Beiträge von derLichtschalter

    Ins ESP LHU-14-37 passt die Lampe wie praktisch alle ihre Kolleginnen der gleichen Baugröße nicht mit montiertem Tactical Ring. Das ist ein weiterer Grund, warum ich den eh nicht verwende. Ins LHU-14-34 (mit der kleineren Schale) passt die Lampe zwar auch gerade so, aber sie neigt dazu, schon bei minimalen Verkanten leicht zu klemmen. Das ist ein Grund, warum ich hier lieber zur größeren Variante greife - zum Glück besitze ich beide ;)
    Eden TDL25 Police - ESP LHU-14-37.jpg


    Der Service von Eden/Knivesandtools ist meines Erachtens vorbildlich. Es gibt für die TDL25 ein Modul, das zwischen Kopf und Batterierohr geschraubt wird, mit dem man LiIon-Akkus in der Lampe laden kann. Ich besitze dieses Modul nicht, weil es nicht (mehr) erhältlich ist, aber trotzdem hat man mir kürzlich ohne große Vorankündigung ein neues Batterierohr geschickt. Das Rohr der Charge, aus der meine Lampe stammt, sei nicht kompatibel mit dem Modul. Wirklich schön. Ich habe es mal zurückgelegt für den Fall, dass ich irgendwann ein Charger Module in die Finger bekommen sollte.



    Fazit
    Die Eden TDL25 Police ist eine von Streifenpolizisten für Streifenpolizisten konzipierte taktische Taschenlampe. Schwerpunkt und Hauptzweck der Lampe ist Stroboskop. Man kann den Strobe-Modus selbst im Hochstress einfach nicht verfehlen. Dauerlicht in fünf Helligkeitsstufen ist dabei fast schon "Gimmick". Ganz ohne nutzlosen Schnickschnack kommt sie irgendwie auch nicht aus, aber wenn man nicht daran denkt, vergisst man den Kram auch ganz schnell wieder.


    Hier im Bunde mit zwei weiteren meiner Lieblingslampen.
    Eden TDL25 Police - Surefire E2DLU & Z2.jpg Eden TDL25 Police - Surefire E2DLU & Z2 Tailcaps.jpg




    An dieser Stelle kann ich übrigens schonmal ankündigen, dass unser Idox sich die Eden TDL25 Plus - also die "zivile" Variante der Lampe mit mehr Modi und Programmierungsmöglichkeiten vornehmen und ebenfalls hier vorstellen wird :thumbup:

    Allgemeines
    Die Lichtfarbe der XP-L HI ist tendenziell neutral-weiß. Taktisch fände ich ein extremes kalt-weiß besser, aber bei 1000 Lumen ist es letztlich egal, denke ich.
    Eden TDL25 Police - Lowlow.JPG Eden TDL25 Police - Low.JPG Eden TDL25 Police - Mid.JPG Eden TDL25 Police - High.JPG Eden TDL25 Police - Highhigh.JPG


    Die XP-L ist eine spotlastige LED. Der Spill ist trotzdem weit und hell genug, um einen Raum beim Betreten auszuleuchten. Die Selbstblendung durch den hellen Spot ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen. Beim Anleuchten eines Gegenübers bleibt die Umgebung zudem nicht im Dunklen.
    Eden TDL25 Police - Spot&Spill.JPG


    Die Lampe ist tailstandfähig, bedient sich aber trotzdem wunderbar mit Handschuhen - sowohl leichten Mechanix Original als auch mit dicken Einsatzhandschuhen. An der Tailcap lässt sich zudem ein Lanyard anbringen - es ist jedoch keins dabei. Als Zubehör wird ein für die Lampe konzipiertes Spiralkabel zum kleinen Preis angeboten. Da ich die Lampe zur Not auch mal weitergeben oder als Schlagwerkzeug etc. einsetzen möchte, habe ich für sowas keine Verwendung.


    Der Drehring ist an mehreren Stellen abgeflacht, was aber wohl eher nicht dem Wegrollschutz dient, sondern die Bedienung vereinfachen soll. Trotzdem rollt sie in liegendem Zustand nicht einfach so weg :thumbup:


    Der beigefügte Tactical Ring wird in den Niederlanden in der Ausbildung nicht gelehrt, weil man möchte, dass der Polizist die Lampe fest in der Handfläche hält, was nicht zuletzt den Einsatz als Hilfsmittel körperlicher Gewalt überhaupt erst ermöglicht. Trotzdem scheint es auf den ersten Blick so, als habe man sich hier Gedanken gemacht: Nach dem Abnehmen der Tailcap kann man den Ring nämlich nicht einfach nur aufstecken, sondern er muss in einem separaten Gewinde unterhalb der Tailcap festgeschraubt werden. Am Ring kann zudem ebenfalls ein Lanyard oder Spiralkabel angebracht werden.
    Eden TDL25 Police - Tactical Ring.jpg Eden TDL25 Police - Rogers.jpg


    ABER: Das Design der Tailcap verhindert im Rogers/Surefire-Griff unter Umständen das Durchdrücken des Schalters mit dem Daumenballen bis zur zweiten Stufe. Man kann also konstant-Licht erzeugen (wobei das nicht besonders intuitiv ist), aber momentary Strobe geht nicht, wodurch der größte Vorteil der Lampe ungenutzt bleibt. Ich arbeite daher praktisch immer mit der Methode nach Harries. Mangels momentary halte ich die Lampe für Gebrauch mit der Rogers/Surefire-Technik eh für ungeeignet.
    Eden TDL25 Police - Harries offen.jpg Eden TDL25 Police - Harries.jpg

    Die Suche nach der perfekten taktischen Lampe war bei der Nitecore P20 noch nicht zu Ende. Ich kann noch nicht ganz absehen, wie nah die Eden TDL25 dran ist, aber sie ist jedenfalls verdammt dicht an perfekt!


    Ich hatte damals im Candlepowerforums.com schon die Diskussion um die Entwicklung einer taktischen Taschenlampe durch Polizeibeamte in den Niederlanden verfolgt und damals auch das eine oder andere Review zur Eden TDL20 gelesen. Damals war ich nicht überzeugt. Das hier besprochene Nachfolge-Modell dagegen reizte mich seit Erscheinen im vergangenen Jahr. Seit ein paar Wochen begleitet mich die Lampe im Dienst und hat insbesondere in low-light-Trainings und dem ein oder anderen dienstlichen Gebrauch gezeigt, was sie kann. Ich möchte euch hier vorstellen, warum sie mir so gut gefällt.


    Lieferumfang
    Eden TDL25 Police - Box.jpg Eden TDL25 Police - Schaumstoff.jpg Eden TDL25 Police - Lieferumfang.jpg


    - einfacher Karton mit Schaumstoff
    - die Lampe selbst
    - Tactical Ring


    Technische Daten
    - Energiequelle: 2x CR123A oder 1x 18650
    - Gewicht (ohne Batterien): 110 g
    - Material Body: Aluminium HAIII | Bezel-Ring: Edelstahl
    - LED: Cree XP-L HI (High Intensity)
    - Reflektor: SMO
    - Leuchtweite (laut Hersteller): 270 m
    - Dichtigkeit: IPX-8 (2m wasserdicht)


    Leistung (laut Hersteller)
    - Lichtstrom: 1000 Lumen
    - Beleuchtungsstärke (Spot, 3 m Abstand): 3150 Lux


    Maße
    OAL: 13,7 cm
    Durchmesser Bezel: 34,1 mm
    Durchmesser Body: 25,4 mm
    Durchmesser Tailcap: 28,0 mm


    Garantie: 5 Jahre
    Preis: ca. 85 €
    Bezugsquelle: knivesandtools.de



    Verarbeitung
    Ich habe die Lampe neu gekauft. Dementsprechend war sie in einwandfreiem Zustand. Die Materialstärke ist ordentlich, das Knurling und die Anodisierung sind insgesamt gleichmäßig und die Gewinde sind robust-quadratisch und im Auslieferungszustand jedenfalls leicht gefettet. Die LED ist mittig im spiegelglatten Reflektor verbaut. Der Drehring ist leicht kratzig, aber insgesamt leichtgängig und rastet sauber, aber nicht mit zu viel Widerstand ein. Der Endkappenschalter hat kurze Wege und leichte, aber deutliche Druckpunkte. Die Gummikappe ist geriffelt und sehr groß gehalten. Wirklich alles ist auf hohem Niveau - dem Preis absolut angemessen.
    Eden TDL25 Police - Technik.jpg Eden TDL25 Police - Reflektor.jpg Eden TDL25 Police - Tailcap.jpg



    Bedienung
    Eine Taschenlampe wird nicht zuletzt dadurch taktisch, dass sie ein stresssicheres User Interface hat, das mit den Herausforderungen des täglichen Dienstes mithalten kann. Für meinen Bedarf sollte die Lampe also insbesondere in Hochstress-Lagen sofort und ohne Probleme Stroboskop-Licht liefern, in weniger stressigen Situationen aber auch mit konstant-Licht dienen können.


    Der Hersteller hat das bei der TDL25 mit einem zweistufigen magnetischen Endkappenschalter und einem links und rechts angeschlagenen Drehring am Kopf umgesetzt. Es klingt vermutlich unheimlich kompliziert, aber wenn man die Lampe dann einmal in der Hand hat, ist es unheimlich intuitiv. Einhandbedienung des Drehrings ist aufgrund der Position natürlich ausgeschlossen. Im Hochstress bedient man eh keine Drehringe mehr - egal ob vorne oder hinten.


    Drückt man im Hochstress den Schalter gegen den nur geringen Widerstand bis zur zweiten Stufe durch, bekommt man momentary-Strobe in der höchsten Helligkeitsstufe. Lässt man den Schalter los, ist die Lampe wieder aus. Egal in welchem Modus die Lampe sich vorher befand oder in welcher Stellung der Drehring ist. Ohne wenn und aber, nicht zu ändern, kompromisslos.
    Drückt man den Schalter nur bis zur ersten Stufe durch, bekommt man konstantes Licht in der am Drehring eingestellten Helligkeit. Das erfordert aufgrund der deutlichen Druckpunkte keine besonders hohe Konzentration - im Hochstress funktioniert es möglicherweise nicht, soll es aber auch nicht unbedingt. Zudem kann man konstantes Licht auch durch Drehen des Rings anschalten. Die erste Stufe ist "Aus", erst die zweite Stufe bringt eine niedrige Helligkeit. Theoretisch kann man die Lampe also absolut getrennt bedienen: Strobe ausschließlich über den Endkappenschalter - konstant-Licht ausschließlich über den Drehring. Der Hersteller gibt nicht an, welche Helligkeiten die einzelnen Stufen haben. Ich empfinde sie aber als ausgewogen. Ich selbst habe den Drehring immer auf der höchsten Stufe und steuere diese über den Endkappenschalter an. Leselicht brauche ich bei der Lampe nicht - dafür klemmt eine kleine Lampe an der Weste oder Jacke.


    Weitere verborgene Funktionen offenbaren sich bei Durchdrücken des Schalters und gleichzeitigem Drehen des Rings. Diese sind SOS, konstanter Strobe, Beacon, Verkehrswarnung (mittleres Dauerlicht mit hellem Blitzen) und eine Ladezustandsanzeige. Keine der Funktionen habe ich bisher aktiv benutzt. Man kommt aber auch nicht in Verlegenheit, sie versehentlich zu nutzen. Alles super - so soll es sein :thumbup:


    Echtes momentary mit konstant-Licht gibt es bei der Lampe nicht. Dazu gleich mehr.

    Du solltest das professionell machen. Für Geld, meine ich. Professionell ist das ja schon! Unglaublich, mit was für einer Perfektion du an das Projekt gegangen bist. Das Ergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen. So wird eine etwas in die Jahre gekommene, eigentlich nicht "updatebare" Lampe nochmal auf den aktuellen Stand geholt - und das auch noch mit deutlich geringerem Folgeaufwand wiederholbar.

    Dann müsste ich auch in dynamischen Situationen die Nerven/Konzentration haben, daran zu denken. Im LE-Programm ist es mir im Training tatsächlich mehrfach passiert, dass ich die Lampe in Mid-Helligkeit ausgeschaltet hatte, im Hochstress statt des Strobe-Ready-Tasters dann aber den Clicky erwischt habe - und dann eben mit zu wenig Licht da stand, obwohl ich gerade auf den taktischen Vorteil angewiesen war. Wobei der Druck auf den falschen Schalter auch (!) auf mangelnde Übung mit dem Strobe-Ready-Taster zurückzuführen ist. Aber ich bin eben auch kein SE-Beamter, der hunderte, tausende Stunden Training reinkriegt.

    Der Nitecore-Support hat sich nochmal gemeldet: Freundlich, aber unbeirrbar haben sie darauf bestanden, dass die P20 in jedem Modus eine Memory-Funktion hat und dass andere Informationen nicht richtig seien. Die nochmalige Nachfrage, ob essich um ein stilles Update des Produkts handelt, wurde abermals nicht beantwortet.


    Ich persönlich (!) schätze die Lampe somit als nicht stresssicher benutzbar ein. Wenn ich selbst im Tactical-Programm nicht wissen kann, ob die Lampe mit Strobe oder Turbo startet, macht das für mich nur wenig Sinn. Klar lässt sich auch mit 800 Lumen konstantem Licht ein taktischer Vorteil erzielen, aber wenn ich Strobo erwarte und konstantes Licht bekomme, verunsichert mich das definitiv für einen kurzen Moment - mal ganz abgesehen davon dass ich schon gerne das mögliche Maximum aus dem Einsatzmittel herausholen möchte. Nicht gar so schlimm, aber nervig: Ich möchte eigentlich nur etwas ausleuchten, blitzdingse aber alle Beteiligten...


    Deswegen hat die P20 mich wieder verlassen - schade, denn wenn sie exakt so gewesen wäre wie mikio's Exemplar (und damit so wie beworben), hätte sie durchaus mit meiner Elzetta konkurrieren können.

    Mit den zylindrischen ist die Wärmeleitung besser, aber da ergibt sich eben leider dieser Spalt. Ich habe wegen der breiteren Kompatibilität auch immer die SF-Modelle genommen. Wenn ich mich recht erinnere, ist bei denen eh eine Feder dabei, damit sie auch bei Solarforce-Hosts passen.

    Idox: Ich habe Nitecore deswegen angeschrieben. Die reagierten gar verwundert ob meiner Anfrage - die P20 habe doch in allen Programmen eine Memory-Funktion. Der Verweis auf die eigene Homepage und auf Lampen anderer Anwender, die eben nur im General-Programm Memory haben, blieb bisher unbeantwortet.


    emil: Gerne, aber ich werde noch einen Hinweis auf das Problem der Memory-Funktion ergänzen - und dann ist das Gesamtbild leider nicht mehr ganz so rosig.

    Ich bin jetzt auf ein Problem gestoßen, das ich bisher nicht bemerkt hatte und das die Lampe für mich wieder total unattraktiv macht - trotz der anfänglichen Begeisterung.


    Die Lampe soll laut Beschreibung auf der Website eine Memory-Funktion nur im General-Programm haben. In Tactical und Law Enforcement soll die Lampe ausschließlich (!) im Turbo starten. Mein Exemplar merkt sich aber auch in diesen beiden Programmen den zuletzt eingestellten Modus (in LE also Mid, Turbo und Strobe - in Tactical also Turbo und Strobe). Das Handbuch beschreibt es auch so, dass die Memory-Funktion in allen Programmen aktiv ist.
    Ich habe etwas recherchiert und herausgefunden, dass es verschiedene Modellvarianten gibt: Es gibt zum einen Modelle mit XM-L2 U2 und T6 und es gibt zum anderen Modelle mit "intelligenter" Memory-Funktion (also nur im General-Programm) und welche mit normaler Memory-Funktion (also in allen Programmen).


    mikio's Modell ist bspw. genau so wie auf der Homepage beschrieben - im LE- und Tactical-Programm kein Memory, nur im General-Programm.

    Ich weiß nicht, ob du den schon auf dem Schirm (und dann verworfen) hattest: TT Ranger 60, mit Forenrabatt beim TACWRK zu haben


    Der ist
    - ca. 60 L groß
    - in oliv und khaki verfügbar
    - per MOLLE erweiterbar
    - mit Tragesystem samt Hüftgurt ausgestattet
    - unterteilt in Deckelfach, Hauptfach mit Trinblasenfach, Schlafsackfach unten
    - aus Cordura 700D gebaut
    - kein simpler Top-Loader, sondern kann auch an der Front geöffnet werden


    Möglicherweise liegt der aber preislich eher an der unteren Grenze dessen, was du dir vorgestellt hast. Ein Review dazu gibt es von mir hier im Forum auch: Kurzvorstellung Tasmanian Tiger Ranger 60 (pic heavy!)

    Danke für eure Rückmeldungen!


    Idox: Ich hatte zuletzt eine Nitecore SRT6 - die hat auch gefühlt tausend Modi, zumal man die Helligkeit mit dem Drehring stufenlos regulieren kann. Das war mir letztlich auch zu viel.


    mikio: Ich hatte deinen Post von damals gelesen, ja. Meine P20 pfeift natürlich auch. Das Pfeifen kommt ja "leider" bauartbedingt von der Pulsweitenmodulation (PWM) - das ist ja nicht grundsätzlich was schlechtes, aber nervt tatsächlich etwas...

    Ergänzt habe ich praktisch den ganzen Text in Post 5 ;)


    Freut mich, wenn ich helfen konnte, rumpel. Den Pygmy Falcon hatte ich auch lange auf dem Radar - bis ich den Litespeed bekommen habe... :D Aber klar, seh ich auch so. Die Taschen anderer Leute sind nicht unbedingt interessant. Der Inhalt aber meistens schon. Mittlerweile schaue ich teilweise sogar schon darauf, worauf manche verzichtet haben mitzunehmen - sonst wird der Rucksack mit jedem gelesenen Review nur voller und schwerer :thumbup:

    Die mitgelieferten Anbauteile habe ich testweise mal angebaut. Der Clip lässt sich Bezel-up und Bezel-down tragen. Den Tactical Ring finde ich ganz nett, aber leider passt die Lampe damit nicht mehr in das ESP LHU-14-37. Ich trage die Lampe seit einigen Tagen dienstlich in diesem Holster; dort trägt sie sich - wie zu erwarten - deutlich besser als im mitgelieferten Nylon-Holster. Das Lanyard kann man im Übrigen nur in Verbindung mit dem Tactical Ring verwenden.


    Nitecore P20 - Clip Bezel Up.jpg Nitecore P20 - Tactical Ring.jpg Nitecore P20 - ESP LHU-14-34.jpg


    Nitecore P20 - Tactical ring, Clip, Lanyard.jpg Nitecore P20 - Rogers-Surefire offen.jpg Nitecore P20 - Rogers-Surefire.jpg



    Fazit
    Die Nitecore P20 ist eine hochwertige taktische Taschenlampe mit einem besonderen Vorteil: "nutzlose" Modi lassen sich dank der Programmierung einfach abschalten. Zudem überzeugt die P20 durch die intuitive Bedienung über den seitlichen Strobe-Ready-/Modus-Taster an der Endkappe. Die Verarbeitung ist auf gewohnt hohem Niveau und lässt an keiner Stelle zu wünschen übrig. Ich habe die Lampe noch nicht besonders oft benutzen können, aber damit herumspielen macht Spaß. Vielleicht kann ich demnächst nochmal etwas mehr erzählen. Hoffentlich konnte ich euch einen guten ersten Eindruck von der Lampe vermitteln - danke fürs Lesen!
    [Ergänzung: Der Wermutstropfen, der die Lampe für mich persönlich wertlos macht, ist die Memory-Funktion, die selbst im Tactical-Programm greift und mich nach jedem Gebrauch mit der Unsicherheit zurücklässt, in welchem Modus (Strobe, High/Turbo, Mid) die Lampe sich befindet. Für manche Anwender ist das ein Key-Feature - für mich ein No-Go.]


    Nitecore P20 - Beamshot.jpg


    Zu guter Letzt noch ein Vergleich mit zwei meiner Lieblinge: Surefire Z2 und Elzetta Bravo


    Nitecore P20 - Vergleich Surefire Z2 & Elzetta Bravo.jpg Nitecore P20 - Vergleich - Tailcap.jpg





    *Ich möchte hier explizit nicht in eine Diskussion einsteigen, woher das Konzept stammt. Seitens Klarus steht im Raum, der "Dual Switch" sei patentiert. Nitecore nennt das ganze "Strobe Ready" und hat es auch patentieren lassen. Fenix hat sowas bei der TK-Serie ja auch im Programm. Ich weiß dazu nicht mehr - und ich halte es auch nicht für relevant (für meine Zwecke). Falls jemand dazu mehr weiß und sagen möchte - nur zu :)

    Idox' endlose Suche nach der perfekten taktischen Lampe ist für mich nur allzu nachvollziehbar. Auch ich bevorzuge Surefire und Elzetta, wobei mein Schwerpunkt deutlich bei Surefire liegt (nachdem der Zoll mir letztens die Einfuhr von Elzetta-Teilen mangels CE-Kennzeichnung verwehrt hat :rolleyes: ). Elzetta hat jedoch ein Bauteil modellübergreifend etabliert, das ich nicht mehr missen möchte: Die High/Strobe-Tailcap. Bei absolut simpler Bedienung überzeugen damit ausgestattete Elzetta-Lampen mit zwei Modi: High (Tailcap festgedreht) und Strobe (Tailcap leicht gelöst). Einfach -> idiotensicher -> stresssicher. Das ist - seit ich eine Elzetta Bravo besitze - für mich das non-plus-ultra-UI für Strobe.


    Viel gelobt in Internetforen - aber noch viel wichtiger: von Kollegen mit viel viel Einsatzerfahrung - wird seit einiger Zeit das Bedienkonzept der Nitecore P20. Ich habe mich zum Kauf überzeugen lassen und möchte euch die Lampe hier vorstellen.



    Lieferumfang


    Nitecore P20 - Lieferumfang.jpg


    - die Lampe selbst
    - Batteriehalter (nicht im Bild, siehe unten)
    - Tactical Ring
    - Clip (Bezel up/down)
    - Lanyard (nur in Verbindung mit Tactical Ring nutzbar)
    - 2 O-Ringe
    - Bedienungsanleitung


    Technische Daten
    - Energiequelle: 2x CR123A oder 1x 18560
    - Gewicht (ohne Batterien): 101 g
    - Material: Aluminium HAIII
    - LED: Cree XM-L2 U2
    - Reflektor: SMO
    - Leuchtweite (laut Hersteller): 210 m
    - Dichtigkeit: IPX-8 (2m wasserdicht)


    Nitecore P20 - Battery Holder.jpg



    Lichtstrom und Laufzeiten (nach ANSI/NEMA FL1)
    [table='Modus,2xCR123A,Laufzeit,1x18650,Laufzeit']
    [*] Low [*] 70 [*] 10h30m [*] 40 [*] 26h
    [*] Mid [*] 400 [*] 2h30m [*] 290 [*] 9h
    [*] High/Turbo [*] 800 [*] 1h30m [*] 800 [*] 4h30m
    [*] Strobe [*] 800 [*]
    [/table]
    Maße
    OAL: 134 mm
    Durchmesser Bezel: 31,8 mm


    Garantie: 5 Jahre - bisher gibt es dazu zum Glück noch nichts zu berichten.



    Verarbeitung
    Bei der Verarbeitung muss ich hier vorweg sagen, dass ich ein B-Ware-Modell (bzw. einen Rückläufer) gekauft habe. Ausdrücklich hat der Händler vermerkt, dass die Lampe optische Mängel an mehreren Stellen hat. Kleinere Macken befinden sich vorne am Bezel und am Wegrollschutz. Technisch ist die Lampe augenscheinlich in einwandfreiem Zustand. Dafür bekam ich 30 % Rabatt.
    Davon abgesehen ist die Verarbeitung meines Erachtens auf hohem Niveau. Die LED ist im makellosen Reflektor augenscheinlich mittig verbaut. Die Materialstärke ist wie in der Preisklasse üblich - vergleichbar bspw. mit Fenix. Die Anodisierung ist absolut gleichmäßig - sowohl an den glatten Flächen als auch am Knurling sowie an den Gewinden. Hier gibt es nichts zu meckern.


    Nitecore P20 - Cree XM-L2 U2.jpg Nitecore P20 - Sysmax.jpg



    Bedienung
    Die Nitecore P20 überzeugt aber primär mit ihrem User Interface*. Sie wird ausschließlich mit der Endkappe bedient. In erster Linie findet das statt über den großen An- und Aus-Schalter und den seitlichen Strobe-Ready-Taster. Des Weiteren werden Funktionen der Lampe mittels Lösen und Festdrehen der Endkappe betätigt.


    Nitecore spricht zunächst davon, dass die Lampe drei verschiedene Modi beherrscht. Tactical, Law Enforcement und General. Im Folgenden werde ich diese Modi der besseren Unterscheidbarkeit zu den üblicherweise als "Modi" bezeichneten Helligkeitsstufen wegen als Programme bezeichnen.


    Im General-Programm stehen dem Nutzer alle drei Leuchtstufen zur Verfügung, im Law-Enforcement-Programm sind es die Modi High/Turbo und Mid und im Tactical-Programm nur der High/Turbo-Modus. Zwischen den Helligkeitsstufen lässt sich einfach mittels des seitlichen Tasters wechseln. Um die Programme zu wechseln, muss man die Endkappe etwas lösen und mit gedrücktem seitlichem Taster wieder festschrauben. Dann blinkt die Lampe ein, zwei oder drei Mal und teilt damit mit, in welchem Modus sie sich befindet (Tactical, LE oder General). Natürlich ist in allen drei Programmen der Stroboskop-Modus jederzeit verfügbar - auch in ausgeschaltetem Zustand durch Betätigen (und halten) des seitlichen Tasters.


    Zwischen den Helligkeitsstufen wechselt man im eingeschalteten Zustand mittels kurzem Druck des seitlichen Tasters.


    [Eine Ergänzung zu einem Problem, das ich beim rumspielen zunächst nicht bemerkt habe, das mir aber im täglichen Gebrauch aufgefallen ist:
    Mein im Grunde einziges Problem mit der P20 ergibt sich durch die Memory-Funktion. Laut Werbung auf der Nitecore-Homepage sollte die Lampe sich ausschließlich im General-Programm die zuletzt eingestellte Helligkeit bzw. den Stroboskop-Modus merken. Im Tactical- und Law-Enforcement-Programm sollte die Lampe immer ausschließlich im Turbo-Modus starten - aus guten Gründen. Leider ist es faktisch so, dass mein Exemplar sich auch in diesen beiden Programmen merkt, in welchem Modus die Lampe zuletzt war. Das bedeutet leider, dass ich nicht mit Sicherheit wissen kann, ob die Lampe im Turbo oder Strobe (oder im LE-Programm auch Mid) startet. Taktisch ist das in meinen Augen leider Bullshit und macht die Lampe damit für mich persönlich unbrauchbar. Für andere Anwender mag das genau richtig sein - für mich leider nicht.]


    Der Tailcap-Switch ist ausreichend groß gehalten, dass man ihn auch mit Handschuhen bedienen kann. Zudem ist er so gebaut, dass er bspw. auch durch seitlichen Druck betätigt werden kann. In Stresssituationen könnte es sein, dass der Daumen vielleicht nicht ganz mittig senkrecht draufdrückt - dann dürfte das recht nützlich sein.


    Nitecore P20 - Strobe Ready Tailcap.jpg Nitecore P20 - Harries offen.jpg Nitecore P20 - Harries.jpg



    Allgemeines
    Die Lichtfarbe der XM-L2 U2 ist kaltweiß für maximale taktische Blendwirkung. Die XM-L2 ist tendenziell ja keine wirklich Spot-lastige LED wie bspw. die XP-G (das waren noch Zeiten :love: ) und in diesem Formfaktor lässt sich auch nicht wirklich viel draus machen, aber insgesamt wird damit eine ordentliche Blendwirkung im Spot mit einer guten Ausleuchtung in den Randbereichen erreicht.
    800 Lumen sind nicht die Welt, aber berücksichtigt man den Aspekt der Selbstblendung, ist das gerade richtig.


    Nitecore P20 - Low.jpg Nitecore P20 - Mid.jpg Nitecore P20 - High-Turbo.jpg


    Die Lampe ist nicht tailstandfähig - ich halte das aber eh nicht für eine Kernkompetenz taktischer Lampen. Der Kopf bietet aber immerhin einen sehr effektiven Wegrollschutz durch eine sehr grobe Riffelung

    Das mit den Schultergurten ist/war häufig Thema in einer amerikanischen Facebook-Gruppe. Insbesondere betroffen vom Scheuern bei den alten Gurten sind aber eher die Herren mit Stiernacken ;) Persönliche Erfahrung konnte ich damit nicht sammeln, wie gesagt. Zum Hüftgurt absolute Zustimmung. Ich wüsste selbst beim EDC nicht, wozu ich den brauchen sollte. Der neue EDC kommt ja eh gleich komplett ohne.


    Ich habe soeben ein paar abschließende Zeilen in Post #5 ergänzt. Neue Bilder gibt es keine - hielt ich dafür auch nicht unbedingt für nötig. Falls noch jemand was ergänzt haben oder etwas bestimmtes sehen möchte, bitte ich einfach um kurze Rückmeldung :)