Das Forester, ein weithin geschätzter Klassiker im Sortiment aus Ibach kam im Laufe der Zeit mit unterschiedlichen Klingenformen auf dem Markt.
Ich habe mal zusammengetragen, was die einzelnen Modelle auszeichnet:
1. Zweihand-Bedienung mit Glattschliff (z. B. bei der Walnuss-Edition)
Diese klassische Variante wird traditionell mit beiden Händen über einen Nagelhau geöffnet.
Vorteile:
- Spitze Klingenform: Die Klinge läuft im Vergleich zu den Einhand-Modellen deutlich spitzer zu (Spearpoint-/Droppoint-Mischung), was präzisere Einstiche und feine Arbeiten erleichtert.
- Einfaches Nachschärfen: Der durchgehende Glattschliff lässt sich mit herkömmlichen Schleifmitteln oder Systemen (wie Banksteinen, dem DC4 von Fällkniven oder dem Spyderco Sharpmaker, wobei der auch gut mit Wellenschliffen klarkommt) problemlos schärfen.
Nachteile:
- Keine Einhandbedienung: In Situationen, in denen man nur eine Hand frei hat, ist das Öffnen umständlicher.
- Geringere Standzeit bei faserigen Materialien: Stumpft beim Schneiden von Seilen oder dicken Kunststoffen schneller ab als ein Wellenschliff.
2. Einhand-Bedienung mit Teilwellenschliff (Zweikomponenten-Edition)
Diese Variante ist die zivile Version des offiziellen Schweizer Soldatenmessers und verfügt über ein markantes Daumenloch, was früher oval war.
Vorteile:
- Schnelle Einhandöffnung: Das Messer lässt sich über das Daumenloch blitzschnell mit nur einer Hand einsatzbereit machen.
- Aggressive Schneidleistung: Der Wellenschliff (Sägeschliff) ist extrem schnitthaltig und arbeitet sich mühelos durch zähe Materialien wie Taue, Seile, Gurte oder dicken Kunststoff.
Nachteile:
- Erschwertes Nachschärfen: Der Wellenschliff lässt sich mit normalen, flachen Schleifsteinen kaum nachschärfen; hierfür wird spezielles Werkzeug (z. B. runde Schleifstäbe) benötigt.
- Rundere Klingenform: Die Klinge ist an der Spitze ab Werk konstruktionsbedingt etwas runder geformt („Entenschnabel“) und eignet sich weniger für feine Bohrarbeiten.
3. Einhand-Bedienung mit Glattschliff (Die neuere Variante)
Diese modernere Ausführung kombiniert die Mechanik des Soldatenmessers mit einer klassischen Schneide.
Vorteile:
- Das Beste aus beiden Welten: Bietet den vollen Komfort der schnellen Einhandöffnung über das Daumenloch, verzichtet aber auf den oft unbeliebten Wellenschliff.
- Sehr pflegeleicht: Die glatte Klinge lässt sich auch unterwegs mit einfachsten Küchen- oder Taschenschleifmitteln schnell wieder auf Rasiermesserschärfe bringen.
Nachteile:
Schnellerer Schärfeverlust: Bei härteren Outdoor-Einsätzen (z. B. dem Kappen von verschmutzten Seilen) verliert die glatte Schneide schneller an Biss als die Variante mit Wellenschliff.
Um 2017 hat Victorinox die Umstellung auf die reine Glattklinge beim Forester vollzogen, Modelle mit Teilwelle sind aber immer noch relativ gut zu finden.