Socorro ist Schuld!
Nachdem ich schon länger Heiko Häß im Visier hatte, hat mich sein Bericht über das Vildmark bewogen endlich zuzuschlagen. Innerhalb von 3d war das Messer da! Sehr schön. Meines ist die Version in G10 Tigerstripe. Blau wäre mir eigentlich lieber gewesen, aber die hat ja schon Soccoro, also ist er noch mal Schuld!
Wie auch immer, die Schalen sind in Orange-, Braun-, Schwarztönen gehalten und gefallen mir ausgesprochen gut. Nettes Detail, die Perle am Fangriemen korrespondiert in der Farbgebung genau mit den Grifschalen!
Das Messer ist, mit einer Ausnahme, auf die ich später eingehe, ein echter Handschmeichler. Es liegt satt und sicher in der Hand und macht einen sehr stabilen Eindruck. Allerdings kommt da auch einer der größten Nachteile zum Tragen, man will es nicht mehr aus der Hand legen!
Die Proportionen passen sehr gut zusammen. Schärfe war in Ordnung, ließ sie aber noch deutlich verbessern. Hatte ich gleich eine Beschäftigung in der Mittagspause und konnte den ersten persönlichen Kontakt herstellen. Jetzt kann ich ein frei hängendes Stück Haushaltspapier glatt durchschlagen, was vorher nicht ging. Etwas erstaunt hat mich das Fehlen einer Schleifkerbe. Meine Nachfrage hat ergeben, das diese auf Wunsch angebracht wird, gerade Jäger sie aber oft nicht haben wollten?? Wenn ich eine will, werde ich sie nachträglich anbringen. Kein unlösbares Problem.
Die Klingenform gefällt mir deshalb besonders, da sie für jagdliche Verwendungen besser geeignet ist, als z.B. die Form des Bark River B1.
Die Scheide macht einen guten Eindruck und das Messer sitzt gut. Die Schlaufe für den "heißen Schweden" ist ja fast schon Standart und praktisch. Die Mitlieferung desselben + Kompass ist ebenfalls eine schöne Sache. Gut ist, das der Schaber gleichzeitig als Pfeife zu verwenden ist, man hat also noch ein weiteres nicht unwichtiges Survivalteil dabei. Die Lederbinde nutze ich dazu, Kompass und Schaber zu fixieren. Die damit ebenfalls mögliche, horizontale Trageweise habe ich zwar ausprobiert, aber nicht praktiziert, da mir selbige zu unsicher ist. Man müsste das Messer dann auf jeden Fall zusätzlich mit der Fangschnur sichern und das ist mir zu viel Gewurschtel. Was sicher auch ginge und was ich demnächst mal ausprobieren werde, ist eine Befestigung tip down an einem Hosenträger. Wäre eine Möglichkeit um es z.B. diskret unter einer kurzen Weste zu führen.
Benutzt und fast täglich geführt, habe ich das Messer seit dem 15.08 natürlich auch. Batoning habe ich zwar ausprobiert, dies war dabei für mich wenig interessant, warum sollte es das auch nicht können Dasselbe gild für das Schnitzen von Fethersticks. Ich habe mich an den Bau einer Viererfalle und den Rahmen für eine Säge gemacht. Dabei kann man sehr schön verschiedene Winkel, Haken Durchbrüche und Spitzen ausprobieren und zu einem hoffentlich funktionierenden Ganzen zusammenfügen.
Die Arbeiten wurden mit Bravour gemeistert, die Schnitthaltigkeit war gut. Dabei wurde die Arbeit durch die Formgebung des Messerrückens, welche ich bei erster Betrachtung für ein Designerelement gehalten habe und durch die sauber gebrochenen Kanten sehr erleichtert. Der Daumen vor allem der anderen Hand findet sehr viel besser Halt und auch die Daumenrampe stört deutlich weniger als beim B1!
Hierbei wurde auch der bis jetzt für mich einzige Schwachpunkt deutlich. Auf der der Daumenrampe gegenüberliegenden Seite, also dort wo der Zeigefinger liegt, wenn die Schneide nach unten zeigt, bildeten Griffschalen und Klingenende eine scharfe Kante, welche wirklich sehr unangenehm bei längeren Arbeiten störte. Hier war das B1 deutlich besser. War, da ich die Kanten nach kurzer Rücksprache mit Hern Häß und etwas Schleifmittel selber gebrochen habe.
Rote Arbeit konnte ich noch nicht verrichten, aber auch das wird bestens funktionieren.
Bei den sonstigen Anwendungen, wie Essenszubereitung, ein paar Seilstücke schneiden und was man sich sonst noch einfallen lässt war es ohne Tadel.
Insgesamt ein guter Kauf, welcher mir sicher noch viel Freude machen wird. Ich denke, es wird auch nicht das letzte aus dieser Quelle sein!
Fazit: Soccoro ist schuld,ich bin Ihm aber nicht böse!