Wobei sogar Sinn macht, was da so hinterfragt wurde: Man wird tatsächlich weniger wahrscheinlich angegriffen, wenn der Aggressor unsicher ist, ob er mit einem fertig wird. Das ist ein verhaltenspsychologisches Grundmuster, eben "Flucht oder Angriff". Tatsächlich werden z.B. polizeiliche Einsatzkräfte, die ausstrahlen, die Situationsherrschaft zu behalten, seltener angegriffen als schwach und/oder unsicher wirkende.
WIRD man aber angegriffen, ist es auch gar nicht so schlecht, dem angemessen begegnen zu können. Selbst das Weglaufen funktioniert ja nur, wenn man sich zügiger bewegen kann als beispielsweise die Kontinentaldrift....Nun kann man natürlich sagen, für das Abdrücken einer Faustfeuerwaffe bedürfe es nur der Überwindung von gut 5 kg Abzugswiderstand....Es gilt aber in unseren Breiten als unfein, z.B. einfaches Schubsen durch sofortiges Füsilieren zu beantworten, das zieht Ausschimpfen nach sich und gewissse "Ereigniskarten" ähnlich denen beim Monopoly...
Falls man also irgendwie levelmäßig unter dem Ballern reagieren muss, ist es gar nicht falsch - sowohl bezüglich Technik als auch Kraft und Schnellkraft - über zumindest ein Grundmaß an körperlichen Fähigkeiten zu verfügen. Sich bzw. andere zu hauen, ist nämlich sowohl von der unmittelbaren Kraftanwendung als auch allgemein-konditionell unerfreulich anstrengend.
Aber "Taktik" beinhaltet natürlich nicht nur Erschießen, Erstechen (...um mal andere beliebte Hobbies zu benennen...) oder Verkloppen, sondern ist eine Sache des Grundverhaltens,und das wird nicht unwesentlich beeinflußt von der allgemeinen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsfähigkeit. Nun kann man natürlich auch sauschlapp und mit 200 kg auf einem Sofa hocken und z.B. auch wunderbare und hochgelehrte philosophische Werke verfassen, Fitness ist nicht unbedingt ein zwingender Faktor von Intelligenz. Leider wird man in diesem Zustand aber auch schnell schlapp und müde, und dann klappt es bei Stress nicht mehr so lange und so gut mit dem wachen, schnellen Wahrnehmen und klugen Entscheiden, mit dem ich im Vorfeld vielleicht alle physisch schweißtreibenden Aktionen im obigen Sinne gleich irgendwie vermeiden und anders aus dummen Sachen herauskommen kann....
Die Klimmzüge und Kniebeugen bringen mir also eine bessere Grundkondition,ich werd nicht so schnell müde, bleibe unter Stress leistungsfähiger und kann effizienter handeln, selbst auf dem Sofa....oder eben im Befehlsfahrzeug einer Maßnahme oder ansonsten auch einigermaßen bewegungslos in einem 24-Stunden-Einsatz....
Daher trainieren Einsatzkräfte nicht nur das und fürs Hauen, sondern stärken eben auch ihre Fitness, und nützlich ist das unter denselben Erwägungen eben auch für andere taktisch Interessierte ![]()