Daß es keine gewöhnliche Grippewelle ist,... dessen sind sich zumindest in diesem Forum wohl mittlerweile alle einig. Was den Rest angeht; welche Maßnahmen sind die richtigen, greifen sie, wie sind die Zahlen, etc. pp.. ..... ich vermag da nicht einmal für mich ein Zwischenfazit zu ziehen.
Ich hab X hochgefährdete Personen in der Familie und im Freundeskreis. Daher habe ich das ganze schon sehr früh sehr ernst genommen. Mittlerweile hat sich eine Routine eingestellt bei mir. Ich gehe ohne Maske oder Handschuhe einkaufen. Die Disziplin nicht ins Gesicht zu fassen hat sich, erstaunlicherweise, sehr schnell eingestellt. Händewaschen hat sich auch nur um einen kleinen Faktor erhöht, da ich schon immer als erste Amtshandlung nach Schließen der Haustür hinter mir, die Hände gewaschen hab. Ich hab jetzt halt immer noch zusätzliches Desinfektionsmittel am Mann, um während des Tages desinfizieren zu können.
Berufsbedingt hab ich sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen. Meine Freizeitgestaltung findet auch eher ruhig statt. Für meinen Sohn ist es halt richtig ätzend. Der wird übermorgen neun. Seit Wochen keine Schule, kein Fußballtraining, nachmittags nicht mir Kumpels um den Block ziehen. Aber er ist einsichtig, quengelt nicht, und hält sich tapfer. Sein Geburtstag wird natürlich komplett anders ausfallen. Keinen Besuch von Verwandten, kein Kindergeburtstag,... mal gucken. Er bekommt unter anderem ein Paar personalisierte Fußballschuhe. Ich bin gespannt, ob er die mal auf dem Platz tragen wird, bevor er rausgewachsen ist. Naja.
Kurz was zu den Todes-Zahlen. Da sind sich ja auch etliche Mediziner nicht einig, was man jetzt als Covid-Opfer zählen sollte, und was nicht.
Hier im Kreis (Soest) gab es diese Woche den ersten Toten. Stand Freitag gab es immer die meisten bestätigten Infizierten in Lippstadt und Warstein. In Warstein gab es auch das erste Testzentrum des Kreises.
Jedenfalls war der Tote aus Warstein ein 82jähriger Mann. Wie der Zufall es so will, handelte es sich um jemanden aus der Nachbarschaft eines Bekannten von mir. Der sagte mir, dessen Frau sei vor sechs Jahren gestorben, und er war mehr oder weniger dauerhaft am kränkeln. Drei bis vier Krankenhausaufenthalte im Jahr seien die Regel gewesen, und er habe jetzt bei Einlieferung von vornherein gesagt, daß er nicht beatmet werden wolle.
Gut,... ohne Covid wäre er nicht ins Krankenhaus gekommen. Hätte ihn eine normale Grippe hingerafft? Möglich. Alles in allem,.... nicht so einfach.
Was bleibt; ich hab einige Bekannte in Italien. Und ein Teil meiner Familie wohnt in England. Eine Cousine von mir ist dort z.B. Chemotherapie-Patientin. Auch wenn es hier mit Sicherheit nicht absolut optimal um das Gesundheitssystem bestellt ist, wäre ich derzeit ungern in einem anderen europäischen Land.