Beiträge von Kibo

    Ich glaube hier geht es eher um etwas was "doomsday mäßig" aussehen soll als um einen Folder der eine apokalyptische Zeit überstehen soll. Ich war Soldat, ich war weiß Gott wie oft im Dreck, was hätte mir in dieser Zeit das Leben erleichtert? Das Bayonet für eine Yugo AKM 47 ist wirklich Schrott, ein vernünftiges Full Tang Fixed mit ca. 15 bis 17 cm Klingenlänge wäre die richtige Wahl gewesen. Für einen Folder hatte ich eigentlich keine Verwendung, er hätte mir nur das Leben schwer gemacht weil er von dem ganzen Dreck gar nicht mehr so richtig funktioniert hätte und ich hatte aber wirklich keine Zeit um mich um ihn zu kümmern, also auseinandernehmen, putzen, zusammenbauen etc. extra geeignetes Werkzeug kannst du auch gleich vergessen. Man kann eigentlich alles mit einem Messer auch überstehen, es sind die Skills, die euch das Leben retten und nicht nur die Werkzeuge. Wenn zusätzliches Werkzeug, dann ein Multitool, das kann das Leben erleichtern es geht aber auch ohne, denn mit einem guten Messer lässt sich vieles improvisieren und Improvisation ist in solchen Situationen sehr wichtig, es fällt nämlich nicht alles allein vom Himmel runter.

    Mir fehlt in dieser Diskussion die Frage, welches Klappmesser ist auf Dauer das zuverlässigste in einer Umgebung voll mit Schmutz, Sand, Schlamm usw.? Was passiert mit dem Messer wenn es mal hart auf harten Boden wie Stein oder Beton landet? Wichtig ist natürlich daß ich es nicht mit einem Spezialwerkzeug öffnen muss um es zu reinigen, weil ich so etwas nicht mit mir herumschleppen will, ich kann mir dieses zusätzliche Gewicht nicht leisten. Ich muss mir auch vorstellen, daß so ein Krisenzustand oder Ausnahmezustand nicht ein oder zwei Tage dauert sondern ein paar Wochen, Monate, sogar Jahre und hier ist die Zuverlässigkeit gerade was Schmutz anbelangt genauso wichtig wie der Stahl, denn ich muss es mit einfachsten Mitteln das Messer öffnen, sauber machen und schärfen können. Welcher Lock hier am zuverlässigsten ist, das spielt hier meiner Meinung nach eine untergeordnete Rolle. Ich wüsste aber auch nicht warum ich in so einem Fall unbedingt einen Folder brauche weil ich mit einem kleineren Fixed, bezüglich allgemeiner Zuverlässigkeit, viel besser dran bin. Was ich mitnehmen würde, wäre ein Multitool, hier habe ich auch ein kleines Taschenmesser dabei aber auch andere Werkzeuge die man in solchen Fällen viel mehr braucht als einen Folder mit einem superstabilen Lock. Der Mann hat ja geschrieben daß der Folder nicht ein Fixed ersetzen sondern ergänzen soll, ich würde es mit einem Multitool ergänzen. Mein CRKT ist sicher nicht das beste Multitool der Welt aber wenn ich überlege wieviel Zeit ich mir durch das Ding erspart habe, weil ich nicht jedes mal nach einem einfachen Schraubenzieher oder andere einfache Werkzeuge die im Multitool sind, suchen musste, würde ich eher ein Multitool nehmen. Anders gesagt, es ist einfach praktisch und es bietet auch noch zwei kleine Klingen, Schere etc. es gibt ja auch Multitools die größere Klingen haben.

    Im Krisenfall, nennen wir es mal so, würde ich mich nie auf einen Folder verlassen und als Ergänzung zu einem Fixed ein kleineres Fixed nehmen aber wenn es ein Folder sein muss, dann ein Benchmade Sibert Adamas 275 oder Benchmade 810 Osborne Contego Folder mit CPM M4 Kohlenstoffstahl Klinge, die aber durch ein gutes Coating geschützt wird.

    Es gibt keine Philosophie, im Prinzip ist es ganz einfach. Wenn ich einen feinen Slicer will, dann nehme ich ein Messer mit einem hochgezogenem Flachschliff und einer Klingenstärke von 3 oder 3,5 mm. Daß ich mit diesem Messer nicht viel hebeln kann, das sollte jedem, der sich mit Messern auskennt, klar sein. Wenn ich aber ein Messer will mit dem ich unter anderem auch hebeln kann, dann nehme ich ein Messer mit einem niedriger gezogenem Säbelschliff und 6 mm Klingenstärke, mehr ist nicht. Natürlich kann ich mich mit Klingengeometrie und Primärphase spielen, ich habe z. B. das Kizlyar Phoenix Combat, das Messer hat einen Hohlschliff, es hält wirklich verdammt viel aus aber ich habe bei diesem Messer eine Klingenstärke von 7 mm und das Messer ist aus einem zähen selektiv gehärtetem U8 (AISI 1080) Kohlenstoffstahl. Es hat auch noch eine Panzerspitze. Wie man sieht gibt es hier auch nur eine oder keine Philosophie, denn stabiles Messer braucht dicken Stahl.

    Es geht nicht nur darum wie dick eine Klinge ist, es geht viel mehr um die Klingengeometrie, welche an die Aufgabe des Messers angepasst werden sollte. Damaststahl oder Stahllaminate sind etwas anderes als Monostahl, wo es auch große Unterschiede gibt. Die Frage hat eigentlich nichts mit Philosophie zu tun sondern mit dem Wissen wie man gute Messer macht.

    Meine Empfehlung wäre ein Benchmade Nim Cub II. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das Messer ist ein hervorragender Slicer, sehr penetrationsfreudig, eignet sich sehr gut für SV.

    Aus eigener Erfahrung, Vorsicht bei zu fein ausgeschliffenen Spitzen wie beim GTK, brechen sehr leicht ab. Penetration mit so einer Spitze in Schutzausrüstung würde ich lassen, diesem Messer kann man in diesem Fall nicht trauen. Ein Messer oder Dolch mit stabiler Spitze wäre sinnvoller denn man weiß nie auf wen man trifft und in einer Situation, in der ich meinen Dolch ziehe, da kann ich mir den Gegner nicht aussuchen, es ist also vollkommen egal ob er eine Schutzausrüstung trägt oder nicht, darum eher stabile Spitze. Ich habe übrigens ein paar Tests mit meinen Messern und Dolchen bezüglich Penetration und Stabilität gemacht, was Dolche angeht, ich ziehe den Hut vor dem Eickhorn KM 5000 aus 55Si7 Carbonstahl. Der Dolch hat eine gute Penetration bei stabiler Spitze, das reicht vollkommen. Leider passt er von der Größe hier nicht hinein und der Griff wirkt wie aus billigem Plastik.

    Stimmt, neben den ganzen Daten bestimmt, zumindest bei mir, doch die Emotion. Mein letzter Kauf, kein Custom, war ein Benchmade Contego Fixed. Es gab viele rationale Gründe warum ich es nicht kaufen soll, am Ende haben doch die Emotionen überwogen und deshalb habe ich es mir gekauft und mir gefällt das Ding noch immer, egal wie oft ich es mir ansehe oder in den Händen habe. Einen Stahl ohne irgendwelche Angaben zu bestimmen ist unmöglich, die Verarbeitung kann man sehen aber oft sind die Dinger, die nicht bis ins kleinste Detail sauber verarbeitet sind, trotzdem verdammt geil.


    Und jetzt mal ehrlich, wenn wir nicht messerverrückt wären, dann hätten wir zu Hause nicht 10, 20 oder hundert Messer herumliegen, und dann soll mal einer eine rationale Erklärung abgeben, warum wir so viele haben. :D

    Micha ich habe vor ein paar Jahren im Sommer ein T-Shirt mit einem über den gesamten Rücken großen Abzeichen einer brasilinaschen Spezialeinheit BOPE auf der Straße und in der U-Bahn getragen. Da waren Blicke dabei, naja, und das nur wegen einem T-Shirt mit großen Skull, Messer und Pistolen am Rücken aufgedruckt. Gut, ich muss dazu sagen, ich habe nicht unbedingt eine zierliche Statur. :D Aber wenn ich zu dem T-Shirt noch ein Messer offen getragen hätte, also da wäre sicher die Polizei aufmarschiert. Aus diesem Grund trage ich es lieber verdeckt.

    Wir in Österreich haben kein Gesetz wie das 42a und könnten im Prinzip ein Messer, egal welcher Länge, offen tragen. Ich trage aber meine Messer, fast nur Fixed, trotzdem verdeckt, weil ich nicht unbedingt von einer Menschenmasse blöd angeglotzt werden will. Es gibt ja dann auch Leute die sich bedroht fühlen, es kann sogar dazu kommen daß jemand die Polizei anruft und obwohl ich gesetzlich nichts verbrochen habe ist mein Tag so ziemlich im Ar... wozu das Ganze? Außerdem ist es bei Messern in bestimmten Situationen besser, wenn sie nicht gesehen werden.


    Wir müssen uns eingestehen daß wir leider in solchen Zeiten leben und daß unsere Gesellschaft in eine Richtung wandert, die einigen von uns nicht gefällt aber das ist nun mal so. Unsere Großväter haben natürlich anders gelebt, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Mir ist es einfach lieber wenn ich grundlosen Ärger aus dem Weg gehe, aber wenn jemand meint er müsse so seine Männlichkeit beweisen, dann soll er das tun. Ich finde übrigens, daß das nichts mit Männlichkeit zu tun hat ...

    Ich würde mir das noch mal mit dem Preislimit überlegen. Ich meine, ein Messer für zwanzig Jahre, daß vor sehr hohen Anforderungen und schweren Aufgaben gestellt wird, sollte schon etwas mehr wert sein. Warum schreibe ich das? Ganz einfach, ich habe gelernt den Wert eines guten Messers zu schätzen und gebe lieber etwas mehr Geld aus, aber ich weiß das ich für dieses Geld auch das kriege was ich will. Immer wenn ich mir ein Preislimit bei einem Messerkauf gesetzt habe, habe ich es später bereut und musste dann ein weiteres kaufen, weil ich draufgekommmen bin, daß das was ich gekauft habe nicht wirklich das war, was ich wollte. Ich habe aber daraus auch gelernt, wo die Fehler liegen und was nicht gepasst hat. Heute lasse ich mir meistens Customs machen, das sind Messer nach meinen Vorstellungen und für die Zwecke ausgerichtet, die sie erfüllen sollen. Auf der anderen Seite, man sollte nicht so schnell mit Customs anfangen, wenn man gar nichts oder nicht viel von Messern und Messerbauen versteht. Ich weiß, zwei hundert Euro klingt viel aber wenn du mal mit wirklich guten Messern gearbeitet hast, die aber auch einiges kosten, dann merkst du den Preisunterschied deutlich. Es geht ja nicht nur darum, daß ein Messer nur ein Brecher sein soll, es soll ja auch etwas schneiden können, schwere Messer sind im Alltag nicht unbedingt praktisch und du wirst bald merken daß es doch etwas zu schwer ist.


    Ein stabiles Messer muss nicht nur fett sein, also viel Material und damit hat es sich, nein, das Material, der Stahl ist sehr wichtig, genauso wichtig ist aber auch die Klingengeometrie, man kann bei einem Messer auch sogenannte Panzerspitzen machen welche sehr stabil sind, sie sind aber trotzdem nicht 6 mm dick weil man dann damit nirgends reinstechen könnte. Eine differenzielle Härtung ist bei einem rostträgen Stahl nicht unbedingt erwünscht, sie bietet aber dem Messer am Rücken aber eine gute Elastizität, damit es nicht so schnell zum Bruch kommt, das geht aber nur bei rostenden Stahl welcher übrigens rostträgen Stählen in Bezug auf Elastizität und Zähigkeit deutlich überlegen ist. Beim Messerbau kann man auch auf Damaststahl zurückgreifen, wo zwei Stähle oder mehr miteinander verbunden werden, sie haben verschiedene Eigenschaften, die, wenn richtig miteinander verbunden, eine höhere Homogenität als Monostähle aufweisen. Man kann natürlich auch auf Stahllaminate zurückgreifen, wo wieder zwei oder sogar drei Stähle an den Flanken miteinander verbunden werden, auch hier weisen die verschiedenen Stähle, verschiedene Eigenschaften auf. Alles was ich hier über Damast und Stahllaminate geschrieben habe ist kompliziert und teuer, dafür kriegt man aber ein Messer aus Damast z. B. mit einer Klingenstärke von 5 mm welches jedem Monostahl in der selben Stärke haushoch überlegen ist. Mit Stahllaminaten verhält es sich genauso. Es muss halt nur richtig gemacht werden. Und es ist sauteuer aber für ein Leben lang gemacht. ;)

    Ich würde mir mal dieses Messer von Bark River Knives anschauen. Es handelt sich um das Bravo 1 aus sehr zähem A2 Kohlenstoffstahl, die Klinge ist 5,4 mm dick, damit kann man schon schwere Arbeiten verrichten ohne Angst zu haben, daß was bricht oder sich verbiegt. Das Messer fällt nicht auf so wie ein Extrema Ratio, man kann hier auch zwischen Micarta und G10 wählen, ich würde Micarta nehmen weil es nicht so spröde und so hart wie G10 ist aber die Wahl muss jeder für sich treffen. Das Messer kostet zwar um die 250,- Euro aber dafür wirst du es sicher die nächsten zwanzig Jahre haben, es wurde übrigens nach Wünschen des US Marine Corps entwickelt und soll als Überlebensmesser dienen. Ich denke das ist schon eine Aussage.


    Schau es dir mal an und denke daran, ein Messer für die nächsten zwanzig Jahre, hier gilt, wer billig kauft, der kauft sicher zwei mal. Hier ein Link http://www.klingenwelt.de/epag…1/SubProducts/07-111-0001


    Das Pohl Force Prepper One Outdoor wäre in diesem Fall auch die richtige Wahl wenn der Preis nicht abschreckt http://www.joes-messershop.de/…-Prepper-One-Outdoor.html Um diesen Preis würde ich mir aber schon überlegen ob ich mir nicht ein Custom machen lasse.

    Bei mir waren es drei Messer, das beste und schönste Messer kam zum Schluss




    Die Fotos hat mein Schmied in Serbien gemacht, darum die kyrillische Schrift auf dem Zeitungspapier. :D


    Das Messer ist ein traditioneller Shobu Zukuri Schliff, aus Damast mit den Stählen O7, 52100 und Böhler K 600 geschmiedet, die Klinge ist 14,5 cm lang, das Habaki ca. 1,5 cm, die Tsuba wurde aus patiniertem Kupfer gemacht und der Griff besteht aus Büffelhorn und Wüsteneisenholz Maser, er ist übrigens ca. 12 cm lang.


    Die Scheide ist aus schwarzem Rindleder mit einem Inlay aus schwarzem Rochenhautleder und hat ein herausgeschliffenes Auge (weißes Karomuster in der Mitte).


    PS Ich habe schon etwas mit dem Ding gespielt, ich kann´s nicht lassen :D , das Ding sticht und schneidet wie die Hölle selbst. ;)

    Mir gefällt das Messer ganz gut, vor allem die Klingenform. Was mich stören würde wäre der Griff ohne Griffschalen oder zumindest Paracordwicklung, denn beim Arbeiten, mit so einem schweren Messer und nacktem Griff, das geht ganz schön auf die Hand. Schwere Arbeiten wären nur mit Handschuhen möglich. Man kann es natürlich auch als Kampfmesser einsetzen allerdings stört hier das hohe Gewicht, auch wenn das Messer gut ausbalanciert ist, Gewicht bleibt nun mal Gewicht. Für mich wäre dieses Messer ein sehr gutes taktisches Messer, allerdings mit Griffschalen und eine Klingendicke von 6 mm, das wäre bei einem Säbelschliff noch immer extrem stabil. Die Klingenlänge würde ich auf 20 bis 21 cm reduzieren. Das ist natürlich nur meine Meinung und wir ticken ja nicht alle gleich, ist auch gut so. :)