Beiträge von AJAX

    Etwas Kohle beisammen gehalten und die Bestellung bei G-Gear getätigt. Umgehend traf das gute Stück bei mir ein.
    Ich hatte das letzte lagernde Modell mit Klinge in tan und grünem Griff ergattert. Live sieht das Messer wesentlich besser aus als auf Bildern.
    Ich habe das Messer dann letztes Wochenende bei unserem Basis Seminar ordentlich testen können.
    Die Handlage des Griffes ist der Hammer. Ich hatte mittlerweile wirklich eine Menge Messer in der Hand. Aber nach wie vor halte ich die Griffe von Harsey für die größten Handschmeichler. Dazu kommt die Funktionalität. Das Griffende ist so ausgeprägt, dass man es mit nur drei oder zwei Fignern und dem Daumen so sicher halten kann, dass ein Hacken mit verlängerter Klinge ohne Gefahr möglich ist. Ein Fangriemen macht diese Arbeit natürlich noch sicherer. Es stehen keine Kanten hervor, die Druckstellen erzeugen könnten. Das untere Parierelement ist so gut ausgeprägt, dass ein Abrutschen in die Klinge unmöglich ist. Die obere Daumenrampe ist schön flach und bietet aufgrund der Riffelung ordentlich Grip. Ebenso das Micarta. Es ist bei geschlossener Oberfläche angeraut, so dass keinerlei Rutschgefahr besteht. Für meine Hand rundum perfekt.
    Die Spear Point Klinge ist in einem ¾ Flaschschliff gehalten. Der obere Anschliff ist jedoch nicht scharf. Die Spitze ist von der Unterseite her nach vorne auf 0 geschliffen.
    In der Theorie bestanden hier meine Zweifel, ob es als Messer für mich taugt. Hebelarbeiten in Holz kommen immer wieder vor. Zudem auch Stiche durch harte Materialien wie Dosen. Da wir in unseren Seminaren fast jedes Wochenende diesen eigentlich seltenen Ernstfall mit den Leuten durchspielen, wird das Messer auf diese Art und Weise untypisch oft belastet. Wenn man schon die ein oder andere Spitze (auch an hochwertigen Messern) hat abbrechen sehen, so wird man vorsichtig. Aufgrund des Finishs und der Schönheit des Messers hatte ich es bereits ins Herz geschlossen. Auch wenn Georg Geismar von G-Gear mir versicherte, dass die Garantieabwicklung sehr schnell und unkompliziert funktioniert und mir versichert hat, dass ich ruhig mit dem Messer arbeiten soll, wie ich es von meinen Stridern gewohnt bin, so hatte ich ein mulmiges Gefühl.
    Der verwendete S35VN scheint viel Know How beim Härten zu fordern. Hier und da findet man immer wieder mal unzufriedene Stimmen. Im „Beipackzettel“ des Messers wird der Härteprozess beschrieben. Da wird nicht nur erhitzt und abgekühlt, sondern auch mit Kryotechnik gearbeitet. Dieser Aufwand scheint mit ein Grund für den recht hohen Preis des Messers zu sein.
    Wird es mit meinen BOS gehärteten Stridern mithalten können?
    Auf in den Test:
    Ich habe am Freitagabend erstmal eine Dose ravioli geöffnet. Keine Schwierige Aufgabe für das Messer. Wie zu erwarten drang das Teil ein wie Butter. Was man dann aber recht oft auch bei guten Messern findet sind Probleme in der Schärfe und Abnutzungen an der Spitze.
    Hier keine Spur. Die anderen Leute, die am Vortag des Seminars angereist waren, hatten ihre Freude ebenso wie ich.
    Das Messer hat dazu sogar einen Flaschenöffner ;)
    Am gleichen Tag hatte es eine Menge Hanfseil schneiden müssen. Wir haben 2 h lang das Tipi nachgerichtet. Der Aufbau erfolgte im Februar bei niedrigen Temperaturen im Schnee. Nun hatte sich alles etwas gesetzt und wir mussten alles wieder zurecht rücken. Da gabs ne Menge Schnur und Seil zu kappen. Alles absolut kein Problem.
    Am Tag drauf begann das Seminar. Das Sammeln von Birkenrindeund anderem feinen Zunder ist absolut easy. Die Spitze lässt sich aufgrund der Kompaktheit des Messers super führen. Eine richtig schöne Armverlängerung das Baby. Je größer und Kopflastiger ein Messer wird, umso mehr Übung gehört dazu schnell und präzise zu sein. Hiermit ging es sehr bequem und leicht. Hatte zuletzt viel mit dem thick stock MK1A gemacht. Entsprechend war es wie wenn ich von meinem Pick up in den Golf meiner Freundin steige.
    Ich hatte bereits vor dem Seminar eine Damhirsch Decke im Garten zur Trockengerbung fertig gemacht und war da schon beeindruckt, dass das Messer trotz vieler Schnitte durch das Fell die Schärfe ohne Blessuren hielt. Die Jäger unter uns wissen wie Schwarte und Haare an der Schärfe nagen können :D
    Im Camp habe ich dann eine Ziege versorgt. Beim Skinnen bestätigte sich wieder die saubere Führigkeit der Klinge. Die Hiebwirkung reicht um mit dem gefederten Hieb das Schloss und auch das Genick zu knacken. Diese Decke habe ich dann auch noch flott sauber gemacht. Alles in allem war das Messer da etwas mehr als eine halbe Stunde am Stück in der Hand und ich wollte es nicht ablegen.
    Weiter ging es mit der Zubereitung von Holz für den Grill. Da wird teils schweres Zeug verwendet und auch feinere Sachen müssen geschnitzt werden. Da das Essen über das feuer kommt wird hier frisches Holz verwendet. Eine stumpfer werdende Klinge bemerkt man hier sofort, wenn das Holz ausfranst anstatt dem Schnitt sauber zu erliegen ;) Kein Probelm. Das Messer war noch immer bis in die Spitze rasier scharf!
    Im weiteren Verlauf habe ich dann noch einen Wasserfilter aus einer dünnen PET Flasche gebaut. Irgendwelche stumpfe Punkte in der Klinge bemerkt man dabei sofort, da die Klinge dann im Kunststoff hakt und man die Pulle einfach nur zusammendrückt anstatt zu durchtrennen. Gute Bestätigung für meinen Eindruck vor Ort ;)
    Am Abend diente das Messer noch mehrere Male zum Schnitzen von Kleinkram, sowie als Dönermesser beim Verzehr des Tiers.
    Bei der Demonstration einiger Fallentypen wurde unter anderem Unterarm dickes, totes und äußerst hartes Holz gechoppt. Hier merkte ich nun, warum ich eigentlich auf Messer mit einem Inch mehr Klinge stehe. Dennoch funktionierte es und zwei bis drei Hiebe mehr machten bei der tollen Handlage kein Problem. Spatel und Pfeilspitzen konnten danach noch sauber hergestellt werden.
    Bei einem Fallentyp wird das Messer mittels Schlagholz in einen Stamm getrieben, zu den Seiten gehebelt und 3mm neben dieser Stelle nochmals eingetrieben um einen Spalt zu schaffen. Dies war der Teil vor dem ich mich gefürchtet hatte. Das Messer muss diese Aufgabe erfüllen können. Also ab mit dem schlagholz hinten drauf. Der Griff macht am Ende Platz für einen Fangriemen, so dass hier das blanke Metall frei liegt und der Griff nicht belastet wird. Eine Hammerfläche ist da nen Hauch einfacher zu bedienen, jedoch hat hier bei dieser Arbeit lediglich das schlagholz etwas mehr gelitten als bei Messern mit geradem Griffende. Der Griff bietet genug Grip, dass hier nichts verdreht oder verläuft.
    Beim Hebeln merkte ich dann, dass bei relativ hohem Kraftaufwand eine leichte Verwindung stattfand. Man stelle sich vor, man möchte etwas mit einem schraubendreher hebeln. Irgendwann merkt man wie dieser elastisch (nicht plastisch) etwas durchbiegt. Das ist der Moment in dem man die Kraft nur noch minimal erhöht. Genauso bei diesem Messer. Ein angenehmes Indiz. Bringt viel Gefühl in die Hand zurück und man weiss besser wo man dran ist. Ich habe dennoch die Kraft weiter erhöht . Die Klinge kam aus dem Stamm wieder raus, als wäre nichts gewesen. Aufatmen!!!! ïŠ
    Die Kerbe mit der Spitze frei zu kratzen und auszupulen war dann auch kein Problem.
    Erleichterung und vor allem Freude pur. Dieses Messer hat alles bestanden!!!
    Nach der Heimkehr habe ich das gute Stück erstmal flott sauber gemacht. Auch wenn ich in den Griffwicklungen da keine Probleme sehe, so war es doch angenehm schnell erledigt dieses Teil sauber zu kriegen.
    Ergebnis: Keinerlei Spuren auf der Beschichtung. Rasurschärfe war auf der Schneide bis in den bauchigen Teil richtung Spitze erhalten. Dort hatte es dann noch eine satte Gebrauchsschärfe, die die Haare vom Arm aber nur noch grob zupfte.
    Einmal über die Keramiksteine vom Sharpmaker gezogen war das Teil wieder bis in die feine Spitze scharf.

    Kurz Review: Spartan Blades Harsey Difensa


    Ich hatte schon immer einen riesen Gefallen an den Chris Reeve Modellen gefressen, die Bill Harsey designed hat. Das Green Beret, Pacific und Neil Roberts Knife. Allesamt liegen sie wunderbar in der Hand. Doch haben sie für meinen Geschmack einen immensen Nachteil. Einen Wellenschliff in dem Bereich, in dem der Druckschnitt mit dem Daumen angesetzt wird, vor dem Parierelement richtung Griff Unterseite. Im Falle des Neil Roberts Modell ist es eine Recurve, die ich nicht so mag. Dazu kommt, dass ich eine hohe Schnitthaltigkeit der guten Nachschärfbarkeit vorziehe.
    Mit dem Spartan Difensa ergab sich nun die Möglichkeit ein „Harsey Messer“ zu bekommen, welches meine Anforderungen trifft.
    Hier mal die Rahmendaten wie von Spartan selber angegeben:
    Details:
    SPARTAN HARSEY DIFENSA- The Difensa (named for the famous battle fought by the Canadian / US First Special Service Force during WWII in Italy) is an excellent choice for all around field or battlefield use. We and William Harsey were asked to make a knife for a Canadian special operations force that would serve them well in the north woods of their homeland and on worldwide deployments alike. We believe we have met and exceeded their goals, by creating a combat knife that does everything it should. The spear point profile is flat ground with a tapered top edge that provides for an excellent cutting edge with good tip strength and penetration balance. The Difensa's full tang and handle provide for neutral balance in the users hand. The ergonomic and textured canvas Micarta handle was modified from our Model II (no rear jimping), and provides for a comfortable confident grip when wet or dry.
    Specifications:
    Knife Name: Spartan Harsey Difensa
    Designer: William Harsey
    Overall Length: 11 5/8"
    Blade Length: 6 1/4"
    Blade Thickness: 3/16"
    Blade Steel: CPM S35VN
    Blade Hardness: 59-60 HRC
    Blade Style: Spear Point - Flat ground main bevel with tapered top edge.
    Coating: SpartaCoat - PVD - Tungsten DLC (Black) or ZrN (Flat Dark Earth)
    Handle Material: 3D Contoured CE Canvas Micarta® Black or Green
    Weight: 0.710 LBS

    Werden mit Sicherheit nochmal kommen. Nur wann das der Fall ist weiss man nie. Mal kommt alle paar Monate ein Schwung und manchmal gibt es Modelle über Jahre hinweg nicht.

    Ich habe ja mit meinen Eickhörnchen immer Glück gehabt und bis auf die Symmetrie des oberen Anschliffs beim GEK EDC keine Mängel gehabt. Jedoch habe ich hier und vor allem bei Tony mitbekommen was da zurück kam und wie oft er nach Solingen musste um den Murks auszubessern der da gelaufen war.
    Er hat als Designer dieser Firma zu lange die Stange gehalten. Bin froh dass nun was frischer Wind weht.
    Wir dürfen uns auf was freuen!
    Gruß
    AJAX

    Mein Hund hört nicht. Geht als Husky generell nur an der Leine. Aufgrund der TatTatsache, dass die meisten Hunde nicht hören finde ich Regelungen mit Leinenzwang wie in Belgien nicht schlecht. Was nützt es wenn die Töle hört nachdem sie was aufscheucht? Und wenn der Robotdog nett bei Fuß läuft stört ihn auch die Leine nicht. Manchen Menschen gehört der Hund abgenommen. Anderen wiederum der Maulkorb angelegt. ;)

    Lawinen lassen sich nur in einem gewissen Rahmen kalkulieren. Die Warnstufen beachten und Tips der Wirte, etc. respektieren bringt einen schonmal weiter. Selbst erfahrene Bergsteiger schmieren immer wieder ab und auch ich hab schonmal im Dauergewitter gestanden, obwohl mich die Bergwacht mit Glückwunsch zum tollen Wetter in die Berner Alpen verabschiedet hatten...


    Triebschnee - das Futter der gefährlichsten Lawinen - kommt halt auch ohne Niederschlag zustande wenn ein paar Bedingungen stimmen. Da muss es nicht immer unbedingt frisch geschneit haben. Ebenso verhällt es sich mit Nass-Schnee. Wird nicht so schnell, aber einmal davon erwischt ist man auch platt..


    komplexes langes Thema!

    Hi


    Micha hat leider Gottes recht. Aber in der Größe macht ein Einkürzen Sinn. Hatte mal ein Mini SOCOM Elite als Auto. Wurde mir vor dem Versand nach D auf 85 gekürzt. Machte den Brei nicht fett. Ein SMF auf diese Länge zu kürzen wäre Blödsinn... Aber vom 89 auf 85 gehts ja noch (für den Fall, dass die nicht selber handeln) ...

    Hi Geronimo!


    Hauptsache die Zeit genossen!


    Zum Thema Jagdethik können wir getrost die Füße still halten...


    Die Diskussion brauchen wir nicht. Gabs schon und es gibt tolle Plattformen wo man sich begucken kann wie sich die Ratte in den Schwanz beisst ;)


    Gruß, AJAX

    Auf meinem autarken mehr als zwei wöchigen Solo Alpcross im Winter 09 von Grindelwald nach Trarego hatte ich samt Klamotten am Leib 13 Kilo dabei.
    Sorry - frage mich gerade was das mit nem Bug Out Bag zu tun hat. Und auch nichts gegen dich, aber was hat das nun mit minimalismus zu tun?

    Wenn eine Wunde zu groß für nen Druckverband wird, dann bindet man besser ab. Ist doch ganz einfach. Würde jeder mit seinem Kumpel machen und dafür wahrscheinlich Gürtel oder etwas dieser Art benutzen. Weiss aus erster Hand, dass schon mit heraus geschnittenem Autogurt abgebunden wurde.
    Ich denke ein Tourniquet muss man in unseren Landen nicht dauerhaft an den Gliedmaßen tragen falls was passiert. Es ist aber schneller zur Hand und lässt sich auch zwischenzeitlich leichter Öffnen als eine Improvisation.
    Das entsprechende Wissen sollte natürlich dazu gehören. Ausrüstung ersetzt kein Wissen und wenns einen ausklappbaren OP gäbe, so hätte ich diesen nicht dabei. Das Tourniquet mute ich mir aber zu und es ist Bestandteil meiner Notausrüstung.
    Beispiele "Wilderness" in denen ich erfahren konnte, dass ein Druckverband schwierig anzulegen war oder nicht wirklich half (nicht mir passiert, aber direkt oder kurz darauf anwesend gewesen ;) :(
    Schnittverletzungen durch Messer und eine Axt im Fuß,
    Schnitte beim Klettern durch Fels,
    Steigeisen Schnitte tief in Wade bis ins Fußgelenk,
    Eishammer/Pickel nach Sturz quer übern Unterarm.


    Wie auch immer...


    Wenn man geschult ist und weiss was man tut, dann spricht nichts gegen moderne Mittel. bei der Anwendung von recht jungen Materialien, deren Status noch recht vage ist, wäre ich bei der Anwendung bei Fremden ebenfalls vorsichtig.


    Gruß,
    AJAX

    An dieser Stelle mal ein kleines Update:


    Der Rucksack hat nun ordentlich was gesehen. Mehrere Reisen, mehrere Berge und im Grunde jedes Wochenende draußen...


    Bisher gibt es nichts zu beanstanden. Die Reissverschlüsse laufen sauber und haben auch bei teils grenzwertiger Ladung keinen Ärger gemacht.
    Ich habe mittlerweile eine kleine Pouch und ein IFAK aussen am Rucksack, da ich vor allem bei den Seminaren einfach zu oft an manche Sachen muss und ich es nicht mehr einsehe dann immer wieder zu kramen. Ist halt was anderes wenn man 10 bis 12 Leute versorgt oder nur sich selber :D


    Auch bei längerem Laufen gabs bisher rein anatomisch nichts zu beanstanden. Da sitzt und passt alles wo es muss und vor allem die breiten Träger und der Hüftgurt machen das sehr angenehm.


    Ich habe nun unzählige Nächte mit dem Teil als Kopfkissen verbracht. Meine Kleidung hat ne Menge Brandlöcher. Der Rucksack nicht. Da ich ihn mittlerweile sehr ins Herz geschlossen habe will ich nicht unbedingt ausprobieren ob das Glück war oder ob das Material etwas resistenter ist als meine Kleidung :D Jedenfalls macht es gefühlsmäßig beim Anfassen schon den eindruck ;)


    Die Schnallen und Schlaufen erleben ebenfalls immer wieder leichte Härtetests. Anfangs noch etwas vorsichtig, wird er nun einfach ohne Karabiner oder sowas mit Brust und Beckengurt übers Seil gehangen und mitgeführt :D


    Die Bilder sollten einen Eindruck verschaffen, dass ich hier nichts schön rede oder Werbung verzapfe, sondern wirklich von dem Teil überzeugt bin!


    Dank an Georg von G-Gear für die schnelle Lieferung der Pouches!


    Besten Gruß,
    AJAX