Was irgendwie hier noch niemand angesprochen hat sind "social skills". Egal ob man jetzt im Krisenfall an einer Stelle verharrt oder auf dem Weg irgendwohin ist - man wird früher oder später zwangsweise mit anderen Menschen konfrontiert die sich auch in derselben Krise befinden.
Es ist grundsätzlich eine Frage der allgemeinen Situation.
Geht es um eine zeitlich begrenzte Krise, bei der man ein Ende absehen kann (Erdbebenschäden usw.), ist die große Gruppe mit vielen Kontakten sicher vorzuziehen.
Sammellager, diverse Notunterkünfte, Hallen, Kasernen usw. sind hier (soweit man in einem Land ist, das genügend Ressoucen hat) sicherer als der "Einzelkampf", in dem man recht flott auch von den Behörden als Gefahr gesehen werden kann (Plünderer,...).
Handelt es sich um einen der leider schon fast typischen religiösen/kulturellen Konflikte, werde ich meine Aktivität soweit es möglich ist auf die Nacht verlegen und mich unter Tags so unauffällig wie nur möglich verhalten.
In diesem Szenario reduziere ich meine Kontakte auf die Familie, die sich dann hoffentlich an einem gemeinsamen Aufenthaltsort einrichtet, und auf möglichst sichere Handelspartner.
Egal wer hier gegen wen kämpft und egal ob ich eine der Seiten bevorzuge - mein "Auftrag" wird dann nicht retten der Menschheit, Schutz der Demokratie usw. sein, sondern nur das Überleben der Familie zu sichern.
Zum überleben gehört allerdings auch immer, dass man nicht nur das LEBEN bewahrt, sondern auch, dass man nach der Krise wieder gut leben kann und da sind Dinge wie Schuldgefühle auf lange Sicht tödlich, darum wird neben dem Überleben auch Bewahren der Menschlichkeit zu berücksichtigen sein.
So unauffällig wie möglich sein und niemanden vertrauen wird also spätestens dann auf die Probe gestellt, wenn man bei Greueltaten oder hungernden Kindern aus sicherer Entfernung zusieht 
Ist ja nicht wie im Film wo man alles wegballert was stört und Sch*** drauf[/size]
...und es gibt Gesetze an die man sich zu halten hat, egal wie beschissen es gerade rennt. Not ist kein Freibrief!
Wir leben ja in einer Ellbogen-Gesellschaft wo es mehr und mehr heisst "jeder ist sich selbst der nächste" und "hilf dir selbst sonst hilft dir keiner" - ist zwar eigentlich Schade aber auch nicht von der Hand zu weisen.
Sobald es kracht, gibt es nur noch die Familie!
Freunde, die so wie die Familie zu sehen sind, sind leider selten.
Nicht so lange zurückliegende Konflikte haben gezeigt, dass Freunde oft die größte Gefahr sind, denn sie haben Insiderwissen. Selbst wenn sie es nicht selbst nützen, können sie in eine Situation geraten, in der sie plaudern um ihre Haut oder die Haut ihrer Familie zu retten.
Man kann sich gar nicht vorstellen wozu Menschen fähig sind, wenn sie nicht kontrolliert und in ein Rechtssystem gepresst werden, sondern glauben, dass sie für ihre Taten nicht belangt werden - UNFASSBAR wozu "Mensch" dann bereit ist!