Bei der Klinge des RD 9 handelt es sich der Form nach um eine mit Clip Point. Zu dieser Gruppe gehören auch die hier gemeinhin mit "Bowie" bezeichneten Klingenformen, bei denen der Clip Point jedoch nicht linear zur Spitze hin abfällt, sondern konkav in einem "Entenschnabel" (auch genannt: Pandurenspitze). Wenn ich recht verstehe, soll es aber KEINE Pandurenspitze werden, gerade Clip Point geht hingegen.
Messer in dieser Form werden meist ein wenig unter 10 Zoll Klingenlänge gebaut, meist haben ihre größeren Vertreter 7,5 oder auch mal 9 oder 9,5 Zoll. Letzteres ergibt schon ein ziemlich großes, wirksames und beeindruckendes Kampfmesser.
Selbstverständlich kann man diese Klingenform auch beidseitig geschärft herstellen, und zwar entweder lediglich im Spitzenbereich (schau Dir hierzu mal ein Randall 14 an) oder auf ganzer Länge des Rückens, schau Dir zu der letzten Variante mal ein Paragon Harley Battle Bowie an.
Für ein großes zehnzölliges Kampfmesser mit geschärftem Rücken sind aber auch andere Formen als mit Pandurenspitze oder linearem Clip Point möglich: Die häufigsten Vertreter sind dann mittelspitze Formen, entweder in klassischer Dolchform (schau z.B. mal einen Kizlyar KO-2 an) oder mit einer breiteren Spitze, entweder mit geraden Schneiden (wie bei einem Randall Tom Clinton Special, aber mit längerer Klinge), oder auch mit doppeltem Recurve (dazu schau Dir mal ein MercWorx Proeliator oder auch ein Muela Podenquero an).
Vorteil des nicht in ganzer Länge geschärften Rückens ist, daß Du im Falle des gegnerischen Parierens, Zurückdrückens usw. der Klinge dann im hinteren Rückenbereich eine "sichere Zone" hast, in der das Messer gegen Dich zurückdrücken kann - und in der Du mit einer unterstützenden zweiten Hand Druck aufbauen kannst.
Zu den verschiedenen möglichen / sinnvollen zweischneidigen Klingenformen schau Dir vielleicht mal diese Seite hier an: http://www.filofiel.com/tienda/index.php?cPath=21_502_28_362
Sie enthält eine ganze Reihe von Beispielen, an denen man sich orientieren kann, was einem von der Form her zusagt und was nicht...
ALLE diese Formen kann man entweder schmieden oder aus einem Flachmaterial ("Blech") ausschneiden, in Form schleifen, härten und schärfen lassen, letzteres heißt "Stock Removal".
Was Ama-Ebi meinte, ist folgendes: Zwar ist ein großes Messer wirksam, es erhöht Deine Reichweite, hat mehr Hiebkraft und im Stich eine höhere wundballistische Wirkung. Aber es führt durch seine Größe und Masse dazu, daß Deine Bewegung langsamer und großräumiger wird, die Radien größer, die Arme länger.
Steht es Messer gegen Messer - übrigens nur EINE Form der Auseinandersetzung, und keineswegs immer die Anwendungssituation! - erlaubt das einem wendigen, geübten Gegner mit geschultem Distanzgefühl und Timing, viel eher innen oder außen an Deinem Angriffsarm vorbeizukommen.....und das ist genau die Situation, in der der Gegner dann gut aussieht und Dich zerschnippelt, sobald er an dem wuchtigen Hieb vorbei ist. Unterschiedliche Stile, unterschiedliche Auffassungen....
Zwei weitere Faktoren: Anwendungssituationen mit dem Messer sind keinesweges immer so langandauernd und auch nicht immer so großräumig wie in Filmen mit wunderbaren "Fechtszenen". Und der Gegner wartet auch nicht brav wie D'Artagnan, bis sein Kontrahent auch blankgezogen hat. Auch hier punktet also oft das wendigere, schneller präsentierte und überraschender eingesetzte Messer vor dem mit der wundballistisch wirksameren Klinge.
Andererseits gibt es Anwendungssituationen und Stile, bei denen das große Messer punktet. Letztlich solltest Du das wählen, das anzuwenden Dir leichtfällt und Deinem Wesen entspricht.
Trotzdem solltest Du darüber nachdenken, ob es nicht z.B. 8 Zoll (oder etwas darüber) auch tun, da es in dieser Größe einige berühmte und sehr durchdachte zweischneidige Kampfmesser gibt, die noch nicht so wuchtig sind wie ein schwerer Zehnzöller, z.B. eben das Paragon Harley Battle Bowie oder auch ein KO-2 oder auch ein Cold Steel OSS...
Soll es ein zweischneidiger Zehnzöller mit mittelspitzer Klinge werden, wäre mein Formfavorit etwas in der Art des MercWorx Proeliator oder Goliath. Dann solltest Du aber wirklich darauf achten, daß es führig genug bleibt. Den "Kawumm" großer Zehnzöller benötigst Du bei Camp Knives eher, geht bei einem Fighter das Tempo ZU weit runter, mindert es einfach Deine Möglichkeiten....
Soll es noch ne Nummer größer werden, eher in Richtung Kurzschwert, vergiß die 10 Zoll. So etwas sollte MINDESTENS 12 Zoll Klingenlänge haben, rauf bis 16 Zoll. Übrigens ist die Condor Combat Machete gar keine so schlechte Empfehlung, auch die neue Heavy-Variante der HogSticker-Machete ist unter diesem Aspekt recht interessant. Du besitzt bereits ein paar relativ große Einsatzmesser - im Sinne einer Ergänzung des Bestandes fände ich etwas mit deutlich mehr Reichweite dann interessanter als ein lediglich zweieinhalb Zoll längeres Messer....