Was mir bei den ganzen heute angepriesenen Saufängern missfällt ist die Zweischneidigkeit. Letztendlich handelt es sich um mehr oder weniger breite Dolche. Dies halte ich für nicht ganz ungefährlich (für den Benutzer).
Begründung: Penetration ist äußerst wichtig, ist ja auch logisch, aber diese wird mit der Spitze und dem ersten Drittel der Schneide erreicht. Daher ist es unnötig die Rückenschneide ganz zu schärfen. Es ist für die Hunde und den Menschen gefährlich. Wer mal mit Hunden an der Sau oder einem Hirsch war, weiss was das für ein Wooling ist. Die Hunde hängen an dem Stück, werden herumgewirbelt und stützen sich mit ihren Läufen ab. Das Stück ist auch nicht untätig. Wie leicht können sie dann an die Rückschneide des Saufängers kommen und sich verletzen. Dasselbe gild natürlich auch für den Anwender. Dies ist wohl einer der Gründe, warum die Jäger vergangener Jahrhunderte Hirschfänger benutzt haben bei denen der Rücken nicht durchgängig geschärft war und ist. Die Dolchform war damals schon bekannt und hätte sich durchgesetzt, wenn sie für diesen Zweck Vorteile gebracht hätte.
Zur Klingenspitze möchte ich auf die leicht gerundete und scharfe des Puma Gebrauchshirschfängers nach Frewert hinweisen, welche so geformt ist, damit sie sich nicht in dem Knochen festfrisst. Probleme mit der Penetration hatte ich mit dieser Form noch nie. Ein für mich bewährtes und durchdachtes Konstrukt.
Genial ist auch die Spitze des Lippertschen Waidblatts. Bei Ihr ist die Spitze solide und sehr stabil ausgeführ. Durch die besondere Form des Rückens wird eine gute Schnittleistung bei der Rückwärtsbewegung der Klinge gewährleistet, so er denn scharf ist, was bei meinem der Fall ist.
Mit dem normalen Waidblatt habe ich noch nie abgefangen, habe es aber an erlegtem Wild probiert. Hier kommt wohl vor allem die Schneide zum Einsatz. Es erfordert mehr Kraft als mit einem Hirschfänger oder dem Lippertschen Waidblatt.
Mein Favorit ist daher nach wie vor der Hirschfänger, wie im letzten Jahr mal wieder praktiziert, gefolgt vom Lippertschen Waidblatt. Von den Dolchen rate ich persönlich aus den oben genannten Gründen ab.
Eine Frage: Ist mit dem Stich am Halsansatz der Kälberfang gemeint? Den habe ich bei einer Sau noch nie praktiziert?
Im übrigen ist einer der Kardinalfehler bei dieser Arbeit die Klinge wieder zurückzuziehen, wenn sie denn richtig sitzt. Sie bleibt drinnen und es wird durch eine halbreisförmige Hebelbewegung möglichlichst viel Organ und Aderzerstörung ereicht. Wichtig ist auch das Verkanten, um durch Lufteintritt den Pleuraspalt zu öffnen.
Eine .44 Mag ist bei mir übrigens auch fast immer dabei!