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Datenblätter und YouTube lügen nicht.
Datenblätter sind schon wichtig und ich gehe mal davon aus, das dort keine Fantasieangaben draufstehen. Nur viele Leute haben einfach keine Ahnung was der Inhalt der Datenblätter bedeutet, sodass hinterher wieder Mist dabei raus kommt.
Auf YT habe ich schon wirklich haarsträubende Aussagen gehört, sehr unterhaltsam fand ich auch die Stahlübersicht auf einer Website, die hier vor Kurzem diskutiert wurde. Auf der Seite stand wirklich zu 99% Schwachsinn.
Wer in den amerikanischen Foren etwas unterwegs ist, kennt sicherlich das Phänomen das Schnitthaltikeit öfters mit der Güte des Stahl gleichgesetzt wird.
Die Leute begreifen leider nicht das ein Werkstoff immer nur so gut sein kann, wie er zum Anwendungsspektrum passt und das neben Materialwahl auch die WB eine Hauptfaktoren für eine gute Schneide ist.
Besonders spektakulär finde ich immer die Trends zu bestimmten Stählen, die oft wenig sinnvoll sind. Wenn ich mir angucke wieviele Hersteller für ihre Klopper 1.2379 verwenden, oder wie bei den Amerikanern der CPM S30V z.T. schon ne Art Kultstatus hatte. "Höher, besser, weiter" führt wohl oft zu marketingwirksamen Stahlwahlen die für den Anwender letztendlich in einer schlecht passenden Kombination aus Material und Werkzeug enden.
Ich erinnere noch Ajax MK1 mit dem riesen Ausbruch, das wäre mit einem C75 oder 1.2235 sicherlich nciht so leicht passiert. Wobei ich eigentlich die D2 Skandi`s von Enzo auch ganz lustig finde.
Für mich zeigt das aber, das Messer für viele eher Sammelobjekte als erstzunehmende Werkzeuge sind, Design und Marketingmythen sind letztendlich das was wohl den größen Teil der Messer absetzt.
Auf der anderen Seite, kommen die meisten aber mit den unpassenden Kombinationen aus Material und Anwendungsgebiet gut zurecht. Was beweißt wieder, das in den meisten Fällen das Messer nicht so weit an seine Grenzen gebracht wird, als das man die besonderen Eigenschaften der Stähle differenzieren könnte, bzw. die UNterschiede sind so marginal das es eh nicht auffällt.. Wenn ich mir die seitenlagen Diskussionen mit Für und Wider zu verschiedenen Stählen durchlese, wo es um die schlimmen Rostprobleme beim D2 im Vergleich zum 440c geht ( warum sind meine Messer aus 1.2442 noch nicht weggerostet ? ) oder die Schnitthaltigkeit von S30V und S35VN die anscheinend Welten auseinander liegen, dann frage ich mich manchmal wie meine Großeltern mit ihren Mühlenmesser ihr Essen zubereiten konnten ?!
Kleine Unterschiede werden in der Theorie riesig gemacht, während die Anwender sich oft nicht groß darum kümmern. Zeitgleich werden massig Zachel gekauft bei denen theoretisch Stahl, oft auch die WB und das Anwendungsgebiet Meilenweit ausseinander klaffen.
Worauf ich hinaus will ist : Es werden immer Superlativen gesucht, ohne Rücksicht auf die Sinnhaftigkeit für den Gebrauch und im Anschluss brechen hochemotionale Diskussionen über ein paar 0,XX % mehr oder weniger Hier- oder Davon aus. Geführt von Leute die oft keine Ahnung haben und einfach nur die halbgaren Theorien oder Marketingstrategien von Firmen nachplappern. Und weswegen ? Wegen Messern die alle paar Tage mal nen Karton öffnen und ansonsten in der Vitrine rumgammeln.
Ich denke am Ende kauft eh jeder was er will und wenn das Messer gefällt kann man wohl auch mit einem "GUrkenstahl" wie 12C27 leben, aber es ist trotzdem schön wenn das Scandimesser dann doch noch in CPM S30V raus kommt 
Es ist wie mit der Politik, die wenigsten haben Ahnung, jeder redet darüber und am Ende wählt man doch das was am besten anfühlt oder am effektivsten beworben wurde, während die Leute mit Ahnung einfach ihr Ding durchziehen.
Gruß,
Elric