Beiträge von Micha M.

    Ein OTF in diesem Preisbereich ist bezüglich der mechanischen Belastbarkeit der Verriegelung normalerweise einem Framelock unterlegen.
    Vor dem hiesigen Verbot hab ich als junger Kerl jahrelang solche Messer geführt...und bin heute eher "Murphy"-gläubig nach Erfahrungen mit ausgerasteten Klingen, wenn man das Ding schnell aufmachen wollte, mit Fusseln oder kleinen Heftklammern, die sich zwischen Klinge und Schacht setzten usw.....
    Ein Messer mit Flipper machst Du mit ein wenig Übung so schnell auf wie einen "Springer" - aber wo keine Feder drin ist, muß auch keine funktionieren :)

    Hier noch einmal ergänzend Hinter(n)grundinformationen zu dieser komplexen Thematik:


    http://www.focus.de/wissen/wel…-raumzeit_aid_421346.html



    Goblins Erfolgsmodell scheint das der Einwirkung auf eine der Raumdimensionen der ansonsten transportunfreundlich dreidimensionalen Klopapierrolle zu sein.....


    Nach langen Laborversuchen und nach ausreichender Fachdiskussion mit anderen technischen Genies, insbesondere natürlich dem Buchsenklopper, ist er auf die Idee einer mechanisch-physikalischen Einwirkung auf die Rolle gekommen. Das ist natürlich wissenschaftlich und technisch einigermaßen anspruchsvoll, läßt sich aber in der Laiensphäre hinreichend nachvollziehbar durch den Begriff "Draufdrücken" beschreiben.
    In aufwendigeren Fällen, z.B. noch halbvoll umwickelten Rollen, hat sich eine fortgeschrittene Methode bewährt, die man in Fachkreisen als "Draufsetzen" umschreibt.
    In diesen Fällen einer eindimensionalen Einwirkung auf das Klopapier ohne Entfernung des im Querschnitt im Normzustand runden innen hohlen Pappkerns nimmt dieser einen flach elliptischen Querschnitt an, der das Einschieben in Hüfttaschen oder Rucksäcke deutlich erleichtert.


    Schon Einstein war diese Technik bekannt, er war jedoch irritiert, da die Rolle mit der Zeit die Höhendimension der flachen Ellipse in unterschiedlichem und nicht exakt berechenbarem Umfang wieder verändert. Einstein neigte daher zum flachgelegten Feuchttuch oder zum Abwickeln von der Papierrolle.....Heisenberg hingegen nahm leichte nachträgliche Verformungen hin, solange die Rolle nicht seinem Tornister wieder in den Hörsaal entsprang, und bezeichnete in seiner bekannten Unschärfe-Relation das beschriebene Wieder-Verdicken der Rolle als graduell und unbedeutend, populärwissenschaftlich als "scheißegal".


    Der Verfasser neigt ebenfalls zu dieser Auffassung, stellt aber in der Fachdiskussion ohnehin fest, daß parallel zur aktuellen String-Theorie und der M-Theorie mit ihrer zehndimensionalen Raumzeit ohnehin häufiger diskutiert wird, ob man bei 10 Dimensionen denn noch mit 2 bis 3 Lagen auskäme....Persönlich neigt er aber dazu, das "M" der bezeichneten Theorie hier mit "Murphy" zu übersetzen und immer noch lieber ein paar Blatt zweilagiges dabei zu haben (völlig unbeachtlich der Frage des Plattdrückens des Rollenkerns oder mehr oder minder komplizierter Falttechniken) als - Murphy folgend - natürlich wieder gar keins zu haben und "angeschissen" zu sein.


    Allseits gute Verrichtung!

    Aber ja, sonst würden Spyderco, ZT und die diversen "Nobelschmieden" ja nicht darauf setzen. Die Marktanalyse ist sicher zutreffend. Aber auch der andere Bereich ist etabliert.
    Auch die optisch-funktional betonter "taktischen" Messer haben Firmen groß gemacht und haben ihre Fangemeinde - übrigens natürlich dann wiederum auch nicht ausschließlich Profi-Anwender, denn auch "Tactical" ist durchaus eine Stilrichtung, nicht nur ein funktionales Merkmal.


    Es gibt durchaus Hersteller, die beides bedienen. Böker ist ein gutes Beispiel dafür her im eigenen Land. Da finden sich IMMER Messer fürs Sakko, aber auch IMMER welche für die M65 :)


    Und Ruike müßte für so ein Modell, das sie auch im "taktischen" Bereich etablieren würde, ja wie gesagt nicht das Rad neu erfinden. Als Schneidwerkzeug in einem Durchsuchungsobjekt oder fürs Durchtrennen einer Textil-Handfessel kann ich mir funktional das 801 absolut vorstellen - wünsche mir persönlich dafür aber optisch eine "michataugliche" Variante :)

    Habs gerade schon bei Deinem "Nachbarn" erwähnt...mit der Marken-Etablierung und vor allem mit dem 801 hat Fenix wirklich einen "dicken Stein" ins Wasser geworfen und Wellen geschlagen.
    Die Mitbewerber werden fluchen...an DEM Preis-Leistungs-Verhältnis werden sie sich messen müssen und können nicht hinter sonstigen China-Ablehnungen in Richtung "Abkupfern" Deckung nehmen.


    Das 801 hat das Zeug zu nem Low-Budget-Klassiker, wenns hält, was der Ersteindruck verspricht.


    Die stilprägenden, trendsetzenden US-Marken orientieren sich zu meinem Ungemach zwar auch derzeit eher am Business-Anzugträger denn am Kampfanzug-Träger, ich hoffe aber trotzdem, von Ruike auch ein optisch mehr "tactical" geprägtes Modell im Portfolio vorzufinden.
    Das ist ein Preisbereich, in dem man auch weniger messeraffinen Mitstreiter(inne)n so zu einem sehr ordentlichen Einsatzfolder als Arbeitstool verhelfen könnte...wir müssen sowas ja selbst beschaffen :)


    Das könnte man ja schon durch ein leicht verändertes 801 mit Verzicht auf dekorative Farbspiele (Pin, Clip) und vielleicht mit ner Wahlmöglichkeit einer dunkleren Farbe des Griffs ohne große Mühen hinbekommen....

    Es gibt kompakte Packungen von Feuchtpapier, und ein paar Blatt von der stinknormalen Rolle plattgefaltet in den Daypack zu schieben, braucht auch nicht gerade einen Meistergrad in Origami :)


    Bei allem Verständnis für den Bedarf an luxuriös vorgegebenen Lösungen: Bitte danach nicht auch noch "Feeeeertig...." rufen! :)

    Schau mal:


    Ganzo, da war ein böser Schreibfehler drin :) Das heißt 7522 :


    http://www.ebay.de/itm/Authent…1d9960:g:wwYAAOSwmfhX6Dgp


    Und hier mal ein günstiges M21-14SF


    http://www.ebay.de/itm/CRKT-M2…ebb2d1:g:aloAAOSwB-1Ynjkx


    Wenns schlanker sein soll, gibt es auch noch eine Version M 16-13SF


    http://www.ebay.de/itm/CRKT-Sp…397c57:g:g4MAAOSw44BYKRiQ


    Aber wenn Du es schlank haben möchtest und Dir schon das M21 zu fett ist, bist Du sicher mit dem Ruike bestens bedient!

    Ich hab ein beschichtetes, und das hält prima. Natürlich kriegt die Beschichtung mit der Zeit Spuren, das adelt so ein Messer als Gebrauchsgegenstand. Mein Nemesis ist an den Kanten auch schon ein wenig abgenudelt.....wunderschön :)

    Danke, sah nach deutlich mehr als fünfeinhalb Zoll Klinge aus....


    Tolle Messer! Hätte mir gewünscht, mehr Exemplare des ebenfalls sehr rassigen Gambler Bowies angeboten zu sehen. Aber das war in Micarta leider extrem schnell vergriffen.

    Großartig! Vielen Dank :)


    Das Bowie-Trio auf dem ersten Bild bei BR...das sind NICHT die Vest Pocket Bowies, wenn ich nicht irre. Hast Du einen Modellnamen der drei Grazien?

    Das geht in dem Preisbereich gut und günstig:


    Ruike P801
    CRKT Hammond Desert Cruiser
    Ganzo 7552


    Selbstverständlich auch das Real Steel H5, das ist ein ordentlicher User


    In der Bucht kannst Du knapp überm Limit auch schon ein CRKT M21-14 SF bestellen, toller User, der sich bestens flippen läßt - und der zweite Flipper funktioniert gleich auch noch wie ein Emerson Wave....

    Diese Bestätigung hast Du Dir allerdings auch selbst allemal verdient! :thumbup:


    Das Ergebnis steht dafür - aber man erinnert sich eben auch an die Geduld und Sorgfalt und Zeit, die Du aufgewendet hast, um das TF als "Brain-Pool" auf diese Weise in den Entwicklungsprozess einzubinden.


    Die "alten Hasen" unter uns haben so einen Entstehungsprozess bereits bei anderen Modellen miterlebt, und in allen Fällen sind bemerkenswert gute Modelle daraus hervorgegangen - aber immer war eben dieser Prozess mit einer entsprechend langen Projektbetreuung verbunden, mit einer klugen Auswahl von Vorschlägen.


    Das ist Dir mit diesem Messer sehr gut gelungen, Hut ab!

    Für mich selbst vielleicht ein wenig zu elegant - aber ich seh das Ding mit großer Sympathie :thumbup:


    Das Sebenza des kleien Mannes, das dann auch noch besser flippt als viele Hinderer....


    Wirklich erstaunlich, wieviel Messer für wie wenig Geld "geht"!!

    Ambrosius: Du wirst immer bei verschiedenen Händlern/Anbietern eine gewisse "Streuung" bei der Preisbildung vorfinden, je nach Einschätzung des Liebhaberwertes dieser schönen alten Messer.
    Die Preisentwicklung insgesamt ist jedenfalls derzeit ansteigend, wie auch bei alten Gerber-Modellen usw.


    Die hier von Teach und mir angesprochenen Wertangaben halte ich weiterhin für realistisch, ob mit oder ohne entsprechende Gravur....


    Teach: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" :)......Wie ich Dich kenne, hast Du die Reihe eh komplett noch "vom guten Freund Al" :thumbup:

    Stimme mit Dir überein, würde das Messer ungefähr auf Ende der 80er-Anfang der 90er datieren und den Wert ebenfalls auf mittlerweile 400-500 Euro schätzen.

    Dieser Thread lohnt sich allein schon wegen Romans Beiträgen :thumbup: Wunderbares Buch von Yoshikawa übrigens, aus dem Roman über Musashi und seinen Kontrahenten zitiert, fast 1200 Seiten und der wunderbare Duft von Bücherpapier, wenn man mit dem Ding auf dem Gesicht eingeschlafen ist...


    Vorab einmal: Du hast den Nutzen des American Tanto / Modern Tanto für Dich erprobt und findest für Dich keinen Vorteil darin. Im direkten Vergleich ziehst Du für Dich selbst andere Formen vor und kommst besser damit zurecht. Alles gut...lasse Dich nicht "bekehren". Es gibt nicht DAS Messer für jede Situation und jeden Anwender.


    Mal als Zitate aus einem Buch nicht über, sondern von Musashi, seinem "Buch der fünf Ringe":


    "Nie ahme man andere im Gebrauch der Waffen nach, sondern wähle diejenigen, die zu handhaben einem leichtfällt." "Es ist nicht richtig, eine Waffe zu bevorzugen. Benutzt man sie über ihre Notwendigkeit, taugt sie so gut wie nichts"


    Wenn also für DEINE EDC-Arbeiten eine andere Form für Dich selbst schlichtweg praktischer ist, wähle eben die entsprechende Klingenform. Andere Anwender werden vielleicht andere Vorlieben haben oder auch vorrangig andere Arbeiten ausführen - und unter denen gibt es durchaus Liebhaber der bezeichneten Tanto-Spitzen-Form.


    Ich hatte selbst jahrelang überwiegend solche Messer wie die CRKT Stiff KISS und M16-14 Messer als EDC und verwende auch jetzt häufig solche Messer (Hammond ABC, CRKT Sweet KISS, Kershaw-Emerson CQC 7K usw.) auch für Alltags-Schneidarbeiten.


    Im Alltagsbereich mag ich diese Messer und sehe sie nicht als "unbequem" im Spitzenbereich, solange die Klinge nicht ZU hoch und der Anstiegswinkel der Vorderschneide nicht ZU stark ist.
    Entsprechend ziehe ich z.B. auch das ER T4000C dem alten T3000 vor und hatte nach entsprechendem Umschliff eines T3000 auf einen weniger steilen Anstiegswinkel der Vorderschneide übrigens auch deutlich bessere Penetrationswerte mit dem Messer.
    Bleibt die Klinge niedrig, kann ich mit Messern sie den genannten KISS-Modellen (alt und neu) selbst z.B. Kerngehäuse ebenso gut aus Äpfeln herausschneiden wie mit einer Droppoint-Spitze, unbequem wird das allerdings mit sehr hohen und steilen Vorderschneiden.
    Im Alltagsbereich schätze ich an der Form insbesondere bei allen Arbeiten an flächigem Schneidgut (Verpackungen, Pakete, Blister, Folien) die "Sekundärspitze", also den Übergang von Vorder- zu Hauptschneide als sehr leistungsfähigen, gut zu kontrollierenden und dabei kraftvoll einsetzbaren Schneidpunkt.
    Den "Bauch" der Schneide vermisse ich nicht, wenn ich das Schneidgut in einer Position schneide, die eine gerade Klingenhaltung gut zuläßt, also bei einem Schneidbrett z.B. eher am Rand von Brett/Tisch als ganz mittig.


    Vorteilhaft ist die Spitzenform, wie Roman schon anmerkt, vor allem bei "mißbräuchlicher" Anwendung der Klinge als Tool, zum "Prockeln", Hebeln, auch zum Durchstechen sehr widerstandsfähigen Schneidguts. Die Klinge ist bis weit nach vorn sehr stark, die Spitze robust. Diese Eigenschaften machen diese Klingenform natürlich dann auch für Einsatzmesser sehr interessant....gar nicht mal primär zum Lochen des bösen Feinds (seit kurzem, etwa seit 6 Jahrhunderten, verwendet man dafür ja auch sehr gern Schußwaffen), sondern für den bei Einsatzmessern besonders häufigen Mißbrauch als "Werkzeug für alles".
    Steht ein robuster Mißbrauch als Werkzeug zu erwarten, macht sich also z.B. ein ER Fulcrum schon sehr schlüssig, für ganz Grobes habe ich z.B. auch ein Kubesch Tanto, auch mit American-Tanto-Spitze, im "Kindergarten"-Bestand. Das kommt halt dann doch nahe an eine Beitelspitze heran, die die andere besonders mißbrauchsfreundliche Variante wäre (wie beim Becker TacTool oder bei den Eickhorn ABWs, von denen ich mittlerweile auch eins am Einsatzkoppel habe und daher viel häufiger das Shrapnel mitführe als das spitzenstabilere Kubesch oder Fulcrum...


    Was den Gebrauch als Kampfmesser angeht: Sehr gut macht sich eine scharfe Vorderschneide im Hieb, so etwas wie ein Rawles Tanto trennt durch das Entlangziehen einer diagonal aufsetzenden Sekundärschneide auf das Schneidgut im Hieb schon erfreulich gut....So eine stabile Spitze bricht auch im Stoß nicht so schnell ab, was bei dem ganzen Kram, den schnöderweise so ein "Infanterist der Zukunft" um seine Vitalbereiche herum anhäuft, durchaus vorteilhaft sein kann...
    Allerdings habe ich die besten Penetrationswerte dann doch bei anderen Spitzenformen erreicht, nämlich entweder den von Kibo angesprochenen klassischen Tanto-Formen mit gerundeter Kissaki (also z.B. dem Hissatsu und meinem Otanashi-Lieblingsspielzeug - oder Klassikern wie dem Fairbairn-Sykes und allen seinen modernen Kinderchen bis hin zum furchterregend durchstichstarken Suppressor...


    Also: ICH mag meine American Tanto-Modelle durchaus auch im Alltag, das muß aber überhaupt nicht auf Deine individuellen Vorlieben und Deine vorrangigen Schneidaufgaben übertragbar sein.

    Tja, es gibt wohl momentan nicht mal mehr die HP....beantwortet das Deine Frage?


    Das ist übrigens sehr schade, ich habe dem Projekt seinerzeit mit großem Interesse gegenübergestanden - und hab hier ja auch mehrere Modelle vorgestellt, bevor sie allgemein online waren....
    Und Dirk hat insbesondere im SV-Bereich ausgezeichneten Sachverstand.


    Cherusker im Preisbereich der damaligen Fernost-Produktion würden mich sicherlich auch wieder in Versuchung führen....