Beiträge von xnkrtsx


    Wie beurteilst du das Shirt hinsichtlich Schichten-Prinzip? Ich trage bspw. zum Wandern gerne Merinoshirts und darunter ein Odlo-Shirt, das den Schweiß von der Haut wegbringen soll. Allerdings stört mich in Pausen dann das kalte, weil verschwitzte Merinoshirt. Kann das Cordura-Baselayer trotz Baumwolle hier Abhilfe schaffen?


    Und noch eine Frage: Lädt sich das Mischgewebe irgendwie statisch auf? Bei anderen Kunstfaser sprüht man ja beim Ausziehen manchmal funken...


    Von Ladung habe ich bei den Shirts noch nichts mitbekommen, da hilft die Baumwolle also gut. Als Ersatz für ein Odlo-Shirt könnte das Shirt vielleicht funktionieren, wenn Du nicht wirklich sehr viel schwitzt ist das Shirt höchstens leicht feucht und gibt den Schweiss gut ab. Als Ersatz für Merino kommt es nicht in Frage, es wärmt ja nicht so richtig...

    Ursprünglich erschien dieses Review hier auf meinem Blog.



    Ich habe mir noch für kein Review soviel Zeit gelassen wie für die Besprechung des Baselayer Shirt von Claw Gear. Ein Buch kann ich nach dem ersten Lesen beurteilen, ein Messer oder eine Tasche nach wenigen Wochen, bei Bekleidung allerdings lasse ich mir lieber etwas Zeit, denn woran man wirklich ist merkt man oft erst, nachdem man das Kleidungsstück ein paar Dutzend Mal getragen hat.
    Das Baselayer Shirt habe ich seit Juni diesen Jahres in Benutzung und das Shirt hat einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen.


    Das Shirt
    Claw Gear nennt das Baselayer Shirt "Unterhemd" was ich etwas irreführend finde, "Unterziehshirt" oder schlicht "Shirt" treffen es eigentlich ganz gut. Das Baselayer Shirt ist geschnitten wie die meisten meiner T-Shirts, entspricht also einem "athletic cut" mit langen Ärmeln. Der Ärmelabschluss wirkt ein klein wenig zu weit, schiebt man die Ärmel aber bis kurz vor dem Ellbogen hoch, so merkt man, dass die Ärmel dort gut sitzen und der Bund nicht ausleiert. Das Shirt besteht aus mehreren Teilen des gleichen Stoffes, die sehr sauber und stabil vernäht sind. Besonders praktisch ist das Stück im Lendenbereich, das, so zumindest meine Erfahrung, zu starkes Hochrutschen des Shirts beim Tragen eines Rucksacks verhindert.
    Das Shirt ist angenehm lang, so dass es nicht dauernd wieder in die Hose zurückgestopft werden muss, Bauchansatz oder Klempnerdekollete entblößt oder kalte Luft an die Haut lässt.
    Die Größe des Baselayer Shirt entspricht ziemlich genau der Größe, die bei ganz normalen Shirts getragen wird.


    Das Material
    Das Baselayer Shirt besteht aus Cordura Baselayer, einem Stoff der mir zuvor unbekannt war. Jeder kennt Cordura und hat etliche laufende Meter davon herumstehen und -liegen, ob als Rucksack, Tasche oder Sommerschuh, mit Cordura Baselayer, einem 60/40 Gemisch aus Baumwolle und Polyester, wurde aber ein Material auf den Markt gebracht, das sich extrem gut für körpernahe Kleidung eignet. Cordura Baselayer hat den großen Vorteil beim Kontakt mit Feuer oder bei hohen Temperaturen nicht zu schmilzen und zu tropfen, sondern schlicht zu verkohlen, und das auch nicht ganz so schnell. Wer schon einmal ein teures Fleece am Lagerfeuer getragen hat kennt das Problem, ich kenne es aber sogar noch eher aus Clubs oder Kneipen, in denen geraucht wird und Menschen mit Zigaretten in der Hand durch den Raum schlendern...
    Zusätzlich dazu ist Cordura Baselayer deutlich robuster als reine Baumwolle. Es reisst nicht so schnell und auch in Sachen Pilling ist das Baselayer Shirt klar im Vorteil, vergleicht man es mit einigen Baumwollshirts in meinem Kleiderschrank. Das Phänomen des langsamen Einlaufens von Baumwollshirts, die nach einem halben Jahr zehn Zentimeter kürzer und fünf breiter sind als zu Beginn, kann ich bisher auch nicht beobachten.
    In Sachen Atmungsaktivität ist Cordura Baselayer Baumwolle meilenweit voraus; es nimmt den Schweiss deutlich schneller auf und trocknet deutlich schneller wieder. Auch die Bildung von Salzrändern ist nicht so stark wie bei reiner Baumwolle.


    Meine Erfahrungen
    Das Baselayer Shirt kam bei mir an einem der wärmsten Wochenenden dieses Jahres an und ich habe es direkt für zwei Tage getragen. Das "Feuchtigkeitsmanagement" war wirklich klasse, in reiner Baumwolle hätte ich nach dem Kistenschleppen in der Sonne für mehrere Stunden im eigenen Saft, irgendwo zwischen feucht und klamm, in einem T-Shirt gesessen, das regelmäßig an mir festklebt. Obwohl das Baselayer Shirt Feuchtigkeit sehr gut ableitet, fühlt es sich nicht an wie Funktionskleidung aus Polyester, etwa von Under Armour, sondern ist "kuschelweich" und angenehm auf der Haut. Es beginnt auch deutlich weniger schnell zu riechen, was in gewissen Situationen sehr von Vorteil sein kann.
    Sehr praktisch sind auch die langen Ärmel des Baselayer Shirts, wenn es im Sommer nach draußen geht. Man verbrennt sich die Arme nicht, ist etwas weniger angreifbar gegenüber Insekten oder pieksigen Pflanzenteilen und mann kann sich mit dem Ärmel den Schweiss aus dem Gesicht wischen. Das Baselayer Shirt in steingrau kann außerdem durchaus als modisches Shirt getragen werden, das taktische Wesen des Shirts fällt nicht unbedingt auf, es sei denn man trägt seinen plate carrier darüber...
    Im Sommerurlaub war das Shirt eigentlich immer mit dabei, um es als Wechselshirt nutzen zu können, zum Überziehen am Abend oder aber als Sitzunterlage, Tischdecke oder improvisierte Kopfbedeckung. Durch das geringe Gewicht und ebenso geringe Packmaß des Shirts macht es im EDC eine sehr gute Figur.
    Beim Wandern, beim Laufen, beim Schattenboxen in der Morgensonne, beim Bummeln in der Stadt oder beim Werkeln daheim habe ich das Shirt nie an seine Grenzen gebracht. Es war nie klitschnass wie ein T-Shirt nach intensiver Aktivität, das Pilling war auch nach langem Rucksacktragen immer nur minimal und an Ausleihern oder gar Reissen war nie zu denken.


    Fazit
    Mit dem Baselayer Shirt hat Claw Gear ein extrem robustes und funktionales Shirt auf den taktischen Markt geworfen. Im Sommer macht das Shirt seinen Job sehr gut und hält den Oberkörper angenehm trocken, ohne dass man das Gefühl hat, auszukühlen. Dass das Shirt außerdem gegen Funkenflug deutlich besser geschützt ist als etwa ein Shirt von Under Armour gibt auch am abendlichen Lagerfeuer ein gutes Gefühl, auch wenn ich davon noch nicht profitieren musste.
    Außerdem ist das Baselayer Shirt ein schlichter Pullover, der sich auch im Alltag tragen lässt, ohne zu wirken als arbeite man bei Blackwater. Wer also ein vielseitiges Kleidungsstück sucht, ist mit dem Baselayer Shirt bestimmt gut beraten.


    Der großzügige Kragen trägt sich sehr angenehm


    Das Lendenpanel fast ganz ohne Pilling


    Tadellos verarbeitet


    Disclaimer: Auch wenn mir Hersteller oder Anbieter eines Produktes ihre Produkte kostenfrei oder vergünstigt an mich abgeben bedeutet das für mich nicht, dass ich sie positiv besprechen muss. Ich beurteile jedes von mir besprochene Produkt nach bestem Wissen und Gewissen.

    Ich bekam heute, frisch aus dem Urlaub, eine Streckensperrung wegen eines Personenschadens und dementsprechend eine Stunde Verspätung, und dann noch die Auskunft bei der Post, dass eine "Briefsendung ohne Zusatzleistung" auf dem Weg zum Versender zurück ist. Ich bin gespannt, was mich da leider nicht erreicht hat...

    Ich vermute mal, dass die Beschichtungen in schwarz und tan sich ziemlich ähneln. In die schwarze Beschichtung auf meinem ESEE 4 habe ich nur Spuren bekommen beim harten Batoning von ordentlich Feuerholz, sonst nicht.

    Wieder was gelernt, vielen Dank!
    Zum Thema Fakes gibt es dieses kleine Video hier:

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    Ich kann mir zum Glück sicher sein, ein echtes bekommen zu haben, aber die Augen offenhalten ist wohl tatsächlich keine schlechte Idee bei diesem Modell...

    Da hast Du Recht. :)


    Das Lil' Loco von Shivworks wird dem Ideal eines kleinen SV-Messers tatsächlich deutlich besser gerecht...
    Was für einen Stahl würdest Du denn dem S30v vorziehen? Ich bin in Sachen Stahl recht ungebildet, bei mir galt bisher immer "1095 mit Beschichtung für Arbeitsmesser und Axt, high end-Stahl für's EDC"...Und unter high end fallen da 154CM, S*V oder andere Pulverstähle...

    Dass man sich bei Buck für S30V entschieden hat hängt bestimmt mit dem Hype zusammen, BOS-gehärteter S30V verkauft sich halt gut. Gleichzeitig ist das Messer aber so auch sehr rostträge und hält lang die Schärfe, beides große Vorteile, und ich habe lieber S30V als 440c.
    Es ist durchaus möglich das Messer einhändig und ohne Um- oder Nachgreifen zu ziehen, wie gesagt, das braucht Übung. Mit dem Paracord-Anhänger bin ich auch nicht wirklich glücklich, mal sehen ob ich ihn einfach entferne oder ersetze.
    Was Du über die Klingengeometrie und Größenverhältnisse sagst ist nicht falsch, aber das Messer "fühlt" sich durchaus stimmig an, Hartsook hat sich dabei vermutlich etwas gedacht. Der Bereich zwischen Griffmulde und Klinge ist deswegen da, damit man vernünftig schneiden kann, ohne dabei die eigenen Finger ins Schneidgut oder auf den Tisch oder Boden zu drücken. Eine höhere Klinge würde hier theoretisch auch helfen, aber Hartsook hat sich dagegen entschieden...

    Ursprünglich erschien dieses Review hier auf meinem Blog.

    Vor einigen Tagen trudelte bei mir ein Buck Hartsook von Knives and Tools ein. Das Messer ist ein Design von Doug Hartsook, bekannt vor allem durch andere kleine und leichte Neck Knives, und läuft bei Buck unter der Modelnummer 860. Ich bin durchaus ein Fan kleiner feststehender Messer und mochte das ESEE Candiru wirklich gern, das Hartsook ist allerdings wirklich klein und leicht. Und genau darum halte ich es für ein tolles Messer.


    Das Messer
    Das Buck Hartsook hat eine Länge von 10,8cm von denen 4,8cm schön scharf sind. Das Messer ist als Zwei Finger-Messer gedacht und hat dementsprechend zwei ausgeprägte Griffmulden im Griff. Auf der Oberseite des Messer gibt es gleich doppeltes jimping, einmal dort, wo der Daumen bei feinen Arbeiten aufliegt und einmal dort, wo er beim Schneiden ordentlich Druck aufbauen kann. Im Griff gibt es zwei Löcher, das eine sichert das Messer in der Scheide, durch das andere kann man etwa Paracord fädeln, damit das Messer sicherer in der Hand liegt. Bei mir kam das Buck 860 mit einem grau-schwarzen Paracord-Anhänger an.
    Das Messer besitzt eine black oxide Beschichtung auf der mehrere Logos angebracht sind, das Logo von Buck, das schnörkelige Hartsook-Herz, die Buck Modellnummer, Stahlbezeichnung und BOS-Stempel. Letzteres deutet auf hohe Qualität hin, ist Paul Bos der Härtungs-Papst und mit S30V bestens vertraut.
    Das Buck Hartsook wiegt nur etwa 15g und ist extrem dünn, ungefähr 1,5mm. Mit dieser Klingendicke ähnelt es einem Skalpell, dementsprechend ist auch die Schneidleistung dieses Messers; es kommt sehr scharf aus der Box und schneidet mühelos. Der Anschliff ist sehr gleichmäßig und auch die Spitze ist recht fein ausgeschliffen.




    Die Scheide
    Die Scheide des Buck Hartsook besteht aus Plastik und wiegt ungefähr 8g, am oberen Ende ist ein kleiner S-Biner angebracht, der aber auch entfernt werden kann, in welchem Fall ein kleiner Spaltring übrig bleibt, der ebenfalls entfernt werden kann. Das Messer kann nach links und nach rechts orientiert in die Scheide gesteckt werden, was für Linkshänder ziemlich praktisch sein dürfte. Vor der Scheidenöffnung befindet sich ein kleiner gummierter Nippel, der in das Loch im Griff des Messers greift und das Messer so sicher in der Scheide hält. Will man das Messer dann wieder ziehen, so drückt man einfach den Nippel aus dem Griffloch und zieht dann wie gewohnt das Messer. Der Sicherungsnippel kann bei Bedarf entfernt oder ersetzt werden.



    Praxis
    Man merkt dem Buck Hartsook sehr schnell an, dass es als Neck Knife konzipiert wurde. Die Scheide ist auf diese Trageweise hin aufgebaut, mit dem praktischen S-Biner ist es außerdem sehr einfach, das Messer etwa an einer Kugelkette zu befestigen. Mich persönlich stört dann allerdings der Paracord-Anhänger ein bisschen, aber dieser ist problemlos und schnell zu entfernen und, falls gewollt, durch etwas anderes zu ersetzen. Das Ziehen des Messers braucht etwas Übung, kann dann aber problemlos auch blind unter dem Hemd stattfinden.
    Das Hartsook meistert alltägliche Schneidaufgaben mit Bravur, einfach weil es so verdammt scharf ist. Wichtig ist aber, dass es sich hierbei um tatsächliches Schneiden, nicht um Hebeln, Graben oder Porkeln handeln sollte, dafür ist das Messer nämlich nicht gemacht, und dabei dürfte es, trotz Hi Tech-Stahls und BOS-Härtung, schnell Schaden nehmen.
    Interessant ist das Buck 860 auch in der Rolle als verdeckt getragenes Messer für den Notfall. Analog zum Shivworks Lil' Loco könnte man das Hartsook nutzen, etwa um sich aus einer Umklammerung zu befreien.



    Disclaimer: Auch wenn mir Hersteller oder Anbieter eines Produktes ihre Produkte kostenfrei oder vergünstigt an mich abgeben bedeutet das für mich nicht, dass ich sie positiv besprechen muss. Ich beurteile jedes von mir besprochene Produkt nach bestem Wissen und Gewissen.