Tony, ich glaube kaum, daß Deine Messer ausschließlich auf der Ebene intellekueller Konzeption ohne praktische Erprobung, Vergleichsgebrauch, entsprechenden Optimierung usw. entstanden sind. Sie sind dafür zu gut.
Als Profi weißt Du, welcher Erprobungsaufwand bei der MEsserentwiclung zuweilen betrieben wird, beispielhaft für mich ist die Akribie, mit der meine Freunde von Extrema Ratio zu Ergonomie, Belastbarkeit, Schneidleistung, Penetrationsleistung usw. ihrer Messer forschen und sogar durch Uni-Institute forschen lassen.
Wenn es hier legitim ist, Kampfmesser zu entwickeln, zu besitzen usw., dann ist es auch legitim, auf einer seriösen Grundlage entsprechende Versuche durchzuführen. Ich selbst führe derartige Versuche zur Schneid- und Durchstichleistung verschiedener Klingenformen und -modelle sowohl dienstlich im Rahmen von Eigensicherungsfortbildung durch als auch privat bei der Entwicklung von Messern.
Beim Erproben der Schneidwirkung der "Unterstpitze" des BS Raptor, an dem ich einen "Tatbeitrag" habe, wurden u.a. auch Schneidversuche an verschiedenen Materialien durchgeführt, auch an Holz übrigens, allerdings - bei aller Liebe zum Thema - nicht an meinen Möbeln. Aber auch an verschieden starken Kartonflächen und eben auch ausgemusterten festen Schaumgummi-Matten. Ich fand es für die Entwicklung nämlich schon wichtig zu vergleichen, ob der Schneidverlauf im Schneidgut eher ruppig abgestoppt wird oder kontrolliert verläuft, welche Schneidenformen oder -winkel bessere Leistung erbringen usw.
Da ich kein Jäger bin, hatte ich keine Gelegenheit, entsprechende Vergleiche durch die praktische Arbeit am Wild zu erzielen, sehe aber auch keinen moralischen Vorsprung in dem einen oder dem anderen Vorgehen. Allerdings habe ich zumindest auch schon mal mit verschiedenen Kliingenformen und -größen Hasen aufgebrochen oder ein Zickel zerteilt - und auch dort genau auf die Ergebnisse geschaut.
Das Erwähnen Deiner persönlichen Erlebnisse ehrt Dich als aufrichtigen Menschen mit Gefühl - allerdings müßte das dann auch dazu führen, keinerlei Verteidigungsschießen mehr üben oder über die ballistische Wirkung von verschiedenen Munitionsarten usw. diskutieren zu dürfen. Es gibt hier auch Leute, die zur Selbstverteidigung schon in DIESEM Bereich handeln mußten und das auch nicht toll und auch ziemlich belastend fanden...