Beiträge von Micha M.

    Die nachgelassene Sorgfalt und die resultierenden "Flüchtigkeitsfehler" haben mich auch geärgert und irritiert, zumal das alles Dinge sind, die sich einfach und mit wenig Zeit- oder sonstigem Ressourcenaufwand hätten vermeiden lassen und beim "Little Bowie" auch alle nicht aufgetaucht sind.


    Der Eindruck "out of the Box" war damit belastet.
    Aber das Messer war konzeptionell für mich sehr spannend und sah auch sehr gut aus für mich.


    Was macht man dann jetzt?
    Ich mach solche Erprobungen ja nicht auftragsweise-verkaufsfördernd, insofern ging es mir bei den Überlegungen jetzt nicht darum, ob ich mit einem objektiv-kritischen Bericht Condor oder selbst Tony als Kumpel einen Gefallen tun würde - denn bei einem Review geht es nicht um einen "Gefallen", wenn man das ernst nimmt. Genau das ist ja der Grund, warum ich über Jahrzehnte z.B. aus jedem Engagement wirtschaftliche Dinge komplett rausgehalten habe.


    Aber ich hab das Messer bekommen, habs gleich umgeschnallt, bin ab in den Wald und hatte dort glücklicherweise auch sofort Gelegenheit, was damit zu machen....und in der Folge noch häufiger, drin und draußen. Und das Messer ist für mich im Gebrauch und Handling eben richtig klasse, und das für den besagten Hunni im Vergleich mit dem locker Dreifachen bei den meisten hippen Mitbewerbern....


    Meine Sorge war also eher, jemandem als anwendungsorientierem Interessenten das Messer zu verleiden, das doch ohne viel Trara von den meisten ohnehin nur kosmetischen Unpässlichkeiten zu befreien war.


    Und ich hab an ein Mission MPU gedacht, vor Jahren gekauft und geliefert bekommen als "Kavalleriemesser": Wenn das Pferd starb, konnte man auf dem Messer weiterreiten...die mitgelieferte Plastikscheide war so ne Art Notbehelf.....War das jetzt ein schlechtes Messer, war es keine Empfehlung wert? Ich hab das MPU jetzt lange Jahre, trage es oft...es wurde schnell neu von Wernersen eingekleidet und kundig von nem Kumpel geschärft, und ich würde sowas wie ein MPU na-tür-lich empfehlen.
    Und ich hab an mein BJ 1-7 Commando Handle gedacht, ein ausgezeichnetes Messer, das mittlerweile über 300 Euro kostet....eingekleidet in Sharpshooter-Leder, also schon was SEHR Renommiertes...und der Sicherungsriemen mußte erst mal unter Heißwasser, um das Schließen am Gürtel nicht zur Gymnastikstunde zu machen. Nicht empfehlen?? Pffff....
    Und die ersten Bastinellis, noch bezahlbar und als Messer von ordentlicher Qualität, kamen in Kydexen, die SOFORT in den Reservescheiden-Grabbelsack kamen und guten Custom-Kydexen wichen. Die Messer waren haptisch und konzeptionell Offenbarungen, und das RED bleibt für mich eines der besten Serienmesser der letzten Jahre.
    Bei Spyderco reizen mich ja bekanntlich eher die Fixed als die Folder.....was da ums Street Beat kam, schon damals für nicht wenig Geld, saß tight wie Baggy Pants und klapperte höhnisch bei meinem, da mußte auch erst mal Wernersen dran. Das Ding ist ein Klassiker geworden.


    Wenn die Feststellungen etwas wirklich Funktionales betroffen hätten und man das nicht einfach hätte abstellen können, wäre mein Votum anders ausgefallen.
    So hab ich aufgeführt, was ich festgestellt hab, und jeder kann schauen, ob er das so hinnehmen will.
    Für mich ist das Messer es wert, es sollte aber sehr deutlich zu Condor kommuniziert werden, daß man sich keinen Gefallen tut, wenn Dinge auftauchen, die beim ausgezeichneten Little Bowie so leicht vermeidbar waren...

    Welches Bowie soll es sein?


    Für den Durchschnittswanderer liegt das kompakte und „erklärungsfreie“ (ohne Diskussion 42a-konforme) „Little Bowie“ für mich vorn.





    Nach wie vor begeistert mich das Konzept des „kleinen großen Messers“, und es hat sich für mich in der damaligen Erprobung und auch im anschließenden Gebrauch als umfassend nützlich erwiesen.




    Aber manche von uns mögen „Full Size“, und größere Outdoormesser haben eine SEHR lange Tradition, nicht alle haben die Präferenzen von Sears. Will man auch mal freihändig etwas hacken oder zurichten, punktet die lange Klinge, auch die längere Schneidenlinie punktet sofort, wenn man voluminöseres oder widerstandsfähigeres Schneidgut bearbeitet. Und Spaß machen sie auch noch…


    Ich mag bekanntlich diese Messergröße, bei ganz friedlicher Verwendung, alles andere ist hysterischer Mumpitz. Aber ich hab einfach Freude daran, mich zum Steinpilz mit dem Vierzehner oder dem Legionsbowie nicht so tief runterbücken zu müssen oder einen störrischen wegversperrenden Totholzast ohne weiteres Werkzeug kappen zu können…


    Mich zieht das Messer hinaus, und da macht es dann seinen Job gut!







    Wo die Erklärungsfreiheit nicht übermäßig punktet und es zum Mitnehmen nicht so kompakt wie möglich sein muß, ist das erschwingliche und schöne Messer für den anwendungsorientierten Interessenten wirklich eine Überlegung wert, trotz der kleinen Abstriche in der kosmetischen Haltungsnote. Und für diesen Interessentenkreis hat es meine Empfehlung!


    Gebrauch:


    Zur Schnitthaltigkeit hatte ich ja schon kurz beim Stahl etwas geschrieben, ansonsten verweise ich auf Post 58 des „Little Bowie“-Reviews zu den grundsätzlichen Features…


    Condor / Lennartz "Little Bowie"








    Wie gesagt, schärfen muß man es erst einmal. Dann schneidet es outdoormesser-gerecht, nicht wie ein Sashimi-Slicer. Was zum „Little Bowie“ dazu geschrieben wurde, kann fürs „Belgian Bowie“ weitgehend so bleiben. Auch nach dem Abhacken einiger gefrorener Äste zum Unterklettern eines querliegenden Baums schnitt es daheim Fleisch und Wurst ohne Mucken und hat bislang insgesamt nicht spürbar nachgelassen. Ordentlich wärmebehandelter C75, eine bewährte Klingengeometrie…






    In verschiedenen Haltungen lag es bei allen Jobs dabei ausgesprochen angenehm in der Hand, bei feineren Arbeiten weit vorn mit umfaßtem Handschutz, bei freihändigem Hacken auch mal mit nur hinten halb umfaßtem Griff, immer sicher….
    Dieses subjektiv eben auffällig angenehme Handling bei ordentlicher Leistung hat die Sache für mich eben im Praxisgebrauch draußen wie drinnen ausgemacht und mich von dem Messer einfach überzeugt.

    Scheide:


    Mitgeliefert wird die schwarze Lederscheide, im Grundsatz ordentlich gemacht aus stabilem Leder, gut vernäht, in dieser Preisklasse wirklich wertig.






    Die Scheide ist nicht seitenwahlfrei, und das hätte man bei einem geraden (wie z.B. beim Al Mar SERE Attack) oder unten symmetrisch runden (wie bei Randall) Abschluß durchaus ohne Zusatzmühe hinbekommen können. Und schon wär das auch was für Linkshänder oder für das Tragen mit der Schneide nach vorn hoch am Gürtel auf der rechten Seite gewesen…
    Aber es ist eine Binsenweisheit, daß viel mehr über Messer nachgedacht wird als über Scheiden, und ebenso, daß es viele gute Messer mit suboptimalen Scheiden gibt.
    Unverständlich finde ich auch, daß die gelobt breite Gürtelschlaufe jetzt beim größeren Modell schmaler ausfällt. Bei einem Bundeswehrkoppel muß man zum Durchfädeln jetzt den Verschluß abnehmen, das mußte man beim „Little Bowie“ nicht.
    Daß man auch bei sehr langen Schlaufen mühelos die Tragehöhe einstellen kann mit einer Schlaufe Paracord durch eine Zweierreihe von Löchern in der Schlaufe, kann man bei Randall leicht lernen, wenn man sich ausnahmsweise eben nicht nur andere Messer ansieht, sondern auch andere Scheiden.


    Die Sache mit dem sehr schmalen Mund und dem sehr kurzen Riemen hatte ich erwähnt, beides reversibel ohne große Mühe bis auf die kleine so wohl unvermeidliche Stauchung, wo das Ricasso gegen den Rand knallt….Hätte sich mühelos vermeiden lassen, stört aber nur kosmetisch.


    Auch da ein bemerkenswerter Pluspunkt für Tony:
    Er hat dann selbst alternativ eine Scheide entworfen (Insider-Scherz zwischen alten Kampfgenossen: Sowas kennen wir ja schon ïŠ ) – und die ist viel besser als die Serienscheide…schöner eh.
    In Handarbeit von einem einzelnen Handwerker gefertigt, sehr gut sitzend, schön anzusehen.







    Vor allem aber mit dem „Angebot“, sie wahlweise konventionell in zwei verschiedenen Tragehöhen zu tragen oder in Tonys favorisierter Position cross links.
    Wenn man auch ein großes Messer offen führen kann, ist das eine tolle Position, bedarfsweise ist das Messer mit beiden Händen gut zu erreichen und in so gut wie jeder Körperhaltung gut zu ziehen, auf engstem Raum auch mit sehr nah am Körper anliegenden Armen.


    Da es aber in unserem zunehmend hysterischen Land ja auch mal diskreter sein und das Messer komplett unter Jacke/Smock getragen werden soll, bin ich froh über die konventionellen Tragemöglichkeiten.

    Griff / Ergonomie:


    Zum Griff und zur Ergonomie verweise ich weitgehend auf die Posts 33 und 36 im „Little Bowie“-Review, da der Griff fast identisch ist.






    Condor / Lennartz "Little Bowie"


    Condor / Lennartz "Little Bowie"


    Ein Unterschied findet sich in den beim größeren Modell nicht ganz so tief und konturiert eingeprägten Mulden, die Haltung bleibt aber sehr definiert und vertrauenerweckend.
    Der Griff wirkt dadurch eine Spur fülliger in der Hand, was bei einem größeren Messer ja kein Nachteil ist. Zudem hatte ich beim „Little Bowie“ ja schon erwähnt, daß der Griff für meine kleine Hand traumhaft ist, jemand mit einer großen Hand da vielleicht eine Idee mehr umfassen möchte.


    Die kosmetischen Unterschiede beim hinteren Jimping hatte ich ja schon erwähnt, die kleine zu eliminierende Kante vorn an den Schalen auch, danach ist die Haptik des größeren so angenehm wie die des kleineren Messers.


    Die Vorzüge des Säbelgriffs, der auch hier natürlich alle Haltungen so zuläßt wie im obigen Post 36 dargestellt, machen sich bei der größeren Schwungmasse der längeren Klinge eher deutlicher bemerkbar als beim kleinen Bruder.


    Da der Griff für mich hier das interessanteste Gestaltungsbestandteil ist, möchte ich hier nochmals auf den Vorteil des gebogenen Säbelgriffs eingehen:






    Der hinten oben nach unten abfallende Teil des Griffs gestattet es, einen Teil des unteren Handballens sozusagen schräg auf/hinter diesen Bereich zu legen. Das hat zwei positive Effekte:


    Das Handgelenk wird weniger stark nach unten abgebogen, um das Messer in eine gute Arbeits- und Wirkposition zu bringen.
    Und der hinter dem Griff liegende Teil des Handballens begünstigt einen kraftvollen Klingenvortrieb beim Durchdringen widerstandsfähiger Materialien.








    Man findet solche leicht gekrümmten Griffe zuweilen bei ergonomisch besonders überzeugenden Messern, z.B. von Bastinelli, von Mosier, von Bram Frank…..So einen hinteren Griffbereich findet man zuweilen auch bei Ergonomie-Ikonen wie Bill Moran. Bei großen Messern sind sie leider eher selten, das bemerkenswerte Battle Bowie von Larry Harley fiel mir da für einen Direktvergleich ein, auch das auffällig angenehm in der Hand liegende A&R Korsar nimmt den Gedanken vorsichtig auf….







    Selbst habe ich mal lange mit Blade Systems am Griff eines Outdoorers herumexperimentiert, mit diversen Schablonen, dann dreidimensionalen Griffmodellen, die über Wochen immer wieder der möglichst natürlichen Handhaltung angepasst wurden – das Ergebnis war ähnlich wie beim Säbelgriff von Tony, was das nach unten gerundet abgebogene Griffende betrifft:





    Bei einem Outdoorer muß man ein wenig darauf schauen, daß man die Formanpassung nicht „übertreibt“, denn das Ergebnis muß umfassend in verschiedenen Haltungen anwendbar bleiben und sich auch noch in dicken Handschuhen vernünftig greifen und führen lassen.
    Bei den Säbelgriffen von Tony sind die Ergonomie-Überlegungen umgesetzt bis zu einem Punkt, der die Messer weiter selbst in dicken Winterhandschuhen auch reverse oder edge-up führbar bleiben läßt, wenn die Anwendung das erfordert.
    Das ist ausgezeichnet gelöst.


    Die Form macht das Messer zudem sehr bediensicher, es rutscht durch das herabgezogene Hinterende weder nach vorn aus der Hand, noch rutscht die Hand durch den griffintegrierten unteren Handschutz nach vorn auf die Schneide. Darauf kann man sich verlassen, ohne daß sich andererseits lange „Hindernisse“ am Messer ergeben, die sich beim Ziehen in Kleidung verhaken könnten.
    Und das herabgezogene Griff-Hinterende bietet, ggf. unterstützt durch Handschlaufe / Lanyard hinten (ein Lanyardloch ist ja vorhanden) auch bei kalten und / oder nassen Händen bei Verwendung von Köcherscheiden auch genug „Ansatz“ für die Hand zum Ziehen des Messers.


    Ich habe das Messer indoor mit bloßer Hand verwendet, draußen je nach Wetterlage mit Halbfinger-Handschuhen wie ganzjährig bei mir üblich, wenns kälter war auch mit dickeren Handschuhen, über den französischen Militär-Lederhandschuh für den Winter bis zum wirklich recht dick gefütterten britischen Armee-Modell.




    Das Handling blieb durchweg sehr angenehm, die Handlage definiert.
    Mit den Ausführungen zur Form des Griffs möchte ich jetzt nicht behaupten, daß Messergriffe so sein MÜSSEN, es gibt andere Ergonomie-Ikonen wie z.B. insbesondere Bill Harsey, die auf andere Formen setzen und auch damit überzeugen – aber man KANN Griffe mit sehr guten Ergebnissen eben so formen….


    Der Griff wird hier konventionell, wie schon beim „Little Bowie“, mit geschlossenen Schalen angeliefert, anders als beim Rahmengriff des GBK.
    Tony vertritt mit viel Erfahrung und durchaus schlüssigen Argumenten für viele Messerformen den Rahmengriff, der typisch für das ursprünglich vollintegrale GEK war.
    Einpressen von Teilen der Innenhand in den Rahmen, optimaler Verdrehschutz, automatisch richtig ausgerichteter Schneidenwinkel in der Hand, das alles will ich gar nicht von der Hand weisen.
    Am Ende war mir dennoch individuell ein geschlossener Griff sowohl am GEK-EDC als auch am GTK für mich selbst lieber. Und ich konnte ihn bekommen, im Gegensatz zu den allermeisten damaligen Serienmessern war das bei ihm schon vor Jahren möglich, ebenso eine Wahl zwischen verschiedenen Scheiden-Typen. Ich schätze diese Individualisierungsmöglichkeiten, und ich schätze seine Aufgeschlossenheit, wie oben schon einmal erwähnt.
    Ich hatte das GBK mit Rahmengriff schon in der Hand, es hat nicht zu mir gefunden, das „Belgian Bowie“ war sofort „meins“. Und das zählt dann eben.

    Klingengeometrie:


    Die 36 mm hohe Klinge des „Belgian Bowie“ ist tatsächlich 2 mm niedriger als die des „Little Bowie“, bei dem Tony es also mit der Erhaltung der Klingenhöhe beim „kleinen großen Messer“ wirklich ernst gemeint hat. Und beim „Belgian Bowie“ ist er zu einer klassischen Säbelschliff-Aufteilung der Anschliffhöhe zurückgekommen – Flachschliff mit einer hälftigen Aufteilung wie bei vielen anderen bewährten großen Bowies. Das „Little Bowie“ ist hingegen in Zweidrittelhöhe angeschliffen und damit vom Querschnitt her potenziell schneidfreudiger. Das „Belgian Bowie“ kann das aber bei vollem Durchzug der Schneide durchs Schneidgut mit der größeren Schneidenlänge ausgleichen.
    Insgesamt bleibt es aber dabei, daß das Messer kein Trüffelhobel oder Sashimimesser ist, sondern ein robustes Field Knife mit einer Schneidengeometrie, die dafür auch die Belastung gröberer Arbeiten gut wegsteckt.












    Länger ist nicht nur die Klinge insgesamt und die Schneide, sondern auch der langgezogene konkave Clippoint. Die Länge gefällt, hier wie beim Harley Battle Bowie beispielsweise oder auch bei Linder-Klassikern wie dem Arkansas Toothpick oder dem Kentucky Bowie. Ein immerhin vier Zoll langer und entsprechend nur moderat nach hinten ansteigender Clippoint bringt bei widerstandsfähigem Schneidgut natürlich im Durchstich ein sehr gutes Verhältnis zwischen Klingenvortrieb und Aufweitung des Schnittkanals und damit gute Penetrationseigenschaften.




    Auch in einem anderen Interessenbereich, für den das Messer aber ausdrücklich nicht entworfen ist, ist ein langer und dann ggf. nachträglich geschärfter Clippoint natürlich für noch weiter verstärkte Penetrationsleistung sowie für wirksame Backcuts von Nutzen. Ja, ich denke darüber nach…

    Stahl:


    Zur Materialwahl verweise ich auf Beitrag 31 im Little-Bowie-Review:


    Condor / Lennartz "Little Bowie"


    War nach der dortigen Erprobung C75 schon eine gute Wahl für einen Viereinhalbzöller, punktet die Elastizität natürlich erst recht bei einer längeren Klinge wie dieser.
    Die hinreichende Schnitthaltigkeit hat sich bei den Tests mit dem „Little Bowie“ schon ergeben, das im Wechsel Tomaten und Dosenblech und dann wieder Tomaten schneiden mußte und das sehr ordentlich absolvierte.
    Ja, es gibt natürlich per Datenblatt „um Welten“ schnitthaltigeres Material, aber beide Messer haben mir gezeigt, daß ihre Schnitthaltigkeit für mein eigenes Anforderungsprofil ausreicht, ich sie dabei aber bedarfsweise auch wieder mit „Feldmitteln“ nachschärfen kann.
    Das hat sich beim „Belgian Bowie“ z.B. auch beim bzw. nach dem Hacken von gefrorenem Holz gezeigt, das der Schneide keine Leistung nahm.

    Unterm Strich also eher suboptimal für Finish-Pingel.
    Warum mach ich mir trotzdem die Mühe, das Messer hier ausführlich vorzustellen, warum empfehle ich es am Ende den Interessenten, die primär anwendungsorientiert auswählen?


    Weil derartige Kosmetik Modelle anderer Hersteller, oft zu einem Vielfachen des hiesigen Preises, nicht daran gehindert hat, Kultstatus zu erreichen.
    Weil nach einer Stunde Nachbearbeitung (selbst mit so legendär geringem Geschick wie meinem) ein Messer herauskommt, das zu Schärfe oder Kanten keine Makel mehr aufweist und bei dem nur sehr geringe kosmetische Makel verbleiben im Einzelfall.
    Weil man dann ein für mich bemerkenswert gutes und angenehmes Messer mit sehr guten ergonomischen Eigenschaften und einer vielseitig praxistauglichen Klinge bekommt, in einer durchaus funktionalen und bis auf den geschilderten Punkt wirklich wertig gemachten Scheide, die man in dieser Preisklasse suchen muß.
    Und weil das am Ende für jemanden mit meinem Beuteschema ein Messer ist, das man für einen verlockenden Kurs bekommt und nicht mehr weglegen möchte…




    Erst einmal konnte man da aber nur aus der Ferne schauen und mutmaßen, denn die Auslieferung auf dem deutschen Markt hat sich leider weit durch 2021 gezogen und ist noch immer nicht wirklich „flächendeckend“ angelaufen, das muß Tony ausgesprochen ärgern und hat mich ja auch lange geärgert…


    Dann kamen auch noch in ersten Reviews erste Zweifel an der Schärfe der Messer „out of the box“ auf, durchaus auch dort schon mit dem Hinweis, so etwas habe ein so rassiges Messer nun echt nicht verdient…


    Die ersten habe ich dann hier in Deutschland bei den netten Müllers von „Com2you-Biwak“ aus dem Saarland angeboten gesehen, und das mit nem regulären Hunni auch noch am unteren Ende der sich bildenden Preisspanne auf dem Inlandsmarkt von ungefähr 100 bis ca. 130 Euro, am Black Friday netterweise noch mal nen Zehner günstiger. Da kann, um das mal zu Preis-Leistung einzunorden, ansonsten vielleicht noch Ontario mithalten in dieser Größenklasse…


    Wenn wir jetzt zum Lieferzustand kommen, tut Euch und mir den Gefallen und lest dann erst mal weiter, was kommt, es sind ein paar Ärgerlichkeiten – aber im eher kosmetischen Bereich. Und bevor man dann abwinkt, denke man bitte fairerweise mal an klappernde Boltaron-Zumutungen aus USA oder lächerliche Kydexe aus Frankreich oder an geradezu kultbildende Folder-Marken, deren Exemplare dann zuweilen im Gebrauchtmarkt mit dem beruhigenden Hinweis auftauchen müssen, sie hätten keinen „sticky Lock“ oder Klingenspiel wie eine Weinberg-Ratsche oder würden tatsächlich mit ihrem Flipper auch irgendwie aufflippen. Alles bei Marken mit Weltrang und Preisen im Bereich des Mehrfachen unseres Kandidaten hier – und teilweise auch nicht schnell mal mit Bordmitteln zu beheben…


    Was die Müllers versandten, war tatsächlich nicht wirklich scharf, sie hattens netterweise mitgeteilt, und ich wußte es….Da ging es jetzt aber nicht um ein verschliffenes Messer, und notwendig zur Herstellung einer brauchbaren robusten Gebrauchsschärfe war auch nicht ein Neu-Anschliff, sondern lediglich ein kundiger Hand-Abzug (Danke, Jan!).




    An der oberen Schalenkante war Kleber ausgetreten und nicht entfernt worden. Das Verkleben selbst ist ja keine schlechte Sache gerade bei C-Stahl zusätzlich zum Vernieten und versiegelt den Raum zwischen Schalen und Erl gegen Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz. Aber man hätte das natürlich vor Auslieferung säubern müssen…


    Die Ausführung des Jimpings am hinteren Griffende ist etwas nachlässiger als beim „Little Bowie“, auch das ist aber nur Kosmetik und wäre mir nie aufgefallen, wenn ich nicht wegen des Klebers eh schon ein wenig sickig und in der Begutachtung dann übers rein Funktionale aufmerksam geworden wäre.




    Und an der vorderen Schalenkante im Bereich des vorderen Jimpings störte dann kurzzeitig noch eine nicht hinreichend gebrochene Kante, bis mit Schmirgel und ner Schlüsselfeile Abhilfe getan war, auch das „kein Ding“.


    Die Scheide ist wieder aus durchaus robustem Leder und stabil genäht, da habe ich schon für erheblich mehr Geld Ungeeigneteres präsentiert bekommen von US-Marken mit klingenden Namen.
    Schon beim „Little Bowie“ hatte ich das ja gelobt.
    Hier aber war der Mund der Scheide so schmal bemessen, daß das Messer zunächst nicht bis zur Schalen-Vorderkante eingeführt werden konnte. Und dann war natürlich auch noch der Sicherungsriemen zu kurz. Das mit dem Riemen ist mir mit einer ansonsten hochgelobten Scheide des dreimal so teuren Blackjack 1-7 auch schon passiert, daher war Abhilfe mit ner Wasserkocherkanne Heißwasser schnell geschaffen. Der Mund blieb aber so schmal, daß sich der Rand vorn an der Stelle ein wenig stauchte, an der das breitere Ricasso hinter der Schneide auch noch ins Warme wollte….






    Das geht jetzt alles, das Messer sitzt gut, der Riemen schließt ohne Gezerre, und sogar ich hab das sehr einfach hinbekommen, was bleibt ist ein kleiner kosmetischer Makel an der Scheide, wo man die kleine Stauchung eben erkennt, wenn man näher hinschaut.


    Das hätte ALLES überhaupt nicht sein müssen und war beim „Little Bowie“ auch nicht so. Es sieht alles ein wenig unaufmerksamer aus als beim Vorgänger, und das haben wir durchaus auch so dem Hersteller ans Herz gelegt, der künftig genauer hinzuschauen gelobt hat.

    Worüber wir reden:




    Technische Daten:
    • Klingenstahl: 1075 High Carbon Steel
    • Gesamtlänge: 32 cm
    • Klingenlänge: 19,5 cm
    • Klingenstärke: 5 mm
    • Gewicht: 450 Gramm
    • Griff: Micarta
    • Scheide: inkl. Lederscheide


    Hier bewegt und bebildert:


    https://www.youtube.com/watch?v=UsfAtOQa_KE


    Wir reden also über ein Outdoormesser mit Bowie- (Hecht-)Klinge, mit einer Klingenlänge von michaübersetzten siebenzweidrittel Zoll bei etwas über 3/16 Zoll Stärke und aus bewährtem C75-Kohlenstoffstahl. Halbhoch angesetzter Säbelschliff.
    Das ist allein bezüglich der Klinge also nichts Außergewöhnliches.







    Auch der vergleichsweise lange Clip Point macht das Messer zwar ausgesprochen rassig, ist aber -z.B. bei Larry Harley oder auch einzelnen Linder-Modellen – auch schon „vorgekommen“.




    Insgesamt also auf den ersten Blick ein Familienmitglied der Familie der Siebeneinhalb- bis Achtzöller-Bowies, zu dem man nur noch etwas zur konkreten Bewährung sagen müßte, wenn es nicht mit dem gewählten Griff kombiniert wäre, der es dann insgesamt von den weit überwiegend mit geradem Griff kombinierten anderen Familienmitgliedern unterscheidet.
    DARAUF werden wir also genauer schauen müssen: Wie wirkt es sich aus, was bringt es?



    Zum Einstieg gleich ein zeitsparender Hinweis:
    Finish-Perfektionisten, Hype-Super-Steel-Fans, notorische Messschieber-an-alles-Anleger, Freunde des perfekten High-End-Juwels auf Samt hinter Glas: Lest nicht weiter. Das hier ist eher nicht Eure Erfüllung. Hier muß man zwar Kröten nicht unbedingt schlucken, aber nach einem Stündchen Zerren an die Wand schmeißen.
    Dann taucht etwas für den Freund des „ausgewachsenen“ Messers als Begleiter für Outdoor-Touren und alle anderen Events auf, in denen man gern ein großes zuverlässiges Messer zur Hand haben will, das für viele dann durchaus ein Prinzen-Krönchen verdient haben könnte.


    Also nix mit Schneewittchen, eher Froschkönig! Ein Messer, das bei aller vorhandenen Schönheit und Rassigkeit weniger zum Ausstellen verlockt als sehr zum gemeinsamen Trip in den Wald – und sich dort sehr gut macht!




    Ich habe hier im letzten Jahr Tonys „Little Bowie“ vorgestellt, sozusagen den kleinen Bruder dieses Messers hier.


    Condor / Lennartz "Little Bowie"


    Eines der zentralen Themen seinerzeit war das Prinzip des „kleinen großen Messers“, erlangt nicht durch das sonst weitverbreitete „Kleinzoomen“ eines großen Modells (hier wesentlich des GBK, eines „ausgewachsenen“ Entwurfs von Tony), sondern des „Einkürzens“ der Klinge unter weitgehendem Erhalt von Spitzenform, Klingenhöhe, Griffhöhe usw. Das hat mich schon bei anderen Modellen fasziniert und überzeugt, bei der Konzeption von Messern wie dem GEK-EDC und dem Blade-Systems „MOZ“ habe ich dann eigene Vorstellungen ebenso umgesetzt gesehen wie beim Juchten „M1“ – und alle derartigen Messer haben sich sehr gut bei mir bewährt. Auch das „Little Bowie“ hat sich sehr gut bei mir bewährt, ich hatte es einen längeren Urlaub über in Gebrauch und Erprobung und habe es Euch überzeugt vorgestellt und empfohlen.


    Das war einer der beiden Gründe, die mich sehr neugierig auf den „großen Bruder“ des „Little Bowie“ gemacht haben, das aus meiner Sicht konzeptionell aus diesem Modell und dem besagten GBK weiterentwickelte „Belgian Bowie“….


    Der zweite Grund ist der Macher, Tony Lennartz, den ich seit einer Reihe von Jahren kenne und schätze.


    https://anton-lennartz.com/


    Nicht immer im Mainstream, nicht immer „pflegeleicht“ in Positionen und Argumentation, mit Jahrzehnten eigener Erfahrung und durchaus sehr entschlossen in der Vertretung dieser Erfahrungswerte. Aber, und das ist bemerkenswert, nicht ohne Einsicht in mögliche Alternativen oder andere individuelle Präferenzen anderer Anwender, und das bis hin zur Gestaltung seiner eigenen Angebote. Ich habe andere Macher/Hersteller kennengelernt, für die ihre eigene Erfahrungswelt das Maß aller Dinge war und die jede Sachkritik als persönlichen Angriff aufgefasst oder zumindest geflissentlich ignoriert haben. Meist kurze Versuche der Kooperation….


    Bei Tony habe ich über die Jahre bis in den Bereich annähernder „Alleinstellungsmerkmale“ die Bereitschaft kennengelernt, sich bei aller Überzeugung von der selbst präferierten Gestaltung nicht nur auf andere Vorlieben einzulassen, sondern sie beim Angebot seiner Messer den Anwendern auch alternativ anzubieten. Das war so bei den bei ihm absolut bewährten, aus den vollintegralen ersten GEKs entstandenen Rahmengriffen und ebenso bei den Tragemöglichkeiten seiner Scheiden, die längst auch Alternativen zu der bei ihm in seinem Anwendungsbereich völlig bewährten Cross-Trageweise zulassen.


    Im Ergebnis habe ich schon jetzt KEINEN Lennartz-Entwurf, der mich in den Jahren der Anwendung ergonomisch oder im Gebrauch enttäuscht hätte, und alle lassen sich – wie ich das meist vorziehe- auch konventionell auf 3 Uhr oder „kavalleriemäßig“ auf 9 Uhr tragen.




    Ich werde auf beide Punkte noch zurückkommen, insbesondere auch auf den Griff, dessen Kombination als Säbelgriff an einer weitgehend klassischen Bowie-Klinge für mich der Zentralpunkt dieses Entwurfs ist.

    Während das Credo noch immer nicht aufzutreiben ist, konnte ich zwischenzeitlich ein Belgian Bowie bei den Müllers im Saarland ergattern....und eine Custom-Lederscheide dazu direkt von Tony.
    Das Messer hat mich jetzt durch den Winterurlaub begleitet, und ich werde es Euch hoffentlich in den nächsten Tagen ein wenig ausführlicher vorstellen können!


    Greider, nachdem ich in einigen Jahren den "unvermeidlichen Jahresrückblick" anschieben "durfte", freue ich mich ausgesprochen, daß da der Staffelstab nun würdig weitergegeben ist! :thumbup:


    Es ist schwierig wie immer, auch wenn dieses Jahr als Ausgleich für die exzessiven 2020er-Käufe zumindest ETWAS überschaubarer blieb.
    Denn es haben sich trotzdem in diversen Kategorien nützliche und interessante Neuzugänge eingefunden, und jede Benennung erfolgt dann doch mit dem Unbehagen, dafür mindestens einen anderen Mitbewerber unerwähnt lassen zu müssen.


    Ich hab natürlich wieder dann darüber hinaus nicht allzu verbindlich darauf geschaut, ob "eigentlich" nur jeweils EIN Gegenstand benannt werden sollte. Wer nur einen sehen will, möge über den jeweils anderen scrollen, sonst fände ich das "Siegertreppchen" einfach doch ZU ungerecht :)


    Unter den Fixed gabs für mich dann zwei Highlights, die nicht nur gute und gelungene Messer sind....


    Das ist Juchtens Pilot Survival Knife, so schön wie praktisch, nicht nur als Hommage an Klassiker von Loveless (Chute) und den Pilotenmessern der Siebziger, sondern selbst ein Klassiker. Und würdig eingekleidet ist es halt auch noch in einer wunderschönen Scheide von Emilio....und so jetzt oft draußen mein Begleiter am Gürtel. Da gabs keine Zweifel am Spitzenplatz :)



    Das hätte ich gern begleiten lassen vom kürzlich hinzugekommenen MercWorx Sniper, das ich nach einem Dutzend Jahren des Drumherumschleichens nun end-lich erworben habe, und dann noch in einem sehr angenehmen MP-Deal hier im TF....Das Messer ist klasse und hätte es absolut verdient...offiziell berufen für das Podest wird aber ein noch zeitnäherer Neuzugang: das Condor / Tony Lennartz "Belgian Bowie", das ich Euch demnächst ausführlicher vorstellen möchte.
    Das Messer hat mich jetzt den ganzen Urlaub über im winterlichen Wald begleitet....als (knapp) Achtzöller etwas nach meinen Vorlieben und da draußen ein so angenehmer Begleiter, daß ich es hier eben als DAS Serien-Fixed 2021 für mich benennen muß.





    Und dann dürfen es eben auch zwei Folder sein, damit die Balance stimmt :) :


    Nach Gusto ausgewählt, ist es dieses Jahr das Böker Pocket Smatchet geworden.
    Fiel sofort bei den damaligen Neuvorstellungen ins Auge und gefiel auch sofort in der Hand, bis auf die Farbe.
    Die wurde dann, zum Schaudern für technisch anspruchsvollere und begabtere Freunde :) , mit Edding angepasst. Das geht durchaus.
    Nun ist es für mich top und im Grünzeug dann auch sehr gut fürs grün(bunt)e Setup, zumal die Größe auch gut langt, um es in der Smocktasche oder in der M65 dann auch als Primärmesser zu führen...




    Nach Vernunft und Alltags-Praxisnutzen ausgwählt, kommt das Victorinox RangerWood 55 mit aufs Treppchen.
    Mein erstes großes Vic, erst spät zu dieser Sparte gefunden und noch nicht so selbstverständlich wie die mittlere Klasse, die ja bei vielen von uns unerwähnt-selbstverständlich das benannte Setup ständig vervollständigt.
    Das große RangerWood ist für mich ein fast optimaler Begleiter als Sekundärmesser zu einem Outdoor-Fixed.
    Und so kommt es jetzt häufig entweder in ner Cordura-Magazintasche entsprechend mit zum Im-Wald-Spielen oder neuerdings auch in einer Leder-Pancake von TFG, einem sehr guten TF-Tip (Danke! :) )




    Das "fast" vor dem optimal käme sofort weg, wenn an dem Messer auch noch eine Schere wäre, für mich oftmals eins der praktischsten Tools bei so einer Fixed-Ergänzung.


    Plünnen-Highlights in 2021 waren zweifellos zwei englische Smocks, ein schwarzer SAS-Smock und ein normales kapuzenloses Modell im guten alten DPM.
    Ich liebe diese Form, sowohl privat als auch für den Kindergarten, weil so viel geordnet hinein und so viel diskret darunter passt :)


    Gear-Entdeckung und ausgezeichnete Empfehlung von Kumpel Idox war dieses Jahr das Monokular 10x36 Solo von Vortex, das nach über 3 Jahrzehnten mein altes Wanderfernglas abgelöst hat.

    Selbstverständlich gibt es eine Gegenseite zu unserer (?) Position der Bewahrung unserer Freiheiten.


    Die ganzen unsinnigen Verschärfungen sind ja nicht vom Himmel gefallen, und stets gab es auch im administrativen Bereich gaaaanz tollen Support für jede neue Verbotsidee.


    Noch eine Erinnerung an Herrn Tölle von der Berliner Polizei, der ernsthaft mit einem Eickhorn PRT8, damals immerhin offizielles Einsatz-Rettungsmesser seines Nachbar-Kommandos Brandenburg, vor dem Bundestags-Innenausschuss herumhantierte und die weniger sachkundigen Mitglieder natürlich ganz absichtslos fragte, wer denn so ein böses Einhandmesser für friedliche Zwecke mitführe?


    Noch eine Erinnerung an GdP-Funktionäre, zuuufällig mit Herrn Pistorius als Landes-Dienstherrn, die begeistert dem Plan möglichst verbreiteter "Waffen"-Verbotszonen zustimmten, obwohl schon der Begriff eine Täuschung ist und Verwaltungsgerichte die Umsetzung zuweilen doch stark anzweifeln.


    Noch eine Erinnerung an Bundespolizisten vor Tischen entweder voller eh schon verbotener Gegenstände oder voller Alltagsgegenstände ohne Waffeneigenschaft?


    Noch eine Erinnerung an Journaille als willfährige Erfüllungsgehilfen der Verbotsfreunde mit Bildern voller OTFs und Balisongs und Push Dagger als "Argument" dafür, dem unbescholtenen Bürger jetzt noch unbedingt auch das Mitführen eines Mercators endlich verbieten zu müssen?


    NATÜRLICH ist das eine ideologische und argumentative Gegenseite, was denn sonst?

    Ich frag mich, was das hier soll?
    Zu mehr Rechtssicherheit wirds nicht führen, wenn man hier Videos einstellt, in denen man zeigt, dass man ja doch irgendwie Zweihänder auch einhändig aufgepopelt bekommt.
    Was soll dann etwa eine Antwort "alles gut" ändern?
    Sammeln wir jetut hier noch ein paar Videos mit anderen aufgepopelten Zweihändern?
    Ich hab das auch schon mal mit lächerlichen Verrenkungen mit nem Vic geschafft...
    Und was bringt uns das dann?
    Und was bringt es der Gegenseite, wenn man dann die Darstellung so weit verdrehen kann, dass man behaupten kann, das müsse alles noch weiter verschärft werden, um "Umgehungen" zu vermeiden?
    Wo soll denn hier zu ner altbekannten Thematik einer entweder dummen oder hinterhältigen Formulierung auf einmal ne hilfreiche und belastbare Erklärung herkommen?