Beiträge von Micha M.

    Das mit dem Namenswirrwarr setzt bei nem Becker sozusagen die Tradition fort :)


    Der 0170-6C, in dem Camillus das Messer früher für Becker gefertigt hat, war der Camillus - "Carbon V", der aber wieder ein klein wenig anders gewesen sein soll als der CS - "Carbon V".


    Jedenfalls ist der K110 ein D2 - und damit wären wir wieder in der szeneintern unsterblichen Debatte, ob so etwas denn überhaupt für nen Chopper taugt. Stahlpuristen rümpfen die Nase, nach den Heiligen Gerfin und Landes taugt das Zeug eben gerade für das, für das er mal "erfunden" wurde: Baggerzähne und Kohlefräsen. Nach anderen strenggläubigen Material-Puristen müßte D2 beim Auftreffen auf alles Härtere als Gänseblümchenstiele wegen der großen Karbide und der angeblich mangelden Elastizität zerscherben wie Spekulatius....


    Entsprechend begeistert wurden damals Probleme der ersten Auflage des Kershaw "Outcast" aufgenommen, eines zehnzölligen Choppers, den Kershaw ketzerischerweise eben aus D2 produziert hat und nicht aus C-Stahl. Es hat sich aber herausgestellt, daß das ein Härtungsproblem war - und das ist die Quintessenz der bisherigen mir zugänglichen Erfahrung mit D2 als Messerstahl. Roman als ein Freund, den ich für seine Materialkunde mit einem Blick für deren praktische Auswirkungen wirklich schätze, hat es mal auf den Punkt gebracht: D2 ist ein schwieriges, anspruchsvolles Kind, dessen Eigenschaften im weiteren Leben wesentlich durch die Erziehung beim Härten festgelegt werden, während die produktionsimmanenten Erbanlagen mittlerweile eigentlich durchweg positiv und zuverlässig sind.
    Roman zieht trotzdem C-Stahl für Haumesser vor, ich auch - aber ich stell jedenfalls nicht in Abrede, daß man eben bei einer vernünftigen WB aus D2 zuverlässig funktionierende Haumesser bauen kann.
    Und Jürgen Schanz hat es ja auch "bewiesen" mit seinem WSK und sich dafür ebenfalls der Kritik ausgesetzt. Auch seine Messer zerbröseln jetzt blöderweise nicht an der Brombeerranke, aber das wird die orthodoxen Stahlpuristen nicht davon abhalten, daß das Zeugs "eigentlich" und nach Datenblatt völlig ungeeignet für den Messerbau ist :)

    Warten wir mal ab, wann sich der erste Schwachkopf über "unsägliche Totenköpfe an deutschen Uniformen" beschwert :)
    Ich warte auch drauf, daß mal einer was über den TF-Skull-Bead an meinem Kuli oder meinen Skull-Ohrstecker moppert, wenn ich vor Gericht mal wieder "zeugen" muß.
    Aber ich werde das zu vertreten wissen....
    Der Witz daran ist, daß die natürlich nicht wissen, wie wir hier "ticken" und daß wir uns hier einschlägige Wirrköpfe erheblich konsequenter vom Leib halten, als sie es selbst hinbekommen :)

    Der Daumen drückt im Säbelgriff dort sehr definiert gegen die Erhöhung, wenn man z.B. mit dem Messer etas Hartes durchsticht, mit der Spitze etwas aushöhlt usw. Ergonomisch finden viele Anwender und Designer das dem Halt beim Auflegen auf einer zum Daumen parallelen geraden Auflage überlegen.


    Ich selbst mag z.B. bei einigen Messern statt der Rampe eine geriffelte Mulde. Dort drückt dann im Stich der Daumen mit der Kuppe gegen den vorderen Anstieg, im Hieb oder beim Herausziehen des Messers findet er einen Andruckpunkt am hinteren Anstieg der Mulde....

    Klasse, spannendes Projekt!


    Das originale BK9 - meins noch aus 0170-6C - ist einer meiner Favoriten bei den Serien-Camp-Knives.


    Imo ein ausgezeichnetes Messer, sehr gut eingependelt auf den Skalen zwischen Wucht und Führigkeit, angenehm und praktisch in der Hand, ausgezeichnete Werte beim Schneiden und Hacken.


    Daher sehe ich dieses Projekt mit großem Interesse und glaube, da hast Du Dir wirklich etwas sehr Nützliches gebaut! :thumbup:

    Ja, sind welche :)


    Bezugsquellen sind ja jetzt schon einige genannt, unsere bekommen wir von unserer "Firma".


    Das Anlegen kann hampelig werden, die Dinger sind für mich eher ein "Backup" für Fälle, in denen die normale Stahlacht nicht dabei oder schon "vergeben" ist. Sie lassen sich eben sehr bequem mitführen, passen selbst in kleinste Taschen und wiegen fast nichts.

    Heute vom Nachschleifen abgeholt: Eickhorn-Pacific "Stinger"


    Zu den Daten verweise ich mal auf eine Händlerseite, das mit der Online-Präsentation kriegt Linder wohl besser hin als Eickhorn...ebenso wohl wie die Ausgangskontrolle, wenn man sich einige Erfahrungen hier anschaut.


    http://www.linder.de/de/artike…/Eickhorn_Pacific_STINGER



    Ja, genau: Ein Klon des MOD "Razorback" von Massad Ayoob, das leider nicht mehr zu bekommen ist und bezeichnenderweise auch so gut wie nie von Vorbesitzern weitergereicht wird. Fred Perrin hat das Messer mal sehr positiv getestet und bewertet, zweifellos ist es mittlerweile ein Klassiker in der Gruppe kleiner diskret mitführbarer Tactical-Allrounder.


    Wie einige andere MOD-Klassiker hat Blackhawk auch das Razorback in einer Neuauflage gebaut: Als Razorback-Trocar mit Kunststoffgriff. Auch dieses Messer ist bei vielen Händlern gar nicht mehr zu bekommen, ist aber noch auf dem Markt.


    Die Eickhorn-Pacific-Version ist relativ neu und bleibt erfreulicherweise werktreuer als Blackhawk beim Griffmaterial: Alu statt Plastik.
    Unerfreulicherweise ebenfalls werktreu ist die nach meiner persönlichen Meinung völlig unnötig voluminöse breite Scheide, eigentlich ein Scherz für ein Messer, das sich ansonsten auch IWB oder in einem Stiefelschaft pudelwohl fühlen würde. Die ersten MOD-Razorbacks waren noch ein wenig figurbetonter eingekleidet, später und auch bei Blackhawk ging es dann aber über in baggypantartige breite flache Scheiden. Ich liebe zweireihige Kydex, aber bei so einem schmalen Messer geht auch das schlanker.


    Hier jedenfalls mal ein Vergleich mit Mitbewerbern der gleichen Größenklasse, die sich allesamt gut im Stiefel oder IWB tragen lassen:



    Das geht also auch zweireihig schlanker und macht dann imo mehr Sinn...


    Guuut, Wernersen könnte natürlich ohne Mühe für mich das schlanke Ding auch in eine skinnyjeans-enge Kydex kleiden....aber ich bin unschlüssig:


    Lohnt sich das?


    Das Design ist ein Klassiker, dafür würde es sich IMMER lohnen. Aber so ein Ding muß eben schneiden...denkt man an die oft beworbenen feldchirurgischen Meriten des Messers, möchte man doch unsere Helden nicht mit nem stumpfen Löffel auskratzen :)
    Und werksmäßig schneidet das Messer - sehr gelinde gesagt - äußerst bescheiden.....nach vielen bösen Witzen in der Vergangenheit über Eickhorn-Kavallerie-Messer, auf denen man nach dem Verlust des Pferdes weiterreiten kann, hab ich beim Auslieferzustand meines Stingers jedenfalls das Zitronengesicht eines üblen Running Gag gemacht. Mag Einzelschicksal sein, ich hab keinen Überblick über die ganze Charge - und vielleicht kriegt der nächste Käufer einen sauscharfen Stinger und kann den heldenrettenden Luftröhrenschnitt schneiden statt meißeln....meins hätte das nicht vollbracht.


    Es schneidet auch nach dem professionellen Nachschärfen eines Freundes, der meine Eisenwaren scharf bekommt und auch so hält, immer noch viel schlechter als z.B. die ebenfalls dreikantigen alten CS-Spikes, die auch nicht aus Wunderstahl sind. Es kann also weder am 440A noch an der Klingengeometrie liegen...


    Also liegt es ergonomisch angenehm, schlank aber satt, in meiner Hand, macht mich aber nicht recht froh. Die "fette" Scheide eh nicht, mit der einen Ausnahme einer perfekt möglichen Außenmontage an unsere Schußwesten....


    Mal drüber brüten, vielleicht noch weitere Schärfversuche zulassen. Wird es nicht für mich befriedigend scharf, geht es vermutlich bei Zeiten als Geschenk an irgendeinen noch nicht anspruchsvollen Nachwuchs-Kollegen weiter :)


    Vielleicht doch mal weiterschauen nach einem Razorback Trocar :)

    Hab ich auch schon mal gelesen...und wundere mich übrigens, daß es hier immer großes Buhei gibt, wenn mal einer die Wirkung dieser als Tierabwehrspray vorgesehenen Produkte auf Tiere hinterfragt :)


    Was soll daran abwegig sein - eben abgesehen davon, es ohne erfragte Kenntnisse in der Not gegen Viecher einzusetzen, bei denen es nicht wirkt...


    Üble Konfrontationen sind übrigens auch nicht immer allein die Schuld blöder Städter, was man schon daraus schließen kann, daß immer wieder auch Leute zu Schaden kommen, die mit dem Hüten aufgewachsen sind. Und ich hab auch schon unversehens hinter einer Wegbiegung auf ner Wiese grummeligen Vierbeinern gegenüber gestanden, die noch mehr nach Rindvieh aussahen als ich selbst :) Letztes Jahr hat ne Horde von denen draußen bei unserem Schwarzwald-Domizil unser Auto umzingelt, nachdem sie ihrem Bauern von der Fahne und Weide gegangen waren...da hab ich mich auch erst mal mit Geduld gewappnet, um sie nicht dazu zu provozieren, dem komischen gummifüßigen Ding ein paar Beulen ins lackierte Fell zu buffeln....

    Heute hab ich - abgestimmt auf die Klamotten des Tages - liebend gern wieder einmal zwei von meinen BS-Messern ausgeführt...das schlanke "Yoroi Doshi" und das bullige "MOZ", das ja später in verschiedenen Finish- und Klingenlängen-Ausführungen in unserer Runde noch einige weitere Freunde gefunden hat.





    Martins Ausfall, der befristet sein möge, empfinde ich - mal ganz abgesehen auch vom menschlichen Kontakt mit dem verständnis- und humorvollen Perfektionisten! - als großen Verlust für unsere Szene!


    Zusammen mit anderem Kram aus den heutigen Taschen sah das dann so aus:



    Die Handschuhe sind seit vielen Jahren i m m e r dabei, die blauweißen Bändsel wandern auch seit längerer Zeit ohne Nachdenken oder Anlaß von einer Cargohosen-Beintasche in die nächste, bis sie zuweilen mal verbraucht und ersetzt werden :)

    Der Threadstarter hat doch schon von seiner Anfangsüberlegung Abstand genommen und sich damit erfreulicherweise als nicht beratungsresistent erwiesen, was doch für ihn spricht.


    Wir haben bei aller teilweise auch sehr pointierten (...Asche auf mein Haupt...) Kritik hier ja eigentlich jedes Verständnis für ein gewisses Vorbereitetsein auf Widrigkeiten, insbesondere welche, die von unseren Mitmenschen böswillig herbeigeführt werden. Und meine Antwort an meinen Chef auf die Frage, ob ich denn momentan ein Messer dabei hätte ("Sicher, ohne eins geh ich nicht mal austreten...") würden bestimmt auch viele nicht-eisenwarenaffine Mitmenschen in Unkenntnis der Lebensregel "Go nowhere without a knife" ebenfalls mit "...hat was an der Waffel..." beantworten. Sei es drum :)


    Aber der Threadstarter hat doch wohl unsere Zweifel verstanden, ob es sozusagen risikoangemessen ist, in unserem normalen Habitat ohne besondere Gefährdungsindikatoren aus Tätigkeit oder Ereignissen generalpräventiv mit einer "EDC-Schutzweste" herumzulaufen, zumal dann noch einer mit Platteneinschüben.


    Ich halte auch viel von einem gescheiten EDC und habe beruflich sowohl eine sehr bequeme Unterzieh-Schußweste mit Metallgewebe-Stichschutz zur Verfügung als auch im Büro nen Koffer mit ner schweren Überzieh-Weste. Aber ebensowenig, wie ich auf die Idee käme, ohne ein Messer in der Tasche wandern zu gehen, käme ich auf die Idee, dabei ne Schutzweste zu tragen :)


    Dienstlich verlange ich meinen Leuten das Tragen im Einsatz ab, grundsätzlich und per Anordnung und über die Vorschriftenlage hinaus. Und als Einsatzleiter muß ich nach Selbstverständnis sowieso mit gutem Beispiel vorangehen. Daß sich das ebenso aus meinen Workshops über den Nutzen eines Stichschutzes ergibt, setze ich mal als selbsterklärend voraus. Ich hatte ne Zeitlang ne Weste mit Platten-Stichschutz und hab sie auch beim Arbeiten getragen, aber gehaßt, insbesondere bei stundenlangem Hocken in einer Karre. Und sowas ist im Vergleich zu ner SK4 mit Keramikplatten noch luxuriös leicht und beweglich.


    Wir waren hier wohl zum Teil ziemlch drastisch, sind aber auch verstanden worden :)

    Hast Du übrigens so etwas schon mal probeweise getragen?
    Die Idee, sozusagen spaßeshalber eine Weste mit Platten zu tragen, ruft jedenfalls bei allen große Heiterkeit hervor, die so etwas aus beruflicher Notwendigkeit wirklich öfter mal tragen müssen (wie übrigens ich auch...).


    So eine Unterziehweste reicht dann übrigens bei Deinem speziellen individuellen privaten Sicherheitsbedürfnis auf keinen Fall aus....Glaub mir, falls Du schnöde durch die Weste erstochen wirst, solltest Du - was ein wenig paradox sein dürfte - darum beten, daß es kein ewiges Leben gibt, ob nun mit Manna oder Jungfrauen, denn Du würdest Dich dann ja ewigzeitlebens ärgern :)


    Also mindestens noch Stichschutz, außerdem Platten, un-be-dingt Platten. Schon ne Tokarev durchchlägt SK1, von Langwaffen mal ganz abgesehen. Da Du ja offenbar davon ausgehst, daß Deine Nachbarn Russenmafiosi sind, böse Tschetschenen oder mindestens von der ISIS, haben die MIT SICHERHEIT auch Kashis.


    Und die Sache mit der ISIS schreit dann ja auch nach Ergänzung: nämlich einem schuß- und schnittfesten Kragen. Jemand mit einer tollen Weste jedoch einem abgesäbelten Kopf wirkt NICHT wie ein Gewinner und fühlt sich auch nicht so.


    Da ein verlängertes Leben mit verkürzten Genitalien nur länger, jedoch nicht unbedingt erstrebenswert ist (...ohne Dich jungen Menschen verderben zu wollen, Du wirst den Wert und Nutzen eines auch unter dem Nabel unzerstörten Körpers jedenfalls irgendwann zu schätzen lernen...), empfiehlt sich zur Sicherheit auch unbedingt noch der schußhemmende Tiefschutz.


    Und ein Helm muß her. Solange Dir nur Sorgen durch den Kopf gehen, ist ja alles noch in den Griff zu kriegen - wenn es ein Projektil ist, ist Schluß mit lustig (und unlustig), es sei denn, wie gesagt, die Sache mit den Gärten und Jungfrauen oder irgendwelchen geflügelten harfenspielenden Wallehemdenträgerinnen ist doch kein Joke.... MIT Visier bitte, denn es ist für den Bergungstrupp zwar eine sachliche Erleichterung, so ein Gematsche einfach im umgedrehten Helm wegtragen zu können, verlängert aber eben auch wieder nicht das irdische Leben...


    Natürlich wirst Du, so spazierenderweise ohne vernünftigen Grund aufgebrezelt wie ein SEK'ler, vielleicht dann doch ein wenig auffallen und leichte Beute irgendwelcher phööösen Purchen, die häufig ein ausgzeichnetes Gespür für Minderwertigkeitskomplexe haben (fremde und eigene) und Dich dann vielleicht erst recht zum Ziel machen. Umschmeißen und drauftreten reicht dann ja....


    Was Du auf keinen Fall tun solltest: Manche jungen Leute mit solchen putzigen Ideen fühlen sich sehr angezogen von Sicherheitsberufen, möchten "wenn sie mal groß sind", oft sehr gern Soldat oder Polizist werden (...dann kauft man Dir eine schöne Weste, über die Du dann im Kollegenkreis genug schimpfen kannst, wenn Du nach ner Doppelschicht im Sommer schwitzt wie ein Schwein und Dir mangels vernünftiger Wärmeableitung und durch den Flüssigkeitsverlust dann so langsam auch etwas flau wird...). BITTE erwähne dann bei den Auswahlverfahren oder später im Kollegenkreis NIEMALS, daß Du früher einfach so zum Spaß mit sowas rumgelaufen bist. Unter meinesgleichen, vollzugsdienstlichen Ruhrpott-Kodderschnauzen, würde das, verzeih die Offenheit, vermutlich mit "...einen an der Waffel...." kommentiert und wäre im Auswahlverfahren mit ziemlicher Sicherheit ein psychologischer Ausschlußgrund.


    Relax! :)

    Mike Perrin ist einer der beiden Köpfe hinter RAT / ESEE, nicht nur Messerdesigner, sondern auch sehr erfahrener Anwender - und übrigens auch ein Quell an Sachkunde und Freundlichkeit im Mailkontakt :)


    Shane Sibert ist ein äußerst gefragter US-Messermacher, der z.B. so tolle Messer wie das Free Radical oder das mittlerweile unter Aficionados fast legendäre Martialist entworfen hat und zu dessen optischen "Markenzeichen" eine Griffgestaltung unter Verwendung großer Hohlniete gehört.


    An beide mußte ich sofort denken, als ich Deinen Entwurf sah, in dem diese für die beiden Designer sozusagen typischen Merkmale ein sehr schönes, eigentständiges Gesamtbild ergeben.

    Deswegen ja "Klon" :)


    Das C.A.T. ist häufig nachgebaut worden.
    Entsprechende Fernost-Klone wurden hier für kleines Geld z.B. jahrelang in Angelbedarfsläden vertrieben. Handliche kleine Dinger. Die Klone hatten oft auch diese glatten schwarzen Schalen und Schrauben wie auf dem Bild....

    Vielleicht etwas unvernünftig in letzter Zeit...aber nach dem Scuba Demo hat mich heute ein weiteres "Discontinued Model" aus der SOG-Familie erreicht, das M 43 Mini Tsunami:



    Ich konnte nicht anders, außerdem ist es nicht m e i n e Schuld! Rolf hat mir einen hämisch kichernden Marzipan-Troll namens "Guckmalwieschön" auf die Schulter gesetzt, der mir penetrant die fast unglaubliche Nachricht ins Ohr flüsterte, daß noch eines dieser auch schon seit Jahren nicht mehr gebauten Messer in einem deutschen Online-Shop zu haben war.



    Hier mal ein paar Daten und Infos mit herzlichem Dank an die SOG-Sammler :thumbup:


    http://www.sogknivescollectors.com/mini-tsunami-m43.php


    Nach dem Glückskick vom Scuba Demo gab es dann kein Halten mehr :) Also wurde geordert, bestärkt von der immer größeren Unbehaglichkeit, daß sanierte Großbanken mit Milliardengewinnen ihre Griechenland-Risiken ja jetzt komplett auf unsere Schultern abgewälzt haben, knapp bevor Mutti gestehen muß, daß sie uns soeben ne Runde Ouzo für schlappe 80 Milliarden Ocken eingeschenkt hat und die Kaufkraftverpuffung bei unseren Ami-Eisenwarenhändlern natürlich ein zahlenswerter Preis für die rücksichtsvolle Nichtbesteuerung griechischer Magnaten ist :)


    Also die jahrzehntelange Lüge verdrängt, daß Sparen eine gute und notwendige Sache ist und der Lüge hinterhergaloppiert, daß Konsum uns rettet....ein Messer ist jedenfalls was Reelleres als Politsprüche mit ner Halbwertzeit wie Francium223 (...der war für den Chemiegeneral :) ).


    Heute kams, wurde gleich ausgepackt und neben eine elegante Cousine gelegt - das Bob Lum Tanto Fixed aus dem Sprint Run von Spyderco:



    Unverkennbare Ähnlichkeiten, das SOG ist ein wenig länger, die Klinge etwas dünner, das Messer insgesamt deutlich eher als User gestaltet mit seinem übrigens wunderbar handlichen Griff. Zur Spitze hin steigt das SOG ein wenig steiler an als das Lum Tanto, interessanterweise ist es aber auch kein "reines" American Tanto, sondern wandert sozusagen zwischen der klassischen Gruppe der Tanto mit gerundeter Kissaki und der der modernen American Tanto...


    Größe und der Kratongriff machen es sehr führig, das verführte zum nächsten Gruppenbild, sozusagen einem optischen Ost-West-Dialog in der Größenklasse 4 - 5 Zoll....hier mit dem NOKS Smersh, das ich ebenfalls schätze. Meinetwegen sollen mich die Pullacher Schlapphut-Petzen also als Russenversteher an ihre Ami-Capos durchmelden :)



    Was als Gruppenbild aber sein m u s s , ist zunächst eins mit zwei weiteren nicht mehr gebauten kleineren SOG-Modellen, die beide ausgezeichnete Messer sind: dem Tomcat und dem Pentagon, einem der nützlichsten und praktischsten Dolche, die ich kenne...



    Legt man zum "Gruppenbild in ehrendem Angedenken" dann auch noch das Recon Bowie und das Scuba Demo, drängt sich eine Frage förmlich auf...



    Das alles sind funktional rundum überzeugende Messer - und sie haben einen hohen ästhetischen Reiz auf viele Messerfreunde. Sie erzielen mittlerweile teilweise erschreckend hohe Preise, die sich nicht ausschließlich auf ihre Verknappung zurückführen ließe, wenn der Reiz fehlen würde, den sie zweifellos ausstrahlen. Schaut man sich dann manche moderne Saison an, fragt man sich, warum manche Messer zugunsten der Produktion teilweise völlig langweiliger neuer Modelle nicht mehr gebaut werden....nicht nur bei SOG. Beispiele würden mir sofort auch zu Gerber oder Cold Steel viele einfallen...



    Ich bin jedenfalls froh, daß ich das sehr handliche Mini Tsunami ergattern konnte, Rolf ist verziehen! :thumbup:
    Das Messer macht ergonomisch einen sehr guten Ersteindruck und schreit förmlich nach Praxisgebrauch. Leider habe ich eines der frühen Modelle erwischt, später wurden die Messer mit einer Kydexscheide ausgeliefert. Bei der Lederscheide kann man die hinter dem Griff hochragende Lasche nicht umlegen, um das Messer hoch zu tragen, zudem stört mich der Sicherungsriemen.
    Ich denke, Wernersen wirds richten :)