Beiträge von Micha M.

    Diese Karambit-Haltung ist ansonsten wirklich bei waffenlosen Haltungen ausgezeichnet, und da liegt der Thyrm ergonomisch dann vor dem FR-1….aber nur waffenlos.



    Wechselt man in eine Unterstützungs-Haltung (und verzichtet auf die „Knöchel-Variante“), bleibt wie beim FR-1 eine leichte Drehung in der Hand, die tatsächlich besser gelingt als beim FR-1, weil der Ring weiter hinten liegt.


    Der Lampenschaft liegt dann zwischen Zeige- und Mittelfinger, und der Heckschalter kann an die Außenknöchel der Waffenhand herangezogen werden, das geht ganz ohne störende Anspannung IN der Hand.



    Im Idealfall würde das dann so aussehen, ist aber gar nicht so einfach beizubehalten, weil es dem Mittelfinger auf der dem Ring gegenüberliegenden Seite an einem Widerlager mangelt, das mir schon beim FR-1 an genau dieser Stelle ebenso gefehlt hat. Ein Mitbewerber, der Graham Combat Ring, hat dort einen Wulst, gegen den der Finger angelegt werden kann.


    https://www.youtube.com/watch?v=A48dEDkkI24


    Da nun mit dem Thyrm die Lampe weiter vorn liegt, ist sie toplastiger und neigt dazu, nach unten auszuschwenken…



    Auch beim Thyrm ist die Außenseite des Rings (in dieser Haltung zum Abzugsbügel hin) gerundet und bietet keine gescheite Andruckfläche zur Unterseite des Abzugsbügels hin. Das gefiel mir schon beim FR-1 nicht, aber Thyrm macht das auch nicht besser.


    Erstaunlicherweise empfinde ich auch die Karambit-Haltung als Unterstützungs-Haltung beim Thyrm als weniger kontrolliert als beim FR-1, waffenlos ist sie sehr gut, läßt aber keine Möglichkeit der Wahl, sei mit Zeige- oder Mittelfinger einzunehmen wie beim FR-1.

    Bei den Lampenhaltungen mit dem Thyrm zunächst zu einer, die immer wieder gezeigt wird, bei mir aber bei beiden Ringen nach einigem Ausprobieren eindeutig ausscheidet: der Haltung mit Andruck des Heckschalters an die äußeren Fingerknöchel der Lampenhand.





    Das funktioniert beim Thyrm eindeutig besser als beim FR-1 – aber ich habe nichts davon, weil ich nicht will, daß ich in der Hand diesen speziellen Druck aufbauen muß, um die Lampe in Betrieb zu halten. Diese Anspannung ist für mich störend in der unterstützenden Hand.
    Bei Versuchen mit ein wenig Übungs-Stress habe ich gemerkt, daß sich das ungut auch auf die Waffenhand überträgt und sich insgesamt störend auf meine Waffenhaltung auswirkt.
    Es ist einfacher mit dem Thyrm zu machen, erfordert aber immer noch Andruck und Spannung nicht gegen die Waffenhand (diesen Druck baue ich ja eh in der Unterstützung auf), sondern IN der Hand.


    Aus der Karambit-Haltung, die sich bei dieser Lampe ansonsten bei der Thyrm-Ringgestaltung in einer waffenlosen Haltung förmlich aufdrängt und sicher die beste waffenlose Haltungsform dabei ist, also einfach die Lampe um die Hand zu schwingen und dann mit dem Daumen gegen den Ring den Schalter gegen die Außenknöchel zu drücken, scheidet für mich persönlich aus….

    Fangen wir mit dem Tragen an, noch unter Ausklammerung der Holster-Details:
    Der Thyrm clippt auf der dem Ring gegenüberliegenden Seite, und zwar ausschließlich am Ring-Clip, das Beibehalten eines Clips an der Lampe ist nicht vorgesehen.






    Während ich also bei der Nextorch-Lösung zwei um 90 Grad versetzte Clip-Möglichkeiten habe, MUSS ich mit Thyrm gegenüber vom Ring clippen, der dann bei Gürteltrageweise ohne Holster mit dem Ring rechtwinklig von mir absteht. Am Gürtel scheidet das bei mir aus, ich würde es mit einer darüber getragenen Feldbluse, vor allem aber mit Sicherheitsgurten oder beim Klettern „schnellstmöglich“ abstreifen. Tatsächlich lag die Lampe, so mal in Eile an den Gürtel gehängt, bei einem der Einsätze dann auch schon im Fußraum….


    Clippt man die Lampe in einer Tasche an, würde der Ring nach innen zeigen, das geht gar nicht – also verdreht man den Taschenstoff, bis es passt.


    Gescheit trägt sich das zumindest bei mir also entweder in einem Lampenholster oder in der großen Außentasche der Jacke, schnell mal irgendwo einclippen gerät zum Risiko.



    Da liegt im Direktvergleich der FR-1 bei mir schon mal deutlich vorn mit seinen Clip-Möglichkeiten in verschiedenen Winkeln und auch auf der Clipseite.

    Endlich haben wir die erwähnten Berichtspflichten erledigt, heftig Tinte gestrullt und vermutlich wieder etwas fabriziert, für das dann mühsam ein Aufbewahrungsplatz als „subversiver Sondermüll“ zwischen den alten Brennstäben im Endlager gesucht werden muß…


    Vor allem aber hatten wir zwischenzeitlich auch noch einige Trainingseinheiten und auch ein paar Echteinsätze im lauschigen Monden….ääääh, genau: Lampenschein und konnten beide Ringe nun genauer im Direktvergleich erproben.


    Das Ergebnis hingegen ist eher m e i n Ergebnis, denn es hat sich herausgestellt, daß die Wahl zwischen Thyrm Switchback und Nextorch FR-1 (neben der Kompatibilität mit dem jeweiligen Lampenmodell selbstverständlich) wohl vor allem zu einer Frage individueller Präferenzen gerät. Einige Gestaltungsdetails kamen bei meinem Kampfgenossen so gut wie bei mir schlecht an, insbesondere die Frage der Bedienung mit Andruck an die äußeren Knöchel der Lampenhand schied die Geister – das scheidet bei mir auch nach einigen konkreten Versuchen wirklich aus.


    Um es also vorwegzunehmen: Probiert beides aus, geht mit beidem um – für Euch ist richtig, was in der Hand eher zu Euch „spricht“. Beides aber ist besser als eine Lampe ohne Ring!
    Bei beidem schluckt selbst der Befürworter Kröten, beides bietet aber auch Vorzüge.


    Also einmal aus meinem INDIVIDUELLEN Blickwinkel hier mal der Thyrm gegen den FR-1 gehalten, der Switchback ist dabei an eine SolarForce L2P montiert (illuminierende Entwicklungshilfe von den Kumpels Idox und Lichtschalter und einigermaßen baugleich mit einer Surefire, ein robustes und micha-tauglich bedienungssimples One-Mode-Modell, das die Hand ausgezeichnet ausfüllt, bei welcher Tätigkeit auch immer…).

    Da bin ich jetzt gern "schuld", schon allein, um in den Genuß dieser hervorragenden Bilder zu kommen! :thumbup:


    Für die Schlagzahl beim Einstieg übernehme ich allerdings keine Mitverantwortung, da hast Du es ja wirklich wissen wollen :)


    Nach der bereits erfolgten Erweiterung Deiner Sammlung um andere exemplarische Beispiele von Bill Harseys Schaffen, nachdem Dich Deine Expertise für Reeve beim Sammeln mit Modellen wie dem GB, dem Pacific usw. zu ihm geführt hat (und Du der Faszination für Harseys gestalterische Meisterschaft so erlegen bist wie manch anderer Fachmann), ist der neue Schritt natürlich sehr spannend:
    Worauf hat sozusagen Harsey in der Klasse legendärer US-Einsatzmesser denn "aufgebaut"?


    Da hätte man breit und beliebig mit einer Vielzahl von Herstellern etwas zusammentragen können - oder eben mit der Überlegung, was früher eher auf dem Ansehens-Level von Reeve und Spartan und mit ähnlicher gestalterischer Kraft diesen Bereich repräsentiert hat.


    Das legte Randall nahe - so stilprägend wie praxisbewehrt, für ihren Nutzen als Messer so begehrt wie auch schneidiges Statussymbol.
    Zu Bo Randall, der mit Modellen wie dem 1-7 oder dem 14er einen Stil und eine ganze Ära geprägt hat und mit diesen Modellen schon lange vor Reeve so "gesetzt" in der Szene war wie dieser mit seinen Sebenzas, seinen Hohlgriffmessern oder eben den so schönen wie praktischen Reeve-Harsey Kooperationsmodellen, fällt mir immer wieder gern die Geschichte von der "Staffelübergabe" ein, die Roman hier einmal auf unvergleichliche und daher hier nicht kopierte Art als warmherzige Schnurre in die Runde gestellt hat:


    Welches Messer habe ich.


    Diese "Übergabe" von Scagel an Randall und von diesem an Loveless....
    Das ist eine der schönsten Geschichten aus der Messerwelt für mich, und ich bin Roman noch immer dafür dankbar :)


    Deine neue Faszination teilst Du ja mit vielen, die die Materie und die Geschichte überblicken - und der Begriff "stilprägend" ist hier nicht übertrieben. Nicht umsonst haben Randall-Formen viele andere Modelle wesentlich beeinflusst, über Varianten der 3er und der 4er-Modelle übrigens auch die Vietnam-Messer, die dann von SOG weitergebaut wurden, ob SOG-Bowie oder Recon Bowie.
    Und das 14er zeugt noch immer weltweit seine diversen Nachkommen vom israelischen DuStar Arad über das entsprechende Pohl bis hin zum mit bezeichnendem Namen versehenen "BR" bei Mick Strider.
    Und es wird ganz nebenbei auch ausgezeichnet von aktuellen Machern in diesem Stil gearbeitet wie z.B . von Greg Wall...


    Auch Dein hier präsentiertes 2er - wunderbar im Bild eingefangen wie gewohnt :thumbup: - weckt sehr schöne Assoziationen von so einer Staffelstab-Übergabe, von einer bezeichnenden und beispielhaften Ära im Entwicklungs- und Gestaltungsprozess bestimmter Einsatzmesser-Grundformen wie hier eben der des symmetrischen Dolches.


    Randall schreibt selbst von "shaped along lines of the famous British Commando knife", also des FS, dies allerdings in einer fortentwickelten und belastbareren Form (...was man sich leisten konnte als schon damals teures Kleinserien-High-End im Gegensatz zur als bewußt billig geplanten Massenware...) - und die Randall-Form wiederum steht dann in Linienführung und Materialien und Entwicklung im Zeitlauf prägend zwischen dem FS und heutigen Einsatzdolchen wie dem V14 von Les George.


    Wir können gespannt sein, was Du uns präsentierst (ein paar Bilder durfte ich ja schon sehen, petze aber nicht :) ), und viele von uns werden sich darauf freuen - ich auch!!

    Ja, es wackelt auch ein wenig.
    Aber mein SOG Tomcat 1 und mein großer Al Mar - Folder wackeln auch ein wenig in geschlossenem Zustand....von den neueren z.B. auch Modelle wie das CRKT Otanashi oder die großen CS-Sechszöller.
    Alle ein wenig "Spiel" in geschlossenem Zustand.


    Hab den Troll gerade hier, der hat den Wackeltest mit den oft als Schund gescholtenen Russen-Foldern gemacht...Da wackelt nix.
    Auch die Ganzos vorhin hatten geschlossen keinerlei Spiel.


    Beim Buck ist das Spiel allerdings moderat und ausschließlich seitlich, insgesamt kommt kein Zweifel am Lock in geschlossenem Zustand auf, die Klinge wird zuverlässig im Griff gehalten.


    Das mit dem Tomcat und dem Al Mar tröstet mich dann zusätzlich.

    Ich hatten den Rohling in der Hand, der schon in diesem Zustand besser und harmonischer in der Hand lag als die allermeisten fertigen Zehnzöller, die mir schon untergekommen sind.
    Ein tolles Messer! :thumbup:

    Tomcat: Nöööö, natürlich nicht! :)


    Gewicht: Ich mag halt das knappe halbe Pfund, das stört mich ja beim Nemesis auch nicht, auch mein NOKS "Mangust" wiegt soviel....die großen Fox Forest 577 mit Bolster oder auch der große alte SERE von Al Mar sind noch ein Schüppchen schwerer.


    Elric: Absolute Zustimmung, das ließ mich auch erst zurückschrecken. Das einzige bisherige Review bei Knifecenter schlägt ja GENAU in diese Kerbe und war entmutigend. Also zuallererst mal ein Blick auf Symmetrie, Anschliff und die Passungen zwischen Bolstern und G10 - und bei meinem nichts zu meckern gefunden, Puhhhh! Hatte damit ebenso viel Glück wie mit meinem Emerson Persian - Serienfolder, der auch keine der Mucken der ja zeitweise ebenso berüchtigten Emerson-Qualitätsstreuung hat.

    Ich war auch noch unschlüssig, vor allem nach dem ersten ziemlich entmutigenden Kurz-Review bei Knifecenter über unsaubere Passungen usw....
    Mitbewerber ist das Optima von Böker, auch das mit einer schönen Bowie-Klinge.
    Aber irgendwie stört mich da die Sache mit der Wechselklinge....
    Ist aber auch noch nicht ausgestanden :)
    In der Version mit Amboina (1674er Modell) würde das ein schönes Duo mit dem Vollintegral geben, das Jasmin mir zu Weihnachten geschenkt hat.


    Ah, wer weiß....dieses hier kommt ja jetzt erst mal im schwarzen Gewand daher, da kann man ja später sicher auch mal was mit schönen braunen Schalen brauchen, ist ja dann nichts Doppeltes im Bestand :)

    Ich hab ja durchaus auch viele preisgünstige Modelle und schätze die auch.
    Im Vergleich zu dieser mittlerweile unüberschaubaren Schar von Edel-Foldern bleibt aber auch das 110 Pro durchaus bezahlbar, die Hürde von nach Fracht und Steuern meinetwegen 120 Euro überspringt man dann doch eher mal.


    Mich reizte es einfach, den mittlerweile über 50 Jahre alten Klassiker in dieser modernen Version mit G10 in den Bestand zu bekommen. Auf den S30V war ich nicht mal so ausgesprochen wild, das hätte gern auch 440C oder 154CM oder VG10 sein dürfen.


    Aber S30V mit BOS-Härtung ist natürlich nicht zu verachten (das tue ich allerdings auch bei 420HC von Buck nicht, den man wunderbar scharf bekommt :) ).


    Ein Klassiker, seit vielen Jahren im Programm und für viele Nutzer unserer Prägung einer DER Backlock-Zweihänder schlechthin ist das Buck 110.


    https://www.buckknives.com/pro…g-hunter-knife/0110FAM01/


    Das Messer gab es bereits vorher immer mal wieder in Sonder-Editionen und verschiedenen Ausführungen - in dieser Saison sind weitere hinzugekommen:


    Hier mal bewegt vorgestellt:


    https://www.youtube.com/watch?v=1Z8kba7YgJg



    Neben dem leider nicht D-legalen Springer vor allem auch das 110 Pro - der Klassiker im modernen Gewand von S30V-Klinge (mit BOS-Härtung) und G10-Schalen zwischen Neusilber-Bolstern und -Knauf.



    Hier ein paar Specs des neuen Modells von einer Händler-Seite:


    https://www.knifecenter.com/it…dles-black-leather-sheath


    ..und aus dem Hause Buck selbst:


    https://www.buckknives.com/pro…r-pro-knife/0110BKSNS1-B/


    Übersetzt sind das 3 mm Klingenstärke und satte 220 g Gewicht, die das Messer so vertrauenerweckend in die Hand legen, wie es sein klassisches und bewährtes Design verdient :)



    Meins kam symmetrisch und mit sauberen Passungen und rasierend scharf an, auch die Ledertasche ist ordentlich gemacht (...die müssen sich die stolzen Amis dann über die neue Mauer schmeißen lassen, sie wird in Mexiko gefertigt...).




    Tja, da ist das 110 nun in die Jahre gekommen, der Micha auch...beide Mitte 50 mittlerweile....und sie haben dann doch noch zueinander gefunden auf ihre alten Tage, zumindest das Buck kommt dabei aber dann im neuen Outfit doch agil und flott rüber :)


    Das ist also durchaus was für den alten Sheriff...