Nun zum Abschluss dieses kleinen Vergleichs. Dem Razorback CQC-01. Wie schon mehrfach erwähnt. Die Marke wurde hier als Empfehlung genannt, allerdings in Bezug auf ein kompaktes Modell. Das war mir aber etwas zu klein und weil der Händler, bei dem ich die 3 Bastinelle bestellt habe, Hardcore Hardware Australia im Programm hat, hab ich diesen Brummer mal mitbestellt und ich denke auch wenn er nicht ganz zu den Anderen passt, interessiert es Euch vielleicht trotzdem.
Qualitätseindruck Messer u. Scheide:
Messer sehr ordentlich. Ich hab irgendwo gehört die werden in Taiwan gefertigt. Weiß nicht, ob das stimmt. Wenn ja, wir wissen seit einigen Spyderco Modellen die dort gefertigt werden/wurden, dass dort in hervorragender Qualität produziert wird.
Scheide? Eher nicht so. Siehe unten.
Scheide:
Die Scheide fällt im Qualitätseindruck gegenüber dem Messer deutlich ab. Das allein ist jetzt gar nicht mal so ganz ungewöhnlich. Leider wird die Scheide bei vielen Herstellern zweitrangig behandelt. Ich würde hier gefühlt nicht einmal von "Kydex" sprechen wollen. Das ist irgendein Hartplastik. Das Messer rastet auch nicht ein, wie bei Kydex-Scheiden eigentlich üblich, weil dort eine gewisse Vorspannung aufgebaut wird, die das Messer dann hält. Hier schiebt man das Messer einfach so lange in die Scheide, bis sich der Griff irgendwie festgeklemmt, festgefressen hat.... Dazu ist dann eine Adapterplatte montiert, die wiederum den Teklok aufnimmt.
Kompaktheit:
Brauchen wir glaub ich nicht lang drüber reden. Durch die technischen Daten, mit dem halben Kilo Gewicht, war schon klar dass es nicht in diesen Vergleich passt und durch die gebogene Form, die üppige Scheide mit der Adapaterplatte war Kompaktheit nicht wirklich ein Kriterium beim Entwurf.
Handhabung:
Tja ....... Schlecht. Man muss es leider so deutlich sagen. Wir schmunzeln ja immer über die Marketing-Stories der Amis, wo jeder zweite Messermacher/-Hersteller minimum Seal, Special Forces und Delta gewesen ist .... Aber manchmal ist etwas dran und dann merkt man das auch, an der Ergonomie und an der Gestaltung der Messer. Hier war eher ein Marketingfuzzi dran, mit den Vorgaben "mach es möglichst wild, martialisch und cool". Da passt irgendwie nix, wie Ihr an den Bildern unten hoffentlich erkennen könnt. Die Krümmung des Griffes ist zu ausgeprägt und in Kombination mit der wuchtigen Griffgestaltung drückt das Griffende fast immer irgendwie in den Handballen. Entweder man hätte den Griff länger machen müssen, damit das Griffende hinten aus der Hand heraussteht. Oder die Krümmung nicht stark. Setzen, 6.
Die Mulde im vorderen Teil des Griffes ist auch relativ sinnfrei. Der Daumen findet dort zwar eine Position, aber dann liegt er zu weit hinter der Klinge und, man ahnt es, der fette Hintern des Griffes drückt wieder in den Handballen. Auf dem Klingenrücken gibt es auch keine Ablage für den Daumen, für feinere Arbeiten mit der Klinge. Aber dafür ist sie auch nicht wirklich konzipiert, was dem Fehlen einer Daumenauflage dann in letzter Instanz auch wieder eine gewisse Konsequenz zuspricht 
Die G10 Beschalung ist gut gemacht. Die Fräsungen sollten den Grip bei feuchtem Griff zuverlässig verbessern und sind nicht scharfkantig oder unangenehm.
Reverse-Grip geht. Da stören dann die Krümmung und der Griffabschluss mal nicht.
Design und "coolness factor":
Das liegt ja immer im Auge des Betrachters. Ich finde es weder cool noch spannend. Eher plump und aus messertechnischer Anwendersicht fehl-designed. Die Anmutung des Messers hinsichtlich Qualität ist in Ordnung, wird durch die schlechte Anmutung der Scheide aber mit runtergezogen.
Was soll man jetzt zu der Marke sagen? Der Fairness halber müsste man andere Modelle anschauen und in die Hand nehmen, um darüber ein Urteil zu sprechen. Vielleicht wurden ja andere Modelle der Marke von Leuten entwickelt, die auch etwas von Messern verstehen. Herstellungsqualität des Messer ist wie gesagt gut. Aber das allein reicht mir nicht, um eine Marke in mein Beuteschema einzubeziehen. Dazu gibt es zu viele Hersteller, die das auch können.
Bilder:
Ohne Titel by Jedi, auf Flickr
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