Beiträge von derLichtschalter

    Surefire hat doch mittlerweile Produkte mit integriertem Lader. Ein Netzteil brauchst du natürlich schon noch. Aber das ist ja auch bei USB so. Micro-USB gibt es meines Wissens bisher aber nur beim 2211 WristLight. Ich sehe jedoch definitiv den Nachteil dabei, dass gerade Micro-USB-Stecker keineswegs robust sind. Im Feld oder im LE-Bereich ist das meines Erachtens ein absolutes No-Go!


    Ich glaube aber, du verwechselst ein wenig die Zielgruppen. Nitecore, Fenix etc. zielen trotz des teils martialischen Marketings viel stärker auf den Markt der Privatverbraucher ab, während Surefire primär den professionellen Bereich im Blick hat. Klar wollen beide Parteien (die Chinesen ebenso wie die Amerikaner) beide Zielgruppen bedienen, aber der Fokus ist eben jeweils unterschiedlich.
    Und da sehe ich die Surefire-eigenen Bedienkonzepte nicht als rudimentär an, sondern eher als "no-nonsense" nach dem KISS-Prinzip. Aber davon mal abgesehen: Made in the USA kostet einfach mehr als Made in China. Ohne da jetzt groß drauf rumzureiten: Meine Fenix PD32UE ist eine tolle Lampe, aber die Zuverlässigkeit, die ich von Surefire-Produkten erwarte (und auch bekomme) bietet die definitiv nicht. Ich hatte kürzlich eine wenig beglückende Situation mit der Tailcap der Fenix, die mir beim Akkuwechsel einfach auseinandergefallen ist. Dabei konnte man im Inneren deutlich sehen, woran gespart wurde. Mein erster Gedanke war tatsächlich: "Hätte ich doch nur eine Surefire dabei..."

    ... Unvoreingenommenheit eines Profis

    Jetzt bitte nicht übertreiben :blush:


    Was den 440C angeht: Ich denke, Böker tut schon das, was in Serienfertigung möglich ist. Vielleicht könnte da ein Custom-Messermacher mehr rausholen, aber der Aufwand rechnet sich vermutlich nicht bei diesen Stückzahlen. Ich habe bisher jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass der 440C von Böker einen für meine bescheidenen Schärf-Fähigkeiten ausgezeichneten Kompromiss bietet zwischen Schnitthaltigkeit und Nachschärfbarkeit :)

    Wir haben vermutlich das gleiche Review gesehen. Manchen Kritikpunkten kann ich mich ja durchaus anschließen und habe das im Review auch jeweils geschrieben. Aber der negative Gesamteindruck hat sich bei mir eben gerade nicht eingestellt. Danke für die Rückmeldung :)


    Worauf ich übrigens nicht eingegangen bin, war mal wieder die originale Gürtelklammer. Die taugt halt wirklich nur beschränkt und sollte gerade bei einem so schweren Messer eher durch einen TekLok ersetzt werden...

    Danke euch beiden für die Rückmeldung :)


    Fuchs: Wie beschrieben war auch bei mir die Schneidfase leicht asymmetrisch angeschliffen. Das ist schade, aber in der Preisklasse zu verschmerzen, denke ich. Stumpf war mein Messer ab Werk aber keineswegs.
    Die Grifflastigkeit ist natürlich so ein Ding - das muss man mögen. Aber ich finde es gut, wie der Schwerpunkt hier liegt: Im Hammer- oder Fechtgriff direkt hinter dem Zeigefinger.

    Ahja, das hab ich nicht erwähnt, stimmt. Mein Ladegerät kann auch nur bis 4,2 V (XTAR VP1), das reicht meines Erachtens aber völlig...
    In einem Test zur 2000 mAh Version hieß es, dass man nur unter 100 mAh ungenutzt lässt, wenn man nur bis 4,2 V lädt. Ich denke, deine Schätzung von 2200-2300 mAh könnte also hinkommen.

    Nun auch von mir noch ein herzliches Dankeschön! Ich hab mir gestern zwei Keeppower 16650 2500 mAh bestellt - heute waren sie schon da! Die Preise sind wirklich top. Manche Teile sind woanders vielleicht günstiger, aber die niedrigen Versandkosten machen das meistens wieder wett. Abgesehen davon, dass die riesige Auswahl echt beeindruckend ist. Sehr zu empfehlen!


    Die Keeppowers sind übrigens auch toll: So passen jetzt auch mal wiederaufladbare 2500 mAh ohne Aufbohren in Surefire-Lampen :)

    Vergleich
    Andere Messer vergleichbarer Länge und Stärke in meiner Sammlung kommen ganz anders daher. Das Bushcraft XL sticht hier nicht nur durch die Farbe hervor, sondern auch durch seine Schlichtheit. Ich würde jederzeit sowohl das das ZT0180 oder das Böker Plus Oscar Mike bevorzugen - wenn da nicht der "zivile" Aspekt wäre, den ich in manchen Situationen nicht ganz unwichtig finde. Ganz anders kommt natürlich das Colubris daher, das hier aber nur wegen des Größenvergleichs dabeiliegt.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Vergleich, Oscar Mike, Colubris, ZT0180.jpg



    Schwerpunkt
    Der Schwerpunkt des Messers liegt deutlich hinter der Zeigefingermulde.
    2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Balance.jpg



    Griffhaltungen
    Hier noch ein paar Griffvarianten. Meine Handschuhgröße ist etwa 8,5-9.


    Fechtgriff
    2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Fechtgriff, offen.jpg 2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Fechtgriff.jpg


    Hammergriff
    2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Hammergriff, offen.jpg 2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Hammergriff.jpg


    kurzer Griff
    2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - kurzer Griff, offen.jpg 2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - kurzer Griff.jpg


    Reverse-Griff
    2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Reverse-Griff, offen.jpg 2015-09-08 - Böker Plus Bushcraft XL - Reverse-Griff.jpg



    Fazit
    Das Messer hat mich zwar nicht "gepackt" wie manch andere, aber innerhalb des ihm zugedachten Verwendungszweck und der Beschaffungskriterien schlägt es sich hervorragend. Der Gebrauchswert der geradlinigen und schnörkellosen Klinge ist im Bushcraft-Bereich meines Erachtens sehr hoch. Schneiden, Schnitzen und Batoning dürften hier die Hauptanwendungen sein - Hacken geht, aber hier wäre das Messer nicht meine erste Wahl. Eine zusätzliche Machete oder ein Beil wären hier praktikabel.
    Insgesamt hat das Messer meine Erwartungen an die Qualität sogar übertroffen. Gerade die Schneidleistung war überraschend hoch. Vielleicht waren meine Erwartungen durch ein paar negative Reviews sehr gedämpft worden. Und ich bin zugegebenermaßen leicht zufriedenzustellen; gewisse Ansprüche habe ich aber schon - und die wurden hier definitiv erfüllt.




    Ein wenig Eigenwerbung: das gleiche Review in meinem Blog.

    Ein drittes Messer von Böker Plus aus der Feder von Tom Krein hat seinen Weg zu mir gefunden: das Bushcraft XL.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL.jpg


    Ich gehöre ja eigentlich eher nicht zur Müllmann-Fraktion, aber auf der Suche nach einem explizit zivilen, aber hochfunktionalen Messer führte mich der Weg näher an Mora heran als mir lieb war. Ich wollte - trotz der Vorgaben - etwas zumindest auf dem Datenblatt "taktischeres" als ein Mora. Entschieden habe ich mich letztlich mal wieder für ein Messer von Böker, entworfen vom ehemaligen Krankenpfleger (?) und mittlerweile Vollzeit-Messermacher Tom Krein. Zwei seiner Designs besitze ich ja schon: das Sidekick und das Pocket Bowie Outdoor. Beide sind in ihrem jeweiligen Element ausgesprochen praktische Helferlein, wenn auch keine glanzvollen Vitrinenstücke - echte User eben. Das Bushcraft XL verspricht auf den ersten Blick, ebenfalls in diese Kategorie zu fallen.



    Klinge
    Die 440C-Klinge des Bushcraft XL ist bei einer Stärke von 4,2 mm ganze 11 cm lang. Sie ist auf der gesamten Höhe von ca. 2,7 cm flach geschliffen und weist im Gegensatz zu Sidekick und Pocket Bowie gar keine falsche Schneide am Rücken auf. Durch die Stärke erweist sich das Messer nicht unbedingt als besonderer Schneidteufel, macht dementsprechend aber auch mal eine härtere Gangart wie Hacken oder Batoning klaglos mit: ein wahres Bushcraft-Messer eben. Das Satin-Finish ist typisch Krein, behaupte ich, und macht sich in der Optik gut, dürfte auf Dauer aber etwas anfälliger sein als ein Stonewash-Finish.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Klinge.jpg


    Die Droppoint-Form sorgt für eine nicht zu fein ausgeschliffene Spitze, die ggf. auch mal etwas gröbere Behandlung vertragen sollte.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Spitze.jpg


    Leider war der Anschliff ab Werk nicht komplett symmetrisch. Die Schneideigenschaften zeigen sich davon weitestgehend unbeeinflusst - die Optik stört das leider. Das sollte aber nach ein oder zwei Durchgängen am Lansky komplett behoben sein. Dafür war die Schneide ab Werk schartenfrei, wenn auch nicht rasierscharf: Zum Haare rupfen reichte es gerade so.


    Vor dem Ricasso finden sich auf den Klingenflanken wie üblich die Logos von Böker Plus und Tom Krein. Das Ricasso selbst ist wie die Schneide nicht ganz symmetrisch geschliffen; hier ist der Unterschied aber so minimal, dass es nicht einmal die Optik stört.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Böker.jpg 2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Krein.jpg



    Griff
    Spannend finde ich, dass die Klinge vor dem Ricasso schlanker ausgeschliffen ist als der Erl selbst. Dieser geht in der vollen Dicke von 4,9 mm durch den Griff. Das macht das Messer sehr grifflastig, aber dementsprechend auch sehr führig für feinere Arbeiten. Hacken ist so leider nicht so einfach, bei längerem Griff aber machbar.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Serial.jpg 2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - 440C.jpg


    Die Griffschalen sind aus orangefarbenem G10 und wie oben zu sehen konturiert. Das hat diverse Vorteile abseits der erwähnten zivilen Optik (erinnert mich immer an Fiskars) - insbesondere lässt es sich bspw. auf Waldboden leichter wiederfinden als ein bspw. beschichtetes Messer mit grünen Scales. Das G10 sieht gut aus, weist jedoch im Übergang zu den schwarzen Linern teils leicht schwarze Verfärbungen auf.


    Die Griffschalen sind wie bei den anderen Krein-Messern zweifach vernietet. Dabei ist der hintere Niet als Hohlniet ausgeführt und taugt somit als Lanyard-Loch.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Lanyard.jpg



    Scheide
    Viele Reviewer insbesondere auf YouTube beschweren sich über die "Thermoplast"-Scheide. Das sei kein Kydex und außerdem minderwertig. Wenn Böker nicht zwischendurch das Material geändert hat, wage ich jedenfalls, das zu bezweifeln: Das Material, das ich hier vor mir liegen habe, ist ziemlich sicher Kydex. Der Trick an Kydex ist ja gerade, dass es ein thermoplastischer Kunststoff ist... Insofern verstehe ich zumindest dahingehend das Gebashe nicht.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - Kydex.jpg


    Leider ist die Scheide wirklich nicht ganz so perfekt angepasst, wie man es gerne hätte: Beim Ziehen reibt der Handschutz unterm Ricasso kleine Stückchen Material ab. Das dürfte mit der Zeit nachlassen - die Frage ist aber, wie sehr die Retention davon beeinflusst wird. Ich werde es sehen und ggf. anpassen.
    2015-09-03 - Böker Plus Bushcraft XL - TekLok.jpg


    Ab Werk ist die Retention jedenfalls herausragend. Das Messer klappert nicht in der Scheide, fällt beim Schütteln nicht heraus, lässt sich aber dennoch angenehm mit Daumendruck gegen die Scheide ziehen.


    Was mir nicht passt, ist die Positionierung der Hohlnieten oberhalb der Klinge (also da, wo der Rücken ist). Die Hohlnieten sind hier nicht im passenden Abstand für TekLoks angebracht. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Jedenfalls die Nieten an der Schneide sind im passenden Abstand, was für die meisten Zwecke ausreichen sollte.