Beiträge von LowEndD

    Für diejenigen, die sich für ConCamo Braun interessieren, ist sicher einer meiner kürzlichen Feldtests interessant. Ein wirkliches Herbstwetter hatten wir heuer ja nicht, insofern war es nicht leicht, dass Muster zu testen. Dementsprechend hat es auch länger gedauert. Eine Fotostrecke musste sogar wiederholt werden, da der Wald einfach zu feucht und das Licht zu unbarmherzig war.


    Wie dem auch sei, hier ist der Link. Viel Spaß!


    http://pinesurvey.com/field-test-concamo-brown-2/


    bagheera


    Dann weiß ich schon einmal mit welchem Messer ich anfangen werde.
    Die Scheiden sind in der Tat spannend. Sehr modular und die Sicherung ist wirklich intuitiv positioniert und hält ordentlich fest.
    Da man bei einer Kydex sowieso mit dem Daumen irgendwo dagegen drücken würde, hat man hier jetzt einen haptisch bequemen Druckknopf und alles flutscht super. Nur im Reverse Grip kann man die Messer dann nicht einhändig ziehen.

    Ja, es ist recht spannend, was sich derzeit bei einigen Armeen tut. Überraschend insofern, da sich Mutlicam ja als inoffizieller NATO Standard durchgesetzt hat. Insofern erfrischend, dass einige Armeen nach wie vor eine nationale Lösung vorziehen, wenngleich es dann eh wieder bei der Farbpalette von MC bleibt.


    Ich bin jedenfalls wieder einmal auf Heimaturlaub und spiele mit meinem "Archiv" herum. Falls es den einen oder anderen interessiert vier semi-aride bzw. Übergangsmuster nebeneinander zu sehen: Im Uhrzeigersinn, beginnend oben links - PenCott Badlands, ConCamo Braun, Kryptek Highlander, Phantomleaf Wasp II Z2


    Und bitte nicht als Test auf der Wiese verstehen... (klingt blöd, aber ihr würdet euch wundern, was ich manchmal zu hören bekomme)


    Nachdem sich mein Bruder eine Mavic Mini Drone Ende vorigen Jahres zugelegt hat, habe ich natürlich das Potential für meine Camo Tests gesehen. Habe also gleich mehrere Tarnmuster eingepackt und solage fotografiert, wie der Akku hielt.
    Im Zuge dessen ist mir auch einmal mehr bewusst geworden wie Zeit- und Ressourcen intensiv mein Pine Survey Hobby ist. Weshalb ich nun auch einen Patreon Account für jene aufgemacht habe, die mich hierbei unterstützen wollen. Reviews wie dieses, werden dort dann auch exklusiv verfügbar sein.


    Nichtsdestotrotz kommt hier einmal ein erster Blick. Es ist schon spannend, wie die Vogelperspektive plötzlich alles ändert...


    Erstmal vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. Es macht ja doch mehr Spaß, sich so etwas anzutun, wenn man dann auch Feedback bekommt und die Arbeit nicht in den unendlichen Weiten des Netzes verhallt - vor allem, wenn man sich mit der alten Software des Forums herumschlagen muss.


    Idox
    Choils sind immer so eine Sache. Man verliert ja doch ein paar Zentimeter an Schneide. Wenn man aber wirklich feinere Arbeiten dadurch machen kann, ist schon ein gewaltiger Mehrwert da. Das Spelter is da schön ausbalanciert und mMn ein guter Kompromiss. Der Preis ist tatsächlich im oberen Segment, aber ich verstehe ihn auch. Immerhin hat die Firma doch einige Mitarbeiter und die Produktion ist Europäisch/tschechisch. Da muss am Ende des Tages auch die Arbeit bezahlt werden.


    John-117
    Die Folder und Flipper treffen nicht ganz meinen persönlichen Geschmack. Das Problem mit dem Flippen habe ich aber mitbekommen. Zuletzt habe ich gehört, dass ANV bald auf Kugellager wechseln wird. Manchmal würde aber auch nur ein stärkerer Detent reichen... Schwer zu sagen, aber das Flippen ist in der Preisklasse für mich kein Problem. Da erinnere ich mich noch an Flipper von Hinderer im 3-400€ Bereich, die auch nur mit Nachhelfen des Handgelenks aufgingen. Muss sich halt einlaufen.


    rumpeltroll
    Ja, der Griff ist stark Harsey lastig und erinnert somit an diverse Firmen wie CR und Spartan Blades. Spricht für das Können von Harsey.


    columbo
    Am Ende des Videos siehst du den Funkenflug. Die Fehlschärfe macht das ohne Probleme und man muss nicht unbedingt in die Klingenmitte. Was in der Hinsicht viel spannender und erwähnenswert ist, wäre das M200 HT von ANV Knives.
    Das Modell hat nämlich einen Mini Choil vor dem Griff, der genau die Dimension von Feuerstählen hat und die nötige Schärfe besitzt und Funken zu erzeugen. Ein wirklich genialer Geniestreich.


    Wie schon erwähnt, finde ich den Preis aufgrund der Materialien, der Verarbeitung und der europäischen Herkunft mehr als gerechtfertigt. Und das Wort "Seele" verwende ich nur für seeehr wenige Messer.


    So... vielen Dank nochmal!

    Verarbeitung

    In punkto Verarbeitung gibt es nichts zu beklagen. Ich habe selten ein so sauber gearbeitetes Messer in der Hand gehalten, bei dem das Gesamtkonzept von Design, Materialien und mitgelieferter Scheide derart passt. Um ehrlich zu sein, kenne ich so etwas nur vom US-amerikanischen Markt. Insofern ist hier in der tschechischen Republik etwas besonderes gewachsen.


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    Am Messer sind keine Grate festzustellen, die Kanten wurden abgerundet und das DLC Coating mit dem Laser Engraving gibt einen allgemein wertigen Eindruck. Der Micartagriff ist ebenso sauber gearbeitet und liegt gut in der Hand.


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    Kritik auf höchstem Nivea wäre der Beginn der Schneide im Choil. Hier könnte man die Kante abrunden oder entschärfen. Ansonsten wird man sich einen kleinen Schnitt zuziehen.

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    Auch die Scheide ist sauber verarbeitet. Die Kanten sind sauber, man sieht keine Spalten und die Ösen sind sauber gesetzt. Das Gurtband und das Velcro machen einen wertigen Eindruck. Das Shock Cord zum Sichern des Griffes ist mit Schrumpfschlauch versehen und bietet somit einen sicheren Griff. Mir wurde gesagt, dass man derzeit nach einem Lieferanten für dickeres Shock Cord sucht. Bislang hatte ich mit dem Normalen keine Probleme

    Im Feld

    Auch in der Verwendung hat sich das Messer bislang mehr als nur behaupten können. Anbei ein paar Bilder zu den üblichen Griffarten. Sowohl im Fechtgriff, als auch dem vorgelagerten Griff liegt das Messer wunderbar in der Hand. Im Reverse Grip löst es regelrecht böse Gedanken aus.


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    Im Feld selbst zeichnete sich die Klingengeometrie und der Anschliff als äußerst schneidfreudig aus. Das Messer wird rasiermesserscharf geliefert - eigentlich wäre Skalpellscharf die bessere Bezeichnung. Durch Daumendicke Haselnussstöcke hakt es sich problemlos. Getrocknete Buche ist ebenso kein Problem.

    Der Griff lässt sich auch weiter hinten noch so angenehm greifen, dass das Messer zu einem außergewöhnlich gutem Hackinstrument wird.


    ANV_Knives_M311_29.jpg


    Die falsche Schneide mag vielleicht primär ein Stilelement sein, die Kanten sind an dieser Stelle jedoch scharf genug, dass man im richtigen Winkel einem Feuerstahl einen ordentlichen Funkenregen entlocken kann.

    Anbei ein minimalistisches Video mit den oben beschriebenen Eindrücken:

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    Zu erwähnen sei noch, dass die Spitze das Einstechen in einen Baumstamm problemlos überstand, auch in Kombination mit Hebeln. Ein nicht so unrelevantes Detail für Bogenschützen z.B.

    Nach all den erwähnten Arbeiten, hatte die Schneide kaum etwas von ihrer Schneidfreudikeit eingebußt. Die verdreckte Klinge war schnell mit Seife und Öl auf Vordermann gebracht, lediglich die Funken des Feuerstahls haben eine Verfärbung hinterlassen - was aufgrund der Hitze nicht verwunderlich ist.


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    Weniger als 10 Schliffe mit dem Sharpmaker, und das Messer war wieder so scharf wie zuvor. Elmax als Stahl für die Klinge war eine ausgezeichnete Entscheidung.


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    Abschließende Bemerkungen

    Wie so mancher vielleicht bemerkt hat, sind Messer Reviews von meiner Seite in den letzten Jahren zunehmend weniger geworden. Ehrlich gesagt hat der überschwemmte Markt bei mir zu einer Übersättigung geführt und es bedarf schon mehrerer Faktoren, um mich zu begeistern.


    Als ich während des Events bei Lorenzi Stahlwaren das M311 Spelter in die Hand bekam, konnte man es mir kaum noch entreißen. Seit Langem hatte ich wieder ein Messer mit Charakter und “Seele” in der Hand - ein stimmiges Gesamtkonzept, und nicht nur lieblos aneinander gefügte Komponenten.


    Die Verwendung im Wald hat sein Übriges dazu getan, mich von dem Messer und der Firma ANV Knives selbst zu überzeugen. Anspruch und Realität stimmen überein, und das Kennenlernen der verantwortlichen Personen hat das Seine dazu getan, um mich zu begeistern.


    In diesem Sinne hoffe ich, dass ich euch einen umfassenden Eindruck der Firma und speziell des M311 Spelter geben konnte.


    Vielen Dank fürs Lesen!

    The english version of this review can be found at Pine Survey


    ANV Knives - M311 Spelter


    Einleitung


    Wie so viele andere Messebesucher war auch ich im Frühjahr 2019 von dem imposanten Messestand der Firma Acta Non Verba Knives vollkommen überrascht. Gefühlt aus dem Nichts kommend, war der Stand ein magnetischer Anziehungspunkt, mit einer Vielzahl von Messern im feststehenden und klappbaren Segment.

    Obwohl ich mir die Messer genau ansah und auch zahlreiche Bilder auf meinem Blog gepostet hatte, rückten für mich aufgrund privater und beruflicher Prioritäten dann andere Themen in den Vordergrund.

    Dank eines wirklich ausgezeichneten Events von Lorenzi Stahlwaren, hier in Wien, konnte ich dann aber in einem weiteren Anlauf nicht nur die Messer genauer begutachten, sondern auch mich auch intensiv mit den Menschen hinter der Firma austauschen. Und diese Gespräche brachten einige spannende Aspekte zum Vorschein.


    Acta Non Verba Knives

    Acta Non Verba Knives - kurz ANV Knives - ist eine relative junge Firma, die aus einer Konstellation glücklicher Umstände entstand. Der junge Messer Entwickler Ondrej Nemec begann seine Karriere bei Mikov, merkte dort aber bald, dass er sich nicht voll entfalten konnte. Wie genau das eigentliche Treffen zustande kam, weiß ich nicht, jedenfalls entstand ein Kontakt mit zwei weiteren Herren: Daniel Mikula und Jindrich Prokopec. Diese hatten beschlossen, in ein Unternehmen in der Metallverarbeitung zu investieren und waren auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit.

    Long story short: ANV Knives wurde gegründet und gab Ondrej Nemec die Möglichkeit seine Entwürfe zu verwirklichen und den beiden Investoren Daniel Mikula und Jindrich Prokopec die Gelegenheit in die Messer Industrie einzusteigen.

    Dabei ging man in mehrerlei Hinsicht ein großes Risiko ein. Normalerweise dauert es ewig, bis man sich als Messermacher etablieren kann - allein schon wegen der nötigen Infrastruktur. Des weiteren ist Namensfindung, Designprozess etc. eine Aufgabe für sich, inklusive Markenentwicklung und Narrativ. Alles in allem musste also komplett bei Null angefangen werden und ein Maschinenpark, Markenkonzept und Händlernetzwerk geschaffen werden. Ein Arbeitsumfang, dem ich persönlich im Alter von Ondrej nicht durchgestanden hätte.

    Die Message hinter dem Namen “Taten, keine Worte” sowie das minimalistische Logodesign sind mutig. Gleichzeitig muss ich dazu sagen, dass es auch genial und effektiv ist.

    ANV Knives bietet in allen Preisklassen etwas an, dass auf diverse Nutzergruppen zugeschnitten ist. Ich persönlich habe die Möglichkeit einen detaillierten Blick auf das M311 Spelter zu werfen.



    Überblick

    Das M311 Spelter wurde in Kooperation mit mehreren spezialisierten Militäreinheiten der tschechischen Republik entworfen. Im Zuge dessen konnte ein Design entworfen werden, dass den Anforderungen dieser Soldaten entspricht und gleichzeitig auch in deren Einsatzgebieten getestet werden.

    Das Full Tang Messer besteht aus einer DLC beschichteten ELMAX Klinge und konturierten Micarta Griffschalen. Die Kydexscheide lässt mehrere Trageweisen zu und ist eine gelungene Ergänzung zum Messer.


    Specs

    • Gesamtlänge: 275 mm
    • Klingenlänge: 125 mm
    • Klingendicke: 5 mm
    • Stahl: Elmax (60 HRC)
    • Griffmaterial: Micarta
    • Gewicht: 286 g
    • Scheide: Kydex



    Die Klinge

    Das Messer ist ein Full Tang Konzept mit einer Clip Point Klinge. Am Rücken befindet sich im vorderen Bereich eine falsche Schneide, die nicht bis zur Spitze durchgezogen ist und somit eine starke, penetrationsfähige Klingenspitze ermöglicht. Gleichzeitig ist die falsche Schneide scharf genug um einen Feuerstahl zu verwenden.



    Eine dem Griffstück vorgerückte Mulde ermöglicht eine Auflage für den Daumen. Dies ist natürlich in Kombination mit dem Choil zu sehen, der großzügig dimensioniert ist und ein Vorgreifen für feinere Arbeiten ermöglicht.



    Das Messer hat einen ausgeprägten Fingerguard auf der Unterseite, um ein Vorrutschen zu verhindern.


    Die Klinge selbst ist DLC beschichtet und in mehreren Varianten erhältlich. Einerseits mit einer aufgelaserten topographischen Karte, oder wie in meinem Fall mit einer vergrößerten Version des ANV Knives Firmenlogos. Dies gibt der Klinge einen dezenten Camouflage Effekt, wie man ihn bereits von Extrema Ratio kenn.



    Firmenname, Modellbezeichnung, Stahl und der Hinweis der Herkunft sind ebenso sauber per Laser eingraviert.

    Der Griff

    Der aus Micarta gefertigte Griff ist nicht nur mit sehr feinen Rillen für einen besseren Grip ausgestattet; er ist zudem konturiert und passt sich somit angenehm der Hand an. Mir wurde gesagt, dass man von der Größe her ein Mittelmaß von 10 verschiedenen Handgrößen genommen hat. Tatsächlich greift er sich extrem handlich, auch wenn meine Handschuhgröße M ist und ich somit im Mittelmaß bin.



    Seitlich zur Front findet man eine angenehme Mulde für den Daumen, sollte man seitlich arbeiten wollen, und zum Knauf hin eine markante Verdickung, um ein Abrutschen zu verhindern.

    Rillen am vorderen Rücken des Griffes, am Knauf für den Reverse Grip sowie auf der hinteren Unterseite für den kleinen und Ringfinger, verstärken das sichere Griffgefühl und garantieren, dass das Messer in der Hand bleibt. Für den Fall des Falles, gibt es dennoch das obligatorische Lanyard Loch, das mit einer großzügigen Paracord Schlaufe versehen wurde. Dort findet man auch einen dezenten Skull Crusher aka Glasbrecher.



    Um Reparaturen und Wartung im Feld zu ermöglichen, hat man sich entschlossen die Griffschalen mit Sechskant Schrauben zu fixieren


    Die Scheide

    Zum Lieferumfang gehört eine sauber gefertigte Kydex Scheide, in die das Messer mit einem satten Klack einrastet. Es muss erwähnt werden, dass die Scheide nicht gefüttert ist und das Messer ein wenig in der Scheide rattert.




    Eine ordentliche Öffnung am unteren Ende garantiert, dass Wasser abfließen kann. Insgesamt 12 Ösen garantieren verschiedenste Möglichkeiten das Messer an Ausrüstung zu montieren. Es wird mit einem langen Stück Paracord geliefert, dass nicht nur als Beingurt, sondern auch sonstige Befestigungsmöglichkeit dient.



    Als Lösung für den Gürtel hat man sich dazu entschlossen Gurtband mit Velcro zu vernähen und mit Schrauben an der Kydex zu befestigen. Somit kann das Messer problemlos am Gürtel getragen werden. Aufgrund der Modularität ist es auf Links- und Rechtshänder anpassbar.



    Sollte man das Messer noch tiefer und somit am Oberschenkel tragen wollen, wird die Möglichkeit einer Verlängerung geboten, die optional erhältlich und schnell und einfach zu installieren ist.