Das Victorinox Timekeeper ist ein interessantes, heute leider bereits eingestelltes 91‑mm-Modell, das im Grunde ein Victorinox Compact mit integrierter Quarzuhr in der Griffschale ist.
Ausstattung und Funktionen
Grundlage ist der bekannte Compact‑Aufbau: große Klinge, Kombiwerkzeug (Dosenöffner/Flaschenöffner/Kreuz- und Schlitzschraubendreher/Drahtabisolierer), Schere sowie Mehrzweckhaken und Korkenzieher samt Mini-Schrauber.
In der Frontschale sitzt eine kleine analoge Uhr, die sich zum Einstellen und Batteriewechsel herausnehmen lässt, was auch die Reinigung des Messers erleichtert.
Durch die Uhr entfällt die Pinzette; der Zahnstocher ist weiterhin vorhanden.
Länge ca. 91 mm, Gewicht um 67–68 g, Stärke knapp 16 mm (ca. 19 mm mit Uhr), also noch sehr hosentaschentauglich.
Verarbeitung und Design
Wie man es von Victorinox kennt, sind Verarbeitung, Klingenstand und Werkzeugspiel sind, wie bei Victorinox üblich, sehr sauber.
Die Uhr fügt sich aus meiner Sicht optisch recht gut in die Schale ein und wirkt weniger wie ein Gimmick als bei manchen späteren LCD‑Experimenten.
Mein Kritikpunkt ist die exponierte Kunststofflinse der Uhr, die bei hosentaschenbasiertem EDC‑Einsatz anfällig für Kratzer wirkt – ein Grund, warum ich den Timekeeper auch ausschließlich in der Vitrine aufbewahre, schade eigentlich.
Praxis und Alltagstauglichkeit
Funktional bietet der Timekeeper schlicht alles, was das Compact so beliebt macht: ein sehr leichtes Alltags‑SAK mit vielen Funktionen bei schlanker zweilagiger Bauform.
Die Uhr ist im Alltag tatsächlich nützlicher als erwartet, z.B. wenn man kurz die Zeit checken will, ohne das Handy zu zücken; sie läuft leise und stört nicht in der Hosentasche.
Und selbst ohne Lesebrille geht das für mich problemfrei.
Vorteil gegenüber den späteren digitalen Traveller/Voyager‑Varianten: Die analoge Uhr ist herausnehmbar, und das Messer lässt sich problemlos komplett reinigen, z.B. im Ultraschallbad.
Allerdings gibt es auch keine zusätzlichen Funktionen wie Alarm, Timer, Stoppuhr oder Thermometer/Barometer.
Sammlerwert und Verfügbarkeit
Produziert wurde es nur von etwa von 1992 bis 2007 und danach eingestellt, dadurch ist der Timekeeper heute durchaus ein gesuchtes Sammlermodell.
Fazit: Für wen lohnt sich der Timekeeper?
Für Sammler klassischer Victorinox‑Modelle und uns Fans des Compact ist der Timekeeper eine sehr spannende Variante, da in der doch eher kurzen Bauzeit zumindest drei unterschiedliche Zifferblätter verbaut wurden.
Für ein reines EDC ohne Sammlerambitionen ist ein normales Compact oder ein vielleicht ein Tinker praktischer und vorallem auch wesentlich günstiger Und im schlimmsten Falle auch ersetzbar) die integrierte Uhr ist zwar nett, aber nicht essenziell.
Wenn du Wert auf Vintage‑Charme und ein eher seltenes Modell legst, bekommst du mit dem Timekeeper ein solides Victorinox‑Werkzeug mit einer liebevollen, analogen Besonderheit, die moderne SAKs so nicht mehr bieten.