Habe d' Ehre.
Hier nun also mein kurzer Bericht und Fazit zum Walther Q5 Framelock Folder.
Vorwort:
Dieser Bericht gibt lediglich meine eigene Meinung, basierend auf dem kurzen Testzeitraum, wieder. Das Messer wurde im Alltag getragen und für moderate Standardaufgaben benutzt; es fand kein Belastungs- oder Penetrationstest statt.
Der erste Eindruck des Q5 Folders ist gut. Alles an dem Messer wirkt sauber gearbeitet und hochwertig.
Meiner Hand Gr. 9 liegt das Messer gut, öffnen und schließen lässt es sich auch mit den obligatorischen Mechanix in Größe 9 problemlos.
Der namensgebende Framelock arretiert zuverlässig und stellt die Klinge nahezu spielfrei.
Das Gewicht des Klappmessers würde als beruhigend bezeichnen 
Beim Tragen sowohl in Jeans als auch Cargo mit schräger Einschubtasche, fiel sofort der Clip positiv auf. Dieser ist nicht nur hosentaschenfreundlich, sondern trifft auch genau das rechte Maß bezüglich der Haltekraft: Weder zu streng noch zu locker.
Der von Walther gewählte beidseitige Klingenlifter ist auch für Linkshänder geeignet. Dieser ist jedoch von oben mittels einer Gewindeschraube und Bohrung an der Klinge befestigt. Wie belastbar diese Befestigung ist, kann natürlich nur die regelmäßige Benutzung zeigen. 20210812_170259_copy_1632x918.jpg
Schneidperformance: Ich hatte noch keine Erfahrung mit D2. Das Messer kam mit einer ganz ordentlichen Gebrauchsschärfe hier an, und zeigte sich nach dem obligatorischen Papiertest eher unbeeindruckt vom Verpackungen öffnen, ein wenig Holzbearbeitung, dem Plastikband der Braumkohle. Auch das obligatorische Versorgen von Verpflegung, in dem Fall an Brotzeit mit üblichen Verdächtigen wie kalten Braten und Tomaten... , wurde vom Q5, wie erwartet, gemeistert.
Ein Abziehen der Klinge war nach meinem Test noch nicht nötig, was auch mit Tactical99 so kommuniziert wurde.
Die "verdeckte" Fangriemenöse: hierbei handelt es sich, laienhaft ausgedrückt, um zwei Bohrungen und einer zwischen diesen liegenden Ausfräsung. In den Bohrungen wurde ein konisch verlaufendes Element eingeschraubt. Man könnte dieses Element entfernen und die Bohrungen wie eine reguläre Fangriemenöse nutzen; oder eben wie von Walther vorgesehen. Dann allerdings passen eher dünne Schnüre oder "entseelte" Paracord, außer man würde sich die Mühe machen und mit Geduld und Hilfsmittel arbeiten; oder zuerst besagtes Element entfernen, Fangriemen oder Lanyard/Zughilfe einsetzen und dann diese Art "Steg" eben wieder einsetzen. 20210813_101152_copy_918x1632.jpg
Kritikpunkt: bauartbedingt ergibt sich auf der Seite der Verriegelung in Kombination mit der aufgesetzten Griffschale eine Art "Auffangbecken" für Schmutz. 20210812_104356_copy_816x459.jpg
Leider sieht man das auf dem Bild nicht.
Zusammenfassung : ein schönes Messer in guter Qualität mit nahezu perfekt gemachtem Clip. Stabilität und Schneidperformance sind sehr gut.
Die Idee mit der verdeckten Fangriemenöse ist eine nette Spielerei, die eher schwächelt in der Praxis.
Meine Meinung dazu: Das Messer wird seine Anhänger finden. Den aufgerufenen Preis von ca. 100 Euro halte ich angesichts Material und Verarbeitung für angemessen. Jedoch stehen in diesem Preissegment in der Kategorie Einsatzmesser/Tactical Folder auch bereits bewährte Kandidaten wie CRKT M26/21 oder diverse Folder von Cold Steel (...) zur Auswahl.
Ich bedanke mich vorab schon bei beagleboy Marc für diesen Passaround, und freue mich auf die Berichte der anderen Tester!
Edit Bilder und ein Kritikpunkt ergänzt.