Ich würde mal gerne sehen wie das Messer ohne Paracordwicklung aussieht. Ich habe z. B. ein Pohl Force Charlie One, meistens ist eine Paracordwicklung drauf, weil es für mich so angenehmer ist, aber, auch wenn ich die Wicklung runternehme, komme ich mit dem Messer auch gut zurecht.
Was den rostenden Stahl angeht, ja, in der Vitrine rostet er schnell, aber, ihr könnt ja auch Fachleute fragen, ein Stahl der ständig arbeitet rostet nicht, sonst wären den US Marines all ihre Ka-Bar´s im Pazifik, im Zweiten Weltkrieg, unterm Ar... weggerostet. Ob man Schmiedehaut mag oder nicht, ist sicher Geschmacksfrage, aber störend finde ich es nicht, genauso wüsste ich nicht warum ich mit einem 4 mm dickem Messer kein Batoning machen soll. Ich habe ja ein Ka-Bar USMC Fighting Knife, ich sage immer dazu Utility Knife, weil es eher ein Arbeitsmesser denn ein Kampfmesser ist. Das Ka-Bar ist, nach meiner Messung um die 4,15 mm dick und man kann damit Batonen, warum nicht? Das Problem beim Batonen sehe ich aber nicht so sehr in der Klingendicke sondern in der Klingenlänge, wer diese Arbeit mal mit einem kurzen Messer gemacht hat, der wird wissen wovon ich spreche und ich meine damit nicht ein paar kleine Ästlein, sondern richtig massives Holz. Natürlich wird es mit 4 mm nicht so effektiv gehen, wie mit 6 mm, aber es wird mit 17 cm Klingenlänge auch erheblich leichter gehen als mit 11 cm.
Was mich immer bei diesen Survival Messern wundert ist die Länge. Ein Survival Messer soll mir das überleben sichern und da muss ich zuerst mal überlegen, wo. Ein Messer, daß mir das Überleben draußen, in der freien Natur, im Wald sichert, ist nun mal für andere Einsätze gedacht als ein Messer daß mir das Überleben in der Stadt sichert. Nun, kommen wir zum Punkt. Warum soll ich mich draußen in der freien Natur an ein Gesetz halten, besonders im Überlebensfall, und mich mit einem kleinem Messer abmühen, vielleicht sogar deswegen vor die Hunde gehen, wenn es mit einem größeren besser viel besser und leichter geht, und wer bitte schön soll mir das irgendwo, mitten in einem Wald, am Ar... der Welt, verbieten??? Ich denke, daß jeder Polizist einsehen wird, wenn ich mich auf eine harte Tour durch die Wildnis aufmache, daß ich ein größeres Messer brauche weil ich es dann auch wirklich als vielseitiges Werkzeug nützen kann. Das nennt man bei euch in Deutschland glaube ich sozial adäquater Grund oder so.
So, jetzt kommen wir zum Einsatzort Großstadt. Wir reden von Survival, also Überleben. Wenn es dazu kommt, daß ich ein Messer wirklich zum Überleben brauche, weil alles in Schutt und Asche liegt, dann ist das aber ein genauso guter Grund wenn ich ein robustes Messer mit mir führe. Muss ja nicht so groß sein wie in der Wildnis, aber auch da habe ich ja einen Grund so ein Messer zu führen.
Kann mir jetzt mal jemand sagen, warum ich beim Kauf eines Messers, das mir wirklich das Überleben sichern soll, auf diesen blöden Verkaufsschmäh, mit Klingenlänge in Deutschland legal zu führen, reinfallen soll?
Ich meine, ich habe jetzt in den letzten paar Jahren wirkllich viele Messer angesammelt, noch mehr in der Hand gehabt, und hab mir vorhin, als ich diesen Thread gelesen habe, wirklich überlegt, warum zum Teufel brauche ich in einer Großstadt ein Messer, das mir das Überleben sichern soll, ohne irgendeinen nennenswerten Grund? Wir leben in Friedenszeiten, ich bin Familienvater, brauche so etwas weder beruflich noch sonst wie, wozu soll ich so etwas jeden Tag, jede Stunde, mit mir herumschleppen? Wenn ich in Deutschland wäre, dann müsste ich ja auch auf diese komischen Paragraphen achten. Aber es geht hier nicht um Paragraphen, sondern um den Grund. Ich komme im Alltag mit meinem Spyderco Manix2 oder Pohl Force Chalie One (definitiv kein Survival Messer) wunderbar zurecht.
So, machen wir uns nichts vor, wir finden solche Messer einfach geil und es hat überhaupt nichts mit Survival, Überleben, oder etwas anderem zu tun. Leute, die wissen wie man solche Sachen verkauft locken dann natürlich mit solchen Werbesprüchen und Videos an, sie machen ein gutes Geschäft damit, aber wer braucht so etwas wirklich? Und mit diesem Satz fallen, für mich jedenfalls, alle genannten Gründe, die diskutiert wurden, einfach weg. Entweder ich finde es geil, dann kaufe ich es, oder ich finde es nicht geil, dann kaufe ich es nicht, aber um mir mein Überleben zu sichern kaufe ich mir weder so ein Messer, noch alle andern, die so beworben werden, mit, Klingenlänge legal etc. nicht, weil im Notfall kein Mensch auf die Länge deines Messers schaut und weil mir im Notfall so ein Messer das Überleben nicht wirklich sichert bzw. erleichtert. Was wir hier kriegen ist eigentlich ein Messer daß man herumtragen und herumzeigen kann, wie, schau, wei geil das ist, aber wirklich zum Überleben, vor allem in freier Wildnis, taugt das nicht unbedingt.
Viele von uns, die schon länger hier im Forum sind, kennen ja Tony Lennartz und er hat ja das GEK 2000 nicht umsonst so gestaltet, wie es gestaltet ist. Das ist ein Überlebensmesser und der Kleinkram ist einfach nur geil oder nicht geil, das ist alles.
Ich möche noch betonen, ich habe das GEK 2000 nicht, mache also hier keine Werbung, habe allerdings genug andere ähnliche Messer, die man genauso effizient nutzen kann, es soll als Maßstab dienen. Ich möchte nur den Leuten klar machen, wenn ihr so etwas kauft, dann überlegt es euch gut und richtig und kauft dann ein richtiges Messer, ein richtiges Werkzeug mit dem man in so einer Situation auch schwere Arbeiten verrichten kann und nicht etwas, wo ihr nach ein paar Wochen oder Monaten denkt, das ist es doch nicht und dann fängt es irgendwo Staub, rostet ein, weil rostender Stahl in der Vitrine rostet etc.