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Samstag, 30. Mai 2015, 22:35

Review: Zero Tolerance 0180 Fieldtac (Rick Hinderer Design)

Von LowEndD gibt es zu dem Messer bereits ein Review: Zero Tolerance - ZT0180. Hier möchte nun ich meine ersten Eindrücke zu dem Messer schildern, wobei ich jetzt schon sagen kann, dass ich mich Davids Ansichten weitestgehend anschließe. Ein paar Kleinigkeiten sehe ich vielleicht doch minimal anders oder möchte ich zumindest ergänzen.



Mein bisher einziges Messer von Zero Tolerance war das 0200 aus der Feder von Ken Onion, der bspw. auch das feststehende 0100 entworfen hat. Die anderen wenigen Fixed-Designs von ZT stammen unter anderem von Mick Strider (ZT-9 Bayonet & 0121), Tim Galyean (0150) und R. J. Martin (0170). Viele der unzähligen Folder von ZT werden aber von Rick Hinderer entworfen. Dieser hat nun in Kooperation mit ZT endlich eines seiner populären Fixed-Designs in Serie auf den Markt gebracht: Das Fieldtac, bei ZT produziert unter der bloßen Nummer 0180.

Jedoch gibt es laute Stimmen (auch von David), die der Meinung sind, dass das 0180 mit dem originalen Fieldtac nur wenig gemeinsam hat. Leider besitze ich selbst kein solches und habe auch nie eines in der Hand gehabt, kann diesen Vergleich daher nicht wirklich anstellen. Rein optisch ist eine Ähnlichkeit jedenfalls nicht gänzlich zu leugnen - auch wenn es im Detail deutliche Unterschiede gibt. Die Fingermulden, der überstehende Erl, die vorne oben leicht abgesetzten Griffschalen etc. sind jedenfalls an das Originaldesign angelehnt. Die Klinge des 0180 ähnelt immerhin ansatzweise der Spearpoint-Version des Originals - viele hätten sich hier wohl aber eher den Spanto-Grind gewünscht. Jedoch ist die Klinge des ZT kürzer und es findet sich kein Choil - die Griffschalen sind außerdem gänzlich anders konturiert. Dessen ungeachtet ist das 0180 aber trotzdem ein großartiger Entwurf!

Bei der teils überbordenden "tactical"-Bewerbung der ZT-Produkte im Allgemeinen muss jedoch nachdrücklich festgehalten werden, dass Rick Hinderer in seine Entwürfe seine Erfahrungen als Firefighter und Emergency Medical Technician einfließen lässt und sich gerade nicht wie viele andere Designer auf einen tendenziell diffusen Special-Operations-Forces-Hintergrund beruft.

Kürzlich konnte ich das Messer bei unserem Forenpartner Robert Dreno von SARTOOLS akquirieren - vielen Dank für die schnelle Lieferung und den Rabatt! Robert hat übrigens wie Rick einen Feuerwehr-Background, ich selbst war eine kurze Weile ehrenamtlich im Katastrophenschutz tätig (und habe aus vielerlei Gründen dort aufgehört, gehört nicht hierher). In diesem speziellen 0180 vereint sich also vom Designer über den Händler bis zum Endverbraucher eine gewisse Ladung Einsatz-Erfahrung (wobei mein Anteil absolut zu vernachlässigen ist) :)


Klinge

Die auf etwa zwei Dritteln flach geschliffene, DLC-beschichtete Klinge ist 10,7 cm lang bei einer Schneidenlänge von etwa 10,4 cm. Am Rücken befindet sich eine Art falsche Schneide, die jedoch so gestaltet ist, dass die Klinge noch etwa 1,7 cm vor der Spitze eine Dicke von bis zu 4,5 mm hat - insofern lässt sich hier jedoch eher keine zweite Schneidfase anbringen. Für besonders penetrationsfreudig halte ich die Geometrie daher nicht. Dafür bringt das Messer dadurch eben eine hohe Stabilität mit.


Auf dem Ricasso finden sich das ZT-Logo und auf der anderen Seite sowohl die Seriennummer (hier: Ser. 0663), Modellnummer und Hersteller (0180 KAI USA), geistige Herkunft (Hinderer Design) sowie Stahlbezeichnung (VANADIS 4 EXTRA).



Griff

Die Klinge geht über in einen Vollerl, der auch in ganzer Stärke von etwa 4,9 mm durch den Griff geht.


Der Erl mündet am Griffende in ein Schlagelement mit Lanyard-Loch.


Die Griffschalen sind an der Daumenrampe abgesetzt. Die Schrauben sind leider nicht versenkt, was meinem Geschmack nicht so entspricht: das wirkt etwas rustikal. Versenkte Flachkopfschrauben hätten mir hier besser gefallen. Sie lassen sich jedenfalls mit HX4-Schlüsseln (Inbus, Größe 4) lösen (man muss auf der anderen Seite gegensichern).
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (9. Juni 2015, 11:28)


2

Samstag, 30. Mai 2015, 22:36

Der Schwerpunkt liegt am hinteren Ende der Zeigefingermulde. Das macht das Messer recht grifflastig, aber insgesamt sehr führig. Dazu trägt auch die enorme Dicke des Griffs bei, durch die das 0180 wirklich satt in der Hand liegt.



Vergleich

New boss in town: das 0180 in guter Gesellschaft. Die Klingenlänge ist verleichbar mit der des Colubris, die Höhe ist aber unter allen gezeigten Messern die geringste. Der Griff lässt sich nicht so bequem greifen wie der des erst kürzlich hier vorgestellten Oscar Mike (insbesondere lässt er keinen so langen Griff zu), liegt dafür jedoch sehr sicher in der Hand. Spannend finde ich, dass das Schneidenprofil des 0180 und des Oscar Mike fast identisch ist. Letzteres ist nur noch etwas weiter hochgezogen und vorne bauchiger, wogegen das 0180 nach dem Bogen noch eine gerade Linie bis zur Spitze beschreibt. Das bekannte TASK C liegt hier nun eher als Referenz dabei - die meisten hier dürften schonmal ein Extrema Ratio Compact in der Hand gehabt haben.



Tragesystem

Bei der Scheide hat Zero Tolerance den wohl besten Weg gewählt, indem ein bereits etabliertes, weit verbreitetes und bewährtes Fremdprodukt eingekauft wurde: die MOLLE-kompatible Spec.-Ops.-Brand Combat Master Mini. Wohlgemerkt wird beim 0180 eigentlich das schwarze Modell mitgliefert, jedoch wollte ich aufgrund besserer Kompatibilität zu meinem TT Ranger 60 das Coyote-farbene Modell haben - Robert hat mir da unproblematisch ausgeholfen. Das 0180 sitzt mit minimalen Anpassungen des Inlays ganz gut und ich mag das Konzept. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel.


In die Fronttasche passen bspw. Multitools wie hier ein Leatherman Wave. Leider lässt sich das dann nicht mehr so einfach rausziehen, weil die fest vernähte Sicherungsschlaufe das verhindert, wenn ein Fixed mit so dickem Griff in der Scheide untergebracht ist. Ein schlankeres Leatherman Rebar passt da besser - alternativ muss man, um das Tool ziehen zu können, das Fixed "entsichern". Ein klein wenig ärgerlich.



Griffhaltungen

Griffarten erlaubt das 0180 einige. Hier zeige ich mal ganze sechs bzw. sieben (wobei die letzten zwei Fotos nur zeigen sollen, wie das Schlagelement aus dem Griff hervorragt). Spannend ist, dass dank der nicht zu stark ausgeprägten Fingermulden auch ein Edge-in-Reverse-Griff möglich ist. Meine Handschuh-Größe ist 8,5-9.

Fechtgriff


Fechtgriff, lang
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (3. Juni 2015, 13:43)


3

Samstag, 30. Mai 2015, 22:36

Hammergriff


Hammergriff, lang


Reverse-Griff


Eispickel-Griff (Reverse, Edge-in)


"Kubotan"



Fazit

Das ZT0180 ist wahrlich der neue "Boss" in meiner Sammlung. Es ist nicht nur eines der teuersten Messer, das ich besitze, sondern auch das am besten verarbeitete. Mithalten kann da in beiderlei Hinsicht nur mein Fantoni C.U.T. Fixed. Das ZT0180 kam übrigens rasierscharf aus der Box und schneidet problemlos Papier sowie Hartwurst.
Im weiteren Gebrauch muss es sich aber erst noch bewähren. Insbesondere zur Schnitthaltigkeit und Nachschärfbarkeit des Stahls kann ich derzeit mangels Erfahrungen nichts sagen. Das Messer ist im Moment aber definitiv schon mein Favorit für die nächste Trekking-Tour.

Hiermit bedanke ich mich fürs Lesen und ich hoffe, ich konnte meine Eindrücke gut rüberbringen, ohne dabei wie ein Papagei zu klingen, der nur David nachplappert ;)



Ein wenig Eigenwerbung: das gleiche Review in meinem Blog. Now also in English!
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (2. Juni 2015, 16:27)


suomi70

hier bleibt ich!

Wohnort: Schweiz

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4

Samstag, 30. Mai 2015, 23:50

Heja derLichtschalter

Schönes Review von dir. Danke für deine zusätzlichen Eindrücke zum 0180. :thumbup:
Freue mich auf mehr. :)


LG

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »suomi70« (3. Juli 2016, 14:50) aus folgendem Grund: Korrektur


JB1964

TF User-ID 68

Wohnort: Wien, Österreich

Beruf: Kaufm. Angestellter

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5

Sonntag, 31. Mai 2015, 00:48

Das ist jetzt schon das zweite aussagekräftige Review zum ZT 0180 und jetzt will ich es haben. :cursing: Eigentlich wollte ich ja keine...........

Danke für deine Mühen. :thumbup:
MfG, Joachim
Nachrichten bitte per E-Mail.

6

Sonntag, 31. Mai 2015, 02:25

Danke euch! Ich hoffe, ich kann dann im August nach meiner mehrtägigen Tour auch mal mehr Fotos und Erfahrungen beisteuern. EDC trägt sich eine Combat Master so schlecht... :D
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

7

Sonntag, 31. Mai 2015, 08:45

vielen dank für die Vorstellung!
Vanadis 4 habe ich noch nicht gehabt. interessant

8

Sonntag, 31. Mai 2015, 09:06

Das war so klar, wenn ich mich zügeln und bremsen muss und das Review von David schon 18 Mal durchgelesen habe und vor den Bildern schmachte, haust Du in die selbe Kerbe und gießt Benzin ins Feuer ;) . Jetzt werde ich das 0180 wohl definitiv kaufen müssen.

Vielen Dank für die Mühe die Du Dir gemacht hast. Ein tolles, fundiertes Review,das sich sehr gut lesen lässt, ist Dir da gelungen.

Grüße
Idox
two is one, one is none

xnkrtsx

i like turtles

Wohnort: Berlin

Beruf: Student

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9

Sonntag, 31. Mai 2015, 13:59

Das 0180 ist für mich auch seit Anfang an ein "Boah ey!"-Messer, aber mich stört die Scheide irgendwie, weil ich keine Ahnung habe, wie und wo ich sie anbringen würde. Wenn mir in naher Zukunft ein kleiner Geldsegen zuteil wird, kaufe ich es mir vielleicht einfach und lasse Maik eine Kydex basteln... :)
"Pacifism is not something to hide behind." - Walter Sobchak

10

Sonntag, 31. Mai 2015, 14:20

asi: Vanadis 4 Extra ist auch für mich neu. Ich bin definitiv gespannt, wie sich der Stahl bewährt.

Idox: Danke dir. Ich habe immer Angst, zu viel zu schwafeln, aber ich möchte eben doch so viele (Hintergrund-)Informationen liefern wie möglich :)

xnkrtsx: Die Scheide ist natürlich nur recht einseitig einsetzbar, das stimmt schon. Für EDC ist sie definitiv "too much". Aber bei dem Preis ist meines Erachtens eine Custom-Kydex noch "drin" - dann ist man am Ende bei insgesamt rund zweieinhalb grünen Scheinen, je nach Ansprüchen an die Kydex ;)
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

11

Sonntag, 22. Januar 2017, 21:31

Langzeiteindruck

Ich hatte es eigentlich versprochen - im Alltagsgeschehen ist es aber leider untergegangen. Ich versuche nun trotzdem, in gebotener Kürze ein paar Langzeiteindrücke wiederzugeben.

Das 0180 hat mich auf zwei längeren Ausflügen (je etwa 1 Woche) und nur wenigen Tagestouren begleitet. Bei den mehrtägigen Trekking-Touren diente es immer als allround-Campknife, also sowohl zur Nahrungszubereitung als auch für die anfallenden Holz-Arbeiten (primär Stöcke anspitzen, aber auch mal einen Ast abhacken, wenn ich das Beil nicht aus dem Rucksack kramen wollte). Dabei hat es sich wunderbar geschlagen. Die anfallenden Arbeiten konnten problemlos erledigt werden und die Schneide behielt eine durchgehend angenehme Arbeitsschärfe. Vor der zweiten Tour habe ich sogar vergessen, das Messer nachzuschärfen - ja, schlechte Vorbereitung, ich weiß :pray: Das war aber bei der sozusagen medium-intensiven Nutzung kein Problem.
Ich bin nun aber kein "echter Bushcrafter" - ich improvisiere keine Tierfallen, Kochstellen oder ähnliches. Nicht benutzt wurde das Messer außerdem für gröbere Sachen wir Batoning, Graben, Hebeln etc.



Auf der ersten Tour habe ich die Spec-Ops-Scheide vertikal am Hüftgurt des Tasmanian Tiger Ranger 60 getragen - auf der zweiten Tour habe ich dann die mitgelieferte Kordel genutzt und die Scheide horizontal an besagtem Hüftgurt befestigt. das war deutlich praktikabler und angenehmer. Man lernt ja nie aus.

Ich würde das 0180 jederzeit wieder mit auf Tour nehmen, aber beim nächsten Mal werde ich vermutlich mein MR103TF / TFDE 2015 einpacken müssen - aber nur, damit das auch mal Auslauf bekommt :thumbup:
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (22. Januar 2017, 21:36)


Korg0th

of Barbaria

Wohnort: Mal hier, mal da

Beruf: "Was mit Computer"

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12

Samstag, 28. Januar 2017, 16:02

Danke für deine Ergänzung hier, ihr habt da beide echt gute Reviews gemacht die mich damals zum Kauf bewegt haben. Ein MR steht bei mir gerade auch sehr weit oben auf der Wunschliste, kann mich nur nicht für ein Griffmaterial (oder eine Farbe) entscheiden...
Viele Grüße,
Luke

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Korg0th« (28. Januar 2017, 19:51)


13

Samstag, 28. Januar 2017, 16:22

Gern! Ich habe hier im Forum dieser Tage ein MR mit Carbon-Griffschalen und farbigen Linern gesehen. Das finde ich ja echt sexy - und könnte mir das am 0180 eigentlich auch gut vorstellen.
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

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