu gelinder Panik.....


    "Öööööh, ich hätte da dieses Modell, es kann......." Dann folgt ein rascher Schwall technischer Begriffe und blödsinniger Anglizismen, die sich sicher jedem unter 30 mühelos erschließen, mir jedoch in der Kongojacke, neben der ich merkwürdigerweise zunehmend die beruhigende Präsenz meines schweren Gehstocks spüre...warum nur....überhaupt nicht. Garniert wird der Sermon sozusagen mit angeblich verkaufsfördernden technischen Daten, wie Marketing-Buttercremeröschen auf dem sich mir allerdings leider inhaltlich komplett verschließenden Anpreise-Brei, der ebenso auf Urdu oder in einem seltenen chinesischen Dialekt erfolgen könnte....


    "Guter Mann, Sie müssen über solche technischen Dinge so zu mir sprechen wie meine Frau es tut: Wie zu einem kompletten Idioten.....Andererseits, vielleicht sollten wir dieses Privileg bei meiner Frau belassen, der ich gewohnheitsmäßig nicht widerspreche, seit ich gesehen habe, mit welch traumwandlerischer Leichtigkeit sie einen Hirsch zerlegt...Nun zurück zu den Telefonen: Nichts Einfaches, Robustes?"


    Ich mag Telefonläden nicht, vermutlich merkt man mir das auch ein wenig an, etwa so wie den Ehemännern, die von gnadenlosen Frauen mit einer Eisenkette an den Ikea-Schnickschnacksammelwagen gekettet und mitgeschleift werden und dabei aussehen, als müßten sie ohne Betäubung eine Zahnwurzelbehandlung erdulden.....

    Mr. No: Das ist ja mal ein praktisches EDC :)


    Heute mit im "Kindergarten":




    Ach ja, das kleine Ding da unten ist en Telefon mit sog. "Tasten", man kann hineinsprechen und hören, was anderswo irgendwer in seins für einen hineinspricht....


    Die Messer: Extrema Ratio Nemesis, Spartan Blades Enyo, Kizlyar Strazh, verteilt auf Jacke, Stiefel und Gürtel....

    Selbst unter der Voraussetzung, daß das dann mit der Einfuhrabfertigung aus CH alles korrekt verlaufen ist, sind das bei Lamnia aber immer noch 30 Ocken weniger :)

    Und aus aktuellem Anlass hochgeholt:


    Die Bezugsmöglichkeiten haben sich verbessert.


    Aktuell ist das interessante Messer für nen schlanken Hunni frei Haus bei Lamnia.com zu bekommen!

    Diese Klingenform findet sich bei vielen Gebrauchsmessern insbesondere aus den Bereichen Landwirtschaft, Weinbau und Fischerei - und zwar in ganz Europa. Hippen und entsprechend abwärts gekrümmte Klingen machen überall dort ganz friedlich besonderen Sinn, wo Netze, Seile, Taue geschnitten werden müssen - aber auch Zweige, Reben usw.
    Auch zum Ablängen von Kabeln, jedoch auch Zündschnüren usw. macht diese Klingenform besonderen Sinn, weshalb auch Klappmesser von Bergleuten früher nicht selten Hawkbills waren. Aus denselben Gründen haben auch einige Kappmesser für Piloten oder Fallschirmspringer mehr oder weniger einwärts gekrümmte Klingen.....


    Man sollte also nicht "automatisch" aus der Hawkbill-Form auf einen "unfriedlichen" Verwendungszweck schließen.


    Ach ja: Eines der für ALLE solche Zwecke wirksamsten Messer ist das schnöde Dachpappen-und Linoleum-Messer von Mora, für das ich auch bei unfriedlichen Anwendungen jedes Matriarch liegenlassen würde :)

    Klar, sie mag zwar - schaut man sich das Ergebnis an - bei ihrem Männer-Geschmack "strange" sein, sonst hätt sie mich ja nicht genommen....aber ihr Messer-Geschmack ist klasse :)


    Na, wird schon dauern, bis das A-F so abgegrabbelt ist wie mein altes Fairbairn-Sykes.
    Das ist damals auch als neues Messer zu mir gekommen, ist aber schon laaaaange her :)

    Ich hab mal einen der Plastikgriffe beschädigt, das Zeug ist einigermaßen spröde und liebt das Herabfallen auf Fliesenböden nicht gerade :)


    Die Design-Aufbrezelkur des 5.5 bei Bil Harsey hat das Messer deutlich nach vorn gebracht. Das grüne Micarta des normalen 5.5 wäre mir zwar noch lieber gewesen, weil ich das Messer nicht nur in der Vitrine schlummern lassen mag - aber das Holz macht einen guten und stabilen Eindruck und faßt sich zudem sehr angenehm an.


    Die Politur wird mit der Zeit ein wenig leiden, aber damit leb ich ja auch gut bei meinen Al Mars....


    Und STIMMT: Du bist diesmal - AUS-NAHMS-WEISE - nicht schuld, Jasmin ist schuld :)


    Messerbild gezeigt - "Red es mir bitte aus, ich hab mehr Overkill als das strategische Bomberkommando..." - "Nein, das ist sehr schön, kauf Dir das, sonst ärgerst Du Dich hinterher nur...."

    Böker Applegate-Fairbairn 5.5 Century-Edition (U.S.) Nr. 199 / 199



    Am Sommer-Special von Böker kam ich dann doch nicht vorbei :)


    Die Haptik des Original A-F finde ich eher mäßig, zudem mag ich den spröden normalen Kunststoffgriff nicht.
    Das 5.5 ist jedoch in der Normalversion mit Micarta, in dieser Version mit Rosenholz / Palisander beschalt, vor allem aber von Bill Harsey überarbeitet - das bürgt für gute Haptik.



    Diese Rechnung geht auch hier auf, zudem wurde die Klinge modifiziert und schneidet für eine Dolchklinge nun gut, Material ist hier 154CM.


    Sogar Jasmin schwärmt von dem schönen blanken Ding :)


    Sobald Sven wieder über dieses tolle Textil-Kydex-Verbund-Camo-Material verfügt, möchte ich alternativ zur schwarzen, gut gemachten Lederscheide noch ne Kydex für das Messer haben, denn selbstverständlich soll auch diese Sonntag-Nachmittag-Ausgeh-Version geführt und benutzt werden. Schließlich adeln Gebrauchsspuren auch so ein Messer...


    Das Bild mit einem grummeligen Micha mit dem A-F vor der Brust als Hommage an das berühmte Bild mit dem brummeligen Rex Applegate in gleicher Pose habe ich mir für diesmal gewaltsam verkniffen, ein paar weitere (hoffentlch hübsche, weil ohne Micha) Bilder und ein wenig Geplauder dazu findet Ihr hier:


    Feststehende Messer Galerie

    Böker Applegate-Fairbairn 5.5 Century Edition U.S. (199 von 199 :) )




    Alliierte....Ahnherr Fairbairn-Sykes, A-F 5.5, John Ek G4 "Major" als Full-Tang-Alternative




    Zweimal überarbeitet von Harsey: Das 5.5 hat erheblich an Ergonomie gewonnen, der Gerber A-F Combat-Folder liegt ebenfalls gut in der Hand und ist in meinem Lieblings-Größenbereich. Sieht erheblich moderner aus, aber es ist auch für das Gerber schon 20 Jährchen her, daß es "Knife of the Year" wurde :)




    Dreimal Harsey, dreimal sehr angenehme Haptik. Dafür bürgt der Name sozusagen schon sprichwörtlich.
    Hier zum Böker und zum Gerber das Reeve Green Beret 5.5...




    Blanke Schönheiten zwischen fünfeinhalb und sechs Zoll Klingenlänge:
    Das A-F 5.5 zwischen dem Al Mar SERE Fixed und einem modernen Bastinelli Raptor "Lucy"
    Auch das Al Mar und das Bastinelli stehen in puncto Haptik dem Harsey-Kind nicht nach :)




    Kalter Stahl im kalten Krieg -


    Böker A-F 5.5, Fairbairn-Sykes und Al Mar "gegen" Kizlyar Strela, NOKS Smersh IV und A&R Korsar




    ...

    NATÜRLICH kann man so etwas auch aus Leder machen - vor allem, wenn es so durchdacht und ansehnlichi gelöst ist wie bei Dir! :thumbup:


    Das Manko an den meisten Lederscheiden ist ja ansonsten, daß sie hinsichtlich moderner Ansprüche an flexible Befestigungmöglichkeiten usw. oft notorisch nachhinken, weil viele Messerhersteller da irgendwann vor dem WK II offensichtlich das Nachdenken eingestellt haben :)


    Aber Du bedenkst ja jedes Detail, ob es der seitenwahlfreie Sicherungsriemen ist oder die ebenfalls seitenwahlfrei zu befestigende Adapterplatte für TekLok usw., die dann gleich auch noch diverse Befestigungswinkel liefert....


    Ich LIEBE durchdachte Scheiden (...die man leider viel zu selten in Serie findet...).


    Diese hier ist super geworden!

    Solution, nach Sachen wie einem gruselig verschliffenen ProTech (...und die werden ja für ihre Fertigungsqualität ansonsten sehr gelobt :) ), einem Mission in der Ausführung "Kavalleriemesser" (weil nach dem Tod des Pferdes auf dem Zachel weitergeritten werden konnte....) und mit einer Schrott-Scheide, diversen klappernden Boltaron-Ärgernissen aus der Fixed-Abteilung von Spyderco oder eben zuletzt mit dem lakonisch-konkludenten "Dannissesebenso" zur praxisuntauglichen BJ-Scheide hab ich auch so hinreichend viele und schlimme Beispiele dafür, daß nicht alles Gold ist, was unter Sternchen und Streifen gedengelt wird :)

    ...das meinte ich ja mit meinen ironischen Kommentaren :)


    Wird hochpreisig von bestimmten Marken verkauft, heißt es erst mal, das sei eben durch die ja angeblich viel bessere US-Fertigung zu entsprechend höheren Löhnen gerechtfertigt.
    Das ist aber auch schon bei vielen "Schnee von gestern", gefertigt wird in China oder meinetwegen Taiwan.
    Dann kommt das "Argument", der Markenname bedeute dann im Zweifel zumindest immer noch eine bewährte Sorgfalt beim Entwerfen, vor allem aber eine gewohnt penible Endkontrolle, weil es ja um den renommierten Markennamen ginge....


    Bei Fällen wie diesem hier liegt jedoch der Verdacht nahe, daß man zumindest im zweiten Bereich da wohl nicht sehr viel getan haben kann - einmal probeweise manuell aufmachen und danach konsequent handeln hätte ja gereicht. Und das ist fatal: Wenn ich an verschliffenen Murks vom deutschen "Traditionshersteller" denke oder hier an einen 400-Ocken-US-Folder mit einem so offensichtlichen Fehler, dann sinkt die Bereitschaft, für die teure "Westfertigung" eben auch mehr Geld auf den Tisch zu legen. Mäßig geprüfte Chinakracher krieg ich nämlich auch für kleines Geld...


    Was ich übrigens in letzter Zeit aus China für SEHR kleines Geld bekommen und ausprobiert habe, funktionierte übrigens tadellos...