Review Acta Non Verba M200HT

  • Ich dachte mir, ich probier's mal aus, meine Reviews aus meinem Blog übersetzen zu lassen und hierher zu transportieren. Dann haben mehr Leute was davon und ich muß niemand einfach auf mein Blog lotsen. Entschuldigt, falls es sprachlich teilweise noch etwas holprig ist, ich wollte das mal ausprobieren. Bevor mehr kommt, feil' ich noch ein bissl dran.



    Hinweis: Diese Übersetzung wurde KI-gestützt erstellt (Original auf Englisch: gear.widhalm.or.at).[/i]

    Acta Non Verba M200HT „Hard Task" [Review]

    Wie ich das M200HT das erste Mal in der Hand hatte, war mir sofort klar: Das brauch ich. Ich hab auf Anhieb verstanden, warum Pinesurvey so voll des Lobes für das Ding war. Das M200HT ist ein Brocken von einem Messer – normal genau mein Ding. Trotzdem ist es ein absolut "no nonsense"-Werkzeug.

    Acta Non Verba vermarktet das Messer als Teil ihrer "M" wie "Military"-Kollektion. Das sind Top-Tier Fixed Blades mit Fokus auf Einsatztauglichkeit und sehr hoher Verarbeitungsqualität. Diese Klinge wurde in Kooperation mit "Hard Task", einer taktischen Trainingseinrichtung in Tschechien, entwickelt. Daher der Name.

    Erster Eindruck vom M200HT

    Volle Transparenz: Ich hab das Messer von ANV im Austausch gegen ein ehrliches Review bekommen. ANV hatte auf den Inhalt dieses Reviews keinerlei Einfluss. Wer mich kennt, weiß, dass ich sowas sehr ernst nehme. Jetzt, wo ANV Teil des Perunika-Portfolios ist, war's höchste Zeit, dieses Review zu schreiben.

    Auspacken

    Wenn man das Messer aus der sehr stylischen schwarzen Box nimmt, hat man sofort denselben Effekt wie bei jedem anderen ANV-Messer bisher: extrem glatt und angenehm in der Haptik. Keine scharfen Kanten – bis auf die Schneide selbst. Alles rund und geschliffen. Trotzdem nie rutschig. Auf den ersten Blick sieht man, dass die Kydex-Scheide gut gemacht ist und jede Menge Montageoptionen bietet. Beim ersten Ziehen merkt man sofort: die Retention ist perfekt. Man verliert das Messer nicht, nicht mal auf den Kopf gestellt – trotzdem lässt es sich leicht ziehen.

    Bild Acta Non Verba M200HT

    Die Klinge selbst hat eine schöne dunkle DLC-Beschichtung. Nicht ganz schwarz, eher ein schönes gräuliches Braun, das zum Griff passt. Apropos Griff – ein ergonomisches Meisterstück. Er fügt sich in die Hand wie eine Verlängerung. Stark strukturiert, aber nicht so aggressiv, dass einem ohne Handschuhe die Hand wehtut.

    Anders als andere Messer, die meistens deutlich nach Öl oder Fett riechen, hat mich die Klinge des M200HT an frisches Rasierwasser erinnert. Vermutlich auch nur ein Rückstand aus der Produktion, aber ich fand's erwähnenswert.

    Erste Testläufe

    Natürlich konnt ich nicht widerstehen und hab gleich getestet. Am ersten Tag hab ich das M200HT mitsamt Scheide an den Gürtel gehängt und bin mit unserem Best Friend Operator Ronja auf einen langen Spaziergang. Zuerst hab ich damit einen Weg freigeschnitten, wo schnellwachsende Pflanzen einen unserer Stammwege zugewuchert haben. Wie erwartet war die Klinge scharf genug, um selbst leichtes Gestrüpp zu schneiden, ohne die Pflanze festhalten zu müssen. Dickere Äste waren natürlich kein Problem – die hack ich normal aber eh nicht durch, weil ich die Natur nicht unnötig stören will.

    Bild M200HT in einen Baumstumpf gehackt

    Bild Gespitzt und Feathersticks

    Bild Etwas Schnitzarbeit

    Dann hab ich etwas Hartholz gesammelt und ein paar Tests gemacht. Zweige abgehackt, an einem Ende zugespitzt, am anderen eine Spitze geschnitzt. Und aus Zweigen ein paar Feathersticks gemacht. Hacken und Spalten war natürlich kein Problem. Aber selbst feine Schnitzarbeiten danach waren überhaupt kein Thema. Soweit alles wie erwartet. Das Messer hat die Basis-Tests mit Bravour bestanden, aber ich hatte noch nichts probiert, das ein Messer dieser Klasse wirklich an seine Grenzen bringt. Das wollte ich am nächsten Tag ändern.

    Fun Fact: Schon dieses "leichte Testen" hat meinem Fitnesstracker den Eindruck vermittelt, ich hätte einen Unfall gehabt – er hat prompt einen Notruf an meine Frau abgesetzt.

    Einmal editiert, zuletzt von widhalmt ()

  • Härtere Tests

    Normalerweise fang ich beim Messertesten langsam an und steiger mich dann. So gewöhn ich mich ans Messer und krieg ein Gefühl für seine Fähigkeiten. Ich bring ein gutes Werkzeug gern an seine Grenzen, aber ich will nichts absichtlich zerstören. Was ich beim M200HT bis dahin gesehen und gehört hab, hat mir aber so viel Vertrauen gegeben, dass ich dachte, ich kann gleich ganz oben einsteigen und harte Tests machen.

    Also hab ich am Ufer eines nahen Flusses nach einem Fahrradwrack gesucht. Leider muss man da meistens nicht lang suchen, es ist fast garantiert, dass man eins findet. Als ich eins gefunden hatte, hab ich alles geschnitten und gehackt, was am Rad noch erkennbar war. Die Reihenfolge ist wichtig, weil manche Sachen mehr Verschleiß verursachen als andere.

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240627180744-1024x770.jpg[/img] Durch den Reifen geschnitten

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240627180832-768x1024.jpg[/img] In den Rahmen gehackt

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240627180955-1024x768.jpg[/img] In die Felge gehackt

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240627180953-1024x768.jpg[/img] Unbeeindruckt

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240627181153-770x1024.jpg[/img] Ranger Bands

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240627182243-1024x770.jpg[/img] Holzspäne

    1. []Durch die drahtverstärkten Reifen geschnitten []In den Metallrahmen des Rads gehackt []Mehrfach in die Felge gehackt, tiefe Spuren hinterlassen []Den Schlauch zu Ranger Bands geschnitten
    2. Versucht, ein paar Speichen zu durchtrennen, aber aufgegeben, weil sie zu labberig waren und ich keine Steine als Schneidunterlage verwenden wollte. Also einfach ein paar Mal draufgehackt

    Erste Testergebnisse

    Danach war die Klinge überhaupt nicht beeindruckt! Umso mehr war ich's. Den Gesetzen der Physik und Metallurgie folgend war die Klinge nicht mehr scharf genug, um feinste Haare zu rasieren. Aber sie war immer noch scharf genug, um hauchdünne Späne von sehr hartem Holz zu schneiden. Wer Holz kennt, das eine Zeit lang im Fluss lag und dann in der Sonne ausgebleicht wurde – das ist extrem zäh. Trotzdem kein Problem mit Spänen und Feathersticks.

    Bei genauerem Hinsehen und nach dem Abziehen auf dem Lederriemen hab ich festgestellt, dass ich einen mikroskopischen Grat in die Schneide gehämmert hatte. Das war alles. Keine Kerben, keine Ausbrüche, nichts. Nicht mal ein Kratzer in der Beschichtung. Ein paar Züge mit dem feinsten Diamant vom Worksharp Pro und die Klinge war wieder rasiermesserscharf.

    Wenn man sich mit Messern nicht so auskennt – diese Leistung ist extrem beeindruckend. Normal würde ich erwarten, Kerben in der Klinge zu haben, die man sehen oder zumindest spüren kann. Oder genauso wahrscheinlich, kleine Ausbrüche an der Schneide. Und Kratzer in der Beschichtung. Ehrlich gesagt war das, was ich gemacht hab, reiner Missbrauch – trotzdem keine Spur.

  • Der Aufbau des ANV M200HT

    Wie man's von einem Messer wie dem M200HT erwartet, liegt der Schwerpunkt im Fingerchoil direkt hinterm Heft. In Kombination mit dem langen Griff ergibt das jede Menge unterschiedliche Optionen. Nah am Heft gegriffen, ist die Klinge sehr wendig und liegt nicht schwer in der Hand. Klingt bei der Größe vielleicht komisch, aber so gegriffen kann man damit sehr feine Arbeiten machen.

    Rutscht man mit der Hand am Griff nach hinten, hat man ein vielseitiges Hackwerkzeug. Man greift hinter den Schwerpunkt und dasselbe Messer fühlt sich an wie eine Machete oder ein Beil.

    Die Klinge

    Die Klinge ist eine sehr subtile Drop-Point-Form mit noch subtilerem Recurve. Sehr "unaufgeregt", aber eine bewährte und erprobte Form, die schon fast so lang im Einsatz und verbessert wird, wie es Messer gibt. Es ist ein relativ hoher Flachschliff, der für gute Schneidleistung sorgt. Andererseits macht das die Klinge leichter, nimmt aber auch Stabilität. Nach dem, was ich bisher gesehen hab, ist die Wahl von Stahl und Wärmebehandlung so gut, dass ANV einfach darauf vertraut, ohne "Schnittigkeit" für Stabilität zu opfern. Eine gut durchdachte Entscheidung, soweit ich das beurteilen kann. Die perfekte Balance zwischen Zähigkeit und Schneidleistung. Mit 5 mm Dicke hat die Klinge genug "Fleisch", um harten Einsatz wegzustecken.

    Eine dunkle DLC-Beschichtung überzieht die gesamte Klinge. Der Bereich zwischen Schliff und Rücken zeigt ein paar Fräsrillen, was der ganzen Klinge einen interessanten Zweiton-Look gibt. Falls man sich sorgt: Man sieht die Spuren nur bei Vergrößerung oder gezielten Reflexionen. Also definitiv kein Mangel.

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240626170920-1024x770.jpg[/img] Acta Non Verba M200HT

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714201424-1024x770.jpg[/img] Drop-Point-Klinge

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714201435-1024x770.jpg[/img] Subtiler Recurve

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720145607-1024x768.jpg[/img] Flachschliff

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240626170937-1024x768.jpg[/img] Minimale Fräsrillen

    Wie alle ANV-Klingen trägt auch das M200HT das "Wave"-Logo auf der linken Seite. Auf der anderen Seite steht: "M200 Hard Task | Sleipner * | Made in Czech Republic". Das Sternchen kennzeichnet die Tiefkühlhärtung auf 59 HRC. Das ist etwas niedriger als bei ANVs EDC-Klingen – eine ausgezeichnete Wahl. Hart genug für gute Standzeit, aber im Feld deutlich leichter nachzuschärfen. Und natürlich deutlich weniger bruchanfällig.

    Besonderheiten der Klinge

    Nahe am Griff gibt's einen kleinen, unbeschichteten Choil. Markiert mit "fire steel" und mit scharfen Kanten, damit man für den Feuerstahl nicht die Hauptschneide verwenden muss. Die Position ist gut durchdacht, weil die meisten Messer dort sowieso einen kleinen Choil zum leichteren Schärfen haben. Warum den nicht gleich auch für den Feuerstahl nutzen.

    Ein paar Jimpings am Rücken helfen dabei, den Daumen für mehr Kontrolle beim Schneiden aufzulegen. Die machen das Messer griffiger, tun aber auch nach längerem Arbeiten nicht weh.

    Der Griff

    Der Griff ist länger als bei den meisten Messern dieser Größe. Er hat außerdem eine deutliche Kurve und einen Choil. Das M200HT ist ein Full-Tang-Messer, bei dem die G10-Schalen an die Seiten geschraubt sind. Man spürt den Erl rundherum, was durch die abgerundeten Kanten gut funktioniert. Wie schon gesagt, sorgen die Rillen in den Schalen für sehr guten Grip, auch bei Kälte oder Nässe. Der ganze Griff hat tatsächlich eine sehr komplexe 3D-Form. Ich hab Leute mit unterschiedlich großen Händen das Messer halten lassen, und alle waren mit dem Grip zufrieden. Es scheint, als hätte Acta Non Verba etwas fast Unmögliches geschafft: einen ergonomisch geformten Griff gebaut, der trotzdem für die meisten Handgrößen passt.

    Der Winkel hilft dabei, das Messer auch bei unterschiedlichen Griffarten fest zu halten. Beim "Hammer"-Griff nah am Heft liegt der Zeigefinger im Choil. Das gibt exzellente Kontrolle bei Präzisionsarbeiten. Oder wenn man beim Schnitzen viel Kraft braucht. Man kann die Hand aber auch ans Ende des Griffs schieben, hinter den Schwerpunkt. Das gibt gute Hackeigenschaften. Das Messer kommt mit einer Paracord-Handschlaufe am Griffende, die verhindert, dass es beim Hacken aus der Hand rutscht.

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720155911-1024x770.jpg[/img] Filipino Grip

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720155918-1024x770.jpg[/img] Langer Hammer-Griff

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720155928-1024x770.jpg[/img] Hammer, Schneide innen

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720155941-1024x770.jpg[/img] Reverse, Schneide innen

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720155949-1024x770.jpg[/img] Reverse, Schneide außen

    Die Lanyard-Bohrung sitzt in einem kleinen Teil des Erls ohne Schalen. Dieser Teil kann als Glasbrecher verwendet werden. Oder für Kokosnüsse. Oder für alles, was man aufbrechen muss.

    Was auch schwer zu begreifen ist: wie ANV diese Flexibilität im Griff hinbekommen hat. Normal hat man entweder einen sehr ergonomisch geformten Griff, oder einen, der für unterschiedliche Griffarten passt. Das M200HT erlaubt trotzdem, die Klinge in unterschiedliche Richtungen zu halten und trotzdem einen festen Griff zu behalten.

  • Die Scheide des M200HT

    Das Messer kommt mit einer sehr gut gemachten Kydex-Scheide, die es sicher hält, auch auf dem Kopf. Trotzdem lässt es sich nicht schwer ziehen. Wie bei ANV-Scheiden üblich, ist das "Wave"-Logo eingraviert, und man hat jede Menge Montageoptionen. Vormontierte PALS-Clips sind dabei, die auch mit Gürteln unterschiedlicher Breite funktionieren. Die Kanten der Scheide haben außerdem viele Löcher, um zu montieren, was man braucht. Es gibt sogar Schlitze, um Webbing durchzuziehen. Ein ziemlich großes Drainageloch reicht von der Kante der Scheide bis zur Klingenspitze.

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240626170900-1024x770.jpg[/img] Scheide des M200HT

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240626170907-1024x770.jpg[/img] PALS-Clips auf der Rückseite

    Weitere Tests

    Weil mir die ersten Tests nicht gereicht haben, hab ich mir noch ein paar Sachen überlegt, die ich dem M200HT zumuten konnte.

    Rutschiger Griff

    Bei so einer durchdachten Griffform liegt's nahe, zu testen, wie sich das Messer verhält, wenn's rutschig wird. Öl, Schlamm, Blut – es gibt viele Stoffe, die den Griff erschweren können. Um die Tests reproduzierbar zu machen, hab ich Gleitgel verwendet, um all das zu simulieren. Ergebnis: ein Griff, der deutlich rutschiger war, als man's je in der Realität hätte. Das Gel hat den Griff nicht nur extrem rutschig gemacht, sondern auch die Fräsung im Griff verstopft.

    [url]https://www.youtube.com/watch?v=V9X8Ulix__0[/url]

    Dadurch war Hacken nur mit angelegter Handschlaufe sicher. Ich hab zwar noch festen Halt gehabt, aber die hohe Krafteinwirkung hat den Griff trotzdem etwas in der Hand bewegen lassen. Ich hab das Messer trotzdem in die Kante eines sehr schweren Stück Baumstamms gehackt und konnte das Stück allein mit dem Messer als Griff anheben. Naja, nur ein, zwei Zentimeter, aber vor allem, weil das Stück für mich mit einer Hand einfach zu schwer war.

    [url]https://www.youtube.com/watch?v=YddPiNbix3E[/url]

    Für einen wirklich festen Griff braucht man natürlich den Fingerchoil im Griff. Wenn's so rutschig ist, ist's nicht mehr sicher, sich nur aufs Griffende zu verlassen. Mit Handschlaufe funktioniert's aber problemlos. Das ist aber eher ein Test des Gesamtdesigns als nur vom Griff allein.

    Fleck auf der Klinge

    Kein echter Test, aber etwas, das ich beim Durchtesten des M200HT gelernt hab. Der Sleipner-Stahl braucht eine Beschichtung, weil er nicht "rostfrei" ist. Wer sich mit Messern und Stahl auskennt, weiß: guter Stahl korrodiert meistens ziemlich leicht. Je "rostfreier", desto schlechter meistens die Eigenschaften für ein Messer. (Es gibt natürlich wie immer Ausnahmen).

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240719143719-1024x768.jpg[/img] Fleck auf dem M200HT

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240720152616-770x1024.jpg[/img] Ceranfeld-Reiniger zur Rettung

    Nach einem der letzten Tests hab ich mir keine Zeit genommen, die Klinge ordentlich zu reinigen, bevor ich sie wieder in die Scheide gesteckt hab. Dummerweise hab ich das später auch vergessen. Direkt an der Schneide hab ich dann ein paar Fleckenstellen gefunden – völlig ok. Die sind nur oberflächlich und verschwinden nach dem nächsten Gebrauch oder Schärfen. Ich hab auch ein paar Stellen auf der DLC-Beschichtung gefunden: kleine Kreise mit einem Punkt in der Mitte. So sieht normal Rost auf einer Klinge aus, also war ich kurz alarmiert. Aber nach kurzem Einreiben mit etwas Ballistol-Öl waren die komplett weg. Also wieder nichts zu meckern, alles wie's sein soll.

  • Feuer machen mit dem M200HT

    Feuer machen ist eine der grundlegendsten Aufgaben im Bushcraft und Survival – und immer ein guter Test, um zu sehen, was ein Messer wert ist. Um's etwas schwerer zu machen, hab ich mich entschieden, nur das M200HT, einen Feuerstahl und Holz zu verwenden, das ich vor Ort gefunden hab (nicht mitgebracht). Ich hab mir einen Platz am Flussufer ausgesucht. Jede Menge Treibgut, keine Gefahr eines Flächenbrands. Zu bedenken: Holz, das lang im Fluss lag, hat viel von seinem Brennwert verloren. Schwerer zu entzünden und schwerer am Brennen zu halten.

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714134529_01-1024x770.jpg[/img] Was ich fürs Feuer verwendet hab

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714134922-1024x770.jpg[/img] Gebatontes Holz

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714135331-1024x770.jpg[/img] Holzspäne mit dem M200HT machen

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714135829-1024x770.jpg[/img] Den Notizblock diesmal ignorieren

    [img]https://gear.widhalm.or.at/wp-content/uploads/2024/07/IMG20240714143315_01-1024x770.jpg[/img] Feuer!

    Ich hab mir ein paar vielversprechende Äste geschnappt und angefangen. Das M200HT hat alles geschafft. Ich hab mit Batoning größere Stücke gespalten, dann feine Stöcke gemacht, um's Feuer in Gang zu bringen, sowie ganz feine Späne, um den Funken einzufangen. So konnte ich testen, wie das Messer mit feinen Spänen umgeht, nachdem es vorher durchs Holz gehämmert wurde (und dabei auch mal auf Steine getroffen ist).

    Das Ergebnis des Feuermachens mit dem M200HT

    Mein Fazit: Das M200HT kann harte und feine Aufgaben gleichermaßen gut. Und es ist egal, in welcher Reihenfolge man das macht.

    Die Kerbe für den Feuerstahl zu nutzen, ist allerdings etwas tricky. Man muss sich erst an den Winkel gewöhnen, der die besten Funken gibt. Ich hab auch versucht, die Schneide selbst zu nehmen (was man nicht sollte), und beides hat funktioniert. Der einzige Nachteil waren ein paar Ferrocerium-Rückstände auf der DLC-Beschichtung. Die waren ziemlich mühsam zu entfernen. Am Ende hab ich's mit einem Ceranfeld-Reiniger geschafft. Die DLC sieht wieder aus wie neu, nicht mal die Markierungen zeigen einen Kratzer.

    Danach war das Messer trotz allem immer noch scharf genug, um mir Haare am Körper zu rasieren. Man hat aber gemerkt, dass die Haare nicht mehr so "gesprungen" sind wie vorher. Rasiermesserschärfe ist, wie ich schon in einem anderen Beitrag gesagt hab, meistens eher fürs Angeben da. Wichtiger ist, dass das Messer eine ordentliche Schärfe für reale Aufgaben behält.

    Mein Fazit zum ANV M200HT

    Naja, genau wie erwartet, nachdem ich das Messer zum ersten Mal in der Hand hatte. Sehr, sehr lang hatte ich nur einen persönlichen Favoriten bei Messern. Jetzt hab ich plötzlich drei. Und das Acta Non Verba M200HT ist eines davon. Messer sind seit meiner Kindheit ein wichtiger Teil meines Lebens, ich bin also nicht leicht zu beeindrucken. Aber dieses Biest hat's geschafft. Ich hab einiges damit angestellt, und bisher hat's alles weggesteckt wie nix.

    Der Unterschied zwischen den dreien ist, dass das M200HT nicht nur ein wirklich "cooles" Messer ist und nicht extrem overbuilt. Es ist auch ein sehr sinnvolles Werkzeug, das man Leuten empfehlen kann, die einfach nur ein Werkzeug brauchen und mit Messern gar nix am Hut haben. Auch Leute, die große "Killerblades" ablehnen, könnten sich mit diesem feinen Messer anfreunden.

    Das M200HT ist eine mächtige Klinge und hält, was man ihr zumutet. Gleichzeitig ist es vernünftig gebaut, und das mein ich absolut positiv. Viele Outdoor-Messer sind overbuilt und fokussieren sich nur darauf, quasi unzerstörbar zu sein. Ich mag diesen Ansatz zwar persönlich, aber wenn man sich wirklich auf ein Werkzeug verlassen muss, ist das nicht besonders sinnvoll. Das M200HT dagegen ist auf die Balance zwischen Zähigkeit und Nutzbarkeit hin optimiert. Ich bezweifle, dass man's kaputtkriegt, außer man versucht's absichtlich. Trotzdem bewältigt es Aufgaben im Feld oder in einer Survival-Situation einfach perfekt.

    Schlusswort

    Noch eine allgemeine Sache zu Acta Non Verba: Ich hab Pinesurveys Review nochmal gelesen, um zu schauen, wo wir übereinstimmen und wo, wenn überhaupt, wir uns unterscheiden (siehe Link oben). Dabei ist mir aufgefallen, dass sich das M200HT zuletzt weiterentwickelt hat. In seinem Review hat er eine N690-Klinge, meine ist aus Sleipner-Stahl. Und die Scheide ist ähnlich, aber definitiv anders. ANV entwickelt ihre Messer also weiter – und das ist einfach super!

    Ich werd weiter mit dem Messer arbeiten, und wenn ich was Neues rausfinde, update ich diesen Beitrag.

    [hr] [size='1']Tags: ANV, Messer, Review – Original (EN)[/size]

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