Beiträge von Micha M.

    Das WZ.55 folgt wesentlich dem russischen NR-40 nach, einem berühmten russischen Militärmesser des 2. WK.
    Man findet merkwürdigerweise in der Literatur zuweilen über das "Noz Szturmowy" auch die Bezeichnung WZ.56, obwohl ich keine Unterschiede im Sinne einer Modifikation erkennen kann.


    Soweit ich weiß, ist das Messer heute nicht mehr im Truppen-Gebrauch.


    In Polen kam dann später eine Art großes Multitool in den Truppengebrauch, das WZ.69, hat aber wohl das große Fixed nicht komplett ersetzt.


    Dann wurde ein neues Armeemesser als Kreuzung zwischen Glock-Feldmesser und US-M3-Feldmesser aufgelegt, das WZ.92, das dann einige Jahre später modifiziert wurde und dann WZ.98 hieß und von der polnischen Firma Gerlach für die Truppe gefertigt wurde.



    Soweit mir bekannt ist, ist das WZ.98 insbesondere bei den Fallis und bei GROM weiterhin in Gebrauch, und zwar in den Versionen WZ.98 Z mit anderthalbfacher Schneide und Rückensäge sowie WZ.98 A als Sturmdolch. Ich hab beide Versionen hier schon häufiger mal gezeigt....


    Ergänzt wurde das durch das kleine "OSA", das ursprünglich von Igor Skrilev als Backup und Überlebensmesser für russische Einheiten entwickelt und dort eingesetzt wurde, jedoch als Gerlach OSA und im polnischen SE-Einsatz mehr Bekanntheit erlangte...


    Die Messer sind einfach, aber durchdacht.
    Ich mag meine sehr.

    Hier mal der optische Direktvergleich zwischen dem klassischen M3, hier in der am häufigsten gebauten Version von Ontario, und dem Juchten-M3, das ja nach meinem Eindruck auch Einflüsse von anderen klassischen Armeemessern aufgenommen hat.



    Deutlich erkennbar ist die höhere, wuchtigere Klinge des Custom-Messers sowie dessen längere Rückenschneide.


    Der Griff ist ein wenig kürzer und hat weniger Durchmesser, meine kleine Hand fühlt sich darauf aber sehr wohl.


    Romans Messer ist wegen der volleren Klinge kopflastiger als das Ontario und potenziell wirksamer auch im Hieb, während das Ontario - ähnlich Dolchen wie dem FS - eher hecklastig und vorn leicht ist und seine Stärken sichtlich vor allem im Stich hat.

    Den M3-Neuzugang gleich mal genutzt für einen Vergleich:


    Ich hab ja in 2019 mehrere Gerlach-Messer aus Polen in den Bestand genommen, darunter auch das WZ.98 Z, das sozusgen eine "Kreuzung" aus dem US-M3 Messer und dem Glock Feldmesser ist....



    Die Zusammenführung der Gestaltungselemente in dem polnischen Entwurf aus denen der beiden "Eltern" kann man hier noch mal im Direktvergleich gut nachvollziehen.


    Beim Handling fiel mir übrigens wieder der positive und vertrauenerweckende Eindruck des polnischen Messers wieder auf, das ja z.B. auch bei dortigen SEen wie GROM im Einsatz ist....

    Auch beim Micha heute wieder Bescherung :)


    Wolfgang "Wolfster" hatte kürzlich 2te Wahl - M3 - Messer von Ontario ins Angebot gesetzt mit deutlichem Preisnachlass.


    Angesagt dabei: kleine kosmetische Mängel, aber keine funktionellen.


    Bei meinem waren die "Mängel" eine erst bei Lampenlicht sichtbare Druckstelle in der Scheide und eine etwas blasse und nicht ganz gleichmäßige Phosphatierung....so hätte das Ding nach den ersten Tagen im Gebrauch dann eh ausgeschaut :)



    Da auch die Fallschirmjäger der Fremdenlegion das M3 verwenden (allerdings aus italienischer Produktion, "Michael 60" hat ein schönes von Maserin), hab ich meins hier auch mal so in Szene gesetzt.


    Ordentliche, geölte stabile Lederscheide, sehr handlicher Griff, an dem nix wackelt.


    Ich hatte über die Jahre immer wieder Ontarios, die ja zuweilen als "primitiv" geschmäht werden - für den Praxisgebrauch waren die alle klasse, und mein Marine Raider hat schon viel gehackt und sonstigen Unfug angestellt.
    Dies hier ist halt ein nostalgisches Stück Messergeschichte, und Ontarios rustikale Ausführung passt da SEHR gut.
    Ich hatte auch schon das Böker-M3 in der Hand und empfinde subjektiv, daß das Ontario mir besser in der Hand liegt.

    Falls ich damit gemeint sein sollte, weise ich den Titel überzeugt zurück!
    Ich lerne hier dauernd noch dazu und beneide immer wieder andere Mitglieder um ihre jeweiligen Kenntnisse, von denen ich gern lerne.
    Das gilt auch für die Schätze, die viele unter uns über die Jahre gemeinsamer Leidenschaft angesammelt haben - auch da ist mir das immer ein Genuß und ein Dazulernen....neben der Versuchung bei dem einen oder anderen schönen Teil :)


    SO soll das sein!

    In der ganzen entsprechenden Serie von Buck hat das Special auch die schönsten Proportionen, finde ich.
    Leider hat Buck ja bei den verkleinerten Modellen nicht nur die Klinge gekürzt, sondern alles "kleingezoomt".


    Es gibt (oder gab) auf dem US-Markt mal ein Small Special Phenolic Handle, das eine Art auf 4.5 Zoll "gekürztes" Special mit den originalen Griff-Maßen und der originalen Klingen-Höhe war. Das konnte ich hier aber nicht auftreiben und auch für vernünftiges Geld nicht importieren.


    Ich mag das "Special" als Klassiker, es gibt in diesem Serienmesser-Preisbereich kaum eine schönere Bowie-Klinge, finde ich. Ich hab eins, und ein zweites hab ich meinem Co-Referenten geschenkt :)

    Als Exkurs, weil diese Messer natürlich nie Ordonnanzmesser waren.
    Aber der "Klingonendolch" ATAC-Fighter macht doch immer wieder neugierig, und viele haben dann Lust, sich noch ein wenig mit dem Thema zu befassen :)


    Hier mal der Blade Systems "Tiger", die sozusagen von Martin Stierlin und mir gestaltete Version eines "Abkömmlings" des Dieter-Entwurfs.
    Zusammen mit dem weniger bekannten "kleinen Bruder" des ATAC-Fighters, dem "Stinger".



    Die Scheide ist allerdings eine Custom-Kydex....