Beiträge von Idox

    So, weiter geht's, mit der Lobhudelei:


    Von Freitag bis Sonntag war ich auf einem "Advanced Survival Course" und hatte mich für das Rokka Korpisoturi als "One Tool Option" entschieden. Hier ein (sehr) kurzer Erfahrungsbericht dazu.


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    Ich hatte mich für einen langen Dangler an der originalen Cordura-Schlaufe der TRC-Scheide entschieden, was im Nachhinein betrachtet auch genau richtig war. Denn, da das Wochenende sehr verregnet war, hing das Korpisoturi unter dem Nässeschutz heraus und war somit immer griffbereit, - aber auch sehr schnell abgelegt (für die Seilarbeit z. B). Dabei war es nie störend oder im Weg, auch kniend oder sitzend nicht. Andere Teilnehmer mussten ihre Messer umständlich unter der Regenjacke herausmanövrieren, das war mit dem langen Dangler schon sehr praktisch.

    Die Lederschlaufe ist vom Work Tuff Gear Forester, daran hängt ein Casström Dangler Karabiner an der TRC Scheide mit Cordura-Schlaufe.


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    Los gings am Freitag Morgen, - nach dem ersten Abschälen von Birkenrinde am Totholz wurde ich mit dem kurzen Rokka noch belächelt. Das änderte sich im weiteren Verlauf jedoch recht schnell.

    Bei der ersten etwas härteren Arbeit konnte das Korpisoturi nämlich ganz gut mithalten. Ein Feuerbohrset musste aus einem Stück Fichtenstamm herausgespalten werden. Das ging erstaunlich gut und ich fühlte mich nicht unbedingt im Nachteil. Zugegeben, 2cm mehr hätten beim "batonen" Sicherheit gegeben, aber durch Technik und einen schnell geschnitzten Holtkeil konnte ich ausgleichen.

    Beim herausarbeiten der Spindel aus dem gespalteten Stück Fichte erntete das Korpisoturi dann aber neidische Blicke, denn die Späne flogen in großen Stücken und ratzfatz war die Spindel geschnitzt. Zu diesem Zeitpunkt jodelten die anderen Teilnehmer noch fluchend auf ihren "Rambomessern" herum. Spätestens beim herausarbeiten des Bohbrettes tauschten die meisten Teilnehmer ihr ER Ontos, Wolfgangs (?) und BK7 gegen ein 15€-Mora Companion, weil das einfach erheblich besser funktioniert hat. Das Korpisoturi war zu diesem Zeitpunkt bereits Benchmark in dieser Disziplin.

    Leider gibt es kein Bild vom Feuerbohrset. Nur so viel: trotz Regenwetter haben wir es zu dritt geschafft Feuer zu bohren.


    Beim Shelterbau (Laubhütte) hat sich dann herausgestellt, dass zum Kürzen von Ästen nicht hacken am effektivsten ist, sondern anritzen und abtreten. Auch hier konnten die Scandis punkten, weil sie einfach bissiger ins Holz gingen als ein Flachschliff.


    Bei filigranen Arbeiten, wie z. B. beim Wasserfilterbau, Feathersticks schnitzen Fallenbau usw. hat sich die feine Spitze und die Klingengeometrie bewiesen. Das ging einwandfrei und vor allem sehr schnell.


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    In der Küche hatte ich scanditypisch Nachteile erwartet. Diese haben sich allerdings nicht bestätigt. Der rhombus-förmige Anschliff ging ebenso gut (oder schlecht) durch Girsch, Kohldistel, Äpfel, Kartoffel und Möhren wie die die flachgeschliffenen Verwandten.


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    Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl an mannigfaltigen Arbeiten, die das Korpisoturi an diesem Wochenende erledigen musste. Der direkte Vergleich mit anderen Messern hat dabei aber verdeutlicht, dass flachgeschliffene Messer eigentlich generell für Survival- und Bushcraft-Aufgaben im Nachteil waren. In Sachen Gesamt-Perfomance war das Rokka für mich Benchmark, - lediglich andere Scandi-Messer kamen annähernd in diesen Bereich. Ein Casström Lars Fält, allerdings ist hier der Anschliff etwas steil und dadurch in der Küche kaum zu gebrauchen und ein Roselli, mit dem gleichen Problem. Beide fand ich ergonomisch nicht so gut wie das Korpisoturi, mit nassen Händen sowieso.


    Unterm Strich hat das Korpisoturi meine bisherigen Erfahrungen während dieses Wochenendes im Dauereinsatz bestätigt und sich als sehr sehr tauglich erwiesen, - der direkte Vergleich mit anderen Messern hat das unterstrichen. Die Performance in Verbindung mit der tollen Klingengeometrie, der guten Ergonomie und Griffsicherheit bei Nässe (davon hatten wir genug), sowie die sehr gut gemachte TRC-Scheide machen aus dem Rokka Korpisoturi eine Gesamtpaket, das es meiner Meinung nach so nicht nochmal gibt. Zumindest kenne ich keins. Ja, man könnte sagen es ist aktuell mein Lieblingsmesser und hinsichtlich meiner bescheidenen Erfahrung nach und in meiner Sammlung definitiv herausragend.


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    Ein Bild von heute, frisch geschliffen, herausgeputzt und eingeölt.

    Auf Bildern von Spezialeinheiten sieht man immerwieder, dass die Uhr nach innen getragen wird. U. a. von Chris Kyle z. B.

    Anscheinend geht es dabei hauptsächlich um Lichtdisziplin und zur Vermeidung von Reflexionen. Die erste Armbanduhr der Welt von Abraham-Louis Breguet wurde anscheinend auch so getragen.


    Ich persönlich drehe meine Uhr nur für Handdumps nach innen. Schließlich ist sie Teil des edc-Setups und ist so mit auf dem Bild. Ansonsten trage ich sie "normal".

    Design follows function. Ich finde ihn dafür ergonomisch hervorragend. Das ist mir lieber als "schön". Messer die gut aussehen und nichts taugen gibt es imho genug.


    Ich benutze das Korpisoturi seit geraumer Zeit täglich. Wenn ich nach Hause komme, ziehe ich es über den Strop Stick und gönne ihm einen Tropfen Öl. Ist scharf wie am ersten Tag und hat keine Rostflecken oder dergleichen.


    Ein Messer das ich jederzeit wieder kaufen würde und das für den Wald blind zu empfehlen ist, wie ich finde.

    Outlast fand ich auch furchtbar. Erinnerte eher an BigBrother auf RTL2, als an eine Survivalsendung.


    Alone ist imho von allen Survival-Challenge-Formaten (...die ich kenne...) das Beste. Ich habe allerdings auch erst bis Staffel 6 geschaut.

    Dennoch hätte man - für meinen Geschmack - mehr daraus machen können. Die Folgen verlieren sich in sinnfreien Monologen (...die sicherlich die Einsamkeit und psychische Herausforderung hervorheben sollen, allerdings zu sehr), Kameraeinstellungen für die Katz (hier hätte man die Teilnehmer besser Schulen können) und ständigen Wiederholungen.


    Wäre man mehr auf die Ausrüstung eingegangen und darauf, wie die Teilnehmer Angeln herstellen, Feuer machen, Shelter bauen, usw. wäre die Sendung sehr viel sehenswerter.

    Stattdessen wird gefilmt wie die Teilnehmer im Lager hocken, angeln oder durch die Landschaft stapfen. Natürlich ist das Teil der Wahrheit. Aber anstatt zu sehen wie jemand weinend im Lager sitzt und ins Feuer starrt, hätte ich lieber gesehen wie er das Lager gebaut und das Feuer gemacht hat.


    Das ist sicherlich nur meine persönliche Präferenz. Dennoch ist Alone definitiv sehenswert.

    Die Statistiken dazu hatte ich mir auch schon angeschaut, - die sind interessant.

    Danke Dir! Die Sicherheitsnadel ist eine hervorragende Idee.

    Ich habe eine Rasierklinge und Angelhaken unter dem Klebeband. Jetzt muss ich die Tage noch eine Sicherheitsnadel einwickeln. :thumbup:


    Ich mag den Sitz der Dad Cap, - aber das Maroon Red ist schon speziell. Mal sehen, vielleicht mit der nächsten Bestellung. Danke!

    Jaja, die sind klasse. :thumbup:


    Um auf die eigentliche Frage zurückzukommen:

    ein Chisel Grind ist tatsächlich etwas "anders" zu schärfen, wie Du ja selbst schreibst. Macht man es (meiner Meinung nach) richtig, wird das Messer dadurch leider nicht unbedingt schöner.

    Die geschliffene Seite schleifst Du einfach mit dem Mittel Deiner Wahl, - Wetstone, Lansky, WorkSharp, KME, Sharpmaker, Edge Pro, Whicked Edge,.... Egal. Das machst Du so lange, bis auf der Gegenseite ein Grat entsteht. Nun liegt es leider in der Natur der Sache, dass das Messer erst dann scharf wird, wenn Du diesen Grat wieder umlegst, verkleinerst und im Idealfall komplett entfernst (unmöglich). Sprich: Du musst auch von der anderen Seite schleifen. Ich sags nur ungern, aber Micha macht das schon richtig :P. Man kann nun entweder im Winkel des Klingenspiegel schleifen, was das Messer optisch nicht mehr so hübsch macht aber den Chisel Grind erhält, oder man schleift eine Mikrofase von der "ungeschliffenen" Seite an. Das würde ich aber nicht mit grobem oder stark abrasivem Schleifmittel machen, - wirklich nur wenig.

    Das ganze wiederholt man feiner werdend, bis der Grat annähernd weggeschliffen ist. Am Ende die Schneide 1-2 mal durch Hartholz ziehen, um lose Partikel vom Grat der Schneidfase zu entfernen und final mit Leder abziehen. Gerne auch mit und anschließend ohne Paste bei leichtem Druck.


    Edit: Argento hat recht, CRKT hat das ja ab Werk schon so gemacht. Eine leichte Sekundärfase besitzt das Messer von der "ungeschliffenen" Seite.

    Das widert mich an 8o.


    Spaß beiseite. Ich schleife Messer auch gern "zweckmäßig rustikal". Aber irreparabel muss es deshalb nicht sein. Mit dem richtigen Mittel bekommt Messer auch im Feld wieder scharf, ohne die Klinge zu verschleifen ... - und diese V-Durchziehdinger mit Keramik- oder Karbid-Plättchen sind nunmal der Tod für jede Klinge.

    Aber selbstverständlich habe ich Spaß daran Messer zu schleifen. Hat etwas meditatives und entspannt die Seele. Meine zumindest. Ich bin mir sicher da wird es hier noch mehr Leidgenossen geben.

    Dich in Unterwäsche 8o .


    Spaß beiseite, ich finde den Multitool-Monday eine tolle Idee und lese Deine Berichte gern. Danke für den Aufwand, den Du da betreibst :thumbup:.


    Ein SOG Powerlock hatte ich auch mal, ein furchtbares Teil. Das war sogar schlimmer als mein altes Gerber MP600. Letztlich ist eine Backe der Zange gebrochen. Irgendwie war ich sogar froh darüber.

    Es war das alte Modell, mit der freiliegenden Übersetzung.

    Meine Erfahrung deckt sich jedenfalls mit Deinen Schilderungen hier. Ein Leatherman oder Victorinox ist aus meiner Sicht auf jeden Fall vorzuziehen.