Danke, Alex!
Einiges hier an Kritik ist für mich wieder mal so ne Art "Beißreflex" angesichts des Autors und hat mit Inhalt und Aussagen des Reviews eher weniger zu tun....
Geronimo ist ja beileibe hier nicht der einzige Anwender mit Interesse an Foldern, die stabiler sind, als man das für gesittet-normale Schneidarbeiten bräuchte. Gibt es hier keine aus der Runde, die aus ähnlichem Interesse Strider, Medford, Pohl oder eben hier auch ER kaufen?
10mm-Bull-Pivot bei Strider also auch nur so ein Vitrinen-Gag, und das ER MPC natürlich auch Murks, weil natürlich ne 3 mm - Klinge dann doch besser den Prosciutto schneidet als ein halbhoch angeschliffener Viertelzöller?
Und es ist ja geradezu aberwitzig, bei einem Messerkonzept wie dem des RAO dann darüber zu meckern, daß man ein Messer, das angeblich ganz gezielt auch für extreme Belastungen gebaut ist (und ja auch so ausschaut) dann eben auch mal probeweise heftig belastet. Soll das denn einfach nur panzermäßíg-geil ausschauen? Prima, dann tuts ja auch jeder Klon für nen Zwanni.
Und dann ist das nicht mal ursprünglicher Teil von Geronimos eigenem Test, sondern hier nur als Zusatzinfo eingestellt. Er nutzt das Messer ja in realen Anwendungssituationen und zeigt, dass es DAFÜR offenbar gut taugt. Selbst der kurze Schlagholzeinsatz in seinem Film erfolgt nicht brachial, sondern dosiert und an einem Werkstück, wie es einem tatsächlich auch mal begegnen kann. Da hab ich erheblich Unsinnigeres schon in vielen anderen Reviews ungescholten gesehen...
Hab ich in einem Test für Bastian mit dem Timberline 18 Delta übrigens auch schon gemacht - einfach um damit mal darzustellen, daß die Achse eben auch Belastung, Geruckel, mal das Aufbrechen einer Schublade oder das Hochhebeln eines Kistenbretts dann auch klaglos aushalten wird....
Was dann die CS-Tests angeht: NATÜRLICH sind die auch Werbung. Bei welchem Hersteller denn nicht?
ER wirbt übrigens selbst damit, die Belastbarkeit seiner Modelle bei der Uni Pistoia testen zu lassen. Schreiben die dann da nur kluge Aufsätze darüber - oder werden die da etwa auch Gewichte dranhängen oder draufschlagen, im Labor natürlich, um Belastungswerte herauszubekommen??
Und es gibt hier einen eklatanten Unterschied zu der Flut geläufiger "Destruction Tests", die ich ebenfalls nicht leiden kann (...außer der Dummheit, vor allem meiner eigenen, und meinem Übergewicht gibt es nichts Unzerstörbares auf Erden, wenn man genug Unfug aufhäuft....). Der Punkt im CS-Test war aber nicht, immer weiter Gewicht aufs ER zu bringen, um es dann "endlich" kaputtzukriegen, sondern im Direktvergleich zu zeigen, daß Rahmen und Lagerung des CS eben mehr mechanische Belastung vertragen als beim RAO. Was soll daran nicht legitim sein, wenn ein Messer mit dem Anspruch des RAO daherkommt?
Bei beiden glaube ich nicht, daß ich eine grenzwertige Belastung manuell selbst hinbekomme - aber dieThreads hier sind ja auch voll von Datenblatt-Materialdiskussionen, in denen die Diskutanten selbst zugeben, dass sie die Unterschiede subjektiv-manuell eher nicht mehr mitbekommen würden, es ihnen aber einfach um den objektiv-wissenschaftlichen Vergleich geht.
Merkwürdigerweise setzt Ihr d e n e n hier nicht die Narren- oder Euch die Hasskappe auf, sondern haltet einfach sachlich dagegen....
Was den Sebenza-Vergleich angeht: Es handelt sich bei beiden um Messer in einem ähnlichen Preisbereich, und beide erheben einen "Oberklasse"-Anspruch. Für mich ist schon interessant, wieder mal festzustellen, daß das dann aber - je nach Käufer - offenbar Unterschiedliches heißen kann: Für den einen ist es die Oberklasse an Ästhetik, Präzision, Verarbeitungsqualität - für den anderen eben die Oberklasse in Gebrauchs-Zuverlässigkeit meinetwegen auch in missbräuchlichen Anwendungssituationen. Nochmal: Ja, ein Messer ist ein Ding, das schneidet - aber im Einsatzmesserbereich z.B. ist eben ausdrücklich auch die Eignung zu notwendig-mißbräuchlicher Anwendung durchaus ein seriöses Kriterium, sonst wären alle robusten Einsatz-Viertelzöller (z.B. die von ER) ja ein Schmarrn.....
Geronimo basht dabei übrigens die Sebis nicht mal, er spricht nur an, daß sie eine andere Kategorie Messer auf einer anderen technischen Grundlage sind. Genau DAS sagt Ihr dann auch, findet aber sein Statement scheiße. Wer soll das begreifen?
Und NATÜRLICH kann ein Framelock oder gar ein Liner-Lock nicht im grenzwertigen Belastungsbereich so stabil sein wie eben ein Backlock oder gar der Tri-Ad-Lock. Wenn ER dann z.B. das RAO eben NICHT als Liner-Lock baut und sogar noch nen Sicherungsstift einplant oder beim MPC eben den Backlock MIT Zusatzsicherung wählt, ist das klasse, wenn Geronimo den Grund dafür anspricht, ist das Murks. Soso...
Warum er auch Sebis hat? So neben diversen anderen Oberklasse-Messern, und das seit vielen Jahren, und damit eben auch Vergleichsmöglichkeiten? Weil das schöne Messer sind, das sagt er selbst auch.
Nur ist es bei ihm in Euren Ohren Gotteslästerung, wenn er ganz nüchtern anspricht, daß sie bei allem Nimbus und aller technischen Perfektion dann auch ihre Grenzen haben.
Wen die nicht interessieren, weil er sicher sein kann, das nicht auszureizen, der kann das überlesen, SCHLIMM ist es jedenfalls nicht, das auszusprechen...