Beiträge von Daywalker

    Die Kraft der Hand spielt überhaupt keine Rolle bei der Verriegelung eines framelock. Die lockbar Griffschale aus Titan hat einen vorgespannten lockbar. Diese Vorspannung allein drückt den Lockbar nach rechts rüber, gegen die Fläche der Klingenwurzel. Selbes Prinzip wie beim linerlock. Nur dass bei dem aus optischen Gründen noch eine Griffschale vor dem Verriegelungsliner liegt. Manchmal mit, manchmal ohne einen tragenden dünnen Stahl-Liner.


    Du schreibst hier kompletten Unsinn. Es gibt zu den gängigen Verriegelungsmechanismen diverse Literatur im Netz. Ich empfehle Dir dringend, Dich damit einmal auseinanderzusetzen anstatt hier Nonsens in die Welt zu setzen.


    Grüße,

    Servus,


    ich würde gern ein paar Infos ergänzen und Einige sortieren. Zunächst einmal, wenn Du von "Luxus-Folder" schreibst, heißt das Du möchtest ihn für die Sammlung/Vitrine kaufen? Oder zum Benutzen. Für mich ein ganz entscheidender Aspekt. Wenn Ersteres, dann kann man sich eher den Aspekten der optischen Erscheinung zuwenden und sich daran begeistern. Wenn Letzteres dann kann ich Dir nur dringend empfehlen zu versuchen beide in die Hand nehmen zu können, bevor Du eine stattliche Summe ausgibst.


    Wo bei einem fixed das Thema Handlage schon bereits sehr wichtig ist, wenn man es benutzen möchte, addieren sich bei einem folder noch zusätzliche Aspekte, die mit Ergonomie und vielen Details der technischen Ausführung zusammenhängen. Davon hängt dann ab, ob sich die Klinge mit den Dir eigenen physischen Gegebenheiten (Hand-/Fingergröße, Beweglichkeit) komfortabel und leicht öffnen und wieder schließen lässt. Das ist höchst individuell, da wir alle unterschiedliche "Bauformen" haben, was Hände und Finger anbelangt. Da sind eigentliche alle geschmacklichen und technischen Empfehlungen hier sinnfrei. Wenn das für Dich nicht passt, steckst Du Dein teures Messer nicht mehr ein und das wäre doch schade.


    Ich habe das eine oder andere Sebenza und gerade mal einen Spartan Blades Harsey Folder bekommen, ebenfalls aus der 2018er Edition. Optisch ist das ein ultracooles Teil. Schwarze PVD Beschichtung. Vorn in groß den Spartan Helmet und noch einmal in klein in dem filler tab für den Clip. HInten "Molon Labe" über den Lockbar eingefräst. Alle Hardwareteil (außer der Pivotschraube glaube ich) in Titan, blau anodisiert und eine Hammer Damastklinge dran (Chad Nichols "Blackout" Damast). Echt stark! Hier mal die Shop-Bilder:


    Pic 1.jpg


    Pic 3.jpg


    Pic 4.jpg


    Verarbeitung sehe ich ich auf dem Niveau von CRK. Die tun sich nix. Beim ersten Spartan Folder, dem Akribis, hat Chris Reeve Entwicklungshilfe geleistet, weil Spartan Blades bis dato nur fixed gemacht hatte. Auch heute sind die beiden Firmen bzw. die Inhaber noch befreundet und unterstützen sich.


    Womit ich zum Handling (meine persönlichen Eindrücke) komme. Die Handlage des Spartan Blades Harsey Folder mit aufgeklappter Klinge ist ebenso gut wie die beim Large Sebenza 21. Vielleicht sogar einen Tick besser. Kein Wunder, wurde er vom Meister der Messer-Ergonomie, Bill Harsey, entworfen. Was mir persönlich nicht ganz so gut taugt, ist das Öffnen und Schließen. Du kannst mal die Suchmaschinen anwerfen. Das wird des Öfteren erwähnt, dass sich der Harsey Folder anfangs schwer öffnen lässt. Vermutlich läuft sich das im Betrieb noch ein, ist aber eben anders als beim Sebenza 21, welches von Anfang an einen gleichmäßigen hydraulischen Klingengang hat. Hinzu kommt, dass man beim Öffnen den Druck mit dem Daumen in eine etwas andere, mehr nach vorn zur Klingenachse hin gerichtete Bahn lenken muss. Wohingegen man ein Sebenza 21 eher konventionell öffnet, mit dem Daumendruck schräg nach oben. Dieses Thema kennt man auch vom CRK Umnumzaan. Das hat einfach etwas mit der Konstruktion zu tun und wie die Hebel- und Drehmomentkräfte wirken. Beim Umnumzaan schiebt man den Daumenpin nicht nach oben, sondern in Richtung der Pivotschraube. Bei Harsey Folder ist es nicht ganz so extrem, geht aber ein Bisschen in die Richtung. Da haben wir es wieder. Wenn es Dein EDC sein soll, dann versuche beide Messer in die Hand nehmen zu können.


    Übrigens empfinde ich auch den Vorgang des Entriegelns der Klinge beim Harsey Folder nicht ganz so komfortabel wie beim Sebenza 21. Irgendwie etwas weniger Platz für meinen Daumen. Vielleicht ist der cut-out in der Griffschale etwas kleiner, als beim Sebenza. Manchmal sind es nur Nuancen, die den Unterschied machen.


    Dann muss man schauen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Ich denke nicht, dass ein large Sebenza mit graphics doppelt so teuer ist wie ein Spartan Harsey Folder. Wie gesagt, man muss natürlich beide Messer ohne oder mit Damastklinge zum Vergleich heranziehen. Die tun sich nicht viel.


    Aber ohne Frage sind die graphics beim Sebenza vom "coolness Faktor" weniger spannend, im Vergleich zum Harsey Folder. Da müssen wir nicht lang reden. Die von Dir ins Auge gefasste Variante mit dem Schild und dem blauen Stein in der Schildmitte konnte ich auf der IWA am Stand von Spartan Blades mal in die Hand nehmen. Ebenfalls wunderschön gemacht! Ging ebenfalls recht schwer auf. Aber ich hatte mich mit Curtis Iovito nett unterhalten und wollte nicht blöd daherreden, im Sinne von "meine Sebenza gehen aber leichter" ..... :D


    Viele Grüße,
    Stefan

    Danke Dir! Wobei der "Jumpmaster" Prototyp ganz rechts ja auf dem 5.5" GB basiert.


    Bin absolut bei Dir (und bei Micha), dass die 5.5 Zoll Klingenlänge im EDC-Betrieb ausreichend ist. Ich habe hier noch das Spartan Blades "Harsey Hunter" liegen, mit ähnlicher Größe. Das sollte ja eine Mischung zwischen Jagd- und Einsatzmesser werden. Hat noch eine stärker ausgeprägte Spitze als das GB. Allerdings würde ich vermuten, dass es noch etwas besser in der Hand liegt als das GB. Man muss einfach sehen, dass das GB, was ja die zivile Version des Yarborough Knife ist, eindeutig als Kampf- und Einsatzmesser konzipiert ist. Darum auch der aufrechte double guard, für maximalen Schutz der Hand, auch beim Penetrationseinsatz des Messers. Ich finde aber gerade den oberen aufrechten guard nicht ganz so bequem. Beim Pacific, beim Neil Roberts und auch bei den Spartan Blades die Harsey entworfen hat, ist der obere guard nur angedeutet, also kleiner als beim GB und vo allem nach vorn geneigt. Dadurch kann man den Daumen dort viel bequemer ablegen, als beim GB. Ich finde das hat deutliche handling Vorteile im EDC-Betrieb, jenseits von Penetrations-Aufgaben.


    Viele Grüße,
    Stefan

    Nach 3 Wochen ..... hat es jetzt auch Bark River geschafft auf die einfache Frage zu antworten, ob das MACV-SOG Bowie eine einmalige Edition war und nun discontinued ist:


    Hello!


    The knife is not discontinued. BRK has been having problems with the website lately, we will be sure to get that updated as soon as possible"


    Thank you!


    Anna
    Bark River Knives
    Warranty Department



    Dann wissen wir das also auch. Der durchaus gehobene Preis ließe sich besser darstellen, wenn es zumindest eine limitierte Auflage gewesen wäre.


    Viele Grüße,
    Stefan

    Ich finde den Vergleich absolut passend, weil beide Messer das Thema "Bowie" interpretieren, beide diese Griffe mit Lederscheiben anbieten (Bei FK ausschließlich für diese Reihe. Bei BR gibt es ja neben den meiner Meinung nach unpassenden Edelholzvarianten ..... keine Ahnung was das sollte ..... auch noch stimmige Micarta Griffe) und beide recht hochpreisig sind.


    Ich habe die Northern Light Reihe immer mal wieder "aus dem Augenwinkel" betrachtet und fand sie auf den schnellen Blick sehr schön, wenngleich eben preislich ambitioniert. Hatte aber immer gedacht dass sie für dieses Preisniveau auch überragend ausgeführt sind. Insofern finde ich Deine Infos sehr hilfreich.


    Gerne!
    Möchte übrigens ergänzen, dass als Vergleichsstück auch das Njord von Fällkniven hier irgendwo herumliegt. Bin also kein Anfänger im Ankauf überteuerter Messer mit Lederscheibengriffen. Bei der Lederscheide des Njord (die alte Karamelfarbene mit wem grässlichen Fantasy-Wikingerhelm) könnte man auch einige Unvollkommenheiten konstatieren und der Lederscheibengriff wirkt zumindest so präzise gefertigt wie der des BR. Der Griff ist halt spindeldünn und zu kurz und der Fingerschutz, der nicht einmal die Breite der Scheide erreicht, ist ein Witz. Schwere Mängel im Design also. Der entscheidende Unterschied für mich: Das Njord groovt nicht. Da geht nichts unter die Haut im Gegensatz zum SOG-Macv Design. Bin vielleicht doch etwas ein Alfa-Romeo Fahrertyp. Derzeit aber auf Volkswagen!

    Danke für Deinen Nachtrag. Es geht ja nicht immer nur um die technische Perfektion bei unserem Hobby, sondern auch um Emotionen. Da darf ein Bisschen "Alfa" auch mal sein


    Was ich in Deinem Nachtrag nicht ganz verstanden habe ist dieser Satz: "Der Griff ist halt spindeldünn und zu kurz und der Fingerschutz, der nicht einmal die Breite der Scheide erreicht, ist ein Witz. Schwere Mängel im Design also."


    Bezog sich das jetzt auf das BR oder auf das Fjällkniven? Diese Northern Light Serie von FK ist wirklich ambitioniert hochpreisig. Da sollten eigentlich sowohl Design als auch Umsetzung hervorragend sein.


    Viele Grüße,

    Ich hab mir das besagte Messer in Schaafheim ja live angesehen. Mir wäre es den aufgerufenen Preis ebenfalls nicht wert.


    Aber Jenny oder ihren Mann kannst du jederzeit (Während der Gesch.Zeiten) anrufen und einen Plausch halten. Sie stehen permanent mit BR in Kontakt und haben ihren Finger am Puls von BR.


    BG, Andy

    Eben die hatte ich ja angemailt und wenn man einen Shop betreibt, liest man seine Mails, denke ich zumindest.

    Danke für die weiteren Infos, roms!


    Kleine Randnotiz. Ich hatte sowohl den (einen der?) Deutschen Bark River Importeure als auch Bark River selbst angeschrieben und um ein paar Infos zu dieser Edition gebeten. Insbesondere wollte ich wissen ob es eine einmalige Auflage war, oder es weiterhin (z.B. in kleineren Chargen) produziert wird. Leider von Beiden keine Antwort ....


    Grüße,
    Stefan

    Fürs Bark River Sog macv trifts die hier erwähnte Eigenschaft "grenzgeil" ziemlich gut.
    Nach dem auspacken: Sehr handwerklicher Charakter. Oberflächen sind etwas rauher als bei den anderen Bark River Messern. Die schwarze Scheide färbt etwas ab, stört aber nicht sonderlich Das Leder von Griff und Scheide kommt etwas trocken und säuft das Ballistol auf wie ein Schwamm. Handschmeichler mit Charakter. Schleifstein ist nicht inkludiert. In die etwas enge Tasche passt der kleine DC3 von Fällkniven wie angemessen.
    Das spiegelblanke Messing wird etwas dunkler werden. Mit den ersten selbst erlebten Gebrauchsspuren wirds eines meiner Topmesser.

    Danke für Deine Infos aus erster Hand. Super! "Handwerklicher Charakter" ist ja auslegungsfähig, ins Positive oder ins Negative. Findest Du die Verarbeitung dem Preis angemessen? Oder eher nicht so?


    Viele Grüße,

    Ganz ehrlich? Archetyp dieses Messers ist für mich auf JEDEN Fall das mit Ledergriff, auch wenns auch welche mit Micarta gegeben haben mag...


    Aber das geht bei mir bez. Verwandtschaften viel eher zu Marbles, Scagel und Randall als zu Harsey.
    Da läge für mich näher, als Ergänzung zu den Reeves nach Harsey- Entwürfen für Firmen wie Gerber, Spartan und natürlich Böker zu schauen. Ein AF 5.5 würde sich neben einem GB 5.5 doch gut und sinnvoll machen....

    Jaaaaa. Neeee. Kann man machen. Kommt auf den Blickwinkel an. Ich schrieb ja "Altvorderer" zu den modernen Harsey Entwürfen. Ein Spartan Blades, z.B. Difensa, ist für mich nur eine Variation dessen was er für CRK bereits gemacht hat. Uninteressant. Aber in der Betrachtung der CRK Green Beret, Pacific, Neil Roberts, als moderne Kampfmesser, finde ich ein SOG Bowie, egal von welchem Hersteller, schon als passend. Genauso wie Deinen Tipp mit dem Applegate Fairbairn. Finde ich beide passend. Wie gesagt. Eine Frage des Blickwinkels, also was man darstellen/veranschaulichen möchte.

    Mir gefallen die Bark River ausgesprochen gut und ja, die Lederscheiben sind vielleicht der ganz klassische look. Aber wenn ich mich nicht vertue gab es auch früher schon Micarta. Insofern sind auch die Micarta Griffvarianten wohl recht authentisch (und gefallen mir persönlich noch etwas besser), CPM 3V Klinge ist auch sehr hochwertig. Nur schärfen möchte man die nicht :D Aber für mich wäre dieses Messer sowieso weniger für die Benutzung und mehr als Ergänzung der Chris Reeve fixed in der Vitrine gedacht. Sozusagen als "Altvorderer" zu den modernen Bill Harsey fixed blades.

    Das sogenannte "Vietnam-Bowie" gehört wohl zu den bekanntesten fixed blades. Fast jeder der sich auch nur ein Bisschen mit Messern befasst, völlig losgelöst vom militärischen Bezug, hat es schon einmal irgendwo gesehen und meist hat man auch sofort ein Bild vor Augen. Bowieklingen sprechen wohl die Meisten von uns unter ästhetischen Gesichtspunkten an, weil sie sehr elegant wirken. Dazu dann Parierelement und Griffabschluss in Messing oder, je nach Variante, in poliertem oder brünniertem Stahl. Dazwischen entweder die klassischen Lederscheiben oder Micarta. Beste Zutaten für einen klassischen, ansprechenden Entwurf.


    Das Messer wurde ursprünglich, zu geringen Kosten, für die US Armee zu Zeiten des Vietnam-Krieges beschafft. Also ein Messer welches günstig in großen Stückzahlen produziert wurde. Der oben im Titel verwandte Begriff "Vietnam Bowie" ist eher Volksmund. Die richtige Bezeichnung enthält immer den "Buchstabensalat", der Bezug nimmt auf Spezialeinheiten der Amerikaner im Vietnam-Krieg:


    MACV-SOG = Military Assistance Command, Vietnam - Studies and Observations Group


    manchmal auch mit dem Zusatz CISO = Counter Insurgency Support Office


    Ohne hier zu sehr ins Militärische abzudriften sei zusammengefasst, dass sich hinter diesen für uns kryptischen Bezeichnungen, die eher nach einer Behörde klingen als nach militärischen Truppen, Spezialeinheiten für Aufklärungs- und Kommandoaktionen verbergen. Zusammengesetzt aus Kräften der Seals, Marine Recons (Aufklärung), Special Operations Pilots der Air Force und (zum größten Teil) von Special Forces. Formiert in 1964.


    Dies nur als sehr zusammengefasste Einleitung zum Ursprung dieses Messers und zu den Abkürzungen. Irreführend ist oft, dass in der Bezeichnung MACV-SOG eben "SOG" vorkommt, die Abkürzung für den heute noch bekannten Hersteller SOG Speciality Knives. SOG Speciality Knives hat in den 80er Jahren das Vietnam-Bowie wieder aufgelegt und bei Hattori in Japan produzieren lassen. Seit den 80er Jahren gab es dann immer wieder besondere Auflagen dieses Messers, im Amerikanischen/Englischen Commemorative Knives genannt. Beim Googeln hab ich eine Seite von Hattori für deren Sammler gefunden, wo es eine sehr interessante Abhandlung zum Vietnam-Bowie und zu seinen zahlreichen Editionen gibt. U.a. findet man dort auch etwas zu den 2 Editionen, die Hattori für Böker gemacht hat:


    Hattori SOG Bowie


    Bei SOG gibt es einen Download zu einem Artikel über das Recon Knife aus der Zeitschrift Fighting Knives, von 1991:


    Artikel Fighting Knives


    Damit will ich es auch zur Einleitung gut sein lassen. Aufgrund des militärischen Bezugs dieses Messers könnt Ihr Euch mit Google-Treffern totschmeißen ....


    Was mich an dieser Stelle interessiert ist:


    Welche Varianten des "Vietnam-Bowie" besitzt Ihr, könnt Ihr etwas dazu sagen und Bilder posten? Hersteller? Evtl. wann vertrieben wenn aktuell nicht mehr im Handel? Verarbeitungsqualität? Usw.


    Viele Grüße,
    Stefan