Auch wenn es sich nicht allgemein durchgesetzt hat, solltest Du Dich zumindest nicht grundsätzlich davon abschrecken lassen.
In den 90ern kam das im Tactical-Bereich zumindest in breiter wahrgenommenem Umfang auf, bei manchen Spezial-Formen ist man dabei geblieben, offenbar eben von Beiteln, Hobeln usw. inspiriert. Und es gab dann immer mal interessante Messer mit diesem Konzept, das andererseits eben "Mindermeinung" blieb.
Schwierig, eine allgemeine Antwort zu finden...so schwierig wie die Frage z.B., ob Modern Tanto was für den Alltag ist.
Ich kenn geschickte und erfahrene Leute, die beides in Zweifel ziehen.

Ich selbst bin mit beidem klar- und durch die Welt gekommen 
Die beiden CRKT / Halligan Stiff KISS hab ich so um die 20 Jahre im Bestand.
In etwas weniger messer-hysterischen Zeiten haben sie mich durch ganz Europa begleitet, haben in Portugal brettharte Chourico geschnitten und auf Sizilien und in der Toskana Salami - und alles andere, was da so an Schneidarbeiten anfiel, immer prima erledigt, waren immer zur Hand, immer zuverlässig, immer funktionell...
Das mit dem dünneren "Tüddelband" ist schon ziemlich abgenudelt und zigfach nachgeschärft, dadurch auch schon sichtlich "schlanker" geworden und immer gut geblieben.
Lieber Himmel, AUS-6, Modern Tanto und einseitiger Chisel.....nach manchen Dogmatikern muß das schon am ersten Paketband versagen und anschließend bleibend unbrauchbar bleiben
Nix davon, seit 20 Jahren treue Helfer - aber eben für mich, mit meinen Vorlieben...
Drunter ein M16-14, mein erster "teurer" Folder damals, aus der ersten Serie, noch ohne LAWKS, auch so um die 20 Jahre im Gebrauch.
AUS-8..."kaum besser" als die Stiff KISS. Nie bereut, immer nützlich.
Was sich mittlerweile bei beiden eingestellt hat, ist das "Aufweichen" der Chisel-Idee zumindest an der Schneidfase: So oft mit Feldmitteln nachgeschliffen, also Rollenschärfer oder Wolframkarbid-V-Schärfer, daß die Schneidfase längst schon symmetrisch ist und die Sache mit dem Chisel sich auf "weiter oben" beschränkt.
Der Vorbesitzer des CQC-8 hats auch auf symmetrischen Anschliff umgeschliffen, das Persian war von Beginn an symmetrisch.
Was sich für mich gezeigt hat: Ich bevorzuge die glatte Seite mit Ausrichtung zum Schneidgut, also links für Rechtshänder. So bin ich immer bestens auch für Knobi & Co. mit den Halligans hingekommen. Ich kenn aber auch kundige Anwender, die es anders herum bevorzugen.
Ich glaube, Hosch gehört dazu...
Meist ist es aber so wie beim M16 oder beim Timberline Aviator, an dem ja Emerson wohl auch konzeptionell mitgestrickt hat zusammen mit Nealy (Vaughn, nicht Bud
).
Unterm Strich für mich also kein Ausschlußgrund!!
Und an der Fase fängt sich das mit der Zeit beim Anwender, der auf sammler-relevante "Authentizität" nicht unbedingt Wert legt, eh mit der Zeit ein....