== Persönlicher Eindruck ==
Warum ich mir den MOAB 6 überhaupt zugelegt habe und warum ich ihn mag, ist eine etwas längere Geschichte. Als erstes möchte ich erwähnen, dass ich eigentlich ein MAXpedition Fanboy bin. Deshalb fällt es mir etwas schwer, zuzugeben, dass ich in letzter Zeit ziemlich viel 5.11 Gear mit mir herumschleppe, was aber wiederum für deren Alltagstauglichkeit spricht. Ich bin jede Woche bei einem Kunden im deutschsprachigen Raum und brauchte deshalb richtig zuverlässige Reisetaschen, die zwar ruhig etwas ungewöhnlich sein dürfen, aber einen Kunden nicht gleich ein SEK rufen lassen sollten, wenn ich damit auftauche. Deshalb verwende ich seit einiger Zeit eine Kombination aus MAXpedition carry-on luggage und 5.11 Rush 72, wobei ersterer meist im Hotel bleibt. Ich hatte mal eine Notebooktasche, aber bei meinem umfangreichen EDC Gear und dem schweren Notebook musste ich auf einen Rucksack umsteigen, wenn ich auch mal vom Kunden ins Hotel gehen wollte, weil die einseitige Belastung einfach zu schmerzhaft wurde. Allerdings war mir der Rush 72 einfach zu groß, um abends nochmal los zu ziehen und sich in der Stadt umzusehen, in der ich gerade eingesetzt bin. Eine extra Tasche mitzunehmen, wie ich es erst mit einem H4 Kato versucht habe, ist einfach zu umständlich. Deshalb wollte ich das 5.11 Tier System unbedingt ausprobieren und habe mir dafür den MOAB 6 geholt (und ein extra Tier System, was nicht nötig gewesen wäre, da bei meinem MOAB 6 schon eins dabei war). Mit dem MOAB 6 dran wird der Rush 72 zwar ziemlich unförmig und auch etwas schwierig im Zug zu rangieren, aber man kann so auch schon mal etwas weitere Strecken zurücklegen, ohne gleich ein Taxi zu brauchen. Allerdings rede ich von "weiteren Strecken" im Arbeitsalltag eines Schreibtischtäters, nicht von ausgedehnteren Wanderungen. Viel mehr als 3-4 km würde ich damit nicht gehen wollen, vor allem, da ich den Rush 72 auch ziemlich voll packe, was an sich schon nicht so leicht ist.
Zu der Trageweise nochmal: Vielleicht liegt es auch nur an meiner persönlichen "Birnenform", aber ich habe immer den Eindruck, er sitzt optisch nicht richtig. Der MOAB fühlt sich gut an beim Tragen, nicht schlechter als andere kleine Gearslinger oder Umhängetaschen, aber jedes mal, wenn ich mich im Spiegel sehe, bin ich versucht, den Riemen zu justieren, weil der Sitz einfach falsch aussieht.
In letzter Zeit hab' ich den MOAB 6 auch immer öfter mal bei Barbesuchen, zu Freunden, oder für kleinere "Gassiwanderungen" mit unserem Hund genutzt. Das ist allerdings vor allem der Tatsache geschuldet, dass ich dieses Review schreiben wollte und ihn deshalb auch mal in anderen Umgebungen testen wollte. Da steht er anderen Taschen wie dem Hazard 4 Kato, MAXpedition NeatFreak Organizer, MAXpedition Jumbo oder Direct Action Foxtrot in Nichts nach, wobei jede dieser Taschen ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile haben und ein direkter Vergleich schwer ist. In Verbindung mit dem Rush Rucksack ist er aber unschlagbar. Wo ich ihn wirklich zu schätzen gelernt habe ist im Zug (Rucksack und Trolley in die Ablage, wichtigstes Gear im MOAB direkt am Mann) oder im Auto (Rush und Trolley im Kofferraum, MOAB am Beifahrersitz) und dennoch hat man beim Aussteigen die Hände frei bzw. muss nur den Rucksack auf oder absetzen und nicht noch mit zusätzlichen Taschen hantieren. Und das Hauptfach fasst wirklich deutlich größere Gegenstände als NeatFreak Organizer oder Kato, was ich praktischer finde, wenn ich auch mal eine Kleinigkeit einkaufen oder eine Regenjacke mitnehmen möchte.
Was ich üblicherweise so einpacke:
* Im Flexcord Fach im Hauptfach: Ein MAXpedition Micro Pocket Organizer, eine Uriel Bandage, ein Einweg Regenponcho (mag die Dinger nicht, aber so selten, wie ich sie brauche, ist ein richtiger Poncho einfach zu groß), 2 Rettungsdecken (die extra verschenke ich bei Bedarf an Obdachlose)
* Im Mesh- und im Reißverschlussfach im Hauptfach: Powerbank, Sturmzünder, etwas Paracord, nötige Medikamente, Kaugummi, Snack, Desinfektionsgel
* Im Organizerfach: Stifte, Ersatzhaargummi, Opinel (danke §42a), Nitecore MT1C , "Flaschenöffnertools", z.B. Chugger the Chameleon, Taschentücher, 2 Knicklichter, Desinfektionstücher, Hundekacksackerl, Zigarrenschneider, Moleskine Buch Evernote Edition, Leatherman Blast (nochmal danke §42a), manchmal eine Tubo Zigarre.
* Im Hauptfach: Je nach Anforderung oft eine Nalgene Feldflasche (meist nicht die runden, sondern das klassische Canteen Design), 5.11 Pullover oder Regenjacke, Filofax Notizbuch
* Im Brillenfach: Brillenputztuch (die Revision Sawfly passt leider höchstens mit Gewalt rein) und Kopfhörer
* Im Handyfach: Handy (Galaxy S4 passt super, Nexus 6 ist zu groß)
* Im Waffenfach: nüscht. Ich überlege noch, ob ich nicht einen Beutel mit Einweghandschuhen und Beatmungstuch darin unterbringen oder mal einen JetProtector versuchen sollte.
An den Molleschlaufen würde ich nicht zu viel befestigen. Ich habe aber meist außen noch weitere Knicklichter, einen Leatherman Z-Rex Gurtschneider / Glasbrecher, einen Grimlock und ein paar kleine Karabiner befestigt. Manchmal auch einen Tactical Pen.
Das alles zusammen ergibt sich mit dem EDC Zeug (TFDE Messer, Fenix Lampe, Tactical Pen, Geldtaschen, etc.) am Körper zu einer für mich brauchbaren Kombination und es bleibt eigentlich immer noch Platz für Einkäufe oder weiteres Kleinzeug.
Patches habe ich übrigens hauptsächlich am Rush 72. Das Patchfeld am MOAB nutze ich dagegen für einen TAD Gear SOLAS Patch, der mir mit meinem Faible für Tarnmuster oder schwarze Kleidung doch etwas mehr Sicherheit im Straßenverkehr gibt und trotzdem ein bissl taktisch ist.
Bilder zum Review gibt's hier: Bilder des Rush MOAB 6
== Links ==
* Herstellerseite http://www.511tactical.com/rush-moab-6.html
* Review Video (Englisch) https://www.youtube.com/watch?v=x3Lyk18nvdE