Ein Einsatzmesser mit dieser Klingengeometrie aus so einem Laminat herzustellen, wirkt auf mich wie ein Turbolader an ner Ape....
Na-tüüür-lich gibts das schon lange, Binsenweisheit..sowohl Laminat als auch Damast oder sonstige Versuche, unterschiedliche Härte-/Schnitthaltigkeits-Eigenschaften einerseits und Elastizitätseigenschaften andererseits in einer Klinge zu vereinen...Ich persönlich hab jetzt auch die ganze Werbe-Geschichte nicht so verstanden, als habe ER ernsthaft behauptet, San Mai erfunden zu haben. Das sind zwei ernsthafte und marktkundige Leute, die nicht ausblenden würden, daß sozusagen heute jeder Hillbilly online in die Fachszene hüpfen und vermutlich am publikumswirksamsten und erinnerungsträchtigsten einen kleinen dicken Mann mit Pfadfinderbuxen Nutztierhälften auch mit San Mai zersäbeln sehen kann....Wobei es auch der gute Lynn nicht erfunden hat und nicht mal er das behauptet, was ja vielleicht was heißen will 
Machen Verbund, Laminat, Leistungsdamast und sonstwas Sinn? Sicher das, sonst hätten sich schwitzende Schmiede nicht über Jahrhunderte so eine scheiß Mühe gegeben, Schwertklingen auf diese Weie herzustellen, die man, wenn sie gelungen waren, selbst auf anderen Kontinenten bedarfsweise noch gegen heimische Pferde, Münzen oder Töchter zu gutem Kurs losschlagen konnte, wenn man nicht mit den Klingen gleich selbst auf die Pferde- und Töchterbesitzer losgeschlagen hat....
Was in einer einen Meter langen Klinge so "abgeht", wenn sie kraftvoll geschwungen wird und dann auf Schneidgut auftrifft, ist ganz beachtlich und schreit nach Elastizität, nur ist bedauerlich spröde, was andererseits besonders lange scharf bleibt. Also folgende Ansätze, alle klassisch, wie ja auch Kibo schon ganz richtig auführte: Damast sozusagen als "Gemenge" unterschiedlichen Stahls mit verschiedenen Härte- und Schnitthaltigkeits- sowie Elastizitätseigenschaften; Mehrlagenstahl mit derselben Überlegung; differentielles Härten, um aus e i n e m Stahl unterschiedliche Eigenschaften herauszukitzeln, der dann eine harte, scharfbleibende Schneide ausbildet und einen weicheren, elastischeren Klingenkörper.
Für mich macht nur Methode drei, die Roman "Juchten" übrigens selbst auch meisterlich beherrscht, bei einem Messer wie dem Shrapnel einen Sinn - und das geht sehr gut mit Monostahl.
Ich hab hier keinen Meter Stahl, der schwingt, aufprallt, federt...ich hab bullige viereinhalb Zoll bei eineinviertel Zoll Höhe und einem satten Viertelzoll Klingenstärke. Was soll ich denn damit anstellen wollen, um eine Elastizitätsreserve zu benötigen, die die Klinge rettet, wenn ein vernünftig gehärteter Monostahl brechen würde? Vor allem, wenn andererseits die Spitze des Messers so lang ausgezogen ist, daß es sich - nicht aus Materialgründen, sondern denen der Klingengeometrie - nicht empfehlen würde, mit dem Messer ZU stark zu hebeln, wobei mein N690-Shrapnel da schon allerlei aushält. Aber bei so einer Spitzenform ist dann doch irgendwann mal Schluß, und bei aller Härte UND Elastizität macht man bei zu törichtem Fehlgebrauch mindestens die vorderste Spitze hin....
Also Feldmessereinsatz, Backup-Einsatz, natürlich Fehlgebrauch auch -aber sinnvollerweise in einem Rahmen, wie ihn nicht das Material hergibt, sondern die Klingenform.
Und maximale Schnitthaltigkeit, die dann zwangsläufig auf Kosten einfacher Nachschärfbarkeit gehen würde, brauch ich bei einem Einsatzmesser auch eher nicht, da ist es der Kompromiss, und für den Einsatzgebrauch sind die 58 HRC, auf die ER den N690 härtet, im Ergbnis ein g u t e r Kompromiss und bringen eine vernünftige Gebrauchsschärfe, vor allem aber auch eine "leidensfähige" Schneide, die auch bei Fehlgebrauch, Herunterfallen usw. nicht so schnell Schaden nimmt, schnell mal auch mit einfachen Tools nachgeschärft werden kann...Mensch, wenn man das Ding professionell als Einsatztool und Backup trägt, ist die Sache mit der Schnitthaltigkeit beim Abschwarten des zwölften Wildschweins doch nur bedingt übertragbar - wenn es den zwölften Feind waidmännisch aufzubrechen gälte, könnte man doch auch mal darüber nachsinnen, warum einem der Dienstherr auch eine Schußwaffe mitgeliefert hat 
Schon beim FK F1 und beim WM1 hab ich die Laminat-Wahl nie verstanden, und ich kenn viele Anwender, gerade kundige, die der alten VG10-Monostahl-Version den Vorzug geben. Hier versteh ich das auch nicht.
Für den Normaleinsatz ist das Shrapnel, wie es ist, sehr gut! Hätte man das "aufwerten" wollen im Gebrauchssinn, wäre zielführender gewesen, über eine Monostahl-Alternative nachzudenken. Hätte man nen Hype bedienen und die Sache imagemäßig aufbrezeln wollen, wäre ich viel eher auf irgendwas Pulvermetallurgisches verfallen, S35N, S90V oder so, nicht aber auf ein Laminat....
Wir haben durch den verbleibenden Fehlgebrauch und die Anwendungsumstände NICHT die Situation, meinetwegen bei einem kleineren Messer eine ultraharte Schneidlage in gebrauchsfreundlich-elastischeres Material einzubetten - und wir haben eine so kurze, hohe, dicke Klinge, daß wir über einen differentiell gehärteten Monostahl hinaus da keine Zauberkunststückchen an Prellschlagschlucken, Biegeelastizität usw. benötigen würden.
Roman, entschuldige!
Vermutlich stehen Dir wieder mal vor dieser geballten Anwender-Ignoranz die Haare zu Berg, der Pfeifenkopf steht vor verbissen-empörtem Ziehen kurz vor dem Durchbrand, und zur Ersthilfe hast Du vielleicht erst mal nen Schluck von dem Klingenreiniger getrunken...Aber Du weißt ja, mir ist wurscht, wies funktioniert, auch alle materialkundlichen Feinheiten prallen zum Entsetzen von Gerfin, Landes & allen anderen Materialkunde-Heiligen meist ab einem gewissen Level schnöde an mir ab....aber ich weiß, daß ich ein Laminat-Shrapnel nicht brauche 