Haptik und Verarbeitung des S1 Pro
Das Messer macht von Beginn an einen wertigen Eindruck und vermittelt dem Anwender sofort das Gefühl, dass man sich darauf verlassen kann. Ich konnte keine Verarbeitungsmängel vorfinden und war von der Führigkeit des Messers sofort angenehm überrascht.
Die Balance liegt ungefähr auf Höhe des Parierelement, näher zur Spitze hin. Insofern würde ich das Messer nicht als kopflastig bezeichnen, jedoch auch nicht als ausbalanciert. Wie es sich in der Verwendung schlägt, werde ich weiter unten noch genauer ausführen.
Hier seien noch die verschiedenen Griffarten angeführt, die problemlos mit dem Messer durchführbar sind.



Unterschiede zur regulären Survival Serie
Mittlerweile wurden die Unterschiede ja schon in dem einen oder anderen Absatz erwähnt. Der reinen Übersicht halber, möchte ich sie hier jedoch noch einmal kurz und bündig zusammenfassen:
- Statt laminierten VG10 wird laminierter CoS mit einer Härte von 60 HRC verwendet.
- Die Dicke der Messer wurde verstärkt.
- Der Erl ist dicker und breiter als bei den regulären Modellen.
- Ein Parierelement aus Edelstahl wurde dem Design hinzugefügt.
- Die konvexe Schneide wurde angepasst um die Schneidfreudigkeit zu verbessern.
- Die Zytel Scheide wurden verstärkt und für MOLLE Plattformen angepasst.
- Die Messer werden zusammen mit einem DC4 Schleifstein geliefert.
- Eine stoßfeste und wasserdichte Transportbox ist im Lieferumfang mit inbegriffen.
In der Verwendung
Das S1 ist ja schon wie seine Geschwister - dem F1 und dem A1 - seit Jahrzehnten bekannt. Insofern stellt sich die Frage, ob man in Bezug auf die Verwendung überhaupt noch etwas Neues schreiben kann.

Für mich persönlich ist das S1 Pro in Bezug auf die Größe ideal: Nicht zu groß und nicht zu klein. Das F1 war für mich schon ein sehr interessantes Messer, aber das S1 Pro liegt mir persönlich besser aufgrund der Größe. Nichtsdestotrotz finde ich den Griff des F1 jedoch besser, speziell wenn es um die Handlage geht. Aufgrund der Größe und des Gewicht des S1 Pro, neigt das Messer dazu leicht in der Hand zu rollen. Das Thermorun Griffmaterial ist zwar vom Gefühl her schön warm und griffig, aber das Messer könnte sich fülliger greifen lassen, wenn es nach mir ginge.
Die 6mm Stärke lassen das Messer zum Brecheisen werden. Der Schneidfreudigkeit tut dies jedoch keinem Abbruch! Aufgrund des konvexen Schliffes und der unbeschichteten Oberfläche, ist das Messer ein wahrer Schneidteufel.
Durch das Gewicht von einem Viertel Kilogramm, wird das Messer auch zu einem nicht zu unterschätzenden Hackwerkzeug. Es war sowohl lustig als auch faszinierend, wie schnell ich mich durch einen armdicken Ast durcharbeiten konnte.
Dasselbe gilt für Batoning. Auch hier kommt das Gewicht und die Stärke von 6mm dem Messer zu Gute. Hierbei fällt auch das Parierelement aus Edelstahl positiv auf. Je nachdem welche Stelle des Rückens man für das Batoning verwendet, kann der Griff bekanntlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor allem, wenn er aus einem weicheren Material wie dem Thermorun der Fällkniven Messer besteht.
Mit dem Parierelement wurde ein effektiver Schutz vor einer etwaigen Abnutzung gewährleistet - von der primären Funktion des Fingerschutzes einmal abgesehen.
Auch die Messerspitze ist aufgrund der Spearpoint Klinge und des Anschliffes äußerst stabil. Bohren und Stechen machten der Spitze bei meinen Ausflügen in den Wald nichts aus - eine Info, die für Jäger und Bogenschützen sehr relevant sein sollte.
Im Grunde hat das Messer alle die von mir versuchten Arbeitsschritte wunderbar erfüllen können. Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, kann sich hier gerne ein kurzes Video ansehen. Wie immer halte ich mich bei Kommentaren während des Filmens zurück...
Resümee
Mit der Professional Survival Knives Serie hat sich Fällkniven nach fünfjähriger Entwicklungszeit zurückgemeldet und dabei ein wenig von den klassischen Survival Messern der Firma entfernt. Ob man fünf Jahre benötigen muss, ein Parierelement an ein Messer zu stecken und den Stahl zu ändern sowie das Ganze in eine wasserdichte Box zu stecken, sei dahingestellt.
Aber hinfort mit der Polemik! Der bekannte Spruch “never change a winning team” kann bei der Pro Serie sicher nicht angewendet werden. Die Aktualisierungen machen Sinn und waren überfällig! Im speziellen und hier vorliegenden Fall des S1 Pro kann man getrost sagen, dass das Messer aufgewertet wurde und nun sicherlich wieder für die nächsten Jahre fit ist.
Die Aktualisierung der Zytel Scheide sehe ich skeptischer. Hier hätte man ruhig mit der Zeit gehen und auf Kydex umsteigen können. Dies hätte aber wohl zu starke Umstellungen im Werk bedeutet, wo man ja die dementsprechende Maschinerie für die Zytel Scheiden besitzt. Nichtsdestotrotz machen die Veränderungen in Hinsicht auf MOLLE Kompatibilität Sinn und die Vorteile einer solchen Kunstsstoffscheide, vor allem für dreckige Outdoor- und Jagdaktivitäten, stehen außer Frage.
Das Gesamtpaket der Pro Serie weiß letzten Endes zu überzeugen. Ein wertiges Messer mit Scheide, ein ordentlicher und funktionaler Schleifstein sowie eine Transportmöglichkeit für das Messer bzw. andere wichtige Outdoor-Utensilien, geben dem Outdoor-Enthusiasten, Jäger und Sammler oder Militärangehörigen ein ausgezeichnetes Starter- bzw. Survival Paket.
Damit möchte ich dann auch zum Schluss kommen. Ich möchte mich bei der Firma Lorenzi - feinste Stahlwaren & Schleiferei für die Möglichkeit bedanken euch das Messer vorstellen zu können sowie bei meinen Lesern für die aufgebrachte Geduld!
In diesem Sinne Danke und bis zum nächsten Mal!

























































